Die Schönheit der Inselmitte Mallorcas

Inselmitte Mallorcas

Sanfte Hügel, fruchtbare Ebenen und ganze Felder, die sich im Frühjahr in ein duftendes, weiß-rosa Blütenmeer verwandeln. Tausende rote Blüten bilden impressionistische Tupfer zwischen dem Grün der Olivenhaine und dem zarten Rosa der Mandelbäumchen. Die Inselmitte Mallorcas ist berühmt für ihre Klatschmohnpracht.

So üppig wie in dieser Region wächst der Mohn nirgendwo auf den Feldern. Es Pla, so nennt sich die Ebene der Inselmitte – abseits von Touristenströmen. Hier wird noch mallorquinischer Alltag gelebt. Mallorcas Inselmitte ist eine ungeschminkte Schönheit mit verschlafenen Orten und beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.

Mallorcas Kornkammer – so geheimnisvoll und ursprünglich

Wegen ihrer großen landwirtschaftlichen Bedeutung wird die Region der Mitte auch die „Kornkammer Mallorcas“ genannt. Nach einer kurzen wirtschaftlichen Krise der 1970er Jahre hat sich das Gebiet mit Bioanbau, Handwerk und Weinanbau großartig entwickelt.

In Bodegas bei Petra und in Algaida werden hervorragende Weine gekeltert. Machen wir uns nichts vor. Die Zeiten der 50er und 70er Jahre sind längst vorbei und das Inselinnere ist wie die anderen Regionen Mallorcas hervorragend erschlossen. Und dennoch besitzt die Inselmitte diesen besonderen mallorquinischen Charme.

Neben ausgezeichneten Landstraßen, sorgsam ausgeschilderten Wanderwegen, perfekt ausgestatteten Hotels und Fincas gibt es sie noch, die zauberhaften kleinen Fluchten, die verträumten Plätze mit urigen Kneipen und Orte ohne Verkehr – einsame Felder, wo das Vieh zwischen den Bäumen weidet und Windmühlen mit denen einst die Landarbeiter das Wasser hochpumpten. Heute werden die meisten Mühlen zur Wasserförderung nicht mehr benutzt. Jedoch schmücken sie die Landschaft auch ohne jegliche Funktion – sie sind einfach schön.

Und noch etwas macht die Inselmitte so attraktiv: die Lage zwischen den Bergketten der Serra de Tramuntana im Nordwesten und der Serra de Llevant im Osten.

Tipp: Ein Wanderausflug zum Castell d’Alaró lohnt. Ganz gleich aus welcher Perspektive – die Lage und der Blick über die fruchtbare Ebene Es Plá sorgen für eine zauberhafte Atmosphäre.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: die schönsten Orte der Inselmitte Mallorcas

Je länger man im Landesinneren verweilt, desto mehr vergisst man, dass Mallorca eine Insel ist. Die gemächliche Lebensart in den Dörfern erinnert an längst vergangene Zeiten.

Algaida

Algaida, Mallorca
Algaida, Bild:Hans / Pixabay

Algaida überrascht mit einer eindrucksvollen Silhouette. Statt Hochhaustürmen beherrschen 20 Windmühlen die Skyline des reizenden Städtchens. Die Mallorquiner schätzen in ihrem Ort zwei Dinge besonders. Zum einen sind sie stolz auf ihre hübsche Renaissancekirche Sant Pere i Sant Pau und zum anderen auf die vielen Restaurants mit guter mallorquinischer Küche. Zu Recht wird Algaida auch das „Fressstädtchen“ genannt. Ein Oldie unter den Gasthäusern ist „Cal Dimoni“. Rustikal, riesig und überaus mallorquinisch – die Gäste sind begeistert.

Inca

Inca ist vielleicht keine architektonische Schönheit. Hier und da wirkt das Städtchen noch etwas ausgefranst. Jedoch hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Das Zentrum Incas begeistert mit einer hübschen Fußgängerzone, einigen schicken Bars und mit begrünten Plätzen. Seit der katalanischen Eroberung ist Inca das Zentrum der Schumacherzunft. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt lohnt. Hier bietet sich eine große Auswahl an Handtaschen, Schuhen und Gürteln.

Petra

Im Örtchen Petra geht es ebenfalls beschaulich zu. Die schachbrettartig angelegten Gassen des verschlafenen Dorfs sind ein wunderbarer Blickfang. Nur wenige Kilometer entfernt liegt auf dem Puig de Bonany die Wallfahrtskirche Santuari de la Mare. Die Ursprünge des Klosters reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Von dem kleinen Klosterberg bietet sich ein toller Ausblick.

Sineu

Das bekannteste von allen Inseldörfern ist Sineu. Das Städtchen talayotisch-römischen Ursprungs liegt ziemlich genau in der geografischen Inselmitte. König Jaume II. machte Sineu im 13. Jahrhundert zu seiner Residenzstadt. Im Jahre 1306 erteilte er der Gemeinde das Marktrecht. Bis heute kommen Woche für Woche die Bauern aus der Umgebung und bieten ihre Ware feil. Touristen und Einheimische tummeln sich zahlreich auf dem berühmten Wochenmarkt, der zu den schönsten der ganzen Insel zählt. In Sineu findet das „große Gackern im Inselzentrum“ statt. Während des Markts herrscht überall in den Gassen quirliges Treiben. Auch Straßenmusiker beleben die Szenerie.

Llucmajor, Inselmitte Mallorca
Llucmajor, Bild:Medienservice / Pixabay

Als geschichtsträchtiger Ort hebt sich Llucmajor hervor. Im Jahre 1349 wurde hier der letzte mallorquinische König Jaume III. von den Truppen seines Vetters Pedro IV. von Aragonien getötet. Damit verlor Mallorca seine Unabhängigkeit.

Tipp: Etwas versteckt, in einer Ecke des großen Stadtplatzes, gibt es seit 1994 das Café Arábic. Von den Terrassen, in einer gemütlichen Atmosphäre, genießen die Gäste mallorquinische Gerichte – einfach, schlicht und köstlich.

Mallorca, Teil 1: Palma und die Südwestküste
Mallorca, Teil 2: Im Nordwesten Mallorcas
Mallorca, Teil 3: Der Norden Mallorcas
Mallorca, Teil 4: Der Südosten Mallorcas

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