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Strand von Groemitz
Strand von Groemitz, Bild: Sina Ettmer Photography / shutterstock

Grömitz an der holsteinischen Ostseeküste

Die schon seit Jahrzehnten als gastfreundlicher Bade- und Ferienort bekannte wie beliebte Gemeinde Grömitz im sonnigen Südosten des Kreises Ostholstein ist ein traditionsreiches Seeheilbad im Herzen der Lübecker Bucht. Der wichtigste Publikumsmagnet ist der über 8 Kilometer lange Südstrand mit erstklassiger touristischer Infrastruktur, zahlreichen Hotels, Ferienhäusern und Appartementanlagen im Zentrum. Nur ein wenig weiter außerhalb liegt der wahrhaft paradiesisch ruhige „Lensterstrand“ mit mehreren Campingplätzen inmitten romantischer Dünenlandschaften und idyllischer Vogelschutzgebiete.

Eines der ältesten Seebäder an der deutschen Ostsee lohnt jederzeit einen Besuch

Als das damals noch recht verschlafene und beschauliche Fischerdörfchen bereits 1813 zu einem der ersten Seebäder an der deutschen bzw. holsteinischen Ostseeküste ernannt wurde, blickte der Ort schon auf eine über 600-jährige Geschichte dauerhafter Besiedlung zurück. Zunächst errichteten hier Angehörige westslawischer Stämme wahrscheinlich ab dem 9. oder 10. Jahrhundert ein per massiver Wallanlage befestigtes Wehrdorf namens „Groebeniz“, dessen Überreste sich heute teils im Wallmuseum in Oldenburg in Holstein befinden. Als ältestes erhaltenes Bauwerk vor Ort gilt hingegen die um das Jahr 1200 aus Feldsteinen errichtete evangelisch-lutherische Nicolaikirche in der Kirchenstraße, die im Dreißigjährigen Krieg vollständig ausbrannte und ihren spitzen Turm verlor. Zwischen dem frühen 14. und späten 15. Jahrhundert verlief die Entwicklung des Dorfes recht langsam und gemächlich. 1323 verkauften das Rittergeschlecht derer von Westensee bei Kiel ihre Besitzung an die Benediktinerabtei Cismar.

Im historischen Kloster vor den Toren der Stadt dreht sich heute alles um die Kunst

Grömitz Pier
Sonnenaufgang im Winter auf der Pier in Grömitz, Bild: Reiseschatzi / shutterstock

Das 1245 gegründete und 1561 im Zuge der Reformation in Holstein säkularisierte Kloster im heutigen Grömitzer Ortsteil Cismar mit aktuell ca. 800 Einwohnern war bis dato ein viel besuchter Wallfahrtsort. Seit 1987 beherbergt der weitläufige Gebäudekomplex im Norden von Grömitz eine Zweigstelle der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen. Hier finden im Winter regelmäßig gut besuchte klassische Konzerte statt. Bis zu über 80.000 Besucher zählt außerdem das überregional bekannte große Klosterfest samt Kunsthandwerkermarkt alljährlich Mitte August. An den etwa 150 Marktständen werden neben Kleidung, Schmuck und Geschenkartikeln auch Speisen und Getränke angeboten. Die Anlage des ehemaligen Klosters sowie dessen Kirche kann im Sommerhalbjahr jeweils mittwochs und sonnabends um 17.00 Uhr im Rahmen einer einstündigen Führung besichtigt werden. Nach vorheriger Anmeldung und Absprache sind geführte Besuche für größere Gruppen außerhalb dieser Zeiten möglich. Bestens verbinden lässt sich eine Besichtigung mit Wanderungen auf dem etwa 5 Kilometern langen Wanderweg bis zu nah gelegenen Ostsee.

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Wo einst der Seehandel mit Skandinavien blühte, machen heute Sportboote Station

Mindestens ebenso bedeutsam für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes Grömitz wie das Kloster Cismar war vom 14. und 17. Jahrhundert der natürliche lokale Tiefseehafen, in dem zahlreiche Frachtschiffe aus norddeutschen Hansestädten sowie aus Dänemark ihre kostbaren Waren löschten und an Land brachten. Nachdem der Grömitzer Hafen aufgrund örtlicher Sandbänke wie der noch immer als ertragreiches Angelrevier für Hechte, Forellen und Dorsche bekannte „Walkyriengrund“ nach und nach versandete, verlor der Fern- und Seehandel jedoch schnell wieder an ökonomischer Bedeutung. Gegen Ende der 1960er-Jahre wurde das brachliegende Hafengelände zum Sportboothafen mit zunächst 500 und nach einer Erweiterung zwischen 1990 und 1992 mit zurzeit 780 Liegeplätzen ausgebaut. Der moderne Jachthafen an der maritim gestalteten Erlebnispromenade bietet außerdem diverse gemütliche gastronomische Einrichtungen, einen Grillplatz, eine Katamaran- und Surfschule sowie beste Sicht auf das blaue Meer vor der Küste, in denen saisonal oftmals Regatten mit internationaler Beteiligung ausgetragen werden.

Hohe Wellen, lange Schiffe und viele nicht allzu wilde Tiere mitten in Ostholstein

Strand von Grömitz
Strand von Grömitz, Bild: Sina Ettmer Photography / shutterstock

Weitere beliebte und empfehlenswerte Ausflugsziele in und um Grömitz sind die fast 400 Meter lange Seebrücke samt Tauchglocke, das Erlebnisbad „Grömitzer Welle“ und der 27-Loch-Golfplatz, wo man sein Handicap mit Meerblick verbessern kann. Am Hafen befindet sich darüber hinaus die bereits 1912 gegründete Seenotrettungsstation Grömitz, wo seit 2021 der 28 Meter lange Seenotrettungskreuzer „Felix Sand“ für Notfälle parat liegt. Speziell für Familien mit Kindern sowie Tierfreunde sämtlicher Altersklassen bietet der im Jahr 1976 eröffnete und heute 10 Hektar große „Zoo Arche Noah Grömitz“ mit aktuell ca. 300 Tieren aus etwa 50 Arten viele interessante Impressionen. Bei den jüngsten Gästen sehr populär sind insbesondere die Seehundanlage sowie das Streichelgehege mit Ziegen und Eseln. Die zeitgemäße, mit einem Hektar Fläche großzügige Schimpansenanlage wurde in der Vergangenheit als ausgesprochen gelungen ausgezeichnet. In den dichten und grünen Wäldern rund um Grömitz stehen gleich zwei berühmte, weil uralte Eichen, die gerne als Wanderziele genutzt werden. Die etwa 300 Jahre alte Eiche am Hof Klostersee zwischen Cismar, Grönwohldshorst und Kellenhusen sowie die nicht weit entfernte, noch einmal 50 Jahre ältere 5-Mark-Eiche bei Guttau sind jeweils geschützte Naturdenkmäler.

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Ob zu Land oder zu Wasser: Grömitz und seine Umgebung bezaubern mit viel Natur

Im weiter oben bereits erwähnten sowie näher beschriebenen Ortsteil Cismar steht neben dem gleichnamigen früheren Kloster auch das 1979 eröffnete Naturkundemuseum „Haus der Natur“ mit Tausenden von Fossilien, Mineralien sowie speziell zahlreichen Mollusken (Weichtiere) wie Muscheln und Schnecken. In der Außenanlage des als pädagogisch wertvoll anerkannten Museums liegt ein Klostergarten nach mittelalterlichem Vorbild mit ca. 100 Arten bunt blühender sowie intensiv duftender Küchen- und Heilkräuter. Ebenfalls in unmittelbarer Umgebung der kleinen Ortschaft am Waldgebiet Fiekenhörn liegt das megalithische Großsteingrab Cismar aus der Jungsteinzeit, das häufig von Wanderern und Radlern aufgesucht wird. In den authentischen Nachbargemeinden von Grömitz wie in erster Linie Kabelhorst, Manhagen, Riepsdorf, Grube, Kellenhusen und Schashagen lässt es sich ebenfalls bestens spazieren. Wen es hingegen auf das offene Meer zieht, für den ist eine Ausflugsfahrt nach Fehmarn, Boltenhagen und Travemünde ab der Seebrücke in Grömitz genau das Richtige.