Johannesburg – das pulsierende Herz Südafrikas

Skyline Johannesburg

Johannesburg, oder von den Einheimischen auch „Joburg“ genannt, ist nicht nur die größte Stadt Südafrikas, sondern auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des Landes. Heute leben in Johannesburg und Umgebung knapp 10 Millionen Menschen.

Bis 1886 war Johannesburg übrigens noch eine unbedeutende Wüstensiedlung, bis der Europäer Gergio Harrison unter der Stadt eine bedeutende Goldader entdeckte, welche der Region in den kommenden Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte und Johannesburg auch den Beinamen „Stadt des Goldes“, bescherte. Die Goldgräbervergangenheit ist in der Stadt allgegenwärtig. Vor den Stadttoren kann noch eine ehemalige Goldmine besichtigt werden.

Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Johannesburgs

Stadtviertel Maboneng

Johannesburg
Bild: Luis César Tejo / shutterstock

Das Stadtviertel Maboneng, im Osten der Stadt gelegen, ist das vermutlich coolste Stadtviertel Johannesburgs. Ein idealer Ausgangspunkt, um die diverse Kultur und bewegte Vergangenheit dieser afrikanischen Metropole zu erkunden. Einst galt Maboneng als einer der gefährlichsten Orte in Johannesburg. Heute ist es eines der sichersten Viertel, in dem sich Touristen in der Regel auch nach Einbruch der Dunkelheit noch sicher bewegen können.

Maboneng ist zum Trend-Viertel mit hippen Restaurants und Cafés geworden und lädt zum Spazieren und Entdecken ein. Besonders empfehlenswert ist der Arts on Main Food and Design Market. Quasi die Quelle der Gentrifizierung des Viertels, auf dem man von Antiquitäten bis zu Falafel-Sandwiches alles erwerben kann.

Gold Reef City

Gold Reef City
Gold Reef City, Bild: Nataly Reinch / shutterstock

Die Kleinstadt Gold Reef City ist ein Nachbau Johannesburgs während der Zeit des Goldrausches in der Region und steht direkt neben einem tatsächlichen Goldbergwerk. Besondere Highlights in Gold Reef City schließen unter anderen eine Nachbildung der Wohnquartiere der damaligen Arbeiter, eine Brauerei, Restaurants, ein Hotel und eine viktorianische Kirmes ein. Ein kleines Museum erzählt zudem anschaulich die Geschichte der Goldgräber in Südafrika und welchen Einfluss sie auf das Land hatten.

Johannesburg Zoo

Wer es vielleicht nicht bis in den Krüger Nationalpark schafft oder die Tiererkundung gerne etwas einfacher gestalten möchte, der ist im Johannesburger Zoo genau richtig. Hier finden sich mehr als dreihundert verschiedene Tierarten, darunter auch einige sehr seltene exotische Exemplare. Das Augenmerk wird hauptsächlich auf afrikanische Tiere gelegt. Zu allen Tieren gibt es interessante Informationen und bei einem Rundgang kann man mehr über die Tiere Südafrikas, ihre Besonderheiten und Gefährdung, lernen.

Apartheid Museum

Apartheidmuseum, Johannesburg
Der Eingang des Apartheid-Museums, Bild: Gil.K / shutterstock

Ein absolutes Muss für Geschichtsinteressierte Johannesburg Besucher ist das Apartheid Museum. Dieses thematisiert den dunklen und noch nicht allzu weit zurückliegenden Teil der Rassentrennung in Südafrika. Schon beim Betreten des Museums wird ein beklemmendes Gefühl erzeugt – Es gibt einen Eingang für Weiße und einen speziell für Schwarze.

Die Exponate beinhalten Foto- und Filmaufnahmen, aber auch Briefe und Dokumente und erzählen so die Geschichte der Rassentrennung. Auch wenn einige Filmaufnahmen, zum Beispiel von der Niederschlagung des Schüleraufstandes in Soweto 1976, teilweise sehr grafisch sind, ist ein Besch im Apartheid Museum informativ und empfehlenswert.

Fahrradtour durch Soweto

Johannesburg, Orlando Towers
Die Orlando Towers, ein stillgelegtes Kraftwerk in Soweto. Bild: Gil.K / shutterstock

Das in den Medien häufig als gefährlicher Slum dargestellte Viertel Soweto ist die größte Township-Siedlung des Landes und liegt etwa 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Es ist das Zuhause von etwa 3 Millionen Menschen und wird am Besten bei einer Fahrradtour entdeckt.

