Venedig – Die alternde Schönheit an der Adria

Venedig

Bei Venedig denken wir an Casanova, Maskenbälle und an die ruhmreichen Zeiten, in denen das Juwel an der Adria in Italien Anlaufpunkt für Kaufleute und Händler war. Kirchen, Brücken und Paläste verraten viel über die Geschichte der Lagunenstadt in Venetien. Beim Spaziergang durch die engen Gassen lässt sich die einstmalige Atmosphäre erahnen. Einmal mit der Gondel den Canal Grande hinabzufahren, ist für viele Verliebte ein Muss. Venedig fasziniert Besucher aus aller Welt – aber der Zahn der Zeit nagt an der Stadt.

Was Venedig besonders macht

Venedig, Gondoliere
Gondoliere im grünen Kanal, Bild: muratart / shutterstock

Die Stadt auf dem Wasser ist auf mehr als 100 Inseln in einer Adria-Lagune erbaut. Über 400 Brücken verbinden die einzelnen Inseln miteinander. Etwa 150 Kanäle dienen als Verkehrswege auf dem Wasser. Vaporetti, die öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Wasser, und die legendären Gondeln transportieren die Menschen durch die Stadt. Auch zu Fuß kann man die engen Gassen erkunden.

Bei einer Fahrt auf den großen Kanälen passiert man die imposanten Fassaden von Palästen und Kirchen, luxuriösen Hotels und Wohnhäusern. Aus dieser Perspektive sieht es so aus, als wurden alle Gebäude auf Pfählen im Wasser errichtet. Tatsächlich steht die Stadt größtenteils auf dem schlammigen Boden der Lagune. Auch wenn kanalseitig die Vorderseite der Gebäude überall von Baumstämmen gestützt werden, bilden Sandbänke das Fundament von Venedig.

Piazza San Marco
Der Piazza San Marco, Bild: TTstudio / shutterstock

Um in das besondere Flair der Lagunenstadt einzutauchen ist man am besten zu Fuß unterwegs. Da es kaum Straßen für Autos gibt, stellt man sein Auto in einem der Parkmöglichkeiten am Piazzale Roma, dem „Tor zur Altstadt“, ab. Die Parkplätze (z. B. in der Garage San Marco) sind entsprechend rar und teuer. Besser ist es, das Auto in Mestre abzustellen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Bei Hochwasser („Aqua alta“) tritt das Meereswasser an einigen Stellen in Venedig über die Ufer. Damit man auf dem Städtetrip keine nassen Füße bekommt, informiert man sich besser über den Wasserstand – oder packt die Gummistiefel ein.

Beim legendären Karneval in Venedig überschwemmen Gäste aus aller Welt die Hotels und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bezahlbare Alternativunterkünfte finden sich dann auf dem Festland. Am schönsten (und nicht ganz so voll) ist Venedig im Herbst oder Frühling. In den Sommermonaten Juli und August ist am meisten los und die Kanäle riechen aufgrund der hohen Temperaturen teilweise streng.

Um die Touristenmassen zu regulieren, hat Venedig ein Eintrittsgeld von 3 € für Tagestouristen festgelegt. Gäste, die sich länger in der Stadt aufhalten, bezahlen eine Ortstaxe. Die Stadtverwaltung investiert das Geld in die an vielen Stellen notwendigen Restaurierungsarbeiten und die Infrastruktur.

Sehenswürdigkeiten in Venedig

Dogenpalast, Venedig
Der Dogenpalast, Bild: Catarina Belova / shutterstock

Im Ortsteil San Marco, direkt am Canal Grande, liegt der Markusplatz. Das 82 Meter breite und 175 Meter lange „Herz von Venedig“ ist ein Touristenmagnet. Der stets lebhafte Platz ist umringt vom Markusdom, dem Markusturm und dem populären Dogenpalast – viele wichtige Sehenswürdigkeiten auf einmal. Finger weg vom Tauben-Füttern-Erinnerungsfoto auf dem Markusplatz:

Als Maßnahme gegen den Taubendreck gibt es ein offizielles Fütter-Verbot. Wer sich doch dabei erwischen lässt bezahlt 500 Euro Strafe. Der Markusdom (Basilica di San Marco) ist die wichtigste Kirche der Stadt. Die über 900 Jahre alte „goldene Basilica“ ist nicht nur heilige Stätte, sondern auch Denkmal für Glanz und Gloria des alten Venedigs. Der Markusturm kann für 8 Euro Eintritt näher besichtigt werden.

Der weltberühmte Dogenpalast war früher der Sitz für das Staatsoberhaupt Venedigs. Für 19 Euro kann man den Palast auch von innen sehen und sich durch die Gemälde und die prunkvollen Räume in die Vergangenheit zurückversetzen lassen. Die Verbindung zwischen Dogenpalast und Gefängnis bildet die berühmte Seufzerbrücke. Von diesem Wahrzeichen Venedigs warfen Gefangene früher einen letzten Blick in die Freiheit. Auch die besonders populäre Rialtobrücke, eine der ersten Steinbrücken der Stadt, ist stets gut besucht.

Blick auf Venedig
Blick auf Venedig, Bild: Mariia Golovianko / shutterstock

Für ein Erinnerungsbild eignet sich der frühe Morgen. Um diese Uhrzeit kann man den Blick von der Brücke auf den Canal Grande, der Hauptwasserstraße Venedigs, noch relativ ungestört genießen. Eine Bootsfahrt auf dem Canal Grande – egal ob Gondel oder Linienboot – darf bei einem Venedig-Trip nicht fehlen. Vom Wasser aus offenbart sich die ganze Pracht der Stadt. Mit etwas Fantasie kann man, trotz des Gedränge der vielen Boote, die Vergangenheit erahnen. Übrigens: Eine Gondelfahrt ist zwar ein unvergessliches Ereignis, kostet aber auch stolze 100 Euro. Für eine Extra-Brise Romantik können Sie Ihren Gondoliere bitten, ob er sie durch die einsameren Seitenkanäle fahren kann. Weniger romantisch geht es auf den Vaporetti zu, die an verschiedenen Haltestellen in der Stadt stoppen.

Kulinarisches in Venedig

Rialtobrücke
Die Rialtobrücke, Bild: canadastock / shutterstock

Um in Venedig gut und zu einem angemessenen Preis zu Essen verlässt man besser die Touristenpfade. Authentische venezianische Küche finden Sie vor allem in einer Osteria oder Trattoria, beides eher gemütliche Restaurants. Venedig hat aber auch einige noble „Ristorante“ zu bieten. Typische Köstlichkeiten sind, neben diversen Pasta-Kreationen, beispielsweise „Fegato alla Veniziana“ (Kalbsleber in Weißwein-Zwiebel-Soße) oder „Baccalà mantecato“ (Gegarter Kabeljau in Petersilie, Knoblauch und Olivenöl). Als Häppchen neben einem guten Glas Wein eignen sich „Polpette“ (Fleischbällchen) oder „Folpetti“ (Tintenfisch).

Um die italienische Esskultur voll auszukosten, empfiehlt sich die typische Menüfolge: „Antipasti“ als Vorspeise, den „Primo Piatto“ (Pasta oder Risotto), anschließend als Hauptgang ein Gericht mit Fisch oder Fleisch. Zum Essen ein guter Rotwein darf ebenso wenig fehlen, wie das Dessert und der Espresso zum Abschluss.

Schönheit ist vergänglich

Wer mit offenen Augen durch die „Serenissima“ geht, sieht bröckelnde Fassaden und den Museumscharakter Venedigs. Die bewegte Geschichte der Stadt ist noch spürbar, allerdings ist deren heutige Infrastruktur hauptsächlich auf die vielen Touristen aus aller Welt ausgerichtet. Echte italienische Lebensart findet man in Venedig nicht, dafür aber einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit.

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