Rom – nichts kommt dir gleich!

Rom, Petersdom

Mitten im Chaos, auf der tosenden Piazza Venezia, steht ein schöner Mann mit weißen Stulpen und elegantem Tropenhelm. Seine Hand ausgestreckt wie Michel Angelo, der Arm leicht angewinkelt und die Hüfte gebeugt: ein Karajan in Uniform. Mopeds knattern, Autos röhren und Busse rasseln – alle fahren gleichzeitig und sogleich ist die Piazza verstopft. Spätestens, wenn der Besucher dieses Chaos durchdrungen hat und die wunderbare Piazza Navon erreicht, um endlich einen Cappuccino zu schlürfen, dann ist er in Rom, der Hauptstadt Italiens angekommen. Das beruhigende Fazit: Selbst im Chaos ist Rom „erste Sahne“. Das Herz der Antike steht nun allen Rom-Fans offen.

Rom – Was für eine Stadt!

Rom, Kolosseum
Das Kolosseum, Bild: Andrea Izzotti / shutterstock

Wer zum ersten Mal nach Rom kommt, sieht sich einer Fülle von widersprüchlichen Eindrücken gegenüber. Prächtige Paläste, jahrtausendealte Baudenkmäler, Kirchen aus der Renaissance und dem Barock, aber auch moderne Geschäftshäuser werden vom lärmenden, qualmenden Kraftfahrzeugverkehr umbrandet. Überall pulsiert das geschäftige Leben. Doch in den Gotteshäusern und Parkanlagen scheint die Zeit still zu stehen. Eine weit über 2000-jährige Geschichte hat die Hauptstadt Italiens geprägt, und so entsteht zuweilen ein schroffes Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart. Gerade diese überraschende Vielfalt macht den Reiz der „Ewigen Stadt aus“ und lohnt einen Besuch, der nicht nur wenige Tage dauern sollte.

Wer mehr als nur einen flüchtigen Eindruck von der einstigen Macht des Imperiums bekommen möchte, sollte sich Zeit nehmen. Sehr viel Zeit.

Plätze in Rom mit lebhaft bewegten Kompositionen

Piazza del Popolo

Rom, Engelsburg
Die Engelsburg, Bild: Blue Planet Studio / shutterstock

Bevor es Eisenbahnen gab, war die Piazza del Popolo mit ihrem ägyptischen Obelisk und den Zwillingskirchen der Empfangssalon der Stadt für Reisende aus dem Norden. Bereits in der Antike stand hier das Stadttor.

Campo de‘ Fiori

Den Campo de‘ Fiori erreicht man über die Via della Cancelleria. Mitten in der Altstadt gelegen, zählt er zu den stimmungsvollsten Plätzen Roms. Am Morgen, wenn der römische Blumenmarkt seine ganze Pracht entfaltet, wird er besonders gern besucht. Am Abend trifft man sich zum Ausgehen und Beisammensein.

Piazza Navona

Der schönste Platz der Stadt, vielleicht sogar der Welt, ist die Piazza Navona. Inmitten verwinkelter Gassen und kleiner, mit Brunnen geschmückten Plätze, zeigt sich Rom von seiner ursprünglichsten Seite. Es fällt schwer, nicht sofort dem Charme dieses Platzes mit seinen eindrucksvollen Palastfassaden zu erliegen.

Rom, Trevi Brunnen, Piazza Trevi
Der Trevi-Brunnen am Piazza Trevi, Bild: Boris Stroujko / shutterstock

Tipp: Auf diesen schönen Plätzen wandelt das geistliche Rom:
Gleich hinter dem Pantheon befindet sich die efeuumrankte Piazza dei Caprettari, gefolgt von der Piazza della Minerva, dem Ort, wo ein kleiner Elefant einen viel zu großen Obelisken trägt. Zu guter Letzt schlägt in der Via dei Cestari das fromme Herz höher. Mit Bischofsroben und kleidsamen Kutten erfährt die geistliche Mode ihren Auftritt.

