Durbuy – die kleinste Stadt Belgiens

Durbuy, Wallonien
Durbuy, die kleinste Stadt in Belgien, Bild: NAPA / shutterstock

Die Stadt Durbuy ist mit ihrer Größe das ideale Ziel für einen Wochenendausflug. Sie befindet sich in der belgischen Provinz Luxemburg und in den Ardennen. Ihre Lage macht sie zu einem attraktiven Startpunkt, um die Region mit ihrer reichhaltigen Geschichte und reizvollen Landschaft zu erkunden. Die Ortschaft Durbuy hat zwar seit dem 14. Jahrhundert das Stadtrecht, doch reicht in ihren Ausmaßen nicht an eine Stadt heran. Das macht ihren Charme aus. Sie ist übersichtlich und bietet zugleich zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Zu diesen zählt neben der historischen Altstadt die Ourthe, an deren Ufern sich Durbuy befindet. In der Nähe der Stadt liegen reizvolle Ausflugsziele wie Wéris oder Barvaux.

Altstadt und Gartenkunst in Durbuy

Altstadt von Durbuy
Altstadt von Durbuy, Bild: NAPA / shutterstock

Das Highlight in Durbuy ist die historische Altstadt. Die schmalen, gepflasterten Straßen führen an gepflegten Fachwerkhäusern und Resten der alten Stadtmauer vorbei. Kleine Geschäfte und Cafés sorgen für einen längeren Spaziergang als die Größe der Altstadt erwarten ließe. Sehenswert ist die Halle aux blés aus dem 16. Jahrhundert, die zu dem außergewöhnlichen Erbe der Wallonie zählt. Ursprünglich war sie eine Getreidehalle, dann ein Verwaltungsgebäude. Heutzutage beherbergt das Haus auf drei Etagen ein Museum für belgische Kunst. Die Rue Daufresne de la Chevalerie gilt als älteste Straße der Stadt und ist vollständig mit Kieseln aus der Ourthe gepflastert. Über der Altstadt liegt das Chateau d‘ Ursel, das Schloss von Durbuy. Das Schloss schafft ein pittoreskes Panorama, ist aber nicht zu besichtigen.

Sehenswert ist der Parc des Topiaires. Er liegt am Ufer der Ourthe und zeigt Formschnittfiguren. Die über 200 Figuren aus Buchsbäumen ziehen vor allem Familien an. Neben vielen Tierfiguren zeigen die Formbäume auch Menschen und Szenen und regen die Fantasie an. Der Besuch des Parks eignet sich für Freunde der Gartenkultur mit seinen Alleen, Beeten und Bäumen. Eine weitere Attraktion der Stadt ist der Homalius-Felsen oder auch Roche à la Falize. Zum einen ist er der höchste Punkt Durbuys. Zum anderen ist seine besondere Form ein beliebtes Fotomotiv. Wer sich nicht von dem malerischen See und den Wasserspielen ablenken lässt, entdeckt die unterschiedlichen Gesteinsschichten der Felsformation. Von der Altstadt aus führt eine Promenade zum Felsen.

Der historische Ortskern ist klein und die Wege zu den anderen Attraktionen der Stadt sind kurz. Dennoch lohnt sich für Besucher die Fahrt mit dem Touristenzug, dem Petit Train Touristique, da er für ausgezeichnete Ausblicke sorgt.

Durbuy kulinarisch oder auf dem Fluss entdecken

Schloss Durbuy
Schloss Durbuy, Bild: Sergey Dzyuba / shutterstock

Neben dem romantischen, mittelalterlichen Ambiente punktet Durbuy mit kulinarischen Spezialitäten. Dazu zählen beispielsweise die Flusskrebse, denen im Sommer ein eigenes Fest gewidmet ist. Es lohnt sich, vor dem Besuch der Stadt den Kalender zu prüfen. Im September stellt das Bier-, Brot- und Käsefest die lokalen Hersteller in den Mittelpunkt. Neben zahlreichen Ständen mit den örtlichen Spezialitäten umfasst das Fest Musik und andere Programmpunkte. Im Oktober findet regelmäßig ein Klassik-Festival statt und im Winter ein Weihnachtsmarkt.

Wer die Spezialitäten der Stadt probieren möchte, ist bei der Marckloff-Brasserie und der Manufaktur Saint-Amour richtig. In der Manufaktur entstehen Konfitüren, Sirupe und Gelees aus heimischen Früchten. In der Brasserie gibt es eine Mikro-Brauerei für das hier hergestellte Marckloff-Bier. Neben Einblicken in die Herstellung gibt es bei beiden Unternehmen die Möglichkeit, die Produkte zu probieren und zu kaufen.

Für mehr Bewegung und Aktivität sorgt der nahe gelegene Abenteuerpark Adventure Valley. Der Abenteuerpark profitiert von der umliegenden Natur und bietet Touren per Kajak und Mountainbike an. Ein Hochseilgarten und Entdeckertouren zählen zu den dort möglichen Aktivitäten. Auch abseits des Abenteuerparks lassen sich in Durbuy Kajaks ausleihen, um die Ourthe zu erkunden. Die Region bietet sich für ausgiebige Wander- und Fahrradtouren an.

Megalithe und Labyrinthe als Ausflugsziele bei Durbuy

Nur wenige Fahrminuten entfernt bietet die Umgebung von Durbuy romantische Natur mit zahlreichen Wanderwegen und sehenswerte menschengemachte Ausflugsziele. Nicht nur für Familien mit Kindern ist das Labyrinth in Barvaux unterhaltsam. Das Labyrinth aus Pflanzen ist so aufgebaut, dass sich zwischendurch ausruhen lässt. Zusätzlich gibt es neben dem großen Labyrinth andere kleinere Anlagen und Aktivitäten wie einen Barfußpfad.

Das Dorf Wéris und dessen Umgebung beeindrucken mit Megalithen und Hünengräbern. Bekannt ist Wéris vor allem für die gut erhaltenen und als Kulturerbe geltenden Dolmen und Menhire. Wer sich für diese steinzeitlichen Steinsetzungen interessiert, findet weitere Informationen im dort ansässigen Musée des Mégalithes. Auch der Dorfkern mit der typischen wallonischen Architektur ist einen Spaziergang wert.

Für kulinarisch Interessierte lohnt sich der Ausflug auf die Ziegenfarm Chèvrerie d’Ozo. Hier gilt es umweltbewussten und authentischen belgischen Käse und ihre Produzenten zu entdecken. Neben dem hofeigenen Käseverkauf lässt sich der Bauernhof mit den Ziegen erkunden. Zusätzlich werden Führungen durch die Molkerei angeboten.

Wer nicht nur ein Wochenende für Durbuy Zeit hat, findet in der Umgebung zahlreiche weitere historische Ausflugsziele der Ardennen und geologische Attraktionen wie Höhlen und Felsformationen. Die mehr als zehn Dörfer im Umkreis von Durbuy bieten Entschleunigung und typisch wallonische Architektur.

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