Mallorca, Teil 2 – Im Nordwesten Mallorcas

Nordwesten Mallorca, Andratx

Der Zauber zwischen Andratx und Sóller

Wandereinsamkeit, Ruhe, Abgeschiedenheit und Touristenhochburgen. Mallorcas Schauseite hat von allem etwas. Massentourismus ist hier ein Fremdwort und Strände gibt es nur wenig. Für Wanderer, Individualtouristen und Naturliebhaber bildet dieses Inselstück eine der schönsten Regionen Mallorcas.

Die zerklüftete Steilküste der Tramuntana ist der wohl spektakulärste Teil Mallorcas. Mit den umliegenden malerischen Bergdörfern Esporles, Banyalbufar, Deiá, Estellencs und Fornalutx ergibt sich eine wunderbare Szenerie. Die Gebirgslandschaft wird seit Juni 2011 in der UNESCO-Liste des Welterbes geführt. Ganz nebenbei offenbaren sich spektakuläre Wanderwege, atemberaubende Ausblicke und traumhafte Sonnenuntergänge.

Keine andere Gegend Mallorcas bietet so betörende Berglandschaften, so faszinierende Ausblicke auf das Meer und so malerische Dörfer wie der Nordwesten. Besonders zauberhaft gestaltet sich der Küstenabschnitt zwischen dem Weiler Estellencs im Westen und dem Kloster Lluc im Osten. Einige der größten Sehenswürdigkeiten liegen an der grandiosen Bergstraße Ma-10. Hier begeistern die Landhäuser des Erzherzogs Ludwig Salvator, die Kartause von Valldemossa und die sympathischen Bergdörfer. Oft erkennt man weitere versteckte Plätze und Orte erst beim zweiten Hinsehen.

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Andratx

Gerahmt von pinienbestandenen Hügeln und überragt von einer klotzigen Wehrkirche döst das Städtchen Andratx vor sich hin. Der hübsche Hafenbereich Port d’Andratx zeigt sich hingegen lebendig und besticht mit einer amüsanten Atmosphäre. Zudem ist das Städtchen Zweitwohnsitz der Hochglanz-Prominenz und rheinischer Zahnärzte.

Sant Elm

Das freundliche Dorf Sant Elm grüßt aus dem äußersten Südwesten und ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausflüge zur Insel Dragonera. Der kleine beschauliche Badeort liegt nur 8 Kilometer vom Landstädtchen Andratx entfernt. Gleich drei Wanderwege führen von Sant Elm aus zum ehemaligen Trappistenkloster Sa Trapa.

Deiá

Norwesten Mallorca, Deiá
Deiá, Bild: avoncliff / Pixabay

Das bildschöne Bergdorf mit seinen engen Gassen und mittelalterlichen Natursteinhäusern wird als ehemaliges „Künstlerdorf“ viel besucht. Heute sind es wohlhabende Fincabesitzer, die den Ton angeben. Entsprechend aufwendig zeigen sich Gastronomie und Hotellerie. Über die Atmosphäre ließe sich streiten. Ein besonders reizvolles Ambiente bietet die kleine Bucht unterhalb der zerklüfteten Szenerie des Tramuntanagebirges.

Valldemossa

Besuchern, die von Palma kommend die Kurven hinaufschlängeln, verschlägt es möglicherweise die Sprache oder es stockt ihnen kurz der Atem – so atemberaubend ist die Aussicht auf dem Weg in das idyllische Bergdorf Valldemossa. Schon von Weitem erkennt man die grüne Dachhaube des Karthäuserklosters von Valldemossa. Die schmalen Häuser mit blühenden Gärten, gekrönt vom Kloster und Pfarrkirche, faszinieren noch heute.

Hier gibt es die beste Paella mit Meerblick: An die Felsen der Foradada-Halbinsel zwischen Valldemossa und Deiá klammert sich eigenwillig das Restaurant Sa Foradada. Es ist das abgelegenste Restaurant der Insel und zugleich eines der schönsten.

Estellencs / Banyalbufar

Die zwei ruhigen Dörfer klammern sich hoch über dem Meer an den Berg. Von den terrassierten Hängen der Tramuntana bieten die Dörfer arabischen Ursprungs herrliche Ausblicke auf das Meer. Felsenfest klafft das von den Mauren gegründete Dorf Estellencs hoch über dem tiefblauen Meer. Mit den engen Gassen, einer atemberaubenden Terrassenlandschaft, der Wehrkirche Sant Joan und der winzigen Playa gehört Estellencs zu den schönsten Dörfern Mallorcas. In Banyalbufar wurde bereits zu römischer Zeit alles angebaut, was das Herz begehrte. Hier zählt die kleine Badebucht zu den schönsten an der Nordwestküste.

Sóller

Nordwesten Mallorcas, Tren de Sóller
Die Tren de Sóller, Bild: Pixel-Sepp / Pixabay

Zunächst genießen Besucher des Städtchens einen traumhaften Anblick: Über den Dächern von Sóller erheben sich die Gipfel der Serra de Tramuntana. Das Städtchen bildet das touristische Zentrum im Nordwesten und präsentiert sich nicht ganz so idyllisch wie Deiá und Valldemossa. Das ganze Jahr über tummeln sich hier Besucher aus aller Welt. Eingebettet in die beschauliche Bergwelt liegt das Städtchen malerisch zwischen Zitronen- und Orangenbäumen.

Tipp: Wer vom Jugendstilbahnhof Sóller noch weiter ans Meer möchte, steigt am besten in die Straßenbahn um. Seit 1913 verbindet die Bahn den Ort mit seinem nur wenige Kilometer entfernten Hafen Port de Sóller

Gut zu wissen: Erzherzog Ludwig Salvator war Mallorcas erster Naturschützer. Er erwarb mehrere Landgüter zwischen Valldemossa und Deiá. Auf seinem Grund und Boden ließ er Wälder aufforsten und Wanderwege anlegen. Zudem verfasste er detaillierte naturkundliche Studien über die Balearen. Er wird bis heute auf der Insel dafür verehrt.

Und noch etwas macht die Gegend so besonders: Die Straße nach Sa Calobra lässt jeden motorisierten Kurvenspezialisten äußerlich schwitzen – und innerlich jubilieren.

Eine wunderbare Kurzversion zur Region des Nordwestens gibt es von der französischen Schriftstellerin George Sand: „Diese Landschaft macht uns stumm. Alles was der Maler oder Dichter erträumen kann, hat die Natur an diesem Ort geschaffen“.

Mallorca, Teil 1 – Palma & die Südwestküste
Mallorca, Teil 3 – Der Norden Mallorcas
Mallorca, Teil 4 – Der Südosten Mallorcas

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