Das Pantheon

Das Altstadtviertel rund um das Pantheon ist sehr belebt und dicht mit Kirchen, Palästen und kleinen Plätzen bebaut. Aus dem Labyrinth der Gassen gelangt man schließlich zur Piazza della Rotonda, ein besonders schöner Platz, in dessen Mitte sich das wuchtige Pantheon erhebt. Geniale Baumeister und Konstrukteure haben die größte Kuppel der Alten Welt erbaut. In seiner heutigen Gestalt entstand das Pantheon Anfang des 2. Jahrhunderts unter Kaiser Hadrian.

Rund um die Piazza di Spagna

Rom, Piazza di Spagna, Spanische Treppe
Die spanische Treppe am Piazza di Spagna, Bild: Jakob Fischer / shutterstock

Die Piazza di Spagna ist einer der bekanntesten Orte Roms. Mit ihrem Brunnen, den ockerfarbenen Wohnhäusern und ihrer von Azaleen gesäumten Treppe, welche zur französischen Kirche Trinitá dei Monti führt, ist sie ein ideales Beispiel barocker Inszenierung. Die Piazza ist ein quirliger Ort. Sowohl tagsüber als auch nachts schwirrt die Luft vom Stimmengewirr der Menschen.

Hinter der Fontäne erhebt sich die Spanische Treppe. Sie ist breit wie eine ganze Straße und hoch wie die benachbarten Häuser. Man schreibt das Jahr 1726 – Rom ist um ein städtebauliches Ensemble reicher. Zweifellos ist die Scalinata di Trinitá dei Monti ein Muss für jeden Rom Besucher.

Kaskadengleich flutet die Spanische Treppe von der Kirche zum Platz hinunter. Der Architekt konnte sich nicht genug tun im eleganten Spiel von Stufen und Absätzen, von Schwüngen nach außen und nach innen, von Terrassen, die auf halber Höhe zum Verweilen einladen. Bei Sonnenuntergang genießt man einen atemberaubenden Blick auf die Kuppeln römischer Kirchen.

Eine magische Anziehungskraft üben auch die Modeviertel zwischen der Spanischen Treppe, der Via del Corso und der Via del Tritone aus. Hier offeriert sich eine Art Bermudadreieck, in dem die Besucher beim stilvollen Kaufrausch in den unzähligen Boutiquen ihr Geld loswerden. Auch der Nachwuchs findet ein eigenes Klamottenparadies vor. Auf der Via del Corso bekommt der Jugendliche alles von Skates über Jeans bis zur Federboa. Die angrenzenden Straßen Via Borgognona und Via Frattina bilden mit der Via dei Condotti das wichtigste Einkaufszentrum von Rom.

Galerien mit fantastischen Ausblicken und beeindruckende Gebäude

Rom, Pantheon
Das Pantheon, Bild: Phant / shutterstock

Die Santi Trinitá dei Monti ist eine der fünf französischen Pfarrkirchen Roms, erbaut im 16. Jahrhundert. Gegenüber windet sich die Viale Trinitá bis zum Pincio.

Die Villa Medici wurde zum Ende der Renaissance erbaut. Von 1630-1633 stand hier Galileo Galilei unter Hausarrest. Im 17. Jahrhundert ging das Gebäude in den Besitz der Medici über.

Der Pincio-Hügel und die Villa Borghese: Seinen Namen verdankt der Pincio-Hügel der Familie Pinci, den Besitzern des Geländes im 14. Jahrhundert. Es ist ein zauberhafter Ort, der mit Palmen, Pinien und großen Eichen bewachsen ist. Überquert man vom Pincio aus die Viale del Muro Torto, erreicht man die größte Parkanlage Roms, die Villa Borghese. Der wohl schönste Park Roms ist eine grüne Oase der Ruhe und der Künste. Hier befindet sich eine der berühmtesten Kunstsammlungen der Welt.

Das antike Rom – Kapitol und Palatin

Rom
Rom bietet malerische kleine Gässchen, Bild: Catarina Belova / shutterstock

Wo die Parademeile des Forum Romanum zum Jupitertempel auf dem Kapitol führt, finden sich die meisten Überreste des antiken Roms – soweit das Auge von Vitorriano bis Kolosseum reicht. Von sieben Hügeln, auf denen Rom erbaut wurde, berichtet die mythologische Gründungsgeschichte. Kapitol und Palatin zählen zu den klassischen Gründungshügeln. Die nicht enden wollende Zahl an Thermen, Triumphbögen und Foren lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein – eine längst vergangene Epoche wird zum Leben erweckt. Auf dem Kapitolshügel begeistert das älteste der Öffentlichkeit zugängliche Museum mit einer umfangreichen Antikensammlung. Eine Kopie des Philosphenkaisers Marc Aurel begrüßt auf dem Platz vor dem Palazzo die Besucher.

Das Kolosseum

Brunnen an der Piazza di Spagna
Bild: Jon Chica / shutterstock

Kaiser Vespasian begann 72 n. Chr. mit dem Bau des gigantischen Kolosseums. Die Hauptstadt seines Weltreiches sollte auch die größte Arena der Welt haben.

Das Kolosseum, eines der Hauptwerke des antiken Roms, ist gleichzeitig eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. „Solange das Kolosseum steht, steht auch Rom. Wenn das Kolosseum fällt, dann fällt auch Rom. Wenn Rom untergeht, vergeht auch die Welt“, schrieb einst der Chronist Venerabilis (673-735).

Engelsburg und Engelsbrücke

Hier zeigt sich Rom von seiner ruhigen Seite. In dieser Gegend findet man keine mit Cafés und Menschen überfüllten Gassen oder Plätze. Der Stil ist ausufernd barock und repräsentiert den Triumph des Christentums. Jenseits der Engelsbrücke, die von Bernini als Zugang zur Peterskirche geschaffen wurde, erhebt sich majestätisch die Engelsburg, das Hadriansmausoleum. Ihren Festungscharakter behielt die Burg bis in die Neuzeit, sie war Schatzkammer der Päpste und Gefängnis. Heute ist sie ein Museum. Vor allem bei Nacht beeindruckt das barocke Spektakel – beleuchtet – auf dem Weg zum Petersdom.

Besuch im kleinsten Staat der Welt: Vatikanstadt

Blick auf Rom
Blick auf Rom, Bild: S.Borisov / shutterstock

„Alle Straßen führen, wie das Sprichwort sagt, nach Rom. Jedoch in Rom selbst führen sie über den Tiber zum Vatikan. Der Zugang beginnt auf italienischem Territorium auf der Piazza Ponte Sant‘ Angelo, welche gegenüber der Engelsburg am anderen Ufer des Tibers liegt.

Beim Überschreiten der Engelsbrücke werden die Besucher von den Statuen der Heiligen Peter und Paul begrüßt und von zehn Engelsstatuen geleitet.

Ein Großteil der Vatikanstadt wird vom Petersdom eingenommen, der weltweit größten Basilika im kleinsten Staat der Welt. Der triumphale Vorplatz ist in seiner Vollkommenheit zutiefst beeindruckend. Seit dem Pontifikat Julius II. (1503-1513) haben die Päpste Roms in ihren Palästen unzählige Kunstschätze angesammelt. Das Vatikanische Museum gehört heute zu den größten Museen der Welt.
Beim Anblick der von Seeschlangen umschlungenen Laokoongruppe in den Musei Vaticani fließen die Tränen, oft auch vor Erschöpfung. Bald stockt der Atem vor Schönheit und Gedränge in den einstigen päpstlichen Privatgemächern, in den Stanzen von Raffael und in der Sixtina. Jedoch – die Massen haben ein Recht auf die Sixtinische Kapelle.

Die Tiberinsel Travestere oder „das Rom der kleinen Leute“

Rom, Travestere
Travestere, Bild: Catarina Belova / shutterstock

Trastevere, das größte Dorf von Rom, begeistert jenseits des Tibers mit lauschigen Plätzen und plätschernden Brunnen. Hier gibt es sie noch, die alten, schwarz gekleideten Frauen, die sich im Hinterhof auf einen Klatsch treffen. Der Putz der Häuser abgeblättert, die Vespa vor der Haustüre geparkt, auf den Mauern gescheckte Katzen, die Siesta halten – das macht die Atmosphäre von Travestere aus. Seine Bewohner erlebt man oft inmitten lautstarker Wortgefechte. Rom zeigt sich hier völlig ungeschminkt und ohne Allüren.

Mittlerweile hat sich das „Rom der kleinen Leute“ zum Szene- und Ausgehviertel entwickelt. Auf der idyllischen Tiberinsel finden sich zahlreiche Bars und Restaurants für jeden Geldbeutel.

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