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Aveiro in Portugal
Aveiro besitzt genauso eine romantische Strahlkraft wie Venedig, Bild: DaLiu / shutterstock

Aveiro: Zwischen Jugendstilbauten, portugiesischen Azulejos und verwunschenen Kanälen

Die portugiesische Stadt Aveiro wirkt romantisch und erinnert ein wenig an Venedig. Das ist kein Wunder, denn Aveiro ist voller Kanäle, über die bunt angemalte Holzboote schippern, die Moliceiros. Aveiro liegt direkt an der Lagune Ria de Aveiro. Noch heute wird hier Salz abgebaut. Der Salzabbau ist nicht nur charakteristisch für Aveiro, er begründete auch den einstmaligen Reichtum der Stadt. Daneben besticht Aveiro mit herrlich anzusehenden Jugendstilbauten, erhabenen Kirchen und einem verwunschen wirkenden Fischerviertel, das nur so strotzt vor Ursprünglichkeit. Zudem ist Aveiro eine junge Stadt. Die 1973 gegründete Universität Aveiros verfügt über einen hervorragenden Ruf und zieht viele junge Menschen in die Stadt. Außerdem liegt Aveiro nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt. Nach ausgiebigem Sightseeing lässt sich der Besuch der Stadt also prima mit einem Strandurlaub kombinieren.

Aveiros Kanallandschaften von einem traditionellen Moliceiro aus erleben

Rio Vouga, Aveiro
Der Rio Vouga in Aveiro, Bild: portumen / shutterstock

Wer die rund 80.000 Einwohner umfassende Stadt Aveiro besucht sollte unbedingt eine Kanalrundfahrt machen. Diese unternimmt man ganz klassische auf einem der traditionellen Fischerboote. Damit geht es über gleich drei Kanäle, die die komplette Altstadt durchfließen. Vom Boot aus hat man einen herrlichen Blick auf die fein verzierten und meist pastellfarbenen Jugendstilhäuser, die entlang der Kanäle aufgereiht sind. Daneben sind die ursprünglichen Fischerboote, also die Moliceiros, eine Sehenswürdigkeit für sich. Sie sind allesamt reich verziert und bunt mit zahlreichen Motiven bemalt. Es lohnt sich also durchaus auch ein Blick auf die während der Fahrt an einem vorbeiziehenden anderen Moliceiros zu werfen, denn jedes von ihnen ist ganz einzigartig bemalt und gestaltet.

Ein Spaziergang durch die malerische Altstadt Aveiros

Doch nicht nur vom Boot aus sondern auch zu Fuß lässt sich Aveiro bestens erkunden. Die Altstadt ist geprägt von einer aufregenden Mischung aus urbaner Lebendigkeit, Fischereitradition mit buntem Markttreiben und wundervoller Architektur. In der Mitte der Stadt befindet sich der seit mehr als 100 Jahren betriebene Fischmarkt Mercado do Peixe. Er ist in einem festen Gebäude untergebracht und dient nicht nur dem Handel mit Fisch und weiteren Meerestieren. Im Obergeschoss des Mercado do Peixe können frisch zubereitete Fischgerichte genossen werden.

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Weiter geht es dann zum Praca de Rossio, wo die interessantesten Jugendstilbauten Aveiros aneinandergereiht sind. Sehenswert sind zum Beispiel das Coreto do Parque Municipal Infante Dom Pedro und das Edíficio da Casa dos Ovos Moles. Ovos Moles sind übrigens eine kulinarische Spezialität, die es nur in Aveiro gibt und die man einmal im Leben unbedingt probiert haben sollte. Dabei handelt es sich nicht, wie die direkte Übersetzung ins Deutsche vielleicht versprechen möchte, um weiche Eier, sondern um eine Süßigkeit. Sie wird aus Eigelb und viel Zucker angerührt. Die dabei entstehende Masse füllen die Konditoren in eine Art Hülle aus Oblatenteig ab, die meist wie Muscheln, Fische oder andere maritime Motive gestaltet ist. Zu kaufen gibt es die Ovos Moles in Aveiro an jeder Ecke.

Die vielfältigen Museen Aveiros

Kathedrale von Aveiro
Kathedrale von Aveiro, Bild: Sergio Gutierrez Getino / shutterstock

Aveiro hat gleich mehrere sehr interessante Museen zu bieten, die allesamt einen ausgiebigen Besuch lohnen. Beginnen sollte man mit dem Museu de Aveiro, in dem es in erster Linie sakrale Kunst zu sehen gibt. Es ist im ehemaligen Kloster Mosteiro de Jesus untergebracht. Alleine die Räumlichkeiten des aus dem Jahre 1458 stammenden Kloster sind einen Besuch wert. Neben Gemälden, die vornehmlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen, können hier traditionelle portugiesische Fliesen, Schnitzereien, Gewänder und Schmuckgegenstände besichtigt werden. Im Museu da Vista Alegre dreht sich alles ums Porzellan. Das Museum befindet sich in der zugehörigen Porzellanfabrik Vista Alegre, die weit über die Grenzen Portugals hinaus bekannt ist. Gezeigt werden frühe Werkstücke aus der Fabrik, filigran gestaltete Einzelstücke aus Porzellan sowie Werkzeuge und Maschinen, die über die Jahrhunderte zur Herstellung des Porzellans verwendet wurden. Maritim geht es schließlich im Museu Marítimo de Ílhavo zu. Ausgestellt werden alte Moliceiros, maritime Navigationsapparate und interessante Muschelfundstücke aus der Region.

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Aveiro und das weiße Gold

Aveiro ist vor allem durch die Gewinnung von Meersalz wohlhabend geworden. Wer sich näher über die Geschichte des Salzabbaus in Aveiro informieren möchte besucht die Salinas de Aveiro, die von der Altstadt aus nach einem kurzen Spaziergang fußläufig zu erreichen sind. Der Weg dorthin ist bestens ausgeschildert. Die Salinas de Aveiro sind heute vor allem ein Freilichtmuseum. Früher natürlich wurde hier Meersalz in großen Mengen gewonnen. Ein Rundgang über das Gelände dauert rund 45 Minuten und man erfährt dabei allerhand über die Geschichte und Tradition der Meersalzgewinnung. Es wird detailliert erklärt welche Arbeitsschritte dazu nötig sind, und was das Meersalz, sowie dessen Abbau, für das Ökosystem Meer bedeutet. In ganz Aveiro gibt es übrigens hier abgebautes Meersalz zu kaufen.

Die prächtigen Azulejos Aveiros

In Aveiro gibt es eine ganze Reihe an sehenswerten Kirchengebäuden. Besonders schön ist zum Beispiel die Igreja da Misericórdia. Sie liegt mitten in der Altstadt und wurde zum Ende des 16. Jahrhunderts hin erbaut. Sie ist bekannt für die Ausstattung und Fassadengestaltung mit den traditionellen weiß-blauen Azulejos, den traditionellen portugiesischen Fliesen. Ähnlich schöne Fliesenarbeiten können Besucher auch in der Kirche Nossa Senhora da Apresentação besichtigen. Wer nicht ohnehin mit dem Zug anreist sollte unbedingt einen Abstecher zum Bahnhof machen, denn dort gibt es weitere atemberaubende Bilder aus Azulejos zu bestaunen.