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Pietrapertosa, Basilikata
Blick auf Pietrapertosa, Bild: Pavlo Glazkov / shutterstock

Basilikata – Geheimtipp im Süden Italiens

Die süditalienische Region Basilikata stand genau wie ihre östlichen und südwestlichen Nachbarregionen Apulien und Kalabrien lange im Schatten prominenterer italienischer Tourismusgebiete, seien es die zu Kampanien gehörende Amalfiküste, die Toskana, die italienische Riviera oder die beliebten Familienurlaubsorte an der Adria. Doch in jüngerer Zeit rückt der Süden des Landes zunehmend in den Fokus von Reisenden. Zu Recht: Der Mezziogiorno hat so viel mehr zu bieten, als nur „arm, aber sexy“ zu sein und damit Klischeevorstellungen von Urlaubern aus nördlicheren Breiten zu bedienen.

Herbe Schönheit

Die Armut, die man traditionell mit der Basilikata in Verbindung bringt, beruht vor allem auf ihrer großen Trockenheit. Landwirtschaft ist hier schwierig. Gerade diese Trockenheit aber, die kargen Berglandschaften und die fast wüstenartigen Bedingungen, vor allem im Osten rund um die Stadt Matera, machen die Region für Individualreisende interessant. Rucksacktouristen und Wanderfreunde, Mountainbiker, Abenteuerlustige und Menschen, die imposante Natureindrücke lieben: all sie kommen in der Region Basilikata auf ihre Kosten. Die Tatsache, dass viele Teile der Landschaft touristisch bis heute noch weitgehend unerschlossen sind, verstärkt diesen Reiz.

Interessante Städte

Potenza und Matera sind die beiden größten Städte der Basilikata. Während die Hauptstadt Potenza mit ihren knapp 66.000 Einwohnern zentral im Norden der Region liegt, zählt Matera rund 60.000 Einwohner und ist im Osten der Basilikata situiert. Anders als die Hauptstadt, die vor allem durch ihre Höhenlage mit spektakulären Ausblicken und ihre Einbettung in eine attraktive Gebirgslandschaft punkten kann, ist Matera auch kulturgeschichtlich von ungewöhnlichem Reiz. Die römische Gründung aus dem Jahr 251 v. Chr. liegt an den Hängen des Hochlandes der Murgia und ist eine der ältesten Städte der Welt. Sie repräsentiert architektonisch nahezu alle Epochen ihrer wechselvollen Geschichte. Von der Antike über das Mittelalter und die Renaissance bis zur Neuzeit kann man in der Innenstadt ihre Zeugnisse bewundern.

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Faszinierendes Weltkulturerbe

Matera di Sassi, Basilikata
Matera di Sassi, Bild: ermess / shutterstock

Besonders erwähnenswert sind in Matera di Sassi, eine Höhlensiedlung, die noch bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt war. Ursprünglich lebten Menschen hier in natürlichen Grotten und Höhlen des weichen Tuffsteins, die sie über Jahrhunderte hinweg zu Wohnhöhlen ausbauten. Schließlich entstand eine komplette Stadt mit engen Straßen, kleinen Plätzen auf den Dächern und Felsenkirchen. Erst im 20. Jahrhundert wurden die Sassi aufgelöst, weil die italienische Regierung die schlechten hygienischen Bedingungen für die Bewohner nicht mehr tolerieren wollte. Man schämte sich dafür, dass es in der Republik Italien noch Menschen gab, die in „Höhlen“ lebten. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begann ein Umdenken. Man stellte die Sassi unter Denkmalschutz und begann, sie zu restaurieren. Seit 1993 gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wandern und Natur erleben

Monticchio-See mit dem erloschenen Vulkan Monture
Monticchio-See mit dem erloschenen Vulkan Monture im Hintergrund, Bild: canadastock / shutterstock

Das Innere der Basilikata wird bestimmt durch die Bergkette des Apennin, der sich quer durch die Region zieht. Trotz der schon erwähnten insgesamt großen Trockenheit trifft man hier überraschenderweise auch auf satte grüne Wälder. Der Mont Vulture, ein mittlerweile erloschener Vulkan, liegt nördlich von Potenza und hat für fruchtbaren Lavaboden gesorgt. Im Landesinneren gibt es ausgedehnte Naturschutzgebiete wie den jüngsten Nationalpark Italiens, den Parco Nazionale dell’Appennino Lucano-Val d’Agri-Lagonegrese. Er umschließt gleich mehrere interessante Biotope mit Buchen- und Nadelwäldern, Wiesen und Weiden. Auch außerhalb der geschützten Zonen, in den von Menschenhand kultivierten Naturgebieten, hat die fruchtbare Lavaerde für eine üppige Flora gesorgt. Rund um den Mont Vulture gibt es schöne Olivenhaine und Weingärten – ein vielfältiges Landschaftsbild, das immer wieder neue Eindrücke bietet und auch für Fotografen und Hobbyfilmer äußerst inspirierende Motive bereithält.

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Baden und das Meer genießen

Aber auch für all jene, die sich vom Wasser angezogen fühlen, hat die Region Basilikata einen besonderen Reiz. Mit ihrer Lage zwischen dem Golf von Policastro, der zum Tyrrhenischen Meer gehört, und dem Golf von Taranto am Ionischen Meer ist die Region ein El Dorado für Küstenliebhaber. Der Küstenstreifen entlang des Golfes von Policastro ist dabei mit steilen Klippen und tief eingeschnittenen Buchten herb und wild. Am Golf von Taranto dagegen gibt es feinen Sand und flache Sandstrände für Sonnenanbeter und Familienurlauber. Das Wasser ist kristallklar und bekannt für seine hohe Qualität. Auch Strände mit schwarzem Sand – bedingt durch die Lavaasche – kann man finden, zum Beispiel die sehr schöne „Spiagga Nera“ bei Maratea. Maratea ist eine weitere sehenswerte Stadt der Basilikata. Zu ihren Highlights gehört neben den herrlichen Stränden die riesige Christusstatue, die auf einem imposanten Aussichtspunkt die Stadt überragt.

Spezialitäten aus Küche und Weinkeller

Überall in der Region, ob in Städten oder kleinen Dörfern, kann man einfach und gut essen gehen. „Frisch und lokal“ – dieses Küchencredo, das einst für traditionelle, bäuerliche Speisen stand, hat inzwischen auch die internationale Sterneküche erobert. Eine Region für Genießer also, in der man stets frisches Gemüse, Wein und Oliven aus lokaler Produktion bekommt, ebenso wie in Küstennähe köstlichen frischen Fisch und Meeresfrüchte.