Chile, Patagonien
Einfach traumhaft, Patagonien, Bild: cge2010 / shutterstock

Chile – eisige Ewigkeit und ein Freiraum für Träumer

Die Chilenen haben sich mit der Welt arrangiert und ihr Land geographisch eingeordnet. „El Ultimo rincòn del mundo“ sagen sie, wenn sie erklären sollen, wo sie auf dem Globus zu finden sind: „Im letzten Winkel der Erde“. Wer Chile besucht und sich für eine Rundreise entscheidet, dem verschlägt es hin und wieder den Atem. Denn dieses Land ist riesig, und von Kilometer zu Kilometer wächst bei den meisten Urlaubern ein unbeschreibliches Gefühl von Einsamkeit und Weite. Es ist das längste Land der Welt, und zwischen der Grenze zu Peru und dem fast immer stürmischen Kap Hoorn liegen 4.300 Kilometer. Im Norden ist Chile grün – im kalten Süden ist es nicht schwer, die nahe Antarktis zu ahnen. Dieses Land ist im Feuer geboren und ein Freiraum für unternehmungslustige Urlauber.

Chile, Rapa Nui, Osterinsel
Rapa Nui, die Osterinsel, Bild: Amy Nichole Harris / shutterstock

Chile ist ein Land, das behutsam entdeckt und bereist werden möchte. Vom Gefühl der Weite und der Erhabenheit dieser eindrucksvollen Landschaft wird jeder heimgesucht, der es versteht mit der Seele zu sehen und mit den Sinnen zu fühlen. Dieser südamerikanische Staat gliedert sich in zwölf Regionen und der 3.500 Kilometer von der chilenischen Küste im östlichen Pazifik entfernten Osterinsel. Es sind die mächtigen Anden, die auf der gesamten Länge dieses Landes die natürliche Grenze bilden zu den Nachbarn Argentinien und Bolivien.

Romantiker vergleichen Patagonien mit einem Gemälde. Mit einer Vision aus Farben und Formen, die prächtig miteinander harmonieren und von denen die Menschen in Chile sagen, diese wilde Region sei die Wiege der Winde. Tektonischen Urgewalten ist es zu verdanken, dass sich die Anden hier mit gezackten felsigen Türmen präsentieren. Dieses Design trägt nahezu göttliche Züge mit bergigen Riesen, die an den Wolken kratzen, mit malerischen Seen in karstigen Tälern und Bäumen, von stetigen Stürmen zerzaust. Der Torres-del-Paine-Nationalpark zeigt sich wie eine Welt im Urzustand und als Krönung einer grandiosen Leere.

Blick auf die Hauptstadt Santiago de Chile, Bild: Pakawat Thongcharoen / shutterstock

So mancher Urlauber, der diese weite Reise antritt und sich von Patagonien in Chile verzaubern lässt, wird diese Landschaft mit ihrer eisigen Ewigkeit am Gletscher des Grey niemals vergessen. Dies ist ein nahezu vollendetes Produkt im Mahlstrom der Erdgeschichte. Die Gipfel des Torres del Paine sind die Wahrzeichen Patagoniens. Sie wirken wie eine Drohung und sind zweifellos eine erhebliche Herausforderung für geübte Bergsteiger. Als der italienische Pater Alberto de Agostini vor einem Jahrhundert diese Region erforschte, empfand er die Massive als „fantastische Erscheinung eines außerirdischen Königreiches“. Vor rund zwölf Millionen Jahren sind diese eisigen Zinnen entstanden.
Sehr viel weiter nördlich wuchern im feuchten und von Flüssen durchzogenen Regenwald Liane und Farne. Der chilenische Nobelpreisträger Pablo Nerudo fasste in einer Art Liebeserklärung seine Sympathien für die landschaftliche Vielfalt seiner Heimat in Verse. Für den Poeten war diese Natur kein Zufall sondern ein unvergleichlich großer Wurf der Schöpfung. Dieses Land kann man beim Trekking erleben, zu Fuß, im Auto, auf dem Rücken eines Pferdes oder im Kajak.

Mehrere hundert eindrucksvolle Gipfel und etwa fünfzig Vulkane stehen auf der Liste der Bergsteiger, von denen der Ojos del Salado besonders schwierig zu bezwingen ist. Auch der schneebedeckte einstige Feuerberg Parinacota im Nationalpark Lauca ist ein begehrtes Ziel für Menschen, die es hoch hinauf zieht. Und wer sich einen besonderen Kick leisten möchte, der schaut vom Krater des Villarrica hinab zu den glühenden Lavamassen.

Chiles Tourismus überzeugt mit einer Fülle erstklassiger Hotels und angenehmer Lodges, wo nach einem erlebnisreichen Tag am Abend die Flammen im Kamin lodern und wo es an der Bar einen kühlen Schoppen des einheimischen Weins gibt. Dieses Land ist ein Paradies für Träumer und gesegnet mit einer vielfältigen Natur. Wo alle Wege enden ist irgendwo in Chile die Endstation Sehnsucht.

Aktuelles / Reiseberichte

Reiseinformationen Chile

Hauptstadt Santiago de Chile
Staatsform Republik
Präsidentielle Demokratie
Währung Chilenischer Peso (CLP)
Fläche ca. 756.102 km²
Bevölkerung ca. 18.006.400 (Schätzung 2015)
Sprachen Spanisch
Stromnetz 220 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +56
Zeitzone UTC−4 Chile kontinental
UTC−3 Magallanes und Antarktis
UTC−6 Osterinsel und Salas y Gómez

Kühles, gemäßigtes Klima