Manchester: Arbeiterstadt mit ganz viel Herz

Hulme Arch Bridge in Manchester
Die Hulme Arch Bridge, Bild: SAKhanPhotography / shutterstock

Der klassische Städtetrip nach England führt für die meisten Touristen nach London oder ins schottische Edinburgh. Zwei Städte, die zweifellos eine Reise wert sind und ihren Charme haben. Aber die Städte im Nordwesten von England gelten für viele Touristen immer noch als unentdeckt. Dabei besitzen Städte wie Manchester viel Herz und Seele, die es lohnt, kennenzulernen.

Beetham Tower, Manchester
Blick auf den Beetham Tower, Bild: SAKhanPhotography / shutterstock

Grau, dunkel und viel Industrie: Das historische Bild von Manchester hat wenige Glamour zu bieten und litt unter dem gleichen Eindruck wie die britische Hauptstadt London. Als Textilzentrum im 18. Jahrhundert galt die Stadt als wichtiger Umschlagplatz für die britische Wirtschaft, in der Manchester eine wichtige Funktion der Industriellen Revolution übernahm. Aufgrund der zahlreichen Kanäle, die durch die Stadt fließen, war die Stadt für Baumwollspinnereien perfekt geeignet. Die Wasserkraft, die somit auf natürliche Weise vorhanden war, war ein wertvoller Vorteil für die Arbeiter und Produktionen. Der Boom brachte jedoch auch Nachteile mit sich.

Die steigende Bevölkerungszahl sorgte für eine Überbevölkerung, was zu Arbeitslosigkeit führte. Heute hat sich Manchester jedoch als moderne, offene und Stadt mit Diversität entwickelt, die für einen Wochenendtrip uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Anreise nach Manchester

Von deutschen Flughäfen aus fliegen viele Anbieter nach Manchester. Ob München, Hamburg oder Berlin: Fast jede deutsche Großstadt bietet die Möglichkeit nach Manchester zu fliegen. Die relativ kurze Nonstop-Flugzeit von drei bis vier Stunden macht eine unkomplizierte Anreise für spontane Städtetrips vom europäischen Festland aus möglich. Durch die günstige Anbindung zwischen Flughafen und Zentrum dauert die Fahrt 40 Minuten mit der Bahn und kann ohne Umsteigen entspannt genossen werden.

Die meisten Touristen werden am Manchester Piccadilly aussteigen. Wer hier an den Londoner Namensvetter denkt, wird enttäuscht sein. Der Manchester Piccadilly ist der Hauptbahnhof und hat nichts mit den imposanten Leuchtreklamen in der Londoner City zu tun. In diesem Gebiet lassen sich viele günstige Hotels finden, die für kleines Geld gute Zimmer anbieten. Weiterhin dauert es nur 10 Minuten zu Fuß, um den Stadtkern zu erreichen. Einen besseren Ausgangspunkt für Wochenendreisende gibt es kaum!

Was sollten Besucher in Manchester entdecken?

Keine Frage: Wer an Manchester denkt, wird unweigerlich an die „Red Devils“ von Manchester United denken. Echte Fans werden versuchen, eines der begehrten Heimspiele live zu erleben. Findet zur Reisezeit keines statt, empfiehlt es sich dennoch das Stadion bei einem Rundgang zu besichtigen. Das Old Trafford liegt etwas außerhalb hinter der Quayside MediaCity im gleichnamigen Stadtteil Trafford. Den Weg auf sich zu nehmen lohnt sich – auch für Nicht-Fans! Falls die Zeit nicht ausreicht, sollte zumindest versucht werden, in einem Pub (Achtung bei der Auswahl!) eines der Spiele unter Fans zu sehen. Die Stimmung ist legendär und kann beim Setzen auf die richtigen Sportwetten Tipps noch angeheizt werden. Aktuell stehen die Wettquoten für ManU in der britischen Premier League bei 101,00 (Stand: 15.3.). Der Erzfeind Manchester City führt mit 1,01 dagegen die mögliche Siegestabelle an. Bei einem heftigen Derby sollten sich unwissende Touristen lieber in Acht nehmen.

Old Trafford, Manchester
Old Trafford, die Heimspielstätte von Manchester United, Bild: berm_teerawat / shutterstock

Abgesehen von der Fußballleidenschaft hat die Stadt noch mehr zu bieten. Ein Bummel durch Chinatown lässt für einen kurzen Moment in eine andere Welt eintauchen. Es gilt als das zweitgrößte Viertel seiner Art innerhalb Großbritanniens und als das drittgrößte in Europa. Am imposanten Eingangstor, was man nicht übersehen kann, sollte unbedingt ein Erinnerungsfoto geschossen werden. In der Chetham’s Library weht dagegen ein Hauch von Philosophie, Historie und Harry Potter durch die Flure. Das wunderbare Bauwerk, das 1635 gegründet wurde, zählt zu den ältesten, öffentlichen Bibliotheken Englands. Selbst Friedrich Engels und Karl Marx haben in den ehrwürdigen Räumen gesessen und ihre Gedanken zu Papier gebracht.

Abenteuer und gute Laune

Brunnen im Piccadilly Garden im Stadtzentrum von Manchester
Brunnen im Piccadilly Garden im Stadtzentrum von Manchester, Bild: SAKhanPhotography / shutterstock

Mehr Action gibt es in der Live Experience „The Crystal Maze“ zu erleben. Teuflische Herausforderungen und jede Menge Kraft brauchen die Besucher, wenn sie auf die Suche nach den Kristallen gehen. Basierend auf der gleichnamigen TV-Show aus den 1990er-Jahren, werden Fans in das reale Setting versetzt und müssen in verschiedenen Zeitepochen diverse Rätsel lösen. Ob als zusammengewürfelte Gruppe oder mit Freunden: Dieses Abenteuer ist ein echtes Highlight!

Um den Tag voller Eindrücke ausklingen zu lassen, ist ein Spaziergang über die Canal Street die richtige Wahl. In den lebendigen Kneipen und Bars, die vor allem von der LGBTQ -Community betrieben werden, wird deutlich, dass Manchester auch nach Sonnenuntergang mit guter Laune, skurrilen Charakteren und umwerfendem Charme überzeugt. Bei den regelmäßig stattfindenden Karaokeabenden werden aus Fremden sehr schnell Freunde, die man ins Herz schließt. Weltoffen und etwas rau: Hier zeigt sich Europa für Besucher von seiner herzlich, bodenständigen Seite.

 

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