Jakarta – die untergehende Hauptstadt Indonesiens

Die Skyline von Jakarta
Blick auf die Skyline von Jakarta, Bild: amadeustx / shutterstock

Bunt, laut und hektisch – so präsentiert sich das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum Indonesiens. Nicht umsonst wird Jakarta von seinen Einwohnern angelehnt an den New Yorker „Big Apple“ auch mit einem Augenzwinkern nach der regionalen Stinkfrucht „Big Durian“ benannt. Wer in die Millionen-Metropole reist, fährt nicht hierher um auszuspannen, sondern um Land und Leute kennenzulernen.

Hektischer Verkehr

Der internationale Soekarno-Hatta Flughafen ist der größte Verkehrsknotenpunkt und befindet sich etwa 20 km außerhalb der Stadt. Wer sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen möchte und den Kontakt zu Einheimischen und längere Wartezeiten aufgrund unvorhersehbarer Ausfälle nicht scheut, nimmt die Regionalbahn. Allen anderen sei der Bus oder die zahlreichen, relativ günstigen Taxis angeraten.

Kulturelle Anziehungspunkte

Kota, jakarta
Unterwegs in Kota, der Altstadt von Jakarta, Bild: antoni halim / shutterstock

Anziehungspunkt für Touristen ist die kleine Altstadt namens Kota. Sie beeindruckt mit ihren Gebäuden, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Auch etliche Museen befinden sich in der näheren Umgebung. Das Jakarta History Museum zeigt archäologische Fundstücke sowie Möbel und Waffen aus der Zeit der Kolonisation. Gleich daneben befindet sich das Wayang Museum, das das indonesische Puppentheater ins Zentrum stellt.

Von dort aus führt ein kurzer Spaziergang entlang des Großen Kanals zu der alten Hühnermarktbrücke. Die über 200 Jahre alte Brücke ist die letzte Zugbrücke ihrer Art. An der Kanalmündung angekommen, gelangt man zu einem schönen Aussichtsturm, der den Blick über den Segelhafen „Sund Kelapa“ frei gibt. Wer die ganze Stadt von oben überblicken möchte, sollte sich das Nationaldenkmal „Monas“ am Unabhängigkeitsplatz nicht entgehen lassen. Der über 130 hohe Turm bietet eine Aussichtsplattform, dessen Ausblick das ganze Ausmaß dieser Stadt erahnen lässt.

Exotische Kulinarik

Kulinarisch können Besucher in Jakarta aus dem Vollen schöpfen. Indonesien besitzt einen schier unerschöpflichen Reichtum an traditionellen Speisen und kulinarischen Genüssen. An jeder Ecke locken exotische Düfte zu den mobilen Garküchen der Einheimischen, die mit einfachsten Mitteln köstliche Gerichte zaubern. Jakarta hat auch ein großes Angebot an Restaurants zu bieten. Abgesehen von der heimischen Küche gibt es viele gute chinesische und indische Restaurants. Und wer im Urlaub auf seine Kasseler nicht verzichten kann, findet selbst das im Deutschen Biergarten.

Vergnügliche Abkühlung

Indonesien, Inseln
Von Jakarta aus die Inseln erkunden, Bild: Thrithot / shutterstock

Jakarta ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schmelztigel. Selten hat es hier nachts weniger als 20 Grad. Häufiger Regen sorgt für schwüle Hitze das ganze Jahr hindurch. Abkühlung und Spaß verspricht der Vergnügungspark „Taman Impian Jaya Ancol“ im Norden der Stadt. Direkt am Meer gelegen bietet er nicht nur Wasserspass, sondern eine eigene Gondel, ein Aquarium inklusive Haifischbecken und Tunnel aus Glas, eine Bowlingbahn sowie einen Golfplatz. Kinder haben ihre besondere Freude im „Dunia Fantasi“ einem klassischen Rummelplatz mit Karussell, Riesenrad und Achterbahn. Ein besonderes Highlight ist jedoch der Themenpark „Taman Mini Indonesia Indah“. Hier wurden rund um einen See typisch indonesische Hütte im Kleinformat nachgebaut, die einen Eindruck des alten Indonesiens vermitteln. Darüber führt eine Gondelbahn, die den Blick aus der Vogelperspektive ermöglicht.

Tierische Exoten

Tierfreunde die dem Lärm der Großstadt entfliehen und etwas Ruhe und Natur genießen möchten, zieht es in den Ragunan Zoo im Süden der Stadt. Mehr als 400 exotische Tierarten – wie Sumatra-Tiger, Komodo-Warane und Orang Utans – sind hier beheimatet und geben einen Einblick in die heimische Fauna und Flora.

Idyllisches Insel-Hopping

Noch ruhiger und idyllischer als im Zoo ist die Ruhe am Meer. Ausgehend von der Bucht von Jakarta kommt man mit einem Schnellboot zu dem Meeresnationalpark. „Kepulauan Seribu“ – die tausend Inseln – nennen die Einheimischen dieses Areal aus Sand, Meer und Felsen, das für seine Korallenriffs bekannt ist. Besonders beliebt ist hier Insel-Hopping – findet man hier doch zahlreiche Attraktionen wie Ruinen, Festungen, ein Schiffswrack, Delfinshows, eine Schildkröten-Aufzuchtstation, sowie zahlreiches Restaurants und Hotels.

Jakarta – Der Untergang einer Metropole

Doch die Idylle trügt. Jakarta geht langsam aber unaufhaltsam unter. Stetig steigt der Meeresspiegel. Alleine im Stadtgebiet des Big Durian leben offiziell etwa 10 Millionen Menschen. Zählt man die umliegenden Regionen mit, sind es etwa dreimal so viele. Die Stadt ist hoffnungslos überfüllt. Eine zuverlässige Versorgung mit Wasser gib es nicht. Nur etwa die Hälfte der Haushalte in Jakarta ist an das öffentliche Netz angeschlossen. Alle anderen pumpen das Wasser selbst aus dem Boden und sorgen so dafür, dass der Boden langsam absackt. Die enorme Bevölkerungsdichte und die Probleme die damit einhergehen, sowie der Klimawandel haben die Regierung zu einer drastischen Entscheidung bewogen. Die Hauptstadt des Landes wird verlegt. Noch ist keine neue Hauptstadt ausgewählt worden. Im Gespräch ist die Insel Borneo, da hier ein geringeres Risiko für Vulkanausbrüche und Erdbeben besteht.

Wer Jakarta besuchen möchte, sollte dies nicht allzu lange aufschieben. Denn wer weiß, wie lange es Big Durian in dieser Form noch geben wird.

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