Neapel – Unter dem Einfluss des Berges

Neapel

Neapel ist die drittgrößte Stadt Italiens. Mit einer jahrtausendealten Geschichte geht sie auf die griechische Siedlung Neapolis zurück, die später von den Römern übernommen wurde. Während im Mittelalter dort die Neapolitanischen Volksmusik geboren wurde, ist die Stadt außerdem Geburtsort des Nationalgerichts Italiens – der Pizza.

Sehenswürdigkeiten in und außerhalb von Neapel

Die Altstadt von Neapel

Piazza del Plebiscito
Piazza del Plebiscito, Bild: Wila_Image / shutterstock

Neapels Altstadt ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Sie besteht aus einem Labyrinth aus Gassen und besticht mit kleinen Kapellen und Kirchen, die hier und dort wie aus dem Nichts auftauchen. Auch Ausgrabungen der alten Stadtmauer sind dort zu besichtigen.

Zwei weitere Highlights sind außerdem die Krippenstraße und die Basilika Santa Chiara, dessen Kreuzgang als einer der schönsten ganz Kampaniens gilt.

Napoli Sotterranea – Neapels Unterwelt

Die unterirdischen Gänge Neapels sind zusammengezählt um die 80 km lang und eine Führung ist für Besucher natürlich Pflicht. Wie ein Labyrinth ziehen sich die Wege und Tuffsteinhöhlen 40 m unter der Stadt dahin. Die Geschichte der Stadt hat sich dort unten im Stein der Wände verewigt: von der Gründung der Stadt bis zu den Bomben des Zweiten Weltkriegs.

Eingänge zu diesem unterirdischen System lassen sich überall in der Stadt entdecken. Die Führungen dauern rund zwei Stunden. Zu bestaunen gibt es etwa unterirdische Gärten, Theater, Zisternen und Brunnen.

Archäologisches Nationalmuseum Neapel

Basilika Santa Chiara, Neapel
Basilika Santa Chiara, Bild: Inu / shutterstock

Es gilt als das wichtigste archäologische Museum von ganz Europa und birgt unter anderem auch Fundstücke aus der Stadt Pompeji. Darunter auch ein detailreiches Mosaik, welches eine Abbildung des Kampfes zwischen Alexander dem Großen und dem Perserkönig Dareios III darstellt. Auch zahlreiche Gemälde und Statuen aus der Sammlung des Bourbonenkönigs Karl III sind in dem Museum untergebracht.

Das Gebäude, in dem sich das Museum befindet, hat selber eine lange Geschichte. 1585 wurde es als Kavalleriekaserne erbaut und später weiter umgebaut und erweitert.

Castel Nuovo – Residenz der Herrscher

Der Bau des Castel Nuovo begann unter der Anweisung von Karl I. von Anjou im Jahr 1279 und wurde drei Jahre später abgeschlossen. Noch heute gilt die Burg als das berühmteste Bauwerk Neapels. In seinem Inneren ist ein Museum untergebracht, das sich mit der facettenreichen Geschichte der Stadt befasst. Unter anderem sind dort verschiedenste Objekte aus Bronze und Silber untergebracht und in der Capella Palatina können Fresken und Skulpturen aus dem 13. bis 14. Jahrhundert bestaunt werden.

Der Vesuv – Europas Vulkan

Vesuv Neapel
Der Vesuv im Hintergrund von Neapel, Bild: Nataliia Gr / shutterstock

Die Metropole Neapel liegt nur neun Kilometer vom Vesuv entfernt, -dem einzigen aktiven Vulkan auf dem europäischen Festland. Bekannt ist der Berg vor allem durch die Geschichte der Stadt Pompeji, deren Untergang er im ersten Jahrhundert nach Christi verursachte.

Auch heute könnte der Vulkan jederzeit wieder ausbrechen.

Auf die Spitze des Berges werden Besuchertouren angeboten. Der Aufstieg dauert zu Fuß etwa eine Stunde und führt auf schönen Wanderwegen zum Krater des Berges. Auch öffentliche Verkehrsmittel führen Besucher gerne auf den Berg hinauf. An wolkenlosen Tagen ist die Sicht auf den Golf von Neapel besonders schön.

Die Ruinen Pompejis

Pompeji
Pompeji, Bild: lara-sh / shutterstock

Das 23 km entfernte Pompeji kann von Neapel aus in einer halbstündigen Fahrt erreicht werden. Es ist eine der berühmtesten Ausgrabungsstätten überhaupt. Das riesige begehbare Areal beträgt etwa 44 Hektar.

Vor ihrem Untergang war Pompeji rund 66 Hektar groß und in den Straßen pulsierte das Leben. 79 n. Chr. erfuhr dies mit dem Vulkanausbruch ein jähes Ende. Von den Menschen dieser Stadt zeugen bis heute zahllose Fundstücke und die Abgüsse ihrer Körper. Diese jedoch wurden in Museen eingelagert – Ebenso wie viele Mosaike und Skulpturen.

Die Straßen der Stadt sind heute leer und sauber. Ebenso verhält es sich mit den Gebäuden Pompejis. Nur wenige Einrichtungsgegenstände stehen noch in den Häusern. Dennoch ist die Ruinenstadt mit oder ohne Führung einen Besuch wert, der sich durchaus über mehrere Stunden hinstrecken kann.

Spezialitäten Neapels

Als Geburtsort der Pizza darf diese natürlich in Neapel nicht fehlen. Vor guten Pizzerien steht oftmals eine lange Schlange und lädt zum Anstehen ein.

Die Stadt veranstaltet sogar jedes Jahr ein Pizzafest, um an den Ursprung dieser Speise zu erinnern. Klassisch ist eine frische Pizza Margaritha mit weichem Boden. Eine etwas andere Art dieses Gerichts ist die frittierte Pizza. Dabei befindet sich der Belag zwischen zwei Teiglagen und wird anschließend einfach frittiert.

Etwas Besonderes sind auch die Friarielli. Diese wachsen an den Hängen des Vesuv und kommen nur in dieser Region vor. Oft werden sie gebraten und als Beilage serviert. Aber auch ein eigenes Gericht hat sich aus ihnen entwickelt: Friarielli mit Salsiccia (eine große Bratwurst).

Dass viele Speisen in Neapel, geprägt von einem gewissen maritimen Einfluss, Muscheln und Fisch enthalten, ist nicht weiter verwunderlich. Meerestiere gibt es auf der Pasta und der Pizza genauso, wie als eigenständiges Gericht.

Als Dessert bietet sich Sfogliatelle oder Babà an. Beides sind Teiggebäcke, die in Konditoreien und an Straßenständen in der ganzen Stadt angeboten werden.

Wer auf der Suche nach einem Getränk ist und nicht vor etwas Alkohol zurückschreckt, sollte unbedingt den Limoncello versuchen. Dieser Zitronenlikör kommt zwar ursprünglich aus Sorrent und Almafi, wird jedoch auch in Neapel gerne ausgeschenkt.

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