Schladming – Das Herz der Obersteiermark

Schladming, Planai
Die Zieleinfahrt in Schladming, Bild: Dietmar Rauscher / shutterstock

Schladming liegt im oberen Ennstal und ist das touristische Zentrum der Obersteiermark. Bekannt geworden ist die Kleinstadt vor allem als Wintersportort, wozu die Alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013 ebenso beitrugen wie die hier regelmäßig stattfindenden Skiweltcuprennen. Das bekannteste Skigebiet Schladmings ist der Hausberg, die Planai, die mit einer im Zentrum beginnenden Seilbahn leicht erreichbar ist. Weitere Skigebiete befinden sich in wenigen Kilometern Entfernung, etwa der Hauser Kaibling oder der Hochwurzen. Zusammen bilden diese Berge eine Skischaukel mit insgesamt 123 Pistenkilometern, 43 Seilbahn- und Liftanlagen sowie 56 Skihütten.

Ehemalige Bergarbeiterstadt

Skywalk Schladming
Der Skywalk Dachstein, Bild: pridalo / shutterstock

Mit rund 3.500 Einwohnern ist Schladming heute eine eher kleine Ortschaft. In früheren Zeiten sah das aber ganz anders aus: Schladming war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit – vor allem im 14. und 15. Jahrhundert – durch den in der Umgebung florierenden Bergbau eine der größten Städte der Region. Eines der alten Bergwerke, der Bromriesenstollen im Obertal, wurde zu einem Schaubergwerk ausgebaut und ermöglicht eine spannende Reise in die Vergangenheit. In der Ruine des benachbarten ehemaligen Nickelschmelzofens wurde ein kleines Museum eingerichtet.

Gemütlicher Hauptplatz

Schladming ist ein gemütliches Örtchen, wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es hier allerdings trotz der historischen Bedeutung kaum. Das Zentrum gruppiert sich um den Hauptplatz, der mehr eine langgestreckte breite Straße ist als ein Platz. Allzuviel historische Bausubstanz ist hier nicht erhalten geblieben, dennoch ist das Zentrum von Schladming mit den zahlreichen Gastronomiebetrieben und vielen kleinen Geschäften recht gemütlich. Die katholische Stadtpfarrkirche geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück, ihr heutiges barockes Aussehen erhielt sie im 16. Jahrhundert.

Von der historischen Bausubstanz ist vor allem das Salzburger Tor interessant, das letzte Überbleibsel der alten Stadtmauer. Südlich davon, in der früher außerhalb der Mauern gelegenen Vorstadt, befindet sich ein Viertel mit weiteren Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten. Das in einem historischen Bauernhaus befindliche kleine Stadtmuseum gibt einen Überblick über die Stadtgeschichte. Eine Art zweites Stadtzentrum bildet der einige hundert Meter vom Hauptplatz entfernt gelegene moderne Gebäudekomplex „Planet Planai“, der neben der Talstation der Planai-Seilbahn auch zahlreiche Geschäfte enthält. Westlich der Innenstadt liegt die Schladminger Brauerei, deren Produkte in der Gastronomie des ganzen Ennstals häufig anzutreffen sind.

Zahlreiche Wandermöglichkeiten

Schladming im Sommer
Schladming im Sommer, Bild: josefkubes / shutterstock

Der touristische Schwerpunkt liegt hier auf der Wintersaison, aber auch im Sommer ist Schladming ein beliebter und attraktiver Urlaubsort durch die zahllosen Wandermöglichkeiten in der Umgebung. Die Lage des Ortes zwischen den Niederen Tauern auf der südlichen und dem Dachsteinmassiv auf der nördlichen Seite des Ennstals ist einzigartig, die drei Täler in den Niederen Tauern – Untertal, Obertal und Preuneggtal – sind von hier aus mit dem Auto oder auch mit dem Wanderbus leicht erreichbar. Auch das mächtige Dachsteinmassiv befindet sich in einem Umkreis, der von Schladming aus im Rahmen einer Tagestour erreichbar ist. Zur Dachstein-Seilbahn in der Nähe von Raumsau fährt ebenfalls ein Wanderbus aus dem Zentrum von Schladming.

Schladmings Hausberg: die Planai

Die Planai ist einer der Gipfel der Niederen Tauern oberhalb des Ortes und der Hausberg von Schladming. Hier befinden sich die bekanntesten Skipisten der Umgebung. Im Sommer kann man an der Planai eine Tagestour ins Zentrum der Niederen Tauern beginnen, eine gemütliche Runde auf dem kurzen, sogar für Kinderwagen geeigneten Panorama-Rundweg drehen oder einfach nur bei einem Kaffee im Restaurant an der Bergstation die Aussicht genießen. Diese wird hier vor allem von der monumentalen Südwand des Dachstein-Massivs bestimmt, das sich auf der gegenüberliegenden Seite der Enns bis in eine Höhe von fast 3000 Metern aufbaut. Für Kinder gibt es neben der Bergstation einen kleinen Abenteuer-Spielpark, das Hopsiland. Wer im Sommer etwas mehr Abenteuer sucht, kann mit dem Mountainbike einen der zahlreichen Downhill-Tracks runterbrettern, die an den Hängen der Planai eingerichtet wurden. Für die Bergfahrt sorgt die Seilbahn, die auch Fahrräder mitnimmt.

Untertal und Riesachfälle

Eine der schönsten Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung ist das Untertal, das sich von Schladming aus rund 14 Kilometer weit bis ins Herz der Niederen Tauern hineinzieht. Die Hauptsehenswürdigkeit im Untertal sind die Riesachfälle. Sofern man die beiden Stufen des Wasserfalls zusammenrechnet, handelt es sich um einen der höchsten Wasserfälle der Steiermark. Die Riesachfälle sind über einen recht steilen Wanderweg zugänglich, der an mehreren Aussichtspunkten vorbeiführt. Oberhalb der Riesachfälle kann man die Wanderung noch bis zum malerisch gelegenen Riesachsee oder bis zur Preintalerhütte fortsetzen.

Preuneggtal und Ursprungalm

Neben Untertal und Obertal bildet das Preuneggtal das dritte der Schladminger Tauerntäler. Die ins Tal hineinführende Straße endet nach rund 15 Kilometern an der 1600 Meter hoch gelegenen Ursprungalm, die sicherlich der schönste Talschluss in der Nähe von Schladming ist: Die urigen Almhütten sind weit auf einer grünen Wiese verstreut, umgeben von steilen Felshängen. Eine Halbtageswanderung führt hinauf zu den Giglachseen, die auf einem einfachen Spazierweg umrundet werden können