Sofia beeindruckt mit vielen Gegensätzen

Sofia, Witoschagebirge

Wer eine Städtereise plant, denkt meistens nicht als erstes an Sofia, dabei ist die Hauptstadt von Bulgarien eine der ältesten Städte Europas und hat historisch, kulturell und gastronomisch viel Interessantes zu bieten.

Allgemeine Informationen über Sofia

Die wechselvolle Geschichte Bulgariens ist im Stadtbild Sofias unschwer zu erkennen und die Hinterlassenschaften von Byzantinern, Römern und Osmanen sind ebenso offensichtlich wie die des Sozialismus. Sofia befindet sich seit den 1990er Jahren im Wandel und beeindruckt mit vielen Gegensätzen. Auf der einen Seite sind die grauen, teilweise heruntergekommenen Plattenbausiedlungen immer noch allgegenwärtig, während sich besonders in den Einkaufsstraßen des Stadtzentrums schicke Boutiquen, moderne Galerien und einladende Restaurants aneinanderreihen.

Wenn man sich für Architektur interessiert, fallen immer wieder die wunderschönen Villen aus der Gründerzeit und dem Jugendstil auf. Sofia ist die einzige europäische Hauptstadt, die in unmittelbarer Nähe einen Hausberg zum Skifahren beziehungsweise Wandern besitzt. Das 278 km² große Vitosha Gebirge vor den Toren der Stadt ist für die 1,2 Millionen Sofiaer ein äußerst attraktives Naherholungsgebiet und die teilweise mehr als 2000 m hohen Berge gelten unter Bulgarienurlaubern als eine perfekte Region für Aktivferien.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Sofias

Heilige Sofia
Die Heilige Sofia, Bild: Pres Panayotov / shutterstock

Das Stadtbild der bulgarischen Hauptstadt wird von Gebäuden aus den verschiedensten Epochen und Kulturen geprägt. Unzählige imposante Prachtbauten sind beliebte Fotomotive und lohnen einen Besuch. Bestes Beispiel hierfür ist das sogenannte „Quadrat der Toleranz“. Hier stehen eine jüdische Synagoge, eine katholische und eine orthodoxe Kirche sowie eine Moschee nah beieinander. Die Banja Bashi Moschee mit ihrem hohen Minarett wurde im 16. Jahrhundert von dem bekannten Baumeister Sinan erbaut und gehört zu den ältesten Moscheen in Europa. Sie erinnert an die Zeit der osmanischen Herrschaft in Bulgarien und ist die einzige von ehemals 80 Moscheen der Stadt, welche auch heute noch in Betrieb ist. Sofia ist überraschend grün – überall laden kleine und größere Parks zum Erholen, Spazieren und Verweilen ein. So empfiehlt sich auch die wunderschöne Anlage direkt hinter dem Quadrat der Toleranz als Oase der Ruhe während einer Sightseeingtour.

Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt ist die bulgarisch-orthodoxe Alexander-Newski Kathedrale, die durch ihre Größe, die beeindruckende Architektur und den prachtvollen Innenraum fasziniert. Bereits während des Landeanflugs auf den Flughafen ist das Bauwerk mit den goldenen Dächern aus der Luft gut zu erkennen. Auch eine Besichtigung der St. Georgs Rotunde darf auf dem Programm während einer Reise nach Sofia nicht fehlen. Schon allein die Lage im Innenhof des heutigen Präsidentenpalastes ist außergewöhnlich.
Sofia, Alexander-Newski Kathedrale
Alexander-Newski Kathedrale, Bild: Takashi Images / shutterstock

Die frühchristliche Kirche wurde vermutlich im 4. Jahrhundert von den Römern erbaut und wird als das älteste Gebäude der Stadt betrachtet. Sie liegt direkt an der Ausgrabungsstätte des antiken Serdica und ist besonders für ihre uralten Fresken berühmt. Auch in der Boyana Kirche im gleichnamigen Stadtteil wurden mehrere Schichten von Wandmalereien entdeckt, die bis in das 10. Jahrhundert zurückdatiert werden. Das in mehreren Bauabschnitten errichtete Gotteshaus wurde bereits 1979 von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, da es sich um eine der wenigen vollständig erhaltenen Kirchen aus dieser frühen Zeit handelt.

Die Museen der Stadt

Sofia besitzt mehrere äußerst renommierte Museen, die nicht nur an Regentagen viele Einheimische und auch internationale Besucher anziehen. Das Nationale Historische Museum ist mit Sicherheit das wichtigste unter ihnen. Hier werden in der Dauerausstellung Exponate aus allen Perioden der bulgarischen Geschichte gezeigt. Beeindruckend sind besonders die Stücke aus den Bereichen religiöse Kunst und Volkskunst. Auch das Nationale Naturwissenschaftliche Museum ist, besonders für Familien mit Kindern, einen Besuch wert. Das älteste Museum Bulgariens präsentiert auf drei Etagen Sammlungen von Schmetterlingen, Insekten und präparierten Vögeln und Säugetieren. Zu den wertvollsten Stücken gehören der seit über 100 Jahren ausgestorbene Karolinasittich und ein 2 m großer, ausgestopfter Braunbär.

Besonderheiten in Sofia

Nationaler Kulturpalast
Nationaler Kulturpalast, Bild: Takashi Images / shutterstock

Einen ungewöhnlichen Anblick für Ausländer bieten die sogenannten „Knieläden“ oder „Klek-Shops“. Diese Kioske, die in Untergeschossen untergebracht sind, verkaufen eine riesige Palette von Waren des täglichen Bedarfs, deren Bestellung in der Hocke durch eine kleine Luke erfolgt. Eine weitere Kuriosität sind die erhöht gebauten Holzhäuschen, die an belebten Straßen und Kreuzungen häufig neben den Ampeln zu sehen sind. Hierbei handelt es sich um Schaltstellen, an denen die Ampeln von Polizisten manuell betätigt werden können, wenn zum Beispiel wegen einer Großveranstaltung oder eines Staatsbesuches eine besondere Verkehrsregelung nötig ist.

Wer sich im Juni in Sofia aufhält, hat das Glück, die Sofioter Musikwochen zu erleben, wenn bulgarische und internationale Künstler an mehreren verschiedenen Orten auftreten. Überhaupt punktet die Stadt mit einer bedeutenden Kulturszene. Besonders Street-Art und Graffiti Kunstwerke sind an vielen Häuserfassaden zu entdecken, wenn man durch die Straßen spaziert. Inzwischen werden sogar Stadtrundgänge zu diesem Thema angeboten.

Typische Spezialitäten

In der Metropole Sofia haben Einheimische und Besucher die Wahl zwischen unzähligen Restaurants, die internationale und einheimische Gerichte servieren. Die bulgarische Küche ist aufgrund der Geschichte des Landes von der griechischen und der türkischen Küche beeinflusst und beinhaltet viel Gemüse und Milchprodukte. Typisch sind unter anderem der frische Shopska Salat mit Schafskäse und Bob Tschorba, eine Suppe mit weißen Bohnen, die als das Nationalgericht Bulgariens bezeichnet werden kann.

Allgemeine Reiseinformationen Sofia

Sofia lockt mit viel Kultur, leckerem Essen, unzähligen hübschen Cafés und äußerst günstigen Preisen. In den kleinen Geschäften und auf den bunten Märkten lassen sich geschmackvolle Mitbringsel und Souvenirs gut einkaufen. Ein Shopping Erlebnis der Extraklasse ist das Luxuskaufhaus ZUM im Stadtzentrum. Das in den 1950er Jahren erbaute siebenstöckige Gebäude bietet von Markenkleidung aller berühmten Modelabels bis hin zu jeder Art von Elektronikartikeln ein breitgefächertes Sortiment an Waren an. Architektonisch interessant ist auch der überdachte Innenhof.

Für eine Reise nach Sofia sollte man mindestens drei volle Tage einplanen. Die Monate Mai bis September sind vom Wetter her ideal, denn dann ist es in der Regel warm aber nicht zu heiß. Die Höchsttemperaturen liegen im Juli und August bei durchschnittlich 27℃. Die Stadt eignet sich aber auch wunderbar für eine Kombinationstour aus Besichtigungsprogramm und Aktivurlaub im Vitosha Gebirge. Egal ob man zum Wandern und Klettern oder Ski- und Snowboardfahren hierherkommt, den traumhaften Blick auf Bulgariens Hauptstadt gibt es gratis dazu.

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