Balearen – eine Inselgruppe erfindet sich neu

Balearen

Die Inselgruppe der Balearen und als solche möchte sie verstanden sein, setzt sich aus den fünf Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera zusammen. Wobei die »Isla Cabrera« in der Hauptsache als Naturschutzgebiet anzusehen ist, welches zwar besucht werden aber nicht bewohnt werden kann. Ursprünglich war die gesamte Inselgruppe ein Teil des spanischen und portugiesischen Festlandes.

Erst nach und nach, beginnend mit dem heutigen Mallorca, fand eine Absprengung statt, welche die Landmassen auseinanderdriften ließ. Die Distanz der heutigen Inseln zum spanischen Festland liegt zwischen 90 und 200 Kilometer. Auf welcher Insel man auch seinen Urlaub planen mag. Die Anreise mit Fähre, zum Beispiel von Valencia oder Barcelona, aber auch aus der Luft ist ein Schauspiel, dem man sich kaum entziehen kann.

Mallorca

Inselmitte Mallorcas
Mohnfelder in Sineu, Bild: vulcano / shutterstock

Ausgehend von den späten 80er Jahren, bis hinein in das 21. Jahrhundert wurde Mallorca gleichgesetzt mit Ballermann und Billigtouristen. Ein Image das leider nur allzu sehr dem Image und der eigentlichen Schönheit, die dabei verloren ging, reichen Schaden zugefügt hat.

Eine Insel die über eine so faszinierende Schönheit und eine ganz eigene Charakteristik aufweist, hat es wahrhaftig nicht verdient im Billigtourismus unterzugehen. Nun hat sich die mallorquinische Regierung daran gemacht den Invasionen aus deutschen und englischen Landen ein Ende zu bereiten. Mit Erfolg. Qualitätstourismus steht nun auf den balearischen Flaggen.

Schritt für Schritt erfindet sich eine Insel neu, die als Naturschatz gesehen und behandelt werden möchte. Begonnen beim Tramuntana Gebirge, der Isla Cabrera einem der reichsten Flora- und Fauna Reservoirs des Mittelmeeres, bis hin zur Isla Dragonera. Spät aber doch hat man erkannt das Mallorca viel mehr ist, als nur eine Insel auf der Partys gefeiert werden können. Auf die Zukunft darf man gespannt sein.

Menorca – die kleine Schwester

Menorca
Bild: Kite_rin / shutterstock

Etwas zu Unrecht wird Menorca mit diesem Beinamen bedacht. Tatsächlich steht sie ihrer »großen Schwester« in Sachen Naturschönheit und vor allem Beschaulichkeit nichts nach. Herrliche Plätze erwarten einen auf dieser nördlich von Mallorca gelegenen Insel.

Das was auf Mallorca die Hauptstadt Palma darstellt, ist auf Menorca Mao. Beschaulicher und ruhiger geht es auf Menorca zu. Erholungssuchende haben sich Menorca bereits vor der Ballermann-Epidemie diese Insel auserkoren. Welches nicht ganz unverständlich ist. Bietet diese Insel doch neben ihrem ganz eigenen ruhigeren Charakteristiken, eine Beschaulichkeit, an die vor allem aber nicht nur ältere Menschen auf die Insel zieht. Viele davon für immer.

Abgesehen davon das auch diese Insel über ausgeprägte Gebirgskämme, welche sich im Norden befinden und vor allem im heißen Sommer als Rückzugsgebiet genutzt werden. Menorca hat es wirklich geschafft, sich der auf der Nachbarinsel Mallorca und etwas später Ibizas, ausufernden Invasion zu erwehren. Und gut getan hat es ihr. Nach wie vor zählt die Insel zu jenen ausgesuchten Urlaubszielen, welche vor allem eines bietet. Ruhe und Erholung, abseits von Touristenströmen.

Ibiza

Ibiza, Cala d`Hort
Cala d’Hort, Bild: Alex Tihonovs / shutterstock

Ibiza stand lange Zeit dem Anspruch, die führende Party-Insel im Mittelmeer zu sein, Mallorca in nichts nach. Zwar, so meinte man, müsse man Mallorca den Rang diesbezüglich abkaufen zu müssen. Wenn, auch auf ortsbezogene etwas noblere Art. So wusste man den eine oder anderen Prominenten auf die Insel zu ziehen. Aber auch hier, die Insel dankt es, bröckelt der Party-Putz. Auch hier gedenkt man das Steuer herumzureißen. Man setzt mehr auf die naturgegebenen Vorzüge der Insel, tut alles um die Insel wieder in einen ausgeglicheneren Erholungszustand zu versetzen und setzt verstärkt auf Qualitätstourismus. Wunder geschehen auch hier nicht über Nacht, aber sie geschehen. Die Natur der Insel mit ihren herrlichen Buchten und Gebirgshängen im Rücken erholt sich zusehends. Neubauten schiebt man den Riegel vor und setzt auf landestypische Bauarten. Nach und nach gelingt es den beiden Inseln Mallorca und Ibiza jeweiligen aufgestempelten Images abzulegen und sich neu zu erfinden.

Formentera

Cala Saona, Balearen
Türkisblaues Wasser am Strand Cala Saona, Bild: D.Bond / shutterstock

Diese zweitkleinste Insel, welche zusammen mit Ibiza zu der Inselgruppe der Pityusen gehört, führte schon immer ein leichtes Schattendasein. Geschadet hat es ihr mit Sicherheit nicht. Die knapp 9 Kilometer südlich von Ibiza gelegene Insel erfreute sich der Tatsache das Ibiza so nah und das Treiben der Prominenten und solche die es gerne wären, nicht bis auf ihre Insel gelangte. Noch heute zählt Formentera zu den ursprünglichsten Inseln. Sie hat sich das bewahrt, woran die Regierungen von Mallorca und Ibiza noch zu arbeiten haben. Naturbelassene Schönheit, die nicht mehr braucht als einfach genussvoll gelebt und erfahren zu werden.

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