Bremen – von reichen Kaufleuten und begabten Künstlern

Bremen - Bremer Stadtmusikanten

Der Einfluss ist unbestritten: Überall im Gebiet zwischen Elbe und Weser finden sich die Spuren der Bremer. Jahrhundertelang war Bremen Sitz eines Erzbischofs, ein wichtiger Handelsplatz und eine der bedeutendsten Hansestädte im Land.

Der älteste Stadtteil der Mini-Metropole wurde mit Böttcherstraße, Marktplatz und Schnoor zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Zugleich erklärt sich Bremen zur führenden Kaffeestadt in Deutschland. Kein Wunder, denn jede zweite Bohne des braunen Goldes gelangt über bremische Häfen ins Land.

Bremen ist eine selbstbewusste alte Hansestadt mit außergewöhnlichem Charme auf kleinstem Raum.

Kunst, Kultur und Kaufmannsgeist

Bremen, Weser
Schöner Blick von der Weser, Bild: canadastock / shutterstock

Die Stadt mit Seefahrvergangenheit hielt seine Burgen überall im Land. In Bremervörde, wo die Erzbischöfe saßen, in Hagen, wo sie ihre Sommerresidenz hatten und in Bederkesa, wo im Hof der restaurierten Burg sogar ein Roland steht – kleiner und jünger als der in Bremen, aber ein Symbol für den bremischen Einfluss über Jahrhunderte hinweg. Die Bremer sind traditionsverbunden und stolz auf ihre Vergangenheit. Hier isst man Grünkohl mit Pinkel, fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit und liebt die mit Fett gefüllte Grützwurst. Ein echter Bremer zeigt sich gediegen, so pompös wie bei der Rivalin Hamburg mag er´s nicht. Bis heute ist die Stadt an der Weser eine kulturelle und wirtschaftliche Metropole und zugleich ein beliebtes Ausflugsziel.

Zwei bis drei Stunden sollten für einen Stadtrundgang eingeplant werden. Obacht: Der Besuch des Übersee-Museums kann einige Stunden in Anspruch nehmen. Man sollte nicht den Ehrgeiz haben, Bremen an einem Tag zu erkunden.

Bremen – Traumstadt, nicht nur für Stadtmusikanten

Das Herz der Freien Hansestadt Bremen ist die Altstadt. Stattliche, reich verzierte Gebäude nehmen den Besucher sogleich gefangen. Den Marktplatz beherrscht die Renaissancefassade des Rathauses. Der gotische Backsteinbau wurde 1405-1410 errichtet und im 17. Jahrhundert mit der stattlichen Fassade ausstaffiert.

Bremen, Altstadt
Die Bremer Altstadt, Bild: Czech Evgenia / shutterstock

Etwas zurückgesetzt steht die Liebfrauenkirche, die älteste Pfarrkirche der Stadt. Die einstige Ratskirche beeindruckt durch ihre mittelalterlichen Wandgemälde und Manessiers Glasfenster. An der Nordwestseite des Rathauses tummeln sich vornehmlich Kinder, welche die Nähe zu den Bremer Stadtmusikanten suchen. Die durch das Märchen berühmt gewordenen Figuren – Esel, Hund, Katze und Hahn – wurden von Gerhard Marcks 1951/53 als Bronzeplastik verewigt. Heute sind sie ein beliebtes Fotomotiv.

Der Bremer Roland ist das bekannteste Denkmal der Stadt und wurde 1404 errichtet. Ähnliche Ritterstandbilder stellte man bis ins 18. Jahrhundert hinein auf den Hauptplätzen vieler norddeutscher Städte auf. Der Roland ist das Symbol der Gerichtsbarkeit und des freien Bürgersinns.

Ebenfalls auf dem Marktplatz steht der Bau des Doms St. Petri aus dem 11. Jahrhundert. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wurde das Gebäude erweitert und verändert.

Bremen, Bremer Roland
Der Bremer Roland, Bild: Bildagentur Zoonar GmbH / shutterstock

In Marktnähe liegt die Böttcherstraße. Einst eine alte Handwerkergasse, zählt sie heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie ist ein weiteres Ruhmesblatt des bremischen Kunstschaffens und zugleich ein Denkmal niederdeutscher Kunst und Kultur.
Die Böttcherstraße, die während des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt und 1954 wieder aufgebaut wurde, ist Teil eines architektonischen Ensembles in der Bremer Innenstadt.

