Die Hoepner-Zwillinge auf dem Weg nach Alaska

Urmel-Hoepner

Die Zwillingsbrüder Paul und Hansen Hoepner sind Abenteurer auf der Suche nach Extremsituationen. Nachdem sie gemeinsam schon die ein oder andere längere Fahrradtour unternommen hatten fuhren sie im Jahr 2012 gemeinsam mit dem Rad von Berlin nach Shanghai. Eine Strecke von mehr als 13.500 KM mit 60 Kilogramm Gepäck.

Hoepner-Zwillinge
Die Hoepner-Zwillinge Paul & Hansen, Bild: Paul und Hansen Hoepner

2015 folgte eine Reise um die Welt. Das besondere dabei: Sie traten die Reise ohne Geld an und haben diese durch selbst gebastelte Souvenirs mit Materialien von der Straße sowie durch Gelegenheitsjobs finanziert.

Nun steht das nächste Experiment an: Mit einem selbst gebauten, pedalbetriebenen Amphibienfahrzeug namens Urmel wollen sie 4.000 KM durch Alaska fahren.

Im Interview sprechen wir mit Paul Hoepner über interessante Länder und die Vorbereitung auf das Abenteuer im Eis.

Auf Eurem Abenteuer „In 80 Tagen um die Welt – Ohne Geld“ habt Ihr ja einige Länder kennengelernt. Wo hat es Euch denn persönlich am Besten gefallen?

Das ist unterschiedlich. Da wir eher nordische Typen sind hat uns Kanada sehr gut gefallen. Auch in puncto Gastfreundlichkeit ist Kanada unschlagbar. Ich habe selten ein Land erlebt wo man praktisch von Tür zu Tür weitergereicht wird.

Wer auf der Suche nach Grenzerfahrungen und ein wenig Abenteuer ist, dem kann man sicherlich Indien empfehlen. Es ist spannend zu beobachten wie hier verschiedene Kulturen aufeinanderprallen. Das ist schon ein riesen Unterschied zu den westlichen Kulturen in Nordamerika oder Europa.

Zumindest würde ich jemandem der gar keine Reiseerfahrung besitzt nicht empfehlen in Indien auf der Straße zu leben. In Kanada ist es dagegen durchaus möglich ohne Geld herumzureisen.

Habt Ihr eigentlich noch Kontakt zu Leuten die Ihr auf der Reise kennengelernt habt?

Nam aus Bangkok hat später sogar in Deutschland studiert und wir konnten ihr bei der Wohnungssuche helfen. Da haben wir immer noch einen sehr engen Draht – auch wenn sie jetzt wieder zurück in Thailand ist. Dank der sozialen Medien hält man aber auch zu vielen anderen noch sporadisch Kontakt.

Hansen ist auf der Reise ja am Dengue-Fieber erkrankt. Das verbreitet sich ja gerade auch sehr in beliebten Reisezielen wie den Malediven. Beim Lesen hatte ich das Gefühl dass die Krankheit hier extrem zugeschlagen hatte. Gab es da mal ein Gespräch mit dem Arzt der dann gesagt hat dass der Ausbruch aufgrund der geschwächten Körper der langen Reise besonders stark ausfiel?

Das hat sicherlich viele Ursachen. Klar könnte auch der körperliche Zustand nach der langen Reise eine Rolle gespielt haben. Aber sicher auch die medizinische Fehlbehandlung in Moskau weil man die Ursache nicht wusste und es deshalb nicht richtig behandeln konnte.

Beim Dengue-Fieber ist es von Person zu Person unterschiedlich. Möglich wäre auch dass man es schon zum zweiten Mal hatte und dann bricht es stärker aus. Oftmals wird ja empfohlen gar nicht mehr in diese Gebiete zu fahren wenn man bereits einmal erkrankt war.

Macht Ihr eigentlich auch mal „ganz normal“ Urlaub oder muss bei Euch auch immer ein wenig Abenteuer dabei sein?

„Normal“ Urlaub machen wir schon. Ich war gerade für ein paar Tage an der französischen Atlantikküste unterwegs und habe mir die Landschaft bei Bordeaux angeschaut. Wobei ich auch dorthin getrampt bin. Also ein wenig Abenteuer muss dann schon dabei sein.

Urmel Hoepner
Modell von Urmel, Bild: Paul und Hansen Hoepner

Das nächste Abenteuer steht an. Ihr plant eine Reise – 4.000 KM durch Alaska – mit einem selbst konstruierten und gebauten Amphibienfahrzeug namens Urmel. – Wie kommt man denn auf diese Idee?

Das ist eine Kombination aus zwei Träumen: Wir wollten schon immer mal nach Alaska weil dieser „Ruf der Wildnis“ bei uns so stark ausgeprägt ist. Zum anderen wollten wir schon immer ein Fahrzeug bauen was überall lang fahren kann und dort unsere Fähigkeiten in die Entwicklung einbringen.

Die Kombination aus beidem gepaart mit unserer Outdoor-Erfahrung führte dann schließlich zum Projekt.

Ihr habt die Reise ja von August auf Dezember verschoben. Wird es dadurch noch kälter? Inwiefern beeinflusst oder erschwert dies Eure Planungen?

Kälter wird es eigentlich nicht, da wir sowieso geplant haben bis Ende des Winters in Alaska zu bleiben. Unser Ziel war es ja auch im Eis unterwegs zu sein, deshalb auch der Projektname „Zwei im Eis“. Der einzige kleinere Unterschied ist dass wir den nördlichen Polarkreis erst im neuen Jahr erreichen werden, und somit die Tage schon wieder heller werden.

Wie bereitet Ihr Euch auf die Belastungen vor? Auf Eurer Reise um die Welt hättet ihr ja „rein theoretisch“ abbrechen und die Notfallkreditkarte zücken können.

Ein Großteil der Vorbereitung sind sicherlich unsere vorigen Reisen. Die Übung und das Wissen dass man in schwierigen Situationen gut gemeinsam funktioniert. Dass man Erfahrungen mit der eigenen Belastbarkeitsgrenze – physisch und psychisch – gesammelt hat.

Unsere Panikschwelle ist sehr hoch, gerade wenn wir zusammen unterwegs sind. Deshalb fühlen wir uns auch bereit ein solches Projekt anzugehen.

So eine Abenteuerreise kostet natürlich sehr viel Geld. Wie finanziert Ihr Euch und wie kann man Euch unterstützen.

Neben unseren Sponsoren haben wir eine Spendenmöglichkeit auf unserer Webseite (hoepner-hoepner.de/support/) Diese blenden wir auch immer in unserem Youtube-Vlog an. Zudem kann man uns demnächst über eine Livecam in unserer Werkstatt unterstützen. Das funktioniert so: Vor der Webcam steht ein Sparschwein und wenn man einen Euro zahlt schaltet man die Webcam frei, das Sparschwein fährt durch die Werkstatt und man kann uns beim Arbeiten zuschauen.

 

 

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