Blick auf Mdina, Malta
Blick auf Mdina, Bild: Karina Movsesyan / shutterstock

Mdina auf Malta – die Stadt der Stille

Mdina ist die alte Hauptstadt Maltas und liegt im Zentrum der Insel. Der Ort blickt auf eine mehr als 4.000-jährige Geschichte zurück und wird auch die „Stadt der Stille“ genannt. Auf jeden Fall zählt Mdina zu den schönsten ummauerten Städten in ganz Europa. Unübersehbar thront sie auf einem 190 Meter hohen Hügel über dem Umland. Die Altstadt ist komplett autofrei und verbreitet einen einzigartigen Zauber, dem sich kaum ein Besucher zu entziehen vermag.

Kurze Geschichte Mdinas

Bereits unter den Römern erlebte Mdina eine erste Blüte und war zu dieser Zeit wesentlich größer als heute. Zuvor prägten bereits die Phönizier diese Gegend. Ab 870 n. Chr. herrschten die Araber über die Stadt und gaben ihr auch ihren Namen. Die heutigen starken Festungsmauern erhielt Mdina jedoch unter der Herrschaft der Normannen im 12. Jahrhundert. Diese starken Mauern verhinderten dann auch einen Einmarsch der Türken im 15. Jahrhundert. Die ehemaligen Stallungen Mdinas bilden heute eine eigenständige Stadt, nämlich das benachbarte Rabat. War Mdina ab 1530 für kurze Zeit die Hauptstadt Maltas unter den Johannitern, musste sie diese Rolle bald an Birgu und schließlich an Valletta abgeben. Seitdem erlebte Mdina einen erheblichen Bevölkerungsschwund und hat heute gerade einmal 400 Einwohner mit rückläufiger Tendenz. Das benachbarte Rabat ist wesentlich größer. Nicht zuletzt schauten noch die Briten während ihrer Kolonialherrschaft in Mdina vorbei.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Mdina

Das Haupttor (Main Gate)

Mdina
Mdina, Bild: mRGB / shutterstock

In der Regel betritt man Mdina durch das große barocke Stadttor. Damit bildet es den Auftakt zu einem stimmungsvollen Rundgang durch die engen Gassen der Altstadt. Es wurde im Jahre 1724 im Auftrag von Großmeister Manoel de Vilhena erbaut. Nach Passieren des Main Gate stößt man als Erstes auf den Torre dello Standardo. Dieser ist Teil der wuchtigen Stadtbefestigung und wurde von den Johannitern zur Kommunikation mit anderen Städten auf Malta genutzt.

Das Herzstück Mdinas – die Kathedrale

Die St. Paul-Kathedrale bildet den unübersehbaren Mittelpunkt der Altstadt von Mdina. Wie so viele andere Kirchen auf Malta ist sie aus weißem Kalkstein gebaut und besitzt zwei Doppeltürme. Außen schlicht gehalten, beeindruckt das reich geschmückte Innere der Kathedrale umso mehr. Zu sehen gibt es kunstvolle barocke Verzierungen, mehrere Gräber, wunderschöne Fresken sowie die über allem thronende Kuppel. Gleich neben der Kathedrale lohnt auch das angeschlossene Kathedralmuseum einen Besuch.

Die Paläste von Mdina

Haupttor Mdina
Blick auf das Haupttor und die Stadtmauer von Mdina, Bild: eldeiv / shutterstock

Mdinas Altstadt wird geprägt von mehreren prächtigen Palästen. Besonders eindrucksvoll präsentieren sich der Palazzo Falson aus dem 13. Jahrhundert sowie der Palazzo Vilhena auf dem St-Publius-Platz. Letzterer Palast wurde im 17. Jahrhundert errichtet und beherbergt heute die Ausstellungen des Naturkundemuseums. Unterirdisch erstreckt sich ein verzweigtes Labyrinth von Gängen und Kammern, die sogenannten Mdina Dungeons.

Die Festungsmauern Mdinas

Beinahe quadratisch umgeben die mächtigen Festungsmauern die Altstadt Mdinas. Heute können die Mauern besichtigt werden und garantieren einmalige Ausblicke auf die schmalen Gassen des Orts und das abwechslungsreiche Umland. Die Stadtmauer weist sowohl mittelalterliche als auch barocke Elemente auf. Ein Erdbeben am Ende des 17. Jahrhunderts zerstörte dann aber doch Teile der trutzigen Festungsmauern. Der Wechsel von Licht und Schatten sorgt hier wie auch in den engen Gassen der Altstadt für unvergessliche Farbspiele.

Eine wunderschöne Aussicht genießt man nicht zuletzt von der Pjazza Tas-Sur. Gesäumt wird diese von schmucken Bürgerhäusern.

Essen und Trinken in Mdina

Die gemütlichen Gassen Mdinas laden förmlich dazu ein, einige der lokalen Speisen und Getränke zu probieren. Frischer Fisch und die Fischsuppe Aljotta mit Knoblauch, Reis und Tomaten zählen genauso dazu wie der maltesische Gemüseeintopf oder auch der Kanincheneintopf „Stuffat Tal-Fenek“. Gebraten kommt dieses ebenso auf den Tisch. Auch die wahlweise süßen oder herzhaften Pastizzi, ein fettiges Blätterteiggebäck, sollten unbedingt probiert werden. „Qassatat“ heißt ein weiterer beliebter Snack mit Erbsen- oder Ricottafüllung. Inspiriert von Italien, kommt selbstverständlich auch frische Pasta auf den Tisch, doch auch die arabischen Einflüsse haben der maltesischen Küche ihren Stempel aufgedrückt. Dazu passt am besten die herbsüße Limonade Kinnie, gewissermaßen das Nationalgetränk von Malta oder ein kühles Cisk Lager. Empfehlenswert zum Einkehren ist zum Beispiel das Café Fontanella mit schöner Aussicht.

Reisezeit und Klima für Mdina

Die Sommer sind auf Malta meist warm, schwül und trocken. Im Winter kann es dagegen auch windig und kühl sein. Im Juli ist es mit knapp 30°C am wärmsten. Regen tritt meist nur zwischen September und März auf. Juni und Juli sind komplett niederschlagsfrei. Als beste Reisezeit gelten das Frühjahr und der Herbst, doch auch im Sommer lohnt nach einem ausgedehnten Badetag ein Abstecher in die „Stadt der Stille“, wenn die meisten Tagesgäste Mdina bereits wieder verlassen haben. Gerade auch am Abend verströmt es eine fantastische Atmosphäre.