Es gibt verschiedene Anbieter, die ihre Gäste auf eine Tour durch das Viertel mitnehmen und einen Einblick in das Leben der Townships geben. Häufig werden dabei auch echte Wohnungen besichtigt, originales Streetfood verköstigt und manchmal sogar ein lokales Sportevent oder ähnliches besucht. Auch das ehemalige Haus Nelson Mandelas befindet sich in Soweto. Dieses ist heute Zeuge des Grauens der Apartheid.

Constitution Hill

Das ehemalige Gefängnis Constitution Hill ist heute ein Museum und eine Gedenkstätte für die Auswirkungen und unmenschlichen Verhältnisse während der Zeit der Apartheid in Südafrika. Bei einer Tour durch die alten Räume erfahren die Besucher wissenswerte Informationen zu den ehemaligen Häftlingen. Zu diesen gehörten auch Mahatma Gandhi und Nelson Mandela. Man erfährt einiges über die Haftbedingungen und dem Grauen, welche hier seinerzeit passierten.

Direkt neben dem Gefängnis befindet sich das Verfassungsgericht Südafrikas. Wenn nicht grade eine Verhandlung stattfindet, können die Gerichtssäle ebenso besichtigt werden.

Liliesleaf

Etwas außerhalb der Stadt, in Rivonia, liegt die Liliesleaf Farm. Sie diente einst der verbotnenen ANC als geheimes Hauptquartier und war Zentrale der Protestpartei, bevor sie am 11.07.1963 von der Polizei gewaltsam gestürmt wurde. Heute wirkt der Ort als Freilichtmuseum und bietet neben einer großzügigen Parkanlage auch das alte Farmhaus und das Nebengebäude, in dem sich einst Nelson Mandela versteckte, zur Besichtigung an. Im Gebäude gibt es eine Ausstellung über die Apartheid, auf dem Gelände befindet sich auch noch ein Café.

Die besten Spezialitäten in Johannesburg

Liebe geht bekanntlich durch den Magen und genau so verhält es sich auch mit Johannesburg. Die Stadt ist Heimat einiger großartiger Restaurants, in welcher Besucher traditionelle afrikanische Küche erleben können.

Epicur

Das Epikur ist eines der angesagtesten Restaurants der Stadt. Es serviert Delikatessen wie Straußenfilet mit Butternussfüllung, Umphokoqo mit Amasi, Vetkoek Krapfen gefüllt mit pikantem Hackfleisch und Chakalaka-Rettich und Hirschkotelett mit Biltongbutter und Süßkartoffeln. Das Epicur Restaurant befindet sich im Stadtviertel Sandton und aufgrund der Beliebtheit des Lokals empfiehlt es sich, vor dem Besuch zu reservieren.

Lucky Bean

Das Restaurant Lucky Bean befindet sich im Stadtviertel Melville und serviert großzügige Portionen klassischer südafrikanischer Gerichte. Zu den Highlights zählen unter anderem die südafrikanischen Snoek, die mit ganzen Aprikosen oder Straußenbobotie Frikadellen gebacken werden. Ebenso empfehlenswert sind Straußenburger und vegane Burger aus lokalen Inhaltsstoffen. Auch die Desserts im Lucky Bean sind hervorragend.

Mootee Bar

Gleich um die Ecke und ebenso im Melville Viertel befindet sich die Mootee Bar, welche sich hauptsächlich auf afrikanische Getränke spezialisiert hat. Aber auch das Essen hier kann sich sehen lassen und auf der Karte stehen südafrikanische Delikatessen. Beispielsweise Springbockbrötchen mit Spinat, sonnengereiften Tomaten und karamellisierten Zwiebeln oder Auberginen Curry mit in der Stadt gezüchteten Babykarotten.

Besonderheiten in Johannesburg

In den Medien wird Johannesburg häufig als kriminelle Großstadt präsentiert, in welcher Touristen ständig überfallen und ausgeraubt werden. Diese Darstellung ist ziemlich überzeichnet, dennoch ist es angeraten in der Stadt eine gewisse Vorsicht gelten zu lassen. So sollten Besucher nach Einbruch der Dunkelheit nichtmehr zu Fuß unterwegs sein und einige Stadtviertel gänzlich gemieden werden.

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