Millionendorf und Weltstadt mit Herz – München mag dich!

Weltoffene Metropole mit Flair, europäische Kulturstadt, jung, traditionell, modern und dynamisch – das trifft auf viele deutsche Städte zu. Und doch ist München anders – eben unverwechselbar: Hier klettert man übers Stadiondach vom Olympiapark, shoppt auf der Straße Maximilians, erholt sich im Englischen Garten, besucht das Schloss des Märchenkönigs oder genießt sein Bier auf dem größten Volksfest der Welt. München ist immer beides: Provinz als auch Großstadt mit Nouvelle Cuisine oder Weißwurst, Trüffeln oder Schweinsbraten, Bloody Mary oder Bier. Es fällt leicht, diese Stadt zu mögen. Wer einmal den Sonnenuntergang in Münchens Biergärten erlebt hat, will nicht mehr gehen.

Es begann mit einem Paukenschlag – a bisserl G’schicht

München, Siegestor
Das Siegestor, Bild: LaMiaFotografia / shutterstock

Im 6. Jahrhundert n. Chr. gründeten die Bajuwaren mehrere Siedlungen an der Isar – heute noch, an der Endung „ing“ zu erkennen – wie Schwabing, Aubing, Pasing oder Sendling. Für das 10./11. Jahrhundert ist die Niederlassung an der Isar von Tegernseer Mönchen bezeugt. Diese Ansiedlung, welche später dem Ort seinen entstehenden Namen gab, wurde „Apud Munichen“ (bei den Mönchen) genannt.

Der rauflustige Welfenherzog Heinrich der Löwe gilt 1158 als Gründer. Kurzerhand zerstörte er die Brücke der Salzstraße Augsburg-Salzburg, verlegte die alte Salzstraße hierher und führte sie über eine einträgliche Zollbrücke.

1255 nahmen dort die Wittelsbacher ihren Sitz. Sie blieben bis 1918. Tuch-, Salz- und Weinhandel brachten der Stadt im Mittelalter stetes Wachstum und raschen Wohlstand. Der eigentliche Schöpfer des neueren München ist König Ludwig I. (reg.1825-1848), der es zu einer Kunststadt von europäischem Rang und zum Mittelpunkt deutschen Geistesleben machte.

In den 20er Jahren formulierte König Ludwig I. einen entscheidenden Satz über München: „Ich will aus München eine Stadt machen, die Teutschland so zur Ehre gereichen soll, das keiner Teutschland kennt, der nicht München gesehen hat“. Diesen Vorsatz hat er alsbald in die Tat umgesetzt.

Bayerische Könige machten München zur Hauptstadt Bayerns. Um die Wende zum 20. Jahrhundert galt die Metropole an der Isar als europaweites Zentrum der Künste. Weltruf als Sportstadt genießt München seit der Olympiade 1972.

Hier gibt es viel zu sehen und vielleicht noch mehr zu erleben – nämlich den Zauber einer alten, jung gebliebenen Stadt, die weltoffen und doch ganz sie selbst ist.

München – mehr als nur Isar-Athen

München, Marienplatz
Der Marienplatz, Bild: gnoparus / shutterstock

Einst prächtige Haupt- und Residenzstadt der Wittelsbacher und unter König Ludwig I. Anziehungspunkt für namhafte Künstler, hat sich die ursprünglich von Mönchen gegründete Siedlung zur Weltstadt mit charakteristischer Lebensart gemausert.

Nebenbei, ohne das man viel davon merkt, ist die „Weltstadt mit Herz“ Deutschlands zweitgrößte Industriestadt.

Nicht nur für die Maler des Jugendstils war München das wichtigste Zentrum, auch heute noch leuchten die kulturellen Schätze aus Jahrhunderten weit über die bayerischen Landesgrenzen. Bei einem gemütlichen Rundgang durch die belebte Fußgängerzone und die angrenzenden Straßenzüge der Altstadt lassen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß erreichen. Wer heute durch München bummelt, der lässt sich über den Marienplatz treiben, durch die Theatinerstraße, über den Viktualienmarkt mit der ältesten Pfarrkirche der Stadt und findet womöglich einen Platz im legendären Hofbräuhaus. Der macht Station in einem der vielen Biergärten und genießt das bunte Treiben in den Straßen der Stadt, die an Sehenswürdigkeiten so reich ist wie keine andere Stadt in Deutschland.

Kultur unter weißblauem Himmel

München, Oktoberfest
Das Oktoberfest, Bild: Takashi Images / shutterstock

Mittelpunkt der Altstadt ist die dreischiffige Frauenkirche aus dem 15. Jahrhundert. Vom Südturm schweift der Blick über das Neue Rathaus am Marienplatz und die Altstadt. In dem Rathausturm, der mit 85 Meter die prachtvolle Fassade zum Marienplatz überragt, erklingt täglich das Glockenspiel mit Schäfflertanz. Hingegen tanzen am Faschingsdienstag die Marktfrauen am nahen Viktualienmarkt. Eine reichhaltige Auswahl an frischen Spezialitäten gibt es natürlich immer. Im Norden der Altstadt erstreckt sich die Residenz der Wittelsbacher. In ihren Gemäuern befinden sich die Wohnräume von König Ludwig I. und eine der wertvollsten europäischen Sammlungen handwerklicher Kostbarkeiten. Einen weiteren kulturellen Höhepunkt erfahren die Besucher im benachbarten Nationaltheater. Das klassizistische Gebäude gilt als Münchner Musentempel.

Besonderes Gedränge herrscht in München zur Wies´n Zeit und bei Messen. Mehr als 50 Museen, rund sechzig Theater, darunter die Alte und Neue Pinakothek, bieten Lehrreiches, Kulturelles, Zerstreuung und Unterhaltung.

Egal ob bemützt, besternt und kochlöffelbewehrt oder bürgerlich-bodenständig, auch im kulinarischen Bereich findet jeder etwas nach seinem Gusto.

Nobel, multikulti und dörflich-idyllisch – begehrte Stadtviertel in München

München, Englischer Garten
Englischer Garten, Bild: Matej Kastelic / shutterstock

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts durften besitz- und gewerbelose Zuwanderer in München arbeiten. Jedoch lebten sie vor den Toren Stadt, auf der rechten Isarseite und auf engstem Raum. Die in der Vergangenheit verrufenen Stadtteile genießen heute als moderne, schicke Kultur-, Wohn- und Szeneviertel hohes Ansehen.

Münchens Nobelviertel Bogenhausen ging aus dem uralten Dorf Pubenhausen hervor. Die Rokokodorfkirche vermittelt urige dörfliche Stimmung. Haidhausen ist heute Münchens Multikultiviertel. In dem ehemaligen „Glasscherbenviertel“ lebten Handwerker, Tagelöhner und Bettler. Heute locken die Herbergshäuser des Szeneviertels mit köstlichem Kaffee im alternativen Flair der Achtziger. Ebenfalls vom Herbergenviertel zur Arbeiterstadt entwickelte sich die Au. Das reizende „Dorf“ mitten in der Stadt besticht mit der schönen Mariahilfkirche, errichtet zwischen 1831-39.

Tipp: Ein malerischer Fuß- und Radweg entlang der Isar verbindet die drei Stadtteile.

Schwabing – ein Lebensgefühl

Auch wenn sich die Künstler längst zurückgezogen haben, zehrt Schwabing heute noch von seinem Ruf als Künstlerviertel. Zu den kreativsten Köpfen der damaligen Zeit gehörten Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, Ringelnatz und Bertolt Brecht. Viele Besucher drängen in diesen legendären Stadtteil, um noch etwas von dem Flair zu erhaschen, das Schwabing einst zur „schönsten Tochter“ Münchens erhob.

Das Motto von Schwabing heute: „Sehen und gesehen werden“.

Lebensqualität unter Kastanienbäumen und ein Märchenschloss

Zwölf Böllerschüsse und der Anstich des ersten Fasses Wies’nbier eröffnen das Fest, das alljährlich Gäste aus aller Welt auf die Theresienwiese lockt. Was vor über 190 Jahren als Hochzeitsfest begann, ist heute zum Mekka für alle geworden, die sich tagelang ausgelassen amüsieren möchten. Zwei Wochen im September herrscht in München fröhlicher Ausnahmezustand.

An der Westseite der Theresienwiese befindet sich die in Bronze gegossene Bavaria, die von der Ruhmeshalle umrahmt wird.

Ebenfalls nordwestlich vom Stadtzentrum erstreckt sich die weitläufige Schlossparkanlage Nymphenburg mit Barockschloss (1664-1728), Wasserkünsten und prächtigem Landschaftspark. Das „Castello delle Ninfe“: Aus einem kleinen Pavillon entwickelte sich eine Barockanlage, welche die bayerischen Herrscher als Sommerresidenz nutzten und in der König Ludwig II. im Jahre 1845 das Licht der Welt erblickte.

Namhaft, bedeutend und kurios

Die Münchner Museenlandschaft ist bunt und vielfältig. Für jeden ist etwas dabei. Es würde zu weit führen, alle Museen aufzuzählen. Die Wichtigsten seien genannt:

  • Alte Pinakothek – eine der wichtigsten Gemäldegalerien weltweit.
  • Neue Pinakothek – zeigt in 22 Sälen europäische Malerei und Skulptur vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
  • Glyptothek – Münchens ältestes Museum am Königsplatz.
  • Haus der Kunst – ein Bauwerk aus dem Jahre 1937 mit zeitgenössischer Kunst.
  • Bayerisches Nationalmuseum – zu bewundern sind europäische Skulpturen und deutsches Kunstgewerbe.
  • Valentin-Musäum – es zeigt Leben und Wirken sowie kuriose Schöpfungen des Volkssängers Karl Valentin.
  • Deutsches Museum – das größte technisch-naturwissenschaftliche Museum der Welt.

Mustsee – alle wichtigen Plätze und Straßen auf einen Blick:

  • München, Viktualienmarkt
    Viktualienmarkt, Bild: Vlada Photo / shutterstock

    Marienplatz – Stachus

  • Odeonsplatz – Hofgarten – Residenz
  • Königsplatz – Karolinenplatz
  • Prinzregentenstraße
  • Ludwigstraße – Universität – Englischer Garten
  • Maximilianstraße – Lehel
  • München Nord – Olympia Park

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