Kirschblüte bei grünem Tee mit Blick auf den Fuji: das japanische Shizuoka

Shizuoka, Japan
Shizuoka mit dem Fuji im Hintergrund, Bild: Sean Pavone / shutterstock

Mit knapp 700.000 Einwohner ist Shizuoka nicht gerade die größte Stadt in Japan, aber eine der schönsten und interessantesten, die dazu noch in eine traumhafte Naturlandschaft eingebettet ist. Die Stadt liegt an der Südküste der japanischen Hauptinsel Honshū, direkt an der Küste des Pazifischen Ozeans: genau in der Mitte zwischen den Metropolen Tokyo und Nagoya. Die Großstädter schätzen Shizuoka als Naherholungsgebiet, und das nicht ohne Grund. Shizuoka ist umgeben von bezaubernden Bergen, wie dem Fuji, der mit seine, immer weißen Gipfel als Wahrzeichen Japans gilt. Daneben ist die Region sehr grün und von dichten Wäldern umgeben. Auf den Plantagen um die Stadt wird der beste grüne Tee des Landes angebaut, und am Pazifischen Ozean locken wundervolle Strände.

Der Berg Fuji als Pilgerstätte

Nihondaira Hochebene, Shizuoka
Die Nihondaira Hochebene, Bild: korinnna / shutterstock

Im Grunde ist der Fuji, der 3.776 Meter in die Höhe ragt, gar kein Berg, sondern ein Vulkan. Das erklärt seine kegelartige Form. Eingebettet ist er in eine sagenhaft schöne Berglandschaft. Um den Fuji herum ist mit dem 2.693 Meter hohen Hoeizan ein weiterer beachtlicher Gipfel zu finden. Dazu kommen etliche Höhlen und fünf idyllische Seen am Fuße des Fuji, der seit 2003 den Titel UNESCO Weltkulturerbe trägt. Die Outdoor-Möglichkeiten rund um den Fuji sind geradezu ausufernd. Vier unterschiedlich lange Routen führen Bergsteiger hinauf zum Gipfel. Auf Grund seiner Form ist der Fuji auch von wenig erfahrenen Bergsteigern gut zu bewältigen. Wer nicht ganz so ambitioniert ist, wählt eine der flacher gelegenen Wanderrouten, von denen aus man auch herrliche Ausblicke ins Umland hat. Auf dem Weg durch das waldreiche Gebiet passiert man Tropfsteinhöhlen und heiße Mineralquellen. Früher war die Besteigung des Fuji ein Teil der Ausbildung junger buddhistischer Mönche. Den Buddhisten gilt der Berg als heilig. Auf Grund dessen ist der Fuji heute eine Art Pilgerstätte. Die Pilger verehren die am Fuß des Berges zu findenden Schreine, die die spirituelle Bedeutung der Pilgerstätte unterstreichen.

Traditionell japanisch: die Stadt Shizuoka

Shizuoka strotzt nur so vor Tradition. Sie ist das Zentrum des japanischen Teehandels. In der Stadt sind an jeder Ecke Teehäuser verteilt, in denen sich eine traditionelle japanische Teezeremonie erleben lässt. Zudem werden in Shizuoka klassische japanische Lack-, Bambus- und Korbwaren hergestellt, die oftmals in Form von Kunstgegenständen und kleiner Möbel daher kommen. Sehenswert ist die am Stadtrand gelegene Burg Sumpu aus dem Jahre 1589. Früher lebte hier ein Shogun. Die Burg ist von einem Park umgeben. Bei einem Spaziergang über das Gelände flaniert man an, in traditioneller Bauweise errichteten, Einzelgebäuden vorbei. Im Park ist das Modell eines Mini-Fuji zu sehen. Daneben erstreckt sich eine Mini-Teeplantage. Wer im Frühling hierher kommt kann die Kirschblüte im Park erleben, am ersten Aprilwochenende, anlässlich des Shizuoka-Festes, sogar mit Aufführungen von Kirschblütentänzen. Westlich des Sunpu-Parks liegen mehrere Schreine, die japanischen Gottheiten gewidmet sind, und die deshalb, und auch auf Grund ihrer traditionellen japanischen Architektur, sehr sehenswert sind: der Kambe-Schrein, der Sengen-Schrein und der Ohtoshimioya-Schrein. Im Kulturgüter-Museum Shizuoka werden Ausstellungsstücke aus Zeiten der hier einstmals beheimateten Tokugawa-Dynastie gezeigt: zum Beispiel Waffen, Rüstungen, Kleidung und Alltagsgegenstände.

Sagenhafte Ausblicke von der Nihondaira Hochebene

Die Nihondaira Hochebene ist eine hügelige Grünfläche, die direkt am Pazifik, und auf dem Stadtgebiet von Shizuoka, liegt. Von hier hat man herrliche Ausblicke über den Pazifik und auch zum östlich gelegenen Fuji. Im Landesinneren lassen sich die ausladenden Tee- und Blumenplantagen überblicken. Bei klarer Sicht sieht man auch die Halbinsel Izu, die als Surfer-Paradies gilt, und bekannt ist für ihre weißen Strände. Wer die Nihondaira Hochebene bei Nacht erklimmt, hat zudem einen wundervollen Ausblick auf das typisch japanisch erleuchtete, und trubelige, Shizuoka. Mehrere Wanderwege durchziehen die Hochebene. Mit der Seilbahn gelangt man hinauf zum Kunozan-Toshogu-Schrein. Das Kunstmuseum der Präfektur Shizuoka, an den Ausläufern der Hochebene, versammelt viele Werke westlicher und östlicher Landschaftskunst. Japanische Künstler wie Taikan Yokoyama und Jakuchu Ito sind hier genauso vertreten wie Auguste Rodin, und Claude Monet.

Der Nationalpark Okuoi

Blick auf Shizuoka
Blick auf Shizuoka, Bild: 7maru / shutterstock

Im Hinterland der Stadt Shizuoka findet sich der Nationalpark Okuoi. Der Park ist naturbelassen, und so soll es nach Wunsch der japanischen Naturschutzbehörden auch bleiben. Die Seen Ikawa und Hatanagi lassen sich über Wanderwege erreichen, die durch Urwälder und schroffe Berglandschaften führen. Wer hier zur Okuois-Schlucht wandert passiert mit der Hängebrücke des Sumata-Tals eine der Hauptattraktionen des Nationalparks. Die Brücke ist 90 Meter lang, und befindet sich in acht Metern Höhe, über dem türkis schimmernden Sumata-Stausee. Wer die Mitte der Brücke erreicht, hat, laut japanischer Legendenbildung, einen Wunsch frei, der gerne in die romantische Richtung gehen darf. Angeblich gehen derartige Wünsche in Erfüllung. Am Sesso-See kommen Wassersportler auf ihre Kosten. Hier können Kajaks ausgeliehen werden. Alleine, oder auf einer geführten Tour, macht man sich auf den Weg um vom Wasser aus die umliegenden Naturschönheiten zu bewundern. Der Nationalpark Okuoi ist außerdem bekannt für seine heißen Quellen. Es gibt mehrere Gasthäuser, die in ihren Räumen auch Thermalquellenbaden anbieten. Einige Quellen sind in der freien Natur öffentlich zugänglich. Schließlich dürfen sich auch die Eisbahnfreunde noch auf ein ganz besonderes Abenteuer freuen. Mit der Dampflok geht es vom Bahnhof Kanaya nach Senzu. Die Strecke führt durch Waldgebiete, und beinhaltet mehrere Brücken, die Berg- und Stauseen überspannen. Über dem Nagashima-Stausee glaubt man gar zu schweben.

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