Dugi Otok: Die „Lange Insel“ ist eines der ältesten Siedlungsgebiete in Dalmatien

Dugi Otok, Kroatien
Dugi Otok: Eine traumhafte Natur, Bild: Ilija Ascic / shutterstock

Bei Ausgrabungen 2011 in einer Höhle gefundene Überreste menschlicher Knochen aus der frühen Mittelsteinzeit belegen, dass Dugi Otok als die mit 114 km² Fläche größte der Zadarischen Inseln vor der dalmatinischen Küste bereits vor ca. 11.000 Jahren vermutlich dauerhaft besiedelt war. Seinen Namen trägt das etwas über 44 Kilometer lange sowie knapp 5 Kilometer breite Eiland nur wenige Kilometer westlich von und vor der kroatischen Hafenstadt Zadar aufgrund seiner dementsprechend charakteristischen Form.

Die meisten der aktuell ca. 2.900 Einwohner der Insel leben in den größten Städten und Gemeinden an der dem Festland zugewandten Ostküste. Die steile, stark zerklüftete sowie dem offenen Meer zugewandte Westküste ist hingegen deutlich dünner besiedelt. Als gastfreundliches Urlaubsziel beliebt ist Dugi Otok vor allem aufgrund seiner fast noch gänzlich unberührten maritimen Natur mit wunderschönen Landschaften. Besonders bekannt sowie im Sommer gut besucht ist der 70 km² große Naturpark Telašćica im südöstlichen Teil, über dessen Bucht sich 25 kleine Strände und der therapeutisch genutzte Salzsee von Mir erstrecken.

Nicht nur Delfine, Falken und Esel fühlen sich in der Natur der Insel „pudelwohl“

Sali, Dugi Otok
Der kleine Ort Sali liegt im südöstlichen Teil der Insel Dugi Otok, Bild: xbrchx / shutterstock

Der Naturpark wird landschaftlich auch von bis zu über 160 Meter hohen Klippen geprägt, von denen man fantastische Fernsicht über das Meer und kroatische Festland sowie die südlich benachbarte Inselgruppe der Kornaten hat. Auf und in den Klippen nisten Falken, die Gewässer vor den Felsen werden von Krebsen, Korallen, Seeigeln und Schwämmen bevölkert. Mit etwas Glück bekommen Besucher auch direkt vor der Küste schwimmende Delfine zu Gesicht, im Park gibt es auch eine kleine Eselauffangstation: Esel waren früher ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens auf Dugi Otok. Die Bucht von Telašćica wird oft als die schönste ihrer Art an der Adria gerühmt, die wirklich spektakulären Klippen, das azurblaue Wasser und die teils winzigen Inseln ergeben ein einzigartiges Panorama, das sich perfekt für ein gemütliches Picknick an einem schattigen Plätzchen empfiehlt. Der durch mehrere unterirdische Kanäle mit dem Meer verbundene Mir-See ist ein weiteres Naturdenkmal. Dieser Salzwassersee ist im Sommer wärmer als das Meer und im Winter kälter, die Wassertemperatur kann im Laufe des Jahres zwischen 33 und 5 Grad Celsius schwanken.

Die fast menschenleere Westküste ist ein perfektes Refugium für Ruhesuchende

Zwei der schönsten und bekanntesten Sandstrände auf Dugi Otok sind ohne Zweifel der recht abgelegene Saharun-Strand im Nordwesten der Insel, dessen goldfarbener Sand mit türkisfarbenem Wasser kontrastiert und der mindestens ebenso malerische Strand Veli Žal bei Dragove ein wenig weiter südlich. Der auch in der sommerlichen Hauptsaison recht ruhige Strand Saharun in der Nähe der Nordspitze der Insel bei den beiden Dörfer Božava und Veli Rat ist noch ein Geheimtipp und eignet sich somit besonders gut für Familien mit Kindern. Die dunkelgrünen Pinienwälder rund um die Bucht bieten Schatten und Schutz vor der heißen Sonne, der Strand fällt flach in Richtung Meer ab.

Von Juni bis September öffnen zwei Strandbars, die auch Liegen und Sonnenschirme vermieten, und jenseits des abgesperrten Badebereichs liegen oft Segelboote vor Anker. In dieser Zeit verkehrt auf der ca. 4 km langen Strecke von Božava nach Saharun eine Schmalspurbahn. Ansonsten gibt es keine Bebauung, der nächste Parkplatz ist diskret hinter einem Kiefernwald versteckt. Der Sand- und Kieselstrand von Veli Žal liegt gegenüber der Insel Mežanj und ist ähnlich ruhig und so gut wie nie überlaufen. Hier wird das Wasser etwas schneller tiefer, Speisen und Getränke gibt es ebenfalls saisonal an einer kleinen Strandbar.

Das Meer rund um Dugi Otok ist auch ein begehrtes Segel- und Tauchrevier

Leuchtturm Veli Rat, Dugi Otok
Der bekannte Leuchtturm Veli Rat, Bild: Ilija Ascic / shutterstock

Nicht weit entfernt von diesen beiden Stränden befindet sich auch an die Bucht Brbinjšćica südwestlich der Stadt Brbinj im Nordosten, die als einer der sichersten Ankerplätze und besten Orte zum Tauchen auf Dugi Otok gilt. Viele Gäste und Besucher zieht der Strand von Veli Rat in der Čuna-Bucht im Norden an, die beiden kleinen sowie bestens für Kinder geeigneten Kiesstrände sind von großen und Schatten spendenden Kiefern umgeben. Hier gibt es auch eine Strandbar und sanitäre Einrichtungen sowie Campingplätze ganz in der Nähe. Häufig als Ausflugsziel und Fotomotiv gewählt wird der Leuchtturm von Veli Rat aus dem Jahr 1849, der mit seinen 42 Metern der höchste Leuchtturm an der kroatischen Küste ist und über 200 spiralförmige Stufen erklommen werden kann. Gleiches gilt für die geheimnisvolle Tropfsteinhöhle Strasna Pec zwischen den Ortschaften Savar und Luka in der man sich von der Hitze über der Erde bei geführten Besichtigungen abkühlen kann. An der Südspitze des Salzsees Mir wiederum liegt der Strand von Lojišće ohne jegliche Gastronomie und touristische Infrastruktur, dafür aber mit traumhaften Schlafplätzen unter dem funkelnden Sternenhimmel.

Ob per pedes, mit dem Auto oder Rad: Auf der Insel gibt es viel zu entdecken

Die authentischen Dörfer und Gemeinden auf der Insel bieten sich hervorragend für kleine Ausflüge und Tagestouren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Mietwagen an. Sali ist mit aktuell ca. 750 Einwohnern die größte Siedlung der Insel und das Tor zum Naturpark Telašćica, hier legen die Fähren aus Zadar an. Luka liegt am Berg Vela Straža, dem höchsten Gipfel auf Dugi Otoki und der Bucht von Boka und ist für seinen Heilschlamm bekannt. Savar verfügt über eine malerische Kirche am Ende einer kleinen Halbinsel, in der Umgebung gibt es viele Steinbrüche. Brbinj zwischen den Buchten Jaz und Lučina liegt inmitten von dichten Olivenhainen. Božava mit seinen Pinienwäldern ist ein beliebtes Touristenziel mit zahlreichen Unterkünften. Nicht weit entfernt vom Ort befinden sich die früheren U-Boot-Bunker der ehemaligen jugoslawische Volksarmee, die in die Felsen gebaut wurden. Die Bucht Pantera bei Verunić ist unter Tauchern wegen eines Schiffswracks beliebt.