Der globale Medizintourismus boomt

Medizintourismus
Der Medizintourismus boomt, Bild: AHMAD FAIZAL YAHYA / shutterstock

Die Branche des Medizintourismus verzeichnete in den letzten Jahren einen Anstieg von bis zu 30%. Das liegt zum einen daran, dass das Fliegen immer günstiger und einfacher geworden ist. Zudem haben sich Regierungen und das Gesundheitswesen auf ausländische Patienten eingestellt. Es gibt, ähnlich wie bei dem Pauschalurlaub, Komplettpakete mit Visa, Transport, Beratung, Übersetzern und allem was, dazu gehört. Die größten Vorteile sind jedoch sicher, dass sich durch medizinische Behandlungen im Ausland viel Geld sparen lässt und man zusätzlich ein paar entspannte Tage erleben kann. Wieso nicht die Zahnbehandlung in der Türkei durchführen lassen und anschließend am Strand die Seele baumeln lassen?

Heilender Urlaub

Wer einen medizinischen Eingriff vornehmen lassen muss oder in den Vorteil von geringeren Preisen für kosmetische Behandlungen kommen will, kann dies mit einem erholsamen Urlaub verbinden. Oftmals ist dieser Gesundheitsurlaub dann immer noch günstiger als die Behandlung hierzulande. Es gibt mehrere Gründe, warum sich Menschen für den Medizintourismus entscheiden. Zu unterscheiden ist hier, ob es sich um einen rein kosmetischen Eingriff oder präventive Maßnahmen handelt (Gesundheitstourismus) oder ob die Behandlung aus medizinischer Sicht notwendig ist (Medizintourismus). In letzterem Fall kommt Europäern zugute, dass neuerdings auch notwendige Behandlungen in der Union von den heimischen Kassen übernommen werden. Dazu bedarf es in vielen Ländern nicht einmal mehr einer Zusatzversicherung.

Warum es sich lohnen kann die Grenze zu überqueren?

Menschen haben schon zu Urzeiten für ihre Heilung weite Wege aufgenommen. Die Kneippkur Bäder sind wohl eines der ältesten und bekanntesten Beispiele für den Medizintourismus. Auch damals fuhren Menschen an die “heilende Seeluft” oder in die Berge. In dieser Zeit waren es in erster Linie die Städter, die sich von der unberührten Natur und Behandlungen in eben solcher Umgebung die gewünschte Heilung versprachen. Heute hingegen erstreckt sich das Gebiet des Medizintourismus um den ganzen Planeten. Mal eben zum Zahnarztbesuch in die Türkei und dann noch ein Kurzurlaub an der Mitelmeerküste. Das ist für immer mehr Menschen nichts Absurdes, sondern ganz normal. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für eine Behandlung im Ausland.

Medizintourismus Türkei
Nach der OP am Strand entspannen, Bild: Denis Belitsky / shutterstock

Ganz oben stehen natürlich der Kostenfaktor und die Erholung weitab vom heimischen Trubel. Besonders traditionell Heilmethoden sind oft nur im Heimatland verfügbar. Ayurveda in Indien, die chinesische Heilkunst oder auch das Wattenmeer. Wer sich also nach alternativen Therapien umsieht, kommt um eine Reise nicht umhin. Zudem sind nicht alle der Medizin zur Verfügung stehen Methoden auch in allen Ländern anerkannt oder sogar erlaubt. Großes Stichwort hier ist die Fruchtbarkeitsbehandlung. Hier sind die Normen in Deutschland beispielsweise anders als in den skandinavischen Ländern. Das Gleiche gilt für Abtreibungen. Diese sind nicht überall in der EU legal. Und dann gibt es natürlich noch den Schönheitsurlaub.

“Der Urlaub hat dich 10 Jahre jünger gemacht!”

Deutschland ist für viele Ausländer ein attraktives Ziel für medizinische Eingriffe. Dank der hohen Standards und sehr guten Fachkräften ist es beliebt bei Gesundheitstouristen (besonders aus den Golfstaaten und den USA). Im europaweiten Vergleich ist Deutschland neben Österreich und der Schweiz eines der teuersten Länder. Das trifft auch auf kosmetische Behandlungen und präventive Maßnahmen zu. Vieler dieser Anwendungen werden vom deutschen Gesundheitssystem nicht übernommen und auch Stars fahren beispielsweise für ihre Haartransplantation ins Ausland. Ganz oben auf der Liste für kosmetische Eingriffe steht die Türkei, Spanien, Polen und die Tschechei (europaweit am günstigsten). Die Verjüngungskur in einer ausländischen Klinik ist daher heute ein Thema, dass nicht mehr tabuisiert wird, sondern eher mit Stolz ins Urlaubsalbum gepostet wird.

Die Motivation bestimmt das Urlaubsland

Welches Land, welche Klinik und welcher Arzt, das sind alles Fragen, die länderspezifisch beantwortet werden sollten. Das ist gar nicht so anders wie bei jedem anderen Urlaub. Wer es gerne exotisch mag, sollte sich in Asien umschauen. Wer Berge und mildes Klima bevorzugt, kann das in den italienischen Alpen oder auch im Ural-Gebirge finden.

Beim Medizintourismus kommt noch die Frage der Akkreditierung des Arztes und der Einrichtung hinzu. Um sich im Vorfeld zu informieren, stehen soziale Medien und das Internet zur Verfügung. Allerdings gibt es dank der großen Nachfrage mittlerweile Berater, die ein großes Portfolio von Kliniken und Ärzten haben. Diese haben Erfahrung und können mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der gute Ruf eilt dem guten Mediziner und seiner Einrichtung voraus. Es empfiehlt sich bei größeren Eingriffen dennoch immer auch ein bisschen eigene Recherche zu betreiben.

Zu oft hört man von der verpfuschten Schönheits-OP. Die dabei entstehenden Schäden werden dann auch oft von der heimischen Kasse nicht übernommen und die Betroffenen bleiben auf den Kosten sitzen und die Korrektur ist mit einem Leidensweg verbunden. Es gibt Organisationen, die Ärzte und Kliniken akkreditieren. Diese Standards gelten weltweit und sind verlässliche. Es lohnt sich also etwas genauer hinzuschauen. Neben dem Kostenfaktor und dem Klima sollte bei einer Medizinreise also auch immer auf die Sicherheit geachtet werden.

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