Wintersport in Deutschland: eine kleine Rundreise

Skifahren Deutschland

Jedes Jahr im Winter stellt sich für Wintersportler die Frage, in welcher Gegend kann gut Wintersport ausgelebt werden. Natürlich sind die Alpen sehr schneesicher. Aber auch hier gab es in den letzten Jahren Totalausfälle was den Schnee betraf. Und Wintersport bei +10°C ist auch nicht jedermanns Sache.

Hinzu kommen die zum Teil hohen Kosten für einen Winterurlaub. Da suchen vor allem gerne Familien nach guten Alternativen. Und die haben wir in Deutschland in Hülle und Fülle. In allen vorgestellten Gebieten ist jede Art von Wintersport durchführbar. Nur der Winter muss mitspielen wollen.

Bergisches Land

Vor den Toren des Rheinlands beginnt ab Köln und Düsseldorf das Bergische Land. Diese Gegend gilt in NRW als eine der niederschlagsreichsten Gebiete. Vor allem im Winter ist dies eindrucksvoll zu sehen. Während es im Rheinland intensiv regnet, liegen im Bergischen Land oft schon die ersten zehn Zentimeter Schnee.

Die Anfahrt ins Bergische erfolgt entspannt über die Autobahn A1, und wer Köln hinter sich gelassen hat, sieht ab Burscheid die schneebedeckten Wiesen. Schneeketten sind für diese Gegend nicht notwendig, dafür aber gute Winterreifen.

Vor allem Langläufer kommen hier auf ihren Spaßfaktor. So befindet sich um Radevormwald eine ausgeschilderte Langlaufstrecke in Önkfeld. Weiter Richtung Halver dann sogar ein kompletter Skihang mit Schlepplift, wo alle Wintersportarten durchführbar sind. Auch Wermelskirchen, mit Ausfahrt an der Autobahn A1, bietet bei guten Schneebedingungen einen Ski- und Rodelhang an.

Das Bergische Land ist also eine gute Alternative für den Tages- und Wochenendausflug, gilt aber nicht als schneesicher.

Sauerland

Sauerland, Rothaargebirge
Das Rothaargebirge im Sauerland, Bild: LaMiaFotografia / shutterstock

Was den Schnee betrifft, da spielt das Sauerland in einer anderen Liga als das Bergische Land. Zumindest in den höchsten Lagen. Hier befindet sich rund um den Kahlen Asten eine der bekanntesten Skigebiete in NRW. Die Kleinstadt Winterberg, die direkt am Kahlen Asten liegt, ist bei guter Schneelage Anziehungspunkt für viele Wintersportler.

Neben den typischen Übungshängen, sind rund um Winterberg rasante Ski- und Snowboardabfahrten möglich, und den Rücktransport übernehmen Schlepp- und Sessellifte. Vor allem am Wochenende wird es hier aber sehr voll, und Übernachtungsmöglichkeiten sind spontan kaum zu bekommen. Wer abends auf ausgiebige Aprés-Ski Partys Lust hat, muss auch nicht lange suchen. Denn in Winterberg wird immer irgendwo gefeiert.

Wem das alles zu laut und zu voll ist, findet in den Nachbardörfern Ausweichmöglichkeiten. Ob Rodelhang oder Abfahrt, hier herrscht kein großer Andrang. Die ehemals vorhandene Schneesicherheit ist leider drastisch gesunken. Sehr gute Bedingungen sind oft erst ab Mitte Januar bis Ende Februar vorzufinden. Für die Anfahrt nach Winterberg sollte die Winterausrüstung komplett sein. Steile Straßen, die bei Schneefall nicht immer direkt geräumt werden, sprechen für sich.

Eifel

Ski Hellenthal
Einteratmosphäre in Hellenthal in der Eifel, Bild: swuerfel / shutterstock

Die Eifel ist eine vulkanische Erhebung im westlichen NRW, und erstreckt sich von Aachen Richtung Süden bis an die Mosel in Rheinland-Pfalz. Lange Zeit galt die Eifel als schneesicher von Ende Dezember bis Anfang März. Davon ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Wenn aber Schnee liegt, wird hier eine Menge geboten.

Die bekanntesten Skigebiete befinden sich in:

  • Hellenthal
  • Prüm
  • Daun

Dort sind weitgehendst alle Wintersportarten möglich, und Lifte für Skifahrer und Snowboarder sind vorhanden. Nur die Rodler haben das Nachsehen, und müssen zu Fuß wieder hoch. Langlaufstrecken befinden sich in nahezu allen Gegenden ab etwa 300 Höhenmeter, und sind auch ausgeschildert. Wer nur gerne im Schnee wandern möchte, findet hier perfekte Bedingungen. Einige Wanderwege werden bei hoher Schneedecke präpariert, und sind mit normalen Berg- und Wanderschuhen begehbar.

Die Eifel ist berühmt und bekannt für ihre tiefen Täler und steilen Straßen. Auch wenn diese relativ zügig geräumt werden, der ein oder andere Stau vor der Zufahrt nach Hellenthal beruhte auf liegen gebliebene Fahrzeuge mit fehlender Winterausrüstung.

Harz

Wintersport Brocken, Harz
Der Brocken im Harz, Bild: Frank Kuschmierz / shutterstock

Mehr oder weniger mitten in Deutschland befindet sich der Nationalpark Harz. Bekannt ist diese Gegend vor allem durch den höchsten Berg: der Brocken. Der Legende nach findet hier jährlich vom 30.04. auf den 01.05. ein Hexentreffen statt. Die berühmte Walpurgisnacht. Im Schatten des Brockens, und das interessiert Wintersportler sicherlich viel mehr, befinden sich zahlreiche Skigebiete. Eines befindet sich in Torfhaus, ein weiteres in Braunlage.

Der Harz gilt bedingt als schneesicher, und in einigen Skigebieten werden auch Schneekanonen eingesetzt. Bei guter Schneelage wird es vor allem am Wochenende überall sehr voll. Denn dann reisen Wintersportler aus drei Bundesländern an, und natürlich auch die Holländer. Wer in den Harz fährt, sollte Schneeketten griffbereit halten. Zwar werden diese nicht jedes Jahr benötigt, aber wenn es einmal richtig schneit, dann kommen auch schnell 50 Zentimeter Schnee zusammen.

Der typische Aprés-Ski findet auf dem Wurmberg in Braunlage statt. Hier befinden sich um das Skigebiet herum überall Einkehrhütten, wo auch spontan die eine oder andere Schneeparty stattfindet. Der gesamte Harz gilt als sehr familienfreundlich, da es auch für die Kleinsten genügend Unterhaltungsmöglichkeiten gibt.

Während es in Torfhaus ruhig und beschaulich zugeht, präsentiert sich Braunlage wesentlich lebhafter und weltoffener. Für jene, die einen ersten Schritt in Sachen Wintersport wagen, bietet Braunlage ein tolles Anfängergebiet an. Auf der Rathauswiese kann Groß und Klein die ersten Versuche im Ski- oder Snowboardfahren unternehmen. Mit dabei ist auch ein kleiner Rodelhang, der vor allem bei Familien großen Anklang findet.

Bayerischer Wald

Bayerischer Wald
Winteratmosphäre im Bayerischen Wald, Bild: travelpeter / shutterstock

Klein und beschaulich kommt er daher. Der Bayerische Wald ist nur etwa 100 Kilometer lang, und bietet auf engstem Raum gemütliches Rodeln und alpine Abfahrten. Diese Gegend darf als schneesicher eingestuft werden, denn es geht hinauf bis auf knapp 1500 Höhenmeter. Allerdings gab es auch hier in den letzten Jahren Anlaufschwierigkeiten was den Schnee betraf. Vorhanden sind verbundene Abfahrtsstrecken, und natürlich Tiefschneefahrten. Je nach Schneehöhe sollte auf die Lawinenwarnstufe geachtet werden.

Skigebiete mit allem Drum und Dran befinden sich:

  • am Großen Arber
  • rund um Sankt Englmar
  • in Bodenmais

Alpen

Alpen, Deutschland
Die Alpen laden zum Wintersport ein, Bild: Richard Williamson / shutterstock

Über die Alpen und deren Wintersportmöglichkeiten ist schon so viel geschrieben worden. Schneesicher, rasante Abfahrten, Alpenpässe, jeder aktive Wintersportler ist schon hier gewesen. Aber es ist oft eine beschwerliche Anfahrt, und nicht selten dauert diese fast einen ganzen Tag. Wer hier anreist, bleibt meistens länger als nur ein Wochenende. Trotzdem sei Kurzreisenden das Allgäu empfohlen, da es nur bedingt zur alpinen Region gehört.

Empfehlenswert sind vor allem:

  • Bad Hindelang und Oberjoch
  • Balderschwang
  • Oberstdorf
  • Fischen und Immenstadt
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