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Vernazza, Cinque Terre
Vernazza, Bild: Whatafoto / shutterstock

Cinque Terre – der romantische Zauber der fünf Dörfer am Meer

Italien, das Land am Stiefel Europas, erfreut sich zahlreicher schöner Küstenabschnitte. Auch deshalb streiten sich die Tourismus-Experten, wo in „Bella Italia“ ein ganz besonders romantischer Zauber weht und wo die farbigsten Landschaften anzutreffen sind. So mancher von denen hegt keinen Zweifel daran, dass Cinque Terre dieses Prädikat verdient. Die „fünf Dörfer“, die sich wie bunte Perlen auf einem zwölf Kilometer langen Küstenstreifen aneinander reihen, bieten sich für einen längeren Aufenthalt geradezu an. Seit dem Jahr 1997 sind die Orte Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare sogar auf der Liste der UNESCO als Weltnatur- und Kulturerbe zu finden. Achtzig Kilometer südlich der Metropole Genua erstreckt sich eine Region, die zum Träumen und zum Verweilen einlädt.

Schroffe Klippen und atemberaubende Ausblicke

Riomaggiore, Cinque Terre
Riomaggiore, Bild: cge2010 / shutterstock

Viele Wege führen nach Cinque Terre und so manche Pfade an der ligurischen Riviera sollte man erwandern, wenn man sich der Seele Italiens nähern möchte. „Macchia mediterranea“ nennen die Einwohner dieser Gegend ihre weitgehend unberührte Naturlandschaft mit ihren schroffen Klippen und den zahllosen atemberaubenden Ausblicken, die das Herz jedes Urlaubers höher schlagen lassen. Vor einer eher lieblich anmutenden grünen Bergkette erstrecken sich steile Küsten, und wo sie sich öffnen, entstanden hübsche Fischerdörfer – die Cinque Terre. Vier dieser fünf Ortschaften haben direkten Zugang zum Mittelmeer. Allein Corniglia befindet sich auf einem malerischen Felsvorsprung in einer Höhe von hundert Metern.

Wein-Plantagen an steilen Hängen

Bis zum frühen Mittelalter war dies die Heimat eines langobardischen Adelsgeschlechts. Einige historische Urkunden geben darüber Aufschluss, dass in der Gegend von Cinque Terre bereits um 1050 Wein angebaut wurde. Das Erbe der Winzer wurde über Jahrhunderte gepflegt, obwohl die steilen Terrassen immer wieder repariert werden mussten, weil ganze Hänge abrutschten. Wer dort nicht in den Wein-Plantagen arbeitete, der verdingte sich als Fischer. Im 12. Jahrhundert erkannten die Herrscher der Republik Genua die strategische Bedeutung dieser wunderbaren Landschaft. Und so entstand eine imposante Festungsanlage auf der Punta San Pietro in der Nähe von Porto Venere. Über einen langen Zeitraum der Geschichte bildete aber vor allem das Keltern von Trauben die Lebensgrundlage der Menschen, die das Glück hatten, hier, in dieser geradezu paradiesischen Umgebung, zu leben.

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Dörfer, wie Schwalbennester an der Küste

Die fünf Ortschaften der Cinque Terre haben zum größten Teil ihren historischen Charme bewahrt. Hier weht ein Hauch der Geschichte, und die Touristen, die sich dies nicht entgehen lassen möchten, bestaunen die Idylle der fünf Dörfer, die sich wie die Nester von Schwalben an die Steilküste klammern. Lange waren diese Orte nahezu von der Außenwelt abgeschnitten und standen nicht auf dem Programm der Touristenströme. Das hat sich inzwischen geändert, und heute begeben sich immer mehr Urlauber in ihren Autos auf die kurvenreiche Küstenstraßen, die sich zu den fünf Idyllen am Meer hinunterwinden. In den Monaten der touristischen Hauptsaison ist es zuweilen mühsam, sich in den kleinen Orten am Meer einen Parkplatz zu sichern. Wer gut zu Fuß ist, der stellt sein rollendes Gefährt deshalb in La Spezia am Bahnhof ab.

Ein „Pfad der Liebe“ unter steilen Felsen

Manarola, Cinque Terre
Manarola, Bild: Minoli / shutterstock

Vernazza behauptet von sich, die am häufigsten fotografierte Ortschaft der Cinque Terre zu sein. Das mag insbesondere an dem schönen Hafen liegen. Die für die Region typischen Häuser Liguriens schmiegen sich an die Hügel, und die malerische Piazza ist der traditionelle Treffpunkt der Besucher. Längst sind dort die Schäden beseitigt, die die Flutkatastrophe des Jahres 2011 hinterließ. Gleich auf zwei Felsenklippen etablierten sich die Einwohner von Manarola. Besonders stolz ist die kleine Gemeinde auf ihre berühmte Via dell’Amore. Der sogenannte „Pfad der Liebe“ ist ein Fußweg, der den Ort mit Riomaggiore verbindet und der an der steilen Küste vorbeiführt. Corniglia, das einzige Dorf der Cinque Terre, das nicht einen direkten Zugang zum Meer hat, liegt ein wenig abseits der großen touristischen Wege. Von hier aus bietet sich ein grandioser Blick auf die Riviera. Riomaggiore leistet sich eine besondere Eigenart, denn die beiden Teile dieses Ortes sind allein durch einen Tunnel zu erreichen. Wer sich an den zahlreichen Kieseln in der Bucht nicht stört, wird das Baden in der „Spiaggia“ genießen.

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Eine Region unter dem Schutz des Nationalparks

Die Mehrzahl der Urlauber erreicht die fünf romantischen Dörfer an der Ligurischen Riviera mit der Bahn. Die Fahrt allein ist bereits eine Attraktion, denn die Strecke passiert immer wieder Tunnel am Meer und wechselt sich ab mit beeindruckenden Ausblicken. Längst ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Cinque Terre und stellt dort seit vielen Jahren den Weinanbau und die Fischerei in den Schatten. Neben der Via Dell’Amore schätzen Wanderer die zahlreichen Pfade, die durch die Weinberge und Olivenplantagen führen. Die gesamte Region zählt kaum mehr als 7.000 Einwohner und steht in Italien unter dem Schutz eines Nationalparks. Es ist ein vorrangiges Ziel der Landschaftsplaner, hier so gut wie nichts zu verändern. Die Faszination der Cinque Terre soll für alle Zeiten erhalten bleiben.