Mittwoch, Juli 8, 2020
Start Europa Musik in der Luft und Nostalgie in Stein – Salzburger Impressionen

Musik in der Luft und Nostalgie in Stein – Salzburger Impressionen

Mächtige Kirchen, prächtige Palais, malerische Gassen, Kuppeln, Brunnen und Arkaden – Salzburg ist ein Gesamtkunstwerk in Österreich. Alexander von Humboldt schrieb um 1800 auf seiner Weltreise: „Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde.“ Die Stadt, welche gerade mal 148.000 Einwohner zählt, empfiehlt sich als Welthauptstadt der Musik. Dem nicht genug: Salzburg wirkt ausgesprochen theatralisch und wird die „Bühne der Welt“ genannt. Hier vereinen sich Schönheit, Spiel und Kunst. Die Atmosphäre gleicht einem wunderschönen Theaterstück. Das weiße Gold des Mittelalters hat Salzburg reich gemacht. Heute ziehen unzählige Schätze die Besucher magisch an.

Salzburg – Ein Stadtrundgang, der bezaubert

Salzburg, Salzburger Dom
Der Salzburger Dom, Bild: saiko3p / shutterstock

Die Stadt liegt schön zu beiden Seiten der Salzach. Malerisch thront die Hohensalzburg über der Stadt. Das Salzburger Flair verzaubert von Anfang an.
Zwischen dem Mönchsberg, dem linken Salzachufer und dem Festungsberg präsentiert sich die Altstadt mit mittelalterlich engen Gassen, Arkadenhöfen und hohen, schmalen Häusern.

Der bürgerliche Teil der Stadt wirkt eher romantisch, während der kirchlich-fürstliche Teil zwischen dem Neutor und dem Neugebäude mit prächtigen Bauten an weiten Plätzen begeistert. Den Mittelpunkt der Altstadt bildet der weite Residenzplatz, das einstige Zentrum erzbischöflicher Macht. Geschmückt wird dieser von einem der schönsten und größten Barockbrunnen diesseits der Alpen. Die Residenz, erstmals um 1120 erwähnt, beherbergt 180 Räume und Säle, darunter 15 Prunkräume. Eine Besichtigung lohnt. Anschließend warten bereits die Kutscher und laden zu einer behaglichen Stadtrundfahrt ein. Schon bald erreicht man den Domplatz. Der Dom zu Salzburg beeindruckt mit seiner mächtigen, 79 Meter hohen Kuppel und seiner prächtigen Fassade. Unweit des Doms befindet sich einer der ältesten Friedhöfe der Welt. Weiter geht es zum Mönchsberg mit zusätzlichen Ausstellungsräumen des Museums der Moderne. Vorbei an stattlichen Kirchen, erreicht man den Festspielbezirk, den Bürgerspitalplatz, viele Museen, die Getreidegasse mit ihren mittelalterlichen Hochhäusern und nicht zuletzt die Stätten Mozarts.

Mozart, Barock und mehr

Die Getreidegasse hat etwas Verzauberndes, auch wenn sie vornehmlich im Sommer von Menschenmassen erfüllt ist. Nachts, wenn die Kulissen ausgeleuchtet sind, ist sie einer der meistfotografierten Straßen der Welt. Das älteste Gemäuer der Gasse trägt die Nummer 21 und stammt aus dem Jahr 1258. In der Getreidegasse 9 erblickte das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1756 das Licht der Welt. Fassade, Portal und Hof sehen noch aus wie zu seiner Zeit. 1773 siedelten die Mozarts auf das andere Salzachufer und bezogen das Wohnhaus am Marktplatz 8. Der nach Süden leicht ansteigende Marktplatz wurde Ende des 13. Jahrhunderts angelegt und ist heute ein wunderbarer Platz zum Verweilen.

Der Friedhof St. Sebastian ist Salzburgs Campo Santo. Am pittoresken Friedhof liegen historische Salzburger Persönlichkeiten unter der Erde – Mozarts Vater Leopold und Mozarts Frau Constanze sowie Genoveva von Weber. Der Klosterbezirk St. Peter führt seine Besucher in das Reich der Mönche. Im Schatten einer steilen Felswand befinden sich die Familiengräber angesehener Salzburger Clans und in den Felsen gehauene Katakomben.

Fern der Melancholie locken Schloss Hellbrunn, das Lustschloss im Süden Salzburgs als auch das Schloss Mirabell als Ort für die Liebe. Der Mirabellengarten beeindruckt mit Terrassen, Springbrunnen und Marmorstatuen. Hingegen genießt man auf Schloss Hellbrunn eine entzückende Parkanlage, die auf dem Höhepunkt der kirchlichen Macht im Jahre 1613-1619 entstand.

Aktiv in Salzburg

Genuss pur verspricht ein Ausflug ins Gasteinertal oder eine Bergwanderung zum Kapuzinerberg. Beim Aufstieg spielt das Meditative eine Rolle: Man blickt zurück auf das Weichbild der Stadt und betrachtet die herrliche Gebirgskulisse. Salzburg ist umzingelt von Bergen, aber nicht bedrängt. Auf dem Rückweg lohnt noch ein Blick auf die Villa des Dichters Stefan Zweig. Hier weilten einst Thomas Mann, Maurice Ravel und George Wells. Die Begegnung mit altösterreichischer Kaffeehaus-Tradition ist ein Muss in Salzburg. Im „Café Tomaselli“ las einst Mozart die einzige Zeitung, die es damals gab und trank dazu eine heiße Schokolade.

Am anderen Ufer der Salzach begeistert das „Café Bazar“ an einem heimeligen Ort mit hübscher Flussterrasse. Unweit lädt die Wiener Familie Gürtler in ihr berühmtes Kaffeehaus Sacher ein. Den duftenden Verführungen kann kaum jemand widerstehen. Dort, wo Flugzeugfans das Herz höherschlägt, befindet sich das Flugzeugmuseum mit hoch im Kurs stehenden Kostbarkeiten der Luftfahrt. Dabei übt die Landebahn am Runway 16 eine magnetische Anziehungskraft aus und sorgt im Winter für Begeisterung. Der Hangar-7 ist zugleich ein Ort der Kunst mit ständig wechselnden Veranstaltungen. Ein Ausflug zur Eisriesenwelt von Werfen lohnt ebenfalls. In der größten Eishöhle unseres Planeten gilt: Warm anziehen, auch im Hochsommer.

Tipp: Im Restaurant „Carpe Diem“ genießen die Gäste Fingerfood vom Feinsten.
Weizen Gold mit Pfiff gibt es hingegen in den Salzburger Brauereien auf der Rupertgasse.
Salzburg ist herrlich und immer eine Reise wert. Das anmutige Stadtwunder zeigt sich charmant und verträumt. Die „Jedermann-Stadt“ ist ein Ort für wahre Genießer und Flaneure.

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