Cilento – wo das ursprüngliche Italien überlebte

Cilento, Giuma

Wer die südliche Peripherie Neapels passiert hat, der kommt seinem Urlaubstraum immer näher. Kaum eine andere Region Italiens hat sich ihren ursprünglichen Charme in einem so hohen Maße bewahrt, wie Cilento am Fuße des Apennin mit seinem einzigartigen Nationalpark, dem zweitgrößten des Landes. Er darf sich rühmen, Aufnahme in die Liste der Weltnaturerbe der UNESCO gefunden zu haben. Cilento blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Sie lässt sich unter anderem ablesen in den Ruinen aus römischer und griechischer Zeit.

Campania felix – glückliche Landschaft

Das Tyrrhenische Meer ist die natürliche Barriere der Region Kampanien, und die schroffen Berge, malerischen Buchten, grünen Wälder und dahinplätschernden Bäche animierten bereits in der Antike die Menschen Roms, diesem bezaubernden Landstrich einen außergewöhnlichen Namen zu geben: Campania felix – die glückliche Landschaft. Und bis heute ist der einstige Charakter Cilentos erhalten geblieben. Wer hier seinen Urlaub genießt, darf sich auf eine Natur freuen, die sich stets in einem neuen Gewand präsentiert. Es ist die Vielseitigkeit der Landschaft, die diese „glückliche“ Region am südlichen Zipfel Italiens auszeichnet.

Malerische und verschlafene Dörfer

Velia, Kampanien
Ruinen in der Stadt Velia, Bild: Stefano_Valeri / shutterstock

Wanderer schwärmen im Gebiet von Cilento von den dichten Eichen- und Kastanienwäldern, die zu einem Merkmal Kampaniens wurden. Die malerischen Orte ducken sich zuweilen im Schutz markanter Felsen, und die Fischerdörfer am Meer wirken so, als habe der internationale Tourismus hier niemals vorbei geschaut. Manche machen auf den ersten Blick einen verschlafen Eindruck, doch die Bars und Restaurants haben sich fast überall einen exzellenten Ruf erworben. Pasta-Kreationen und natürlich die Pizza stehen auf allen Trattoria-Speisekarten, und zu Füßen der grandiosen Steilküste finden sich stets Buchten, die zum Baden, Surfen, Tauchen und Schnorcheln geradezu einladen.

Römische und griechische Einflüsse in Cilento

Wo die Strände von zumeist ruhigen Wellen umspült werden, hat man den Uferzonen einen besonderen Namen verliehen: Mythologische Küste. Kein Geringerer als der legendäre Odysseus soll sich der Sage nach für diesen Abschnitt Italiens begeistert haben und die kulinarischen Einflüsse der römischen und griechischen Küche finden sich in zahlreichen der angebotenen Speisen wieder: Weiße Feigen, Kuchen mit Limonen, Pilze und Trüffel aus den Wäldern und selbstverständlich die Früchte des Meeres. Die traditionelle Küche des Südens hat in der Region Cilento einen festen Platz und ist tief verwurzelt im Bewusstsein der Gourmets.

Tempel zu Ehren Heras und Neptuns

Cerere Temple, Cilento
Cerere Temple, archäologische Stätte von Paestum, Bild: Gimas / shutterstock

Archäologische Stätten finden sich im Vallo di Diano: Certosa di Padula, Velia und Paestum. Sie erhielten ebenfalls einen Platz in der World Heritage-Liste der UNESCO. Es sind dort die Überreste der Besiedlung aus griechischer Zeit zu besichtigen. Sehenswert ist außerdem die eindrucksvolle Kartause von Padula. Paestum zählt zu den bedeutendsten Anlagen der Magna Graecia und wurde einst zu Ehren Poseidons errichtet. Im Archäologischen Museum sind zahlreiche Exponate aus jener Periode der Geschichte Italiens untergebracht. Von den drei dorischen Tempeln ragt der Hera Tempel aus dem Jahr 530 vor Christi heraus. Wissenschaftler streiten darüber, ob er der Hera oder doch dem Neptun geweiht war. Die Porta Rosa ist das fotogenste Monument der Akropolis.

Cilento – Flora und Fauna im großen Nationalpark

Freunde von Flora und Fauna kommen in Cilento insbesondere im großen Nationalpark auf ihre Kosten. Gelistet wurden hier nicht weniger als 1.800 zumeist wilde Pflanzenarten. Der Park ist offenbar ein idealer Lebensraum für eine üppige Vegetation, und er ist außerdem die Heimat zahlreicher Tiere. Auf dem 180.000 Hektar großen Gelände finden sich neben riesigen Wäldern und rauschenden Flüssen außerdem tiefe Schluchten und zahlreiche Klöster. Gleitschirmflieger sind dort anzutreffen – aber auch die Sympathisanten eines fast immer die Nerven kitzelnden Raftings auf den wilden Fluten der Flüsse. Angeboten werden im Cilento-Nationalpark zudem Ausflüge mit Pferden und erlebnisreiche Radtouren. Und hoch über den Wäldern kreisen fast immer die für die Region typischen Wanderfalken.

Tropfsteinhöhlen und malerische Badeorte

Castellabate, Kampanien
Blick auf die Gemeinde Castellabate, Bild: Anna Biancoloto / shutterstock

Die Grotta die Pertosa ist eine der gewaltigsten und sehenswertesten Tropfsteinhöhlen Italiens. Zu den azurblauen Grotten Cilentos fahren von zahlreichen Häfen der Region Ausflugsboote. Zu den von Touristen bevorzugten Badeorten Cilentos zählt der Ort Palinuro, der seinen Bekanntheitsgrad auch den vielen Grotten der Umgebung verdankt. Aber auch seinen bezaubernden Strandabschnitten. Die Baia del Buondormire ist wohl der romantischste Strand der gesamten Küste. Er überzeugt mit seinem sauberen und kristallklaren Wasser und seiner guten Infrastruktur mit schönen Bars und Cafès. Auch in Palinuro gibt es einige Zeugnisse der antiken Vergangenheit. Hier entstand einst eine koloniale griechische Siedlung. Wer in der Region Cilento mit einem Auto unterwegs ist, sollte es nicht versäumen, dem markanten Kap Palinuro seine Aufwartung zu machen. Dieser Punkt spielt in der griechischen Mythologie eine bedeutende Rolle.

0/5 (0 Reviews)
Voriger ArtikelNächster Artikel

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top