Der Kaufmann Ludwig Roselius hatte seiner Zeit – mehr durch Zufall und eigentlich ganz gegen seinen Willen – das Haus mit der Nummer 6 in der Böttcherstraße gekauft. Damals war es eine dem Verfall preisgegebene Handwerksgasse. Jedoch ließ er zwischen 1926-30 auf seine Kosten die Gasse zu einer Kulturstraße umgestalten. Kleine, entzückenden Läden, Werkstätten, das Roselius-Haus und ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan ziehen die Besucher in die heimelige Hauptstraße der Bremer Altstadt.

Eine Welt für sich bildet das Schnoorviertel. Ganz nah an Bremens pulsierendem Stadtzentrum liegt ein außergewöhnliches Wohngebiet, in dem die Uhren anders zu ticken scheinen. Häuser in Reih und Glied säumen verwinkelte Gassen mit urgemütlichen Kneipen, Cafés und Restaurants. Vielen Kunsthandwerken darf man hier über die Schulter schauen.

Wer das Viertel mit seinen winzigen Plätzen und engen Gässchen besucht und die schmalen, dicht aneinandergereihten Handwerkshäuser sieht, dem erklärt sich der Name „Schnoor“ von selbst. Das Wort kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet „Schnur“. Schlau, wie die Bremer sind, haben sie dazumal möglichst schmale und hohe Häuser gebaut, um die Höhe der Steuern nach der Breite der Häuser zu bemessen.

Technische Spitzenleistungen einer pulsierenden Hansestadt

Bremen bei Nacht
Bild: Shahid Khan / shutterstock

Auch Fans von Forschung, Natur und Technik kommen in Bremen auf ihre Kosten. So bei Experimenten in der Schwerelosigkeit bis hin zum Erdbeben per Knopfdruck.

Das „Zarm“, Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie, bestätigt die Bedeutung Bremens als Raumfahrtsstandort. Im Jahre 1985 wurde das Zarm auf die Initiative des damaligen Forschungsministers gegründet. Er beabsichtigte, der Raumfahrt und der Weltraumforschung eine anerkannte wissenschaftliche Heimstatt zu geben. Im Jahre 1990 wurde der Fallturm erbaut, mit dem zahlreiche Experimente unter schwerelosen Bedingungen durchgeführt werden. Das Institut bietet spannende Führungen an – vom Besuch im Fallturm bis zu einer leicht verständlichen Präsentation mit kleinen Handexperimenten.

Nicht weniger begeistert das Universum, wo die Wunder der Wissenschaft erlebbar gemacht werden. Gleich drei Komponenten beeindrucken die Fans der Forschung: Science Center, Entdeckerpark und Schaubox. Aktive Beteiligung ist unbedingt erwünscht! Hautnahe Begegnungen mit Freddy, dem Ruderskelett oder mit einem glänzenden Wal, der sich weithin sichtbar aus einem Teich erhebt, sind garantiert. In spielerischer Form dürfen kleine und große Wissenschaftler auf einer riesigen Erlebnisfläche herumexperimentieren. Träume leben, Türme bauen oder eine Steilwand erklettern – im Universum ist nahezu alles möglich.

Die Bremer „kaffesieren“ für ihr Leben gern – die urigsten Kaffeehäuser der Stadt

Roland Statue
Farbenfrohe Häuser an der Roland-Statue, Bild: trabantos / shutterstock

In Bremen gibt es zauberhafte Kaffee-Oasen, ob im Viertel, in der Innenstadt oder an der Weser.

  • Kaffe Knigge sorgt für höchsten Kaffegenuss in einem edlen Ambiente. Berühmt ist das Kaffehaus für sein Marzipan und einer Vielzahl hausgemachter Torten.
  • Café Stecker wurde vor 108 Jahren gegründet und überzeugt heute wie damals mit köstlichem Kaffee und vielen Spezialitäten.
  • Ein hübsches Schaumherz setzt im „Yellow Bird Coffe“ dem Kaffee die Krone auf. Hier darf der Gast zwischen den unterschiedlichsten Brühvarianten wählen und sich beraten lassen.
  • Maitre Stefan lässt in ihrer kleinen Wiener Rösterei den Kaffee in hübsche Tassen fließen. Französische Klassiker wie Tartes oder Eclair runden das Angebot ab.
  • Am Osterdeich lockt das Ambiente Café mit einer traumhaften Aussicht. Dazu gibt es Kaffeespezialitäten aus aller Welt.
  • Inmitten der Wallanlagen begeistert die „Kaffe Mühle“ in einer tollen Atmosphäre mit köstlichen Kaffemischungen.

Tipp: Die „Schlachte“ ist Bremens Weserpromenade. Dort, wo einst die Handelsschiffe anlegten, wird heute spaziert und es werden Flohmärkte veranstaltet. Ein schöner Ort zum entspannen.

 

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