Malawi: ein Naturparadies im Herzen Ostafