Reisfeld auf den Bergen in Mai Chau
Reisfeld auf den Bergen in Mai Chau, Bild: Phuong D. Nguyen / shutterstock

Mai Châu: malerische Berglandschaften Vietnams

Die vergleichsweise dünn besiedelte Region Mai Châu liegt im Norden Vietnams, gute 130 Kilometer von Hanoi entfernt. Mai Châu ist eine malerische Bergregion in der Provinz Hòa Bình. Die in weiten Teilen unberührte Natur und die atemberaubenden Bergpanoramen, die sich Reisenden beim Erkunden der Region öffnen, machen einen Besuch zum Erlebnis. Doch auch kulturell hat Mai Châu einiges zu bieten. Vor allem die für die Region charakteristischen, auf Pfeilern errichteten Häuser sind – gerade für Reisende aus der westlichen Welt – ein interessantes Kuriosum. Im folgenden Beitrag haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zu Mai Châu zusammengestellt.

Naturwunder erkunden: Wandern und Aktivurlaub in Mai Châu

Die Region Mai Châu ist ein Paradies für Naturbegeisterte und Aktivurlauber. In den Bergen der Region gibt es vielfältige Wander- und auch Radwege. Diese führen von den für die Region typischen Reisterrassen bis in vom Menschen weitgehend unberührte Waldstücke. Auch bei Radreisenden ist die Region Mai Châu in den letzten Jahren immer populärer geworden. Die beliebtesten Routen führen durch kleine Dörfer, wo oft auch Möglichkeiten zur Übernachtung bestehen. Teils werden von Reiseanbietern auch Trekkingtouren durch Mai Châu angeboten, bei denen vor allem die Übernachtung in den Dörfern bereits organisiert ist.

Alternativ gibt es ausgehend vom regionalen Hauptort, der Stadt Mai Châu, die Möglichkeit, zu Tagestouren aufzubrechen. Insbesondere für Radfahrerinnen und Radfahrer kann das eine attraktive Option sein, um die Region von einer festen Basis aus zu erkunden.

Da der Tourismus für die Region im Laufe der Jahre zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden ist, werden mittlerweile auch zahlreiche englischsprachige Touren angeboten, die Einblicke in die lokale Kultur und die Flora und Fauna bieten.

Ein Besuch in der Hauptstadt der Region

Blick auf Mai-Chau-Stadt
Blick auf Mai-Chau-Stadt, Bild: Phuong D. Nguyen / shutterstock

Die Hauptstadt der Region, Mai Châu Stadt, ist das kulturelle Zentrum der Region. Auch wenn die Stadt selbst nach europäischen Maßstäben eher beschaulich ist, gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten, die Kultur der Region kennenzulernen. Traditionelle Weber und vor allem Weberinnen gehen hier oft auf der Straße ihrem Handwerk nach. Auch der Markt der Stadt bietet Einblicke in die reiche Tradition Mai Châus. Lokale Kunsthandwerker bieten hier ebenso ihre Werke an, wie Bauern aus dem Umland der Stadt. Bei einem ausgedehnten Spaziergang durch die Straßen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das tägliche Leben der Einheimischen hautnah mitzuerleben. Auch Straßenkünstler, die musizieren oder sich anderen kunstfertigen Tätigkeiten widmen, gibt es hier häufig.

Die traditionellen, auf Pfählen errichteten Häuser der Region, sind aus dem Stadtbild von Mai Châu Stadt nicht wegzudenken. Diese Bauweise schützt die Häuser davor, in den feuchten Jahreszeiten aufgespült und beschädigt zu werden. Auch Restaurants und Gasthäuser mit Unterkünften für Reisende sind häufig so gebaut. Wer Mai Châu stilecht erleben will, versucht in einem solchen Haus unterzukommen.

Kulinarische Entdeckungen in Mai Châu

Die Küche Mai Châus ist so vielfältig wie Landschaft und Menschen der Region. Vor allem von der kulinarischen Tradition der beiden dominierenden Volksgruppen (den „White Thai“ und den „Black Thai“) geprägt, unterscheidet sich die Kochkunst hier zumindest teilweise von der in anderen Regionen Vietnams.

Die lokale Küche greift auf eine breite Palette unterschiedlicher Zutaten zurück. „Cơm Lam“ zum Beispiel ist ein lange in Bambus gegrillter Reis. Serviert wird er in der Bambushülle, aus der er dann auf dem Teller herausgeschält wird. Dazu wird traditionell ein würziger Dip aus gemahlenen Erdnüssen serviert. „Gà Đồi“, ein behutsam gegrilltes Hühnerfleisch, und „Thịt Lợn Xiên Nướng“, am Spieß gegartes und dann mariniertes Schwein, gehören in Mai Châu zu den populärsten Gerichten. Dazu gibt es eine je nach Jahreszeit variierende Auswahl grüner Gemüse, die entweder ebenfalls gegrillt oder teils auch gedünstet serviert werden.

Eine ganz besondere Spezialität der Region, die sicher nicht für alle Reisenden aus der westlichen Welt etwas ist, ist „Ve Sầu Chiên“. Dabei handelt es sich um Zikaden, die zunächst gefüllt und dann in heißem Fett frittiert werden. Daneben gibt es in der Region aber natürlich auch eine reiche Auswahl rein vegetarischer Gerichte, die bei Straßenhändlern und in Restaurants angeboten werden.

Auch wenn der Tourismus für die Region ein ökonomisch wichtiger Faktor ist, haben sich in Mai Châu bislang nur wenige Lokale auf die Bewirtung Reisender spezialisiert. Dadurch ist es nach wie vor möglich, als Besucher die kulinarische Kultur im unmittelbaren Austausch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zu erleben.

Nachhaltiger Tourismus: die Bedeutung von Öko-Reisen für Mai Châu

Der Tourismus ist für Mai Châu genau wie das übrige Vietnam im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Der Schutz der lokalen Landschaften und der Artenvielfalt ist für die Region damit von größter Bedeutung. Mit Unterstützung der Regionalregierung werden daher inzwischen zunehmend Reiseangebote vermarktet, bei denen der Naturschutz im Mittelpunkt steht. Wer als Reisender einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen möchte, hat hier also die Möglichkeiten, die eigene Reise entsprechend zu organisieren.