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Mit etwas Vorbereitung kann man den Urlaub unbesorgt genießen © Elena Peters Fotografie

Reisetrends 2023: Auf ins Abenteuerland – aber sicher!

Das sollten Urlauber*innen wissen, um sich vor Hepatitis zu schützen

Endlich Urlaub. Raus aus dem Alltagstrott, hinein ins Abenteuer: Immer mehr Urlauber*innen erwarten mehr als nur Sonne satt und all inclusive. Ein großer Reisetrend 2023 sind individuelle Reisen. Urlauber*innen sind nicht nur spontaner, sondern legen immer größeren Wert auf neue Erlebnisse. Umso wichtiger ist es, eventuelle Gesundheitsrisiken zu kennen und sich vor einer folgenreichen Erkrankung wie Hepatitis A zu schützen.

Individuelle und nachhaltige Urlaubsformen werden immer relevanter und bringen eine Reihe von neuen Reisetrends hervor: Aktivurlauber*innen suchen neue sportliche Herausforderungen, Food Lovers probieren sich durch regionale Spezialitäten und kulinarische Trends, Entdecker*innen schwärmen von spontanen Roadtrips ins Blaue, Couchsurfer*innen von ihren Erlebnissen mit einheimischen Gastgeber*innen, und für Backpacker*innen ist schon der Weg das Ziel.

Was abenteuerlustigen Urlauber*innen oft nicht bewusst ist: All diese Trends bergen Risiken – nicht zuletzt die Gefahr, an der sogenannten Reisehepatitis zu erkranken, einer hochansteckenden Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus verursacht wird.

Urlauber*innen sollten sich deshalb am besten schon acht bis zwölf Wochen vor der Reise in ihrer hausärztlichen Praxis zu Reiseimpfungen beraten lassen. Eine Hepatitis-A-Impfung ist gut verträglich und kann zusammen mit anderen Impfungen vorgenommen werden.[i]

Reisetrends im Risiko-Check

Wer abseits ausgetretener Pfade unterwegs sein und Abenteuer erleben will, darf die Vorbereitung nicht vernachlässigen. Dazu gehört, sich rechtzeitig über Gesundheitsrisiken zu informieren. Vorsicht ist deshalb besonders bei den aktuell beliebten Travel Challenges angebracht, bei denen man auf Reisen bestimmte Aufgaben erfüllen muss (wie Selfies vor spektakulären Kulissen, eine Tour mit dem geliehenen Motorroller über die Insel oder ein Weitspuck-Wettbewerb mit Melonenkernen). Dass Sportverletzungen, Unfälle oder Magenverstimmungen hier ein Thema sein können, ist bekannt. Weniger bekannt ist das Risiko, sich mit Hepatitis A zu infizieren.

Neben den meisten tropischen Regionen gehören der Mittelmeerraum und die immer beliebter werdenden südosteuropäischen Destinationen zu den Gebieten mit hohem Hepatitis-A-Vorkommen.[ii] Weil die meisten Infektionen durch verunreinigtes Trinkwasser, Badewasser oder kontaminierte Lebensmittel hervorgerufen werden,1 bergen gerade individuelle Urlaubsformen und Reisetrends Risiken: So kann die spontane Essenseinladung bei den netten einheimischen Vermieter*innen ebenso zur Infektionsquelle werden wie der eisgekühlte Drink in der Altstadtdisco, der Einkauf auf lokalen Märkten, der Proviant vom Obststand am Straßenrand oder das Auffüllen der Trinkflasche unterwegs. Erhöht ist die Ansteckungsgefahr vor allem in Gebieten mit niedrigen Hygienestandards[iii] – ein Risiko, das es besonders bei Roadtrips und Wanderungen durch abgelegenere ländlichere Regionen im Auge zu behalten gilt. Da es entsprechend schwierig ist, jeden Kontakt mit dem Erreger zu vermeiden, besteht die einfachste und sicherste Art der Vorsorge in einer rechtzeitigen Impfung gegen Hepatitis A.

Urlauber*innen sollten sich von ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt zu Reiseimpfungen wie Hepatitis A und B beraten lassen. Weitere Informationen auch unter: www.bereit-zu-reisen.de.

[i] Internisten im Netz: „Hepatitis A: Behandlung, Vorsorge & Impfung.“ Verfügbar unter: https://bit.ly/3YjuEWe. März 2023.

[ii] RKI: „Ratgeber Hepatitis A“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2TAOCxC. März 2023.

[iii] Internisten im Netz: „Hepatitis A. Was ist das?“ Verfügbar unter: https://bit.ly/3Zi1HeO. März 2023.

 

Tropen- und Reisemediziner Prof. Dr. Herbinger im Interview

Beginn der Reisezeit: Schutz vor Hepatitis A auch im Mittelmeerraum wichtig

Koffer gepackt und hinein ins Abenteuer: Im bevorstehenden Sommer sind Reisen nach den COVID-19-Pandemie-Jahren erstmals wieder ohne große Einschränkungen möglich. Besonders der südosteuropäische Mittelmeerraum mit Ländern wie Slowenien, Kroatien, und Albanien ist in diesem Jahr ein beliebtes Reiseziel. Worauf geachtet werden sollte, wenn Reiseaktivitäten nun wieder zunehmen und welche gesundheitlichen Risiken am Mittelmeer häufig unterschätzt werden, erklärt Tropen- und Reisemediziner Prof. Dr. Karl-Heinz Herbinger im Interview.

Herr Professor Herbinger, was sollten Reisende bei den Vorbereitungen beachten?

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Reiseaktivitäten in diesem Sommer ein ähnliches Niveau wie in den Jahren 2018/2019 – vor der COVID-19-Pandemie – erreichen. Im Jahr 2019 haben 1,42 Milliarden internationale Flugreisen stattgefunden. Mit vermehrter Reiseaktivität in diesem Sommer kann eine Zunahme der Reiseerkrankungen erwartet werden. Ich empfehle Urlauber*innen daher, sich frühzeitig von ihrer Hausärztin beziehungsweise ihrem Hausarzt über mögliche Reiseimpfungen beraten zu lassen – und das nicht nur, wenn eine Fernreise geplant ist. Auch bei Reisen innerhalb Europas, vor allem im südosteuropäischen Mittelmeerraum, werden gesundheitliche Risiken insbesondere durch Hepatitis A häufig unterschätzt.

Welche gesundheitlichen Risiken sind im Mittelmeerraum und Südosteuropa zu erwarten?

Der Mittelmeerraum zählt zu den Hepatitis-A-Risikogebieten. Die Hepatitis ist eine Leberentzündung. Eine Hepatitis wird häufig von Viren verursacht. Solche ansteckenden Leberentzündungen sind einer der häufigsten Reisekrankheiten, insbesondere die Hepatitis A. Sie kann über Lebensmittel wie rohen Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse sowie durch verunreinigtes Trinkwasser und Badewasser übertragen werden. Die Symptome bei einer Erkrankung sind häufig unspezifisch: So können Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Typisch ist eine Gelbfärbung der Haut.

Welche Vorsichtsmaßnahmen können Reisende treffen, um sich bestmöglich zu schützen?

Da es schwierig ist, Kontakte mit dem Hepatitis-A-Virus zu vermeiden, besteht die einfachste und sicherste Art der Vorsorge in einer rechtzeitigen Impfung. Die Impfung ist gut verträglich und kann zusammen mit anderen Impfungen, die reisemedizinisch sinnvoll sind, vorgenommen werden. Auch eine mögliche Impfung gegen Hepatitis B sollte mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden.