Durban – multikulturell und eine „Golden Mile“

Die Goldene Meile, Durban
Blick auf die "Goldene Meile" von Durban, Bild: Alexandre G. ROSA / shutterstock

Durban – das ist das Südafrika der etwas anderen Art. Wer die Metropole am Indischen Ozean besucht und dort durch die Gassen und Straßen bummelt, der ist überrascht von dem hohen Anteil der Menschen mit indischen Wurzeln. Wenn die offiziellen Zahlen stimmen, dann leben rund 500.000 indisch-stämmige Einwohner in dieser quirligen Hafenstadt mit ihrer „Golden Mile“, die zu den schönsten Stadtstrände des südlichen Afrika zählt. In dieser Stadt trifft die indische Küche auf afrikanische Elemente, und nicht nur die Gastronomie feiert hier Triumphe. Kaum eine andere Stadt Südafrikas gibt sich derart entspannt und multikulturell.

Hainetze sichern die Strände an der „Golden Mile“

An diesem tollen Strand, der durch Hai-Netze gegen ungebetene Gäste gesichert ist, geht die Nation baden, und seit dreißig Jahren springt hier jeder in die Fluten, der sich eine Erfrischung wünscht. Die unendlich lange Periode, in der nach Hautfarben getrennt geplantscht und geschwommen werden musste, ist längst vorbei. Alle, die in Durban heimisch sind, verstehen ihre Strände als sympathische Orte der Begegnung, und niemand wundert sich, wenn Musliminnen dort vollverschleiert ein Bad nehmen oder wenn auf dem Strand-Boulevard ein Priester das „Halleluja“ anstimmt.

Muthi Markt – Kuhköpfe und Brautkleider

Es gibt viele Gründe für einen Aufenthalt in Durban. Einer davon ist der sehenswerte Muthi Markt, ein verwirrendes Labyrinth aus engen Gassen und voller Merkwürdigkeiten. Hier werden Kuhköpfe gekocht und Brautkleider verkauft. Und überall sieht man Kräuter und Knollen sowie geheimnisvolle Mixturen in ausgedienten Wodka-Flaschen. Dies ist das Refugium der Medizinmänner, die während der Apartheid als Hexer von den Behörden verfolgt wurden. Hier und da weht in Durbans City der süßliche Geruch aus den zahlreichen Zucker-Raffinerien herüber. Was diese Stadt aber von den übrigen afrikanischen Metropolen abhebt, ist vor allem das Völkergemisch.

Ein romantischer „Point“ am Hafen von Durban

Zu den romantischen Orten der Hafenstadt zählt „The Point“. Das ist ein 55 Hektar großes Areal an der Einfahrt zum geschäftigen Hafen. Hier verliert sich die Halbinsel mit ihren Lagerhäusern aus viktorianischer Zeit in eine Art Partymeile. Aus etlichen historischen Gebäuden dröhnen afrikanische und indische Klänge, und wer dort an einer der zahlreichen Bars an seinem kühlen Glas weißen Weins nippt, der schaut hinüber zu den Container-Giganten im Hafen und zum Treiben der Wassersportler an der Addington Beach. Und hinter der „Golden Mile“ bieten die sogenannten Fliegenden Händler gebratene Maiskolben, Ananas-Stücke mit Marsala-Geschmack oder auch Erdbeeren mit Sahne an. Nach Einbruch der Dunkelheit hocken die Sympathisanten der scharfen indischen Küche unter den Bäumen im Park und genießen vor den Toren der zahlreichen Restaurants den würzigen Biryani-Reis oder feurige Curries.

Der Blick vom Bogen des Stadions

Moses Mabhida Stadion, Durban
Das Moses Mabhida Stadion ist das zweitgrößte Stadion Südafrikas, Bild: michaeljung / shutterstock

Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ist Durban um eine Attraktion reicher: Um die Kulisse des Moses Mabhida Stadions. Es lohnt sich während eines Aufenthalts in dieser Stadt dort vorbei zu schauen und sich per SkyCar auf den mächtigen Bogen chauffieren zu lassen. Aus luftiger Höhe ist der Blick auf die Stadt und auf das malerische Umland einzigartig. Und wer bereit ist, seine Nerven zu kitzeln, kann sich in der Arena der weltweit höchsten Bungee-Schaukel nähern. Die schillernd bunte Unterwasserwelt präsentiert sich in der uShaka Marine World an der Peripherie der „Golden Mile“. Dies ist ein riesiger Wasser-Freizeitpark, wo in den Aquarien Delfine, Robben und Pinguine zu beobachten sind.

An 318 Tagen im Jahr scheint die Sonne

Durban ist so etwas wie die heimliche Hauptstadt der Region KwaZulu-Natal und angesichts der vielen Casinos auch das „Miami des Südens“. In dieser Metropole versteht sich das Nebeneinander von christlichen Kirchen, islamischen Moscheen und indischen Tempeln als Indiz für eine weitgehend friedliche kulturelle Vielfalt. Meteorologen haben festgestellt, dass die Sonne über Durban an 318 Tagen des Jahres scheint. Im südafrikanischen Sommer erreichen die Wassertemperaturen des Indischen Ozeans Werte um 28 Grad. In breiter Front rauschen dort die Wellen an den fünf Kilometer langen Strand. Geradezu unermesslich ist die Fülle des Lebens im Meer vor Durban. Die Faszination der Unterwasserwelt ist dort in Begleitung erfahrener Taucher zu erleben. Immerhin ist dies das interessanteste Hai-Revier der Welt.

Durban – Eine Uhr zu Ehren Vasco da Gamas

Wer es vorzieht, festen Boden unter den Füßen zu haben, der sollte sich in Durban zum schattigen Botanischen Garten begeben und damit in eine grüne Oase inmitten der Stadt. Hin und wieder gibt es hier ein akustisches Ohren-Vergnügen durch die Konzerte des KwaZulu Philharmonic Orchesters. In der Sprache der Zulu heißt diese Stadt „Thekwini“, was mit „Ort, an dem Erde und Wasser aufeinander treffen“ zu übersetzen ist. Der legendäre Portugiese Vasco da Gama ging hier als erster Europäer an Land. Ihm zu Ehren wurde ein farbenfrohes Konstrukt mit einer Uhr errichtet. Dieses Bauwerk ist eines von vielen Sehenswürdigkeiten in dieser interessanten Stadt.

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