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Mukteshvara Tempel, Bhubaneswar
Mukteshvara-Tempel in Bhubaneswar, Bild: O'SHI / shutterstock

Bhubaneswar – die Stadt der Tempel

Bhubaneswar ist die Hauptstadt und auch zugleich die größte Stadt des Bundesstaates Odisha, der in Ostindien liegt. Sie gilt als „die Stadt der Tempel“, da sie rund 35 alte und hunderte neue Hindutempel besitzt, die zumeist dem Hindu-Gott Shiva geweiht sind. Die Einwohneranzahl liegt bei etwa 850.000 und besteht zu zirka 95% aus Hindus, 3% aus Moslems und der Rest setzt sich aus Christen, Buddhisten, Jains und Sikhs zusammen. Wie generell in Indien üblich, ist auch hier die männliche Bevölkerung um 10% stärker vertreten. Die Regionalsprachen sind Odia, Englisch und Hindi.

Bhubaneswar liegt am Westufer des Mahanadi-Rivers, der sich über eine Länge von knapp 850 Kilometer durch Ostindien schlängelt. Mit einer Größe von 135 km² misst die Stadt der Tempel nicht einmal ein Fünftel von Berlin oder die Hälfte von Wien. Das Klima der Stadt ist, wie für Indien üblich, sehr warm. Selbst in den Wintermonaten November bis Februar bewegen sich die Tageshöchsttemperaturen bei etwa 30°C.

Bhubaneswar am Puls der Zeit

Nach 1990 wurde viel Zeit in die Modernisierung der Stadt gesteckt und eine große Anzahl an kleinen und mittleren Unternehmen hat sich angesiedelt. 2014 wurde die Stadt sogar als bester Unternehmensstandort Indiens eingestuft. Der Flughafen Bhubaneswar ist der einzige in der Region und wurde 2013 als bester Flughafen von Indien ausgezeichnet. Der Hauptbahnhof liegt an der wichtigen Strecke Haora und Kalkutta nach Chennai und verfügt somit über Verbindungen nach Mumbai, Delhi und Hyderabad. Auch im Bereich der Ausbildungen ist Bhubaneswar stark besetzt und kann gleich drei Universitäten, darunter auch die Utkal Universität, vorweisen. Letztere wurde 1943 gegründet und ist somit die älteste Universität von Odisha.

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Eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten

Bhubaneswar bietet für jeden etwas. Egal ob man an Kultur interessiert ist, gerne wandert oder einfach nur die Seele baumeln lassen möchte! Zu den kulturellen Höhepunkten zählen sicher der Konark-Sonnentempel und der Rajarani-Tempel aus Sandstein, erbaut im 12. Jahrhundert. Ebenso darf man sich den Brahmeshwar-Tempel, den Mukteshwar-Tempel und den Lingaraj-Tempel, der auch als der größte Tempel von Bhubaneswar bekannt ist, nicht entgehen lassen. Alle wurden im 9. und 10. Jahrhundert erbaut und sind ein kostbarer Schatz der indischen Geschichte, sowohl im architektonischen als auch im mythologischen Sinn. Typisch für die meisten Tempel ist der steilaufragende Turmaufbau und die Gliederung in einen Sanktumsbereich mit einem Kultbild und einer Versammlungshalle, die sich davor befindet.

Neben zahlreichen Tempeln gilt es aber auch das Odisha State Museum zu betrachten. Es zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Museen ganz Indiens. Hier lassen sich einzigartige Skulpturen aus allen Teilen des Landes betrachten, sowie Schrifttafeln und Münzen aber auch Präparate ausgestorbener und bedrohter Tiere und kunsthandwerkliche Erzeugnisse wie Musikinstrumente und Textilien. Seit 2018 gibt es auch das Odisha Crafts Museum, das sich, auf acht Räume verteilt, den verschiedenen Arten von Handwerkskunst verschrieben hat. Das Besondere hier ist, dass die Gebäude im Stil traditioneller Hütten errichtet worden sind. Die Wände sind mit Gemälden verziert und auf den Dächern sitzen Figuren aus Ton.

Immer für einen Ausflug zu haben

Odissi-Tänzerin
Odissi-Tänzerin, Bild: ShaikhMeraj / shutterstock

Für einen Ausflug bieten sich vor allem die Dhauli Giri Hills an. Sie sind für ein über 2000 Jahre altes Felsedikt des Kaisers Ashoka bekannt, welches mittlerweile mit einem zum Großteil aus Glas bestehenden Bau geschützt wird. Nur ein paar Meter darüber findet man eine Felskuppe, aus der der vordere Teil eines Elefanten herausgearbeitet worden ist. Man vermutet, dass diese Skulptur eine der ältesten noch erhaltenen Skulpturen in ganz Indien ist. Ebenso ein absolutes Highlight ist der Shanti-Stupa, der im Jahr 1972 erbaut worden ist und von breiten Treppenfluchten gesäumt wird und beeindruckende Statuen beherbergt.

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Ein weitere Attraktion stellen sicherlich die Udayagiri- und Khandagiri-Höhlen dar. Sie gehören zu den ältesten Höhlenklostern von Indien und befinden sich in einem felsigen Gelände etwas außerhalb von Bhubaneswar. Mit einem Taxi sind sie aber sehr gut zu erreichen. Der gesamte Komplex umfasst etwa 33 Höhlen und lässt sich, auf Grund der Nennung von Herrschernamen in Form von Inschriften, bis ins 2. und 3. Jahrhundert vor Christus zurückdatieren.

Mit einer kurzen Busfahrt lässt sich auch der Chausath-Yogini-Tempel erreichen. Dieser zeugt von einem matriarchalen Götterkult und zeigt mehr oder weniger gut erhaltene Statuen von 60 weiblichen Gottheiten.

Auch der Gaumen braucht einmal Urlaub

Nicht nur die unzähligen Tempel, sondern auch die einzigartigen Gerichte machen den Urlaub in Bhubaneswar unvergesslich. Starten wir die Gaumenreise mit Dalma, einem einfachen aber sehr leckeren Linsengericht. Weiter geht es mit Chungdi-Malai, sodass auch Nicht-Vegetarier auf ihre Kosten kommen. Das Garnelen-Curry besticht durch eine gelungene Mischung aus Curry, Kokosmilch, Ingwer, Zimt und rotem Chilipulver. Neben schmackhaften Currys sind auch zahlreiche Desserts eine Spezialität rund um Bhubaneswar. Chhena Poda ähnelt einem Käsekuchen und besteht aus Grieß, Rosinen, Zucker, zerbröckeltem Paneer, Mandeln und Cashewnüssen. Auch Rasabli muss unbedingt probiert werden. Die kleinen donutförmigen Tikkis werden aus Hüttenkäse, Mehl, Grieß und Zucker zubereitet und dann goldbraun gebraten und in eingedickte Milch eingelegt. Eine wahre Gaumenfreude!