Mittwoch, Oktober 28, 2020
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Provence und Südfrankreich: historische Bauwerke, Lavendel und rosa Flamingos

Die Gegend liegt so nah, und vermittelt trotzdem mit Leichtigkeit das Gefühl, tief im Süden und in einer anderen Zeit zu sein. Die französische Provence. Heimat duftender, lila Lavendelfelder, riesiger Weinanbaugebiete, dottergelber Sonnenblumen soweit das Auge reicht, vollmundiger Weine und einer der besten Küchen Europas. Es gibt so viele kleine, verträumte Orte in diesem Teil Frankreichs, dass es nicht ganz leicht fällt, sich für Einen zu entscheiden. Deswegen hier ein kleines Amuse-Gueule, ein schöner Ausgangspunkt, und ein paar Tipps, wie wir die Provence und den Süden Frankreichs erkundet haben.

Ausgangspunkt und Unterkunft

Als Ausgangspunkt, für diverse Erkundungstouren durch die Provence, bietet sich das historische, kleine Dorf Saint-Victor-la-Coste an. Ein kleiner, und absolut malerischer Geheimtipp. Es liegt eingebettet zwischen Weinanbaugebieten an einem sanften Hügel, ist sehr ruhig, und doch sind die umliegenden Sehenswürdigkeiten mit dem Auto, von hier aus gut zu erreichen. Das einzige Restaurant im Dorf bietet, jeden zweiten Freitag, die berühmten Moules Frites an und ist gut besucht, daher ist eine Reservierung empfehlenswert.

Chateau St Victor La Coste
Die Unterkunft: Chateau St Victor La Coste, Bild: Melanie Stampfl

Das Chateau St.-Victor-la-Coste, von dem aus die Dächer des ganzen Dorfes zu überblicken sind, ist hier DIE Unterkunft. Das 500 Jahre alte Chateau, wird von einem griechisch-englischen Paar bewohnt und betrieben, und bietet die Möglichkeit, in einem unglaublich liebevoll gestalteten Umfeld, in den historischen Cottages zu übernachten, die zwischen riesigen Zypressen und einem provenzialischen Garten, um einen traumhaften Pool herum, angeordnet sind. Gekocht wird hier selbst, in einer tollen Gemeinschaftsküche mit ausreichend Platz für die eigenen Lebensmittel. Die Besitzer sind gerne bereit, bei Interesse, eine Führung durch das ganze Chateau zu geben, und legen viel Wert auf eine persönliche Betreuung ihrer Gäste, welche sich zum Teil sogar zu einem gemeinsamen Glas Wein, oder Abendessen auf ihrer Terrasse mit bezauberndem Sonnenuntergang, steigern kann.

Zudem werden diverse Themenwochenenden, wie zum Beispiel „The Taste of the Provence“ angeboten, an dem man das Leben in der Provence näher kennen lernen kann. Es wird gemeinsam gekocht, es werden diverse Rezepte ausprobiert und verschiedene Märkte besucht. Auch voll organisierte Rad-und Erlebnis Kombinationen werden angeboten. Hinter dem Chateau, kann man über einen kleinen Weg, die Ruine an der Spitze des Hügels erreichen, von der aus man mit einem unbezahlbaren Blick über die ganze Region belohnt wird.

Natürlich findet man in der Provence auch unzählige andere malerische Dörfer, schöne Unterkünfte und Hotels, uns persönlich hat jedoch das Chateau in seinen Bann gezogen, und wir können es nur weiterempfehlen.

Fahrradfahren in der Provence

Provence, Weinberge
Fahrradfahren inmitten traumhafter Weinberge, Bild: Melanie Stampfl

Die Provence ist ein hervorragendes Gebiet für alle, die ihren Urlaub mit dem Radsport verbinden wollen. Das Rennradfahren, ist Frankreich Volkssport und für Jene, die es herausfordernd mögen, befindet sich hier, in der Provence, auch die höchste und letzte Etappe der berühmten „Tour de France“, der berühmte Mont Ventoux. Am Fuße des Berges, liegt der kleine Ort Bédoin, der als Ausgangspunkt für diverse Radtouren perfekt ist, und mit seinen unzähligen kleinen Restaurants und Bars für einen gemütlichen Ausklang, nach einem anstrengenden Tag, sorgt.

Auch für Jene, die zwar gerne auf zwei Rädern unterwegs sind, es aber lieber langsam angehen, gibt es genügend Möglichkeiten, umliegende Dörfer über sich sanft dahinziehende Radwege, durch grüne Weinanbaugebiete, und unter strahlend blauem Himmel, zu erkunden. Kurz gesagt, der liebe Drahtesel, hat in einem Urlaub in der Provence, durchaus seine Vorteile.

Märkte

Marktbesuch Provence
Ein Besuch der klassischen Märkte in der Provence ist immer ein Genuss für die Sinne, Bild: Melanie Stampfl

Unzählige Marktstände, mit frischem Obst und Gemüse, eingelegte Oliven, handgemachte Seifen, kleine Restaurants die von Moules Frites bis Austern Alles anbieten und freundliche Verkäufer. Das sind die berühmten Märkte der Provence, die man besucht haben muss. Einer der bekanntesten, größten und sehenswertesten, ist der Markt in Uzés, welcher von St.-Victor-de-la-Coste in 20 Minuten mit dem Auto erreichbar ist. Uzés ist eine kleine Stadt, die sich an den Markttagen (Dienstag und Samstag) in einen quirligen, aber sehr angenehmen Ort verwandelt. Vor allem, wenn man eine Unterkunft hat, in der man selbst kocht, findet man hier frische und unglaublich leckere Lebensmittel, von Olivenöl bis zu hausgemachten Tapenaden.

Für Vegetarier und Veganer, ist es in Frankreich nicht ganz einfach, da das Land sehr von Fleisch und Fisch geprägt ist. Daher ist man auf den Märkten meist am Besten aufgehoben, da die Sacher hier pur sind und man sich nicht erst durch lange Zutatenlisten quälen muss. Auf dem Markt in Uzés, ist das am Markt frisch-gekochte Gericht mit Auberginen und Tomaten sehr empfehlenswert. Der kleine Stand bereitet ausschließlich dieses zu, und hat es somit natürlich perfektioniert.

Wer sich für Antiquitäten interessiert, sollte sich den Markt in Ville Nueve des Avignon nicht entgehen lassen. Von silbernem Besteck, über antike Statuen, bis hin zu alten Schallplatten, findet man hier Alles. Es macht außerdem Spaß, durch die alten Gegenstände zu stöbern, und längst vergessene Dinge zu entdecken.

Egal wo man seinen Provence-Urlaub verbringt, die Samstags-Märkte sind obligatorisch, und in jeder kleinen Stadt einen Besuch wert.

Geschichte und Historisches

Wer sich für Geschichte und Historik interessiert, ist in der Provence am richtigen Ort. Hier steckt gefühlt in jedem Stein uralte Geschichte. Egal, ob man sich auf die Spuren des Papstes in Avignon begibt, oder historische Gebäude, Chateaus und Kirchen besichtigen möchte, die Provence bietet ein vielfältiges Programm für alle Geschichtsinteressierten.

In Avignon, ist der Papstpalast einen Besuch wert, der gemeinsam mit der Altstadt zum Weltkulturerbe gehört. Ebenso das Schloss in Gordes, und natürlich die Kleinstadt als solche mit ihren bezaubernden Terrakotta-Häusern. Letztendlich ist es egal, wo in der Provence man auf die Suche geht, man findet überall Geschichte, und die Straßen von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt sind gesäumt mit duftenden Lavendelfeldern.

Gorges du Verdon

Wer in seinem Urlaub etwas mehr Zeit hat, nimmt die drei Stunden Autofahrt auf sich, um die Gorges du Verdon zu besuchen. Die berühmte Schlucht, mit ihrem karibisch blauen Wasser, den weißen Schmetterlingen und den steilen, rauen Felswänden, ausgehend vom Lac de Sainte-Croix, ist zweifellos einen Besuch wert. Sie ist sowohl mit dem Tretboot, dem SUP als auch mit dem Kajak befahrbar. Diese sind am Schlucht-Eingang überall auszuleihen. Kleiner Tipp: Besucht man die Schlucht so früh Morgens wie möglich, wird man mit Einsamkeit, Stille und Ruhe belohnt. Ab ca. 10:30 wird es so voll, dass das Ganze eher einer Slalom-Fahrt (zwischen anderen Booten) als einer entspannten Kajak-Tour gleicht.

Wer auf dem Weg in die Gorges du Verdon auf die Autobahn verzichtet, wird mit einer traumhaft schönen Autofahrt durch französische Landschaften belohnt. Ein empfehlenswerter Stopp für eine Pause ist Riez, ein kleiner Ort, der einen schönen Markt und gemütliche Restaurants bietet.

Camargue

Flamingos, Camargue
Die rosafarbenen Flamingos der Camargue, Bild: pixelshop / shutterstock

Hat man sich schon mal bis Gorges du Verdon vorgearbeitet, kann man, wenn die Zeit reicht, auch noch der berühmten Camargue einen Besuch abstatten. Diese lockt mit ihren weißen Pferden, den schwarzen Stieren und den rosa Flamingos. In Sainte Marie de la Mer, einem kleinen, aber sehr lebhaften Küstenort, findet man, sollte man nicht mit einem Camper unterwegs sein, problemlos eine Unterkunft. Für all diejenigen, die mit dem Camper unterwegs sind, gibt es hier genügend Campingplätze oder WOMO Stellplätze, direkt am Meer.

Sainte Marie bietet sich an, um von hier aus die Camargue zu erkunden. Schon auf dem Hinweg, führt die Straße durch traumhafte Landschaften, und man kann bereits hier die Flamingos bewundern, deren präziser Flug in Gruppen und der Tanz davor, einfach atemberaubend sind. Man braucht  keine teuren Touren zu buchen, um den Vögeln näher zu kommen. Mit einem Fußmarsch von 15 Minuten steht man mitten im Vogelgebiet. Wer das Ganze doch etwas vertiefen möchte, stattet dem Ornithologischen Park einen Besuch ab, und lässt sich die Welt der Vögel von Experten erklären.

Natürlich gibt es auch genügend Möglichkeiten, die berühmten weißen Pferde zu reiten und die Camargue auf deren Rücken zu entdecken. Hier rät es sich aber, die Reitschulen zuvor gut anzuschauen, und sich zu erkunden, damit man nicht ein Tiere ausbeutendes Geschäft unterstützt.

Resumé

Die Provence und der Süden Frankreichs sind wunderschön. Egal ob man leckeres Essen, guten Wein, tolle Radtouren, historische Gebäude, bunte Märkte oder traumhafte Landschaften entdecken möchte, die Reise in diesen Teil Frankreichs bietet Alles davon und mehr. Selbst für ein verlängertes Wochenende, bietet sich ein Trip in den nach Kräutern duftenden Süden Europas an.

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