Oman, Maskat
Blick auf Maskat, Bild: NAPA / shutterstock

Oman – vom Mittelalter in die Moderne

Karg wirkt diese Region, und sie ist fast menschenleer. Und doch ist sie von einer sensiblen Schönheit. Oman erfreut sich einer vielseitigen Landschaft. Mal ist sie staubtrocken und beherrscht von der Farbe braun, und wenig später präsentiert sie sich dank eines ausgeklügelten Systems von Kanälen im Jebel-Akhdar-Gebirge mit einem Meer aus Königspalmen. Das arabische Sultanat an der Straße von Hormus, wo man an klaren Tagen die Küste des iranischen Nachbarn ahnen kann, blickt auf eine 5.000 Jahre währende Geschichte zurück. Es ist die Geschichte des Handels auf den Meeren. Das kleine Oman verdankt dieser Meerenge und dem wichtigen Seeweg seine Bedeutung und seinen Reichtum. Mit der strategisch günstigen Lage an der Spitze der arabischen Halbinsel spielte das Land über Jahrhunderte eine nicht geringe Rolle im Handel mit den frühen Hochkulturen in Mesopotamien. Oman ist sich seiner Traditionen bewusst und bewahrt sie auch in Zeiten, in denen sich das Land behutsam dem Tourismus geöffnet hat.

Oman, Große Sultan-Qabus-Moschee
Die Große Sultan-Qabus-Moschee in Oman, Bild: Richard Yoshida / shutterstock

Vor knapp fünfzig Jahren begann mit der Thronbesteigung Sultan Qaboos bin Said im Oman eine neue Zeitrechnung. Der junge Regent führte sein Land aus dem Mittelalter in die Gegenwart und wandelte es zu einer Gesellschaft mit modernen Strukturen. Er ließ Straßen bauen und vor allem Schulen. Nicht nur die arabische Umwelt schaute verwundert zu und registrierte, wie sich der Wandel aus einem jahrhundertelangen Lähmungszustand in die zeitgemäße Gegenwart vollzog. Der Sultan verstand es, die rund dreihundert Beduinen-Stämme seines Landes in seinen Überlegungen einzubeziehen, und seit die Ölquellen an der Straße von Hormus sprudeln, gibt es im Oman keinen Ort, in dem nicht auch das Wasser fließt und die Häuser mit Strom versorgt werden.

Nur die Alten im Lande können sich heute an die Zustände erinnern, bevor der agile Sultan den Thron bestieg und sich die Toiletten am Wüstenrand noch außerhalb ihrer Zelte befanden. Nach einer Studie der Vereinten Nationen ist der Oman von allen Ländern der Welt jenes, das sich in der jüngeren Vergangenheit am nachhaltigsten entwickelte. Diese soziale und wirtschaftliche Renaissance kam auch dem Tourismus zugute. Hier ist die Gastfreundschaft tatsächlich noch „echt“, auch wenn die Omanis bei der Begegnung mit den Menschen aus einer anderen Welt eine Art gleichmütige Distanz walten lassen. Doch dahinter versteckt sich in aller Regel keine Unnahbarkeit sondern eher Stolz. Und die Gastgeber schützen ihre private Sphäre. Wer als Urlauber in diesem Land fotografieren möchte, sollte es bei den Aufnahmen mit der grandiosen Landschaft belassen, denn vor allem Frauen sind erbost, wenn Kameras auf sie gerichtet werden. Und auch die männlichen Bewohner der pittoresken Bergdörfer verlieren schon mal ihre sonst so heitere Nonchalance.

Oman, Nakhal Fort
Die Festung Nakhal Fort, Bild: Hans Wagemaker / shutterstock

Touren durch den Oman sind Reisen zwischen Orient und Okzident. Dieses Land hat sich für die Stille entschieden und verpönt alles Anmaßende und Laute. Der kleine Nachbar der Arabischen Emirate hat sich eine Spur seiner Jahrhunderte währenden Geheimnisse bewahrt. Am Rande der Wüste weht stets ein feiner Sand durch die Gassen der Dörfer und die Beduinen rühmen sich noch immer mit der Gabe, die Landkarte und die Eigenarten ihrer Sandberge lesen zu können. Auf den Marktplätzen bieten bunt gekleidete Frauen ihre Waren an – zumeist die Fische des Meeres und Obst aus ihren Gärten.

Oman – das ist aber auch die eigentliche Heimat des Weihrauchs und damit eines Dufts, der die Sinne betört und für den einst sogar Alexander der Große einen Krieg führen wollte. Noch immer ist der Handel mit Weihrauch, wie schon vor 3.500 Jahren, eine wichtige Einnahmequelle der Menschen in Salalah, der Metropole des Südens. Ehemals sollen von hier bis zu 3000 Tonnen pro Jahr ins Römische Reich transportiert worden sein. Weihrauch ist einer der bedeutendsten Botschafter eines Landes, das darauf wartet, auf eigene Faust oder in Form einer Pauschalreise erkundet zu werden.

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Reiseinformationen Oman

Hauptstadt Maskat
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem
Währung Rial Omani (OMR)
Fläche ca. 309.500 km²
Bevölkerung ca. 4.397.790 (2015)
Sprachen Arabisch
Stromnetz 240 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +968
Zeitzone UTC+4

Tropisches Klima, im andesinneren heiß und trocken, in Küstengebieten subtropisch