Glasklares, türkisblaues Wasser, eine felsige Küstenlandschaft und strahlend weiße Häuser: Lindos gehört zu den schönsten Orten auf Rhodos. Das historische Dorf liegt an der Ostküste der griechischen Insel und schmiegt sich unterhalb seiner weithin sichtbaren Akropolis an einen Berghang. Weiße Häuser, enge Gassen, kleine Buchten und das tiefblaue Meer prägen das Bild.
Schon die Anfahrt bietet einen der bekanntesten Ausblicke auf Rhodos. Von den Aussichtspunkten oberhalb des Ortes reicht der Blick über Lindos, die Akropolis und die umliegende Küstenlandschaft. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen den weißen Häusern, dem kargen Fels und dem intensiven Blau der Ägäis.
Lindos verbindet dabei mehrere Seiten von Griechenland: antike Geschichte, traditionelle Architektur, schöne Strände und eine lebendige Urlaubskulisse.
Lindos – die weiße Stadt unterhalb der Akropolis

Lindos blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück. Der Ort war bereits in der Antike von großer Bedeutung und gehörte zusammen mit Ialysos und Kameiros zu den bedeutenden Städten des alten Rhodos. Seine Lage an der Ostküste machte Lindos zudem zu einem wichtigen Handelsplatz.
Bis heute wird das Ortsbild von den niedrigen, weiß gekalkten Häusern bestimmt. Dazwischen verlaufen schmale, teilweise gepflasterte Gassen, in denen sich kleine Geschäfte, Cafés und Tavernen befinden. Besonders sehenswert sind die historischen Kapitänshäuser mit ihren aufwendig gestalteten Eingängen und Innenhöfen. Einige dieser Gebäude stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Über allem erhebt sich auf einem rund 116 Meter hohen Felsen die Akropolis von Lindos. Sie ist nicht nur die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes, sondern zugleich eines der bekanntesten Wahrzeichen von Rhodos.
Die Akropolis von Lindos

Der Burgberg von Lindos war bereits in der Antike ein bedeutender religiöser Ort. Besonders verehrt wurde hier Athena Lindia, die Schutzgöttin der Stadt. Von ihrem Tempel sind noch heute Überreste erhalten.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der strategisch günstig gelegene Felsen immer wieder befestigt. Während der Herrschaft des Johanniterordens entstanden mächtige Mauern, die heute zusammen mit den antiken Ruinen das charakteristische Erscheinungsbild der Akropolis prägen.
Der Aufstieg führt durch die engen Gassen von Lindos und anschließend über Treppen hinauf zum Felsen. Oben angekommen warten Reste antiker Bauwerke, Säulen und Befestigungsanlagen. Mindestens ebenso beeindruckend ist jedoch die Aussicht.
Von der Akropolis reicht der Blick über das Meer, den Ort und die geschwungene Küstenlinie. Besonders schön ist die Aussicht auf die Agios-Pavlos-Bucht, die fast vollständig von Felsen umschlossen wird.
Wer die Akropolis besuchen möchte, sollte möglichst die frühen Morgenstunden wählen. Im Sommer kann es auf dem weitgehend ungeschützten Felsen sehr heiß werden, während sich später am Tag zahlreiche Besucher auf den Weg nach oben machen.
Antikes Theater und weitere historische Sehenswürdigkeiten
Unterhalb der Akropolis befinden sich weitere Spuren der antiken Vergangenheit von Lindos. Dazu gehört das antike Theater, dessen Sitzreihen teilweise direkt aus dem Felsen gearbeitet wurden. Einst fanden hier rund 1.800 Zuschauer Platz.
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Sehenswert ist außerdem die Panagia-Kirche im Zentrum von Lindos. Das Gotteshaus ist der Jungfrau Maria geweiht und besitzt einen charakteristischen Glockenturm. Im Inneren befinden sich Fresken aus dem 18. Jahrhundert. Besonders auffällig ist die Darstellung des Jüngsten Gerichts.
Der kleine Innenhof bildet einen reizvollen Kontrast zu den oftmals lebhaften Gassen rund um die Kirche.
Beim Spaziergang durch Lindos fallen zudem die historischen Kapitänshäuser auf. Wohlhabende Seefahrer und Kaufleute ließen sie einst errichten. Typisch sind kunstvoll verzierte Portale, Kieselmosaike und geschützte Innenhöfe. Einige der Gebäude werden heute als Restaurants, Bars oder Unterkünfte genutzt.
Die schönsten Strände in Lindos
Lindos eignet sich hervorragend, um Sightseeing mit einem Strandtag zu verbinden. Rund um den Ort liegen mehrere Buchten, die sich deutlich voneinander unterscheiden.
Lindos Beach ist der größte und bekannteste Strand. Das Wasser ist meist ruhig und der Einstieg ins Meer flach, weshalb die Bucht auch bei Familien beliebt ist. Rund um den Strand befinden sich Tavernen und weitere touristische Einrichtungen.
Etwas kleiner ist Pallas Beach. Die ehemalige Fischerbucht liegt ebenfalls unmittelbar unterhalb des Ortes und bietet einen schönen Blick auf die weißen Häuser von Lindos.
Besonders eindrucksvoll ist die südlich des Ortes gelegene Agios-Pavlos-Bucht, auch Paulus-Bucht genannt. Sie wird fast vollständig von felsigen Hügeln eingerahmt und besitzt nur eine schmale Öffnung zum Meer. Direkt am Wasser steht eine kleine Kapelle.
Der Überlieferung nach soll der Apostel Paulus während seiner Reise nach Jerusalem im 1. Jahrhundert n. Chr. hier an Land gegangen sein. Ob dies tatsächlich geschah, lässt sich historisch nicht eindeutig belegen – der Name der Bucht erinnert jedoch bis heute an diese Tradition.
Lindos zu Fuß erkunden
Das historische Zentrum von Lindos ist weitgehend autofrei. Das ist angesichts der schmalen Gassen ohnehin kaum anders vorstellbar. Besucher stellen ihr Fahrzeug auf den Parkflächen oberhalb des Ortes ab und gehen anschließend zu Fuß weiter.
Festes Schuhwerk ist dabei durchaus sinnvoll. Kopfsteinpflaster, Treppen und steile Wege können insbesondere bei großer Hitze anstrengend werden.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann eine Wanderung zum sogenannten Grab des Kleoboulos unternehmen. Der Rundbau liegt auf einer Landzunge nördlich von Lindos und bietet eine eindrucksvolle Aussicht auf die Küste und das Meer.
Trotz seines Namens gilt die Zuordnung zum antiken Herrscher und Philosophen Kleoboulos als unsicher. Das Bauwerk wird in die hellenistische Zeit eingeordnet und wurde später auch anderweitig genutzt. Für den Hin- und Rückweg sollte – abhängig von Route, Kondition und Temperaturen – ausreichend Zeit eingeplant werden. Besonders im Hochsommer empfiehlt sich die Wanderung am frühen Morgen.
Tavernen, Dachterrassen und kleine Gassen
Eine abgeschiedene Idylle ist Lindos schon lange nicht mehr. Vor allem während der Sommermonate gehört der Ort zu den meistbesuchten Ausflugszielen auf Rhodos. In den engen Gassen kann es entsprechend voll werden.
Dennoch lohnt es sich, abseits der direkten Route zur Akropolis durch die Seitenstraßen zu schlendern. Zwischen den weißen Fassaden verbergen sich kleine Innenhöfe, Geschäfte, Cafés und zahlreiche Tavernen.
Eine Besonderheit von Lindos sind die vielen Dachterrassen. Aufgrund der traditionellen Architektur befinden sich Restaurants und Bars häufig auf den flachen Dächern der Häuser. Von dort eröffnet sich am Abend ein schöner Blick über den Ort und teilweise bis hinauf zur beleuchteten Akropolis.
Auf den Speisekarten stehen neben internationalen Gerichten vor allem griechische Klassiker wie Meze, gegrillter Fisch, Fleischgerichte, Salate und regionale Spezialitäten.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Lindos?
In den Sommermonaten Juli und August kann es in Lindos sehr heiß und voll werden. Wer die Akropolis besichtigen und anschließend durch den Ort schlendern möchte, sollte daher möglichst früh am Morgen kommen.
Angenehmer sind häufig das Frühjahr sowie die Monate September und Oktober. Dann sind die Temperaturen meist besser für Besichtigungen und Wanderungen geeignet, während das Meer im Spätsommer und Frühherbst noch angenehm warm sein kann.
Auch am späten Nachmittag verändert sich die Atmosphäre. Wenn viele Tagesausflügler den Ort verlassen, wird es in den Gassen ruhiger. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgt die beleuchtete Akropolis für eine besondere Kulisse.
Praktische Tipps für Lindos
Parken: Das historische Zentrum ist weitgehend autofrei. Parkmöglichkeiten befinden sich oberhalb beziehungsweise am Rand des Ortes.
Akropolis: Für den Besuch möglichst die frühen Morgenstunden einplanen. Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind insbesondere im Sommer wichtig.
Schuhe: Für die Akropolis und längere Spaziergänge sind feste, bequeme Schuhe empfehlenswert.
Strand: Wer Besichtigung und Baden kombinieren möchte, sollte Badesachen mitnehmen. Mehrere Strände sind vom Zentrum zu Fuß erreichbar.
Fotografie: Besonders schöne Ausblicke auf Lindos bieten sich bereits von der Zufahrtsstraße und den Aussichtspunkten oberhalb des Ortes.
Aufenthaltsdauer: Für Akropolis, Altstadt und einen kurzen Strandbesuch sollte mindestens ein halber Tag eingeplant werden. Wer Lindos entspannter erleben möchte, kann problemlos einen ganzen Tag hier verbringen.
Lindos verbindet Geschichte, Meer und griechische Inselatmosphäre
Nur wenige Orte auf Rhodos vereinen antike Geschichte und Badeurlaub so eindrucksvoll wie Lindos. Die Akropolis hoch über dem Meer, die weißen Häuser am Berghang und die geschützten Buchten bilden eine Kulisse, die zu den bekanntesten Motiven der Insel gehört.
Gleichzeitig sollte man sich darauf einstellen, dass Lindos längst kein Geheimtipp mehr ist. Gerade während der Hauptsaison sind die Gassen und der Weg zur Akropolis stark besucht. Wer früh am Morgen oder außerhalb der Hochsaison kommt, erlebt den Ort deutlich entspannter.
Für eine Reise nach Rhodos gehört Lindos dennoch zu den Orten, für die sich ein Ausflug besonders lohnt – sei es wegen der Geschichte, der außergewöhnlichen Lage oder einfach wegen des Blicks von der Akropolis über die Ägäis.


