Paulus-Lirche in Thessaloniki
Paulus-Lirche in Thessaloniki, Bild: trabantos / shutterstock

Thessaloniki – Hafenstadt mit Flair

Thessaloniki ist bereits beim Anblick eine Wucht: Die Stadt erstreckt sich mit vielen kleinen Häusern entlang des Meeres bis zum Akropolis-Hügel und ist die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Die Metropole wird von den Einheimischen nicht als solche betrachtet, sondern als traditionsreiches Dorf mit viel Nationalstolz gesehen.

Schlendert man durch die Gassen und lässt sich durch die Altstadt treiben, so fällt auf, dass die Moderne hier frontal auf die Ursprünge byzantinischer Zeit trifft. Thessaloniki ist an Vielfalt kaum zu übertreffen. Während die Promenade entlang des Hafens sehr edel ist, sind in den Tiefen der Stadt noch Relikte der osmanischen Zeit zu sehen. Dieses besondere Flair macht die Stadt so sehenswert und bringt eine einzigartige Atmosphäre.

Anreisemöglichkeiten

Platia Aristotelous
Platia Aristotelous, historischer Platz in Thessaloniki, Bild: Igor Zuikov / shutterstock

Thessaloniki ist auf verschiedenen Wegen per Flugzeug, Auto oder mit Fernreisebussen erreichbar – abhängig vom persönlichen preislichen Budget sowie der verfügbaren Zeit.
Die größeren deutschen Städte bieten Direktflüge an, mit denen Besucher die Stadt in etwa zweieinhalb bis maximal drei Stunden Flugzeit erreichen. Vom Flughafen Thessaloniki bringen Busse oder Taxis die Reisenden weiter bis in die Innenstadt – diese Variante ist zeitsparend und bequem.

Von großen Städten fahren außerdem Fernbusse nach Thessaloniki, die meist relativ preisgünstig, aber auch entsprechend lange unterwegs sind. Wer keinen Zeitdruck hat, kann mit den Busunternehmen jedoch recht komfortabel und genussvoll reisen. Meist machen die Busse einen größeren Zwischenstopp in Wien und Bulgarien und sind insgesamt rund 30 Stunden unterwegs.

Fortbewegung in der Stadt

Die Erkundung der Stadt gestaltet sich recht einfach, da das Stadtnetz kompakt und zu Fuß gut machbar ist. Ein Tipp ist, im oberen Bereich zu beginnen und sich durch die schönen Gassen zum Meer hinunter zu arbeiten – dies ist besonders an heißen Tagen ratsam.
Das Busnetz ist mit Buslinie 50 auf Touristen spezialisiert und fährt entlang einer “Kulturellen Route” die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an 16 Haltestellen an. Das Ticket hierfür ist sehr günstig und 24 Stunden gültig – entsprechend voll sind die Busse.
Acht Haltestellen werden zudem von roten Hop-On/Hop-Off-Bussen bedient, deren Nutzung auch Audioguides für genauere Erläuterungen der Sehenswürdigkeiten umfasst.
Wer nicht gut zu Fuß ist und auf volle Busse in der Hauptsaison keine Lust hat, kann auch klassisch auf Taxis zurückgreifen – jedoch auch etwas tiefer ins Portmonee.

Sehenswürdigkeiten in Thessaloniki

Der Weiße Turm

Der weiße Turm von Thessaloniki
Der weiße Turm von Thessaloniki, Bild: k_samurkas / shutterstock

1535 wurde der Weiße Turm erbaut und gilt bis heute als Wahrzeichen von Thessaloniki. Da er früher als Gefängnis und Folterkammer diente, bekam er den Namen “Der Rote Turm”, weil sein Dasein von vielen blutigen Gräueltaten gezeichnet war. Erst 1890 wurde er in “Der Weiße Turm” umbenannt – der Grund hierfür war einer der Häftlinge. Er erklärte sich bereit, den Turm in weißer Farbe zu streichen, wenn er dafür freikommt.
Mittlerweile beherbergt der Weiße Turm ein Museum über die byzantinische Kultur. Aufgrund seiner Lage am Meer, lässt sich ein Besuch des Turms perfekt mit einem Spaziergang an der fünf Kilometer langen Uferpromenade verbinden.

Zahlreiche Museen

Thessaloniki hat eine reiche kulturelle Geschichte, die in vielen Museen zu bewundern ist.
Das Archäologische Museum zeigt die Überreste, die bei den umfangreichen Ausgrabungen rund um die Stadt gefunden worden und gut erhalten sind. Ebenfalls sehr interessant ist das Museum für Kriegsgeschichte, welches alte Uniformen sowie Waffen und Verdienstorden sowie andere militärische Überbleibsel ausgestellt hat. Da Thessaloniki bis heute über eine recht große jüdische Gemeinde verfügt, ist die Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Jüdischen Museum dokumentiert. Sehenswert sind auch die Museen für Fotografie und Film sowie das Olympische Museum, welches sich mit der Historie der Olympischen Spiele von der Antike bis zur Neuzeit beschäftigt.

Die Altstadt Ana Poli

Das historische Altstadtzentrum von Thessaloniki befindet sich im oberen Bereich der Stadt und lädt mit seinen engen Gassen, kleinen Tavernen und der tollen Atmosphäre zu einem Stadtbummel ein. Unterwegs befinden sich verschiedene griechische Kirchen, die Besuchern offen stehen sowie der erholsame Ort Pasha´s Gardens – eine gepflegte Grünanlage mit Springbrunnen und gemütlichen Sitzgelegenheiten.

Wochenmärkte

Für frische lokale Produkte dürfen die Märkte Kapani und Modiano keinesfalls ausgelassen werden. Sie liegen nebeneinander und haben eine unglaubliche Vielfalt an frischem Obst und Gemüse, Gewürzen, Antipasti, fangfrischem Fisch, guter Wurst und Bauernkäse. In unmittelbarer Umgebung laden gemütliche Tavernen zum Essen, auf einen Espresso oder ein kühles Getränk ein, sodass sich der Marktbesuch ideal abrunden lässt.

Sehenswürdigkeiten der Umgebung

Pella und Vergina

Pella und Vergina waren früher die Hauptstädte von Mazedonien und sind heute beliebte archäologische Stätten mit sehenswerten Relikten. Nur eine Autostunde von Thessaloniki entfernt, sind sie ein gutes Tagesausflugsziel. Alte Königsgräber, Schmuckstücke, Mosaike und die königlichen Gemäuer sind gut erhalten und lohnen den Besuch.

Halbinsel Sithonia mit dem Berg Athos

Lange Strände, glasklares Wasser und kleine Küstenorte, die zum Verweilen einladen: Das ist die Halbinsel Sithonia. Weiterhin lockt sie mit purer Natur und mediterraner Vegetation und ist in der Nebensaison perfekt zum Wandern geeignet.

Geheimtipps für Thessaloniki

Zu Beginn der Stadterkundung lohnt es sich, den Sonnenaufgang vom Heptapyrgion zu genießen. Dies ist eine Festung, in deren Nähe ein kleines Café ist – perfekt, um einen ersten Kaffee für den Blick über Thessaloniki zu holen.

Wer Stille genießen kann, sollte das Vlatades Kloster nicht verpassen. Es zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und hat einen sehr schönen Innenhof, der für eine Pause im Schatten einlädt.