Rabat – historische Königsstadt und moderne Metropole

Stadtmauer Rabat
Die alte Stadtmauer in Rabat, Bild: Steve Photography / shutterstock

Marokkos Hauptstadt Rabat ist eine Metropole voller faszinierender Eindrücke. In vielen Bereichen ist Rabat eine pulsierende Großstadt, deren Atmosphäre von einer vielfältig bunten und modernen Gesellschaft geprägt wird. Aber auf Schritt und Tritt stößt man auf die Zeugen einer langen und wechselvollen Geschichte. Die Lage der Stadt am Atlantischen Ozean, aber unweit der Straße von Gibraltar und des Mittelmeeres, lockte schon immer viele Eroberer, Seefahrer und Kaufleute an.

Schon 800 Jahre vor Chr. errichten phönizische Kaufleute hier einen Handelsstützpunkt. Römische Kaiser machten aus dem Hafenort am Rande der damals bekannten Welt eine blühende Kleinstadt. Um die erste Jahrtausend-Wende hielt die Lehre des Islams Einzug und zahlreiche Kalifen wechselten sich als Herrscher ab. Neben Rabat wurden auch die Städte Fès, Marrakesch, und Meknès zu sogenannten Königsstädte, in denen die Herrscher verschiedene Dynastien ihre Paläste errichteten.

Unter spanischen Einflüssen wurde Rabat zu einem wichtigen Überseehafen, der von Hunderten von Schiffen aus allen Nationen Europas angelaufen wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Stadt zunehmend von französischer Politik und Kultur geprägt. Im Jahr 1956 wird Marokko unabhängig. Die Verfassung des neuen Staates ist eine konstitutionelle Monarchie und Rabat ist jetzt nicht nur Hauptstadt, sondern erneut eine Königsstadt.

Tolle Eindrücke beim Bummel durch eine faszinierende Stadt

Rabat teilt sich in verschiedene, touristisch interessante Bereiche, deren Ursprung in ganz unterschiedlichen Epochen liegen. Da ist die arabische Altstadt, die maurische Festung Kasbah der Oudayas, das Quartier Hassan mit dem gleichnamigen Turm, dem Mausoleum Mohammed V. und dem Königspalast Mischua. Ein völlig anderes Stadtbild bietet die Ville Nouvelle, die moderne, französische geprägte Neustadt. Zu einem Stadtbummel sollte auch ein Besuch der ehrwürdigen und geheimnisvollen Nekropole Chellah gehören.

Die lebhaften Gassen der Medina

Hassan-Turm, Rabat
Der Hassan-Turm, Bild: Olena Tur / shutterstock

Die Medina, die Altstadt von Rabat wird auf drei Seiten von einer hohen Mauer umschlossen. In Inneren trifft am auf ein symmetrisch angeordnetes Gassengewirr mit einen lebendig-exotischen Atmosphäre. Eine Vielzahl von Händlern begeistert mit einen reichen Angebot an Lebensmitteln, Gewürzen, Kleidungsstücken und Souvenirs. Es ist der richtige Ort, um ein schönes und originelles Andenken an den Besuch von Rabat zu kaufen.

Die Kasbah der Oudayas

Unweit der Medina erheben sich die gewaltigen Festungsmauern der Kasbah der Oudayas. Der Festungsbau stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde von der UNESCO als Teil des Weltkulturerbes ausgezeichnet. Hinter den Mauren erwartet den Besucher ein malerisches Viertel, das von seinen Bewohnern auch als „Stadt in der Stadt“ bezeichnet wird. Es gibt einen im andalusischen Stil angelegten, kleinen Park und einige hochinteressante Museen. Besonders sehenswert ist die kunsthandwerkliche Sammlung des Musée des Oudaïas. Inmitten der Kasbah liegt auch die älteste Moschee der Stadt, die Jama al Atiq. Das fast 1.000 Jahre alte Gebäude wurde im 18. Jahrhundert aufwendig restauriert. An vielen Stellen in der Kasbah der Oudayas genießt man eine großartige Aussicht auf die Mündung des Flusses Bou-Regreg, auf die Strände, Hafenanlagen und die Nachbarstadt Salè auf dem gegenüberliegenden Fluss-Ufer. Ein schöner Platz für eine Rast das nahe liegende Café Maure, das schon mehr als 100 Jahre alt ist.

Rabats Wahrzeichen: Der Hassan-Turm

Unübersehbarer Mittelpunkt des Quartier Hassan ist der 44 Meter hohe Hassan-Turm. Das quadratische Gebäude hat eine Kantenlänge von 16 m und sollte im frühen 12. Jahrhundert ein gewaltiges Minarett werden, zu dessen Spitze man mit einem Pferd hinaufreiten konnte. Leider wurden der Turm und die dazugehörige Moschee nie fertiggestellt. Die Mauer- und Säulenfragmente auf dem Platz vor dem Turm geben eine Vorstellung davon, in welch gigantischer Größe dieser Sakralbau einst gedacht war. Nur wenige Meter weiter steht das Mausoleum von Mohammed V. Er war der erste marokkanische König nach Unabhängigkeit von der französischen Kolonialzeit. Auch sein Sohn König Hassan II hat hier seine letzte Ruhe gefunden.

Die Nekropole Chellah

Ein ganz besonderer Ort ist die Nekropole, die „Totenstadt“ Chellah. Durch ein von zwei massiven Türmen flankiertes Tor gelangt man in den von hohen Mauern umschlossenen Bereich. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden hier zahlreiche wichtige Persönlichkeiten, Adelige und religiöse Führer bestattet. Gut erhalten und sehenswert ist das Grab des Sultans Abu l-Hasan, der hier im Jahr 1351 beigesetzt wurde. Nach einem Spaziergang durch einen gepflegten Park erreicht man die Ruinen der römischen Ansiedlung Sala Colonia. Sie wurden in der 1930er Jahren entdeckt und sorgfältig freigelegt. Die
erhaltenen Mauerreste von Wohnhäusern und Geschäften lassen erkennen, wie das Alltagsleben in der Antike ablief.

Kunst und Kultur in Rabat

Rabat, Marokkos Hauptstadt
Blick auf die Hauptstadt Rabat, Bild: saiko3p / shutterstock

Einen komplexen Einblick in die marokkanische Geschichte von der Römerzeit bis heute gibt das Musée Archéologique in der Ville Nouvelle, der Neustadt. Nur ein paar Schritte weiter begeistert das Musée Mohammed VI d’art moderne et contemporain mit seiner maurischen Fassade und einer hochinteressanten Kunst- und Gemäldesammlung aus verschiedenen Epochen.

Die Strände von Rabat

Wer nach Stadtbummel und Besichtigungen eine Erfrischung sucht, wird von den weitläufigen Stränden der Stadt begeistert sein. Direkt im Stadtgebiet, nahe der Kasbah des Oudayas liegen die Strände Temara und Skirat. Am „Plage des Nations“ findet man sogar gute Gelegenheiten zum Surfen.

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