Mittwoch, Oktober 28, 2020
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Valletta – die Hauptstadt von Malta

Die Stadt Valletta auf Malta wurde im Jahr 1566 als Refugium für Verwundete während der Kreuzzüge des 16. Jahrhunderts gegründet. Sie liegt an der Nordostküste der Hauptinsel zwischen Grand Harbour und Masamxett Harbour, den zwei größten Naturhäfen des Mittelmeers. Valletta ist sowohl von der Fläche als auch von der Einwohnerzahl die kleinste Hauptstadt aller EU-Staaten. Aufgrund der überall in der Stadt anzutreffenden Bauwerke, die architektonisch im Barock beheimatet sind, verströmt Valletta den einzigartigen Charme eines riesigen Freiluftmuseums.

Die Straßen wurden möglichst breit und gitternetzartig angelegt, um durch den Seewind ein wenig Kühlung während der warmen Sommer zu haben. Trotz ihrer geringen Größe bietet Valletta viele historische Orte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen und sind der Grund für die Einstufung der ganzen Stadt als Weltkulturerbe durch die UNESCO im Jahr 1980.

Geschichte

Unterer Barrakka, Valletta
Unterer Barrakka – Gemeinsam mit dem oberen Barraka eine traumhafte Gartenanlage in Valletta, Bild: Littleaom / shutterstovk

Nachdem die Ritter des Malteserordens die Belagerung durch die Osmanen militärisch erfolgreich beendet hatten, begannen sie auf der Landzunge Monte Sciberras eine Festungsstadt zu errichten. Ihre erhöhte Lage zwischen dem Grand Harbour und Masamxett Harbour sicherte die Möglichkeit der Kontrolle über die beiden Häfen. Am
28. März 1566 legte der Großmeister des Malteserordens, Jean de la Valette, den Grundstein.

Für die Planung der Wehrmauern und der Straßen wurde der italienische Architekt und Baumeister Francesco Laparelli engagiert, der von seinem maltesischen Assistenten Gerolamo Cassar unterstützt wurde. Am 18. März 1571 wurde Valletta
der Hauptsitz des Malteserordens und nach Jean de la Valette, der vor der Fertigstellung verstarb, benannt. Der weitere Ausbau der Stadt wurde von seinem Nachfolger Pierre de Monte geleitet. Ermöglicht wurden die Bauvorhaben hauptsächlich durch die finanzielle Unterstützung von Papst Pius V. und König Philip II. von Spanien. Es dauerte noch 20 weitere Jahre bis zur Fertigstellung Vallettas.

Bei der Stadtentwicklung brachte das 17. und 18. Jahrhundert einen Wandel, da militärische Belange nicht mehr im Vordergrund standen und vermehrt Bauwerke für Verwaltung, Handel oder Gewerbe entstanden. In Folge erlebte Valletta eine Blütezeit und wurde zu einer prunkvollen barocken Stadt, die mit Prag oder Wien zu vergleichen war.
Mit der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 gewann Valletta zusätzlich als Hafenstadt an Bedeutung. In beiden Weltkriegen ankerten auch Kriegsschiffe vor Valletta. Bei Luftangriffen durch Deutsche und Italiener wurde sie teilweise verwüstet und nur die Wehrmauern hielten dem Bombenhagel stand.

Sehenswürdigkeiten in Valletta

Valletta ist heute eine der Hauptattraktionen für Touristen auf Malta. Im ganzen Stadtgebiet befinden sich unzählige Cafés und Weinkeller, die zum Einkehren einladen. Kulturinteressierte können sich an einem vielfältigen Angebot von Veranstaltungen, wie Theater und Konzerten führender Opernstars, erfreuen. Die mitunter hektische
Betriebsamkeit bei Tag entschleunigt sich gegen Abend und ermöglicht einen entspannten Spaziergang durch die mit weichem Licht ausgeleuchteten Straßen der Hauptstadt, um die magische Atmosphäre der historischen Bauwerke in Ruhe zu genießen.

St John's Co-Cathedral, Valletta
St John’s Co-Cathedral, Bild: Digital signal / shutterstock

Die St. John‘s Co-Cathedral in Valletta ist die prunkvollste Kirche in Malta und wurde in den Jahren 1573 bis 1578 erbaut. Allerdings nahm die Innengestaltung weitere hundert Jahre bis zur Vollendung in Anspruch. Sie diente neben der Rotunda in Mosta als Hauptsitz des Erzbischofs von Malta, was ihr den Namen Co-Cathedral einbrachte. Angeschlossen an die St. John‘s Co-Cathedral ist ein Museum, in dem viele Kunstwerke für interessierte
Touristen ausgestellt sind.

Der ebenfalls im 16. Jahrhundert erbaute Großmeisterpalast muss sich in Sachen Prunk nicht hinter der St. John‘s Co-Cathedral verstecken. Früher residierte in dem Palast der Großmeister des Malteserordens und gegenwärtig ist dort der Sitz des maltesischen Präsidenten. Die Innenräume des Bauwerks sind mit zahlreichen Malereien und
Portraits verziert, die an die unterschiedlichen Bewohner des Palasts erinnern. In der Waffenkammer finden sich über 5700 ausgestellte Waffenteile, die bis in die Ritterzeit zurückreichen.

Das Archäologische Nationalmuseum ist in einem ehemaligen Quartier des Johanniterordens, dem Auberge de Provence, zu finden. Nicht nur das Gebäude selbst ist eine Sehenswürdigkeit, sondern birgt auch viele interessante Ausstellungsstücken in seinem Innern. Unter ihnen befinden sich die 4000 Jahre alten Magna Mater Figuren „die Schlafende“ und „die Venus von Malta“. Das Museum informiert auch über die Bauweise der bis zu 5000 Jahre alten Tempel auf Malta und ist der ideale Ort, um Näheres über die archäologischen Sehenswürdigkeiten der Republik Malta zu erfahren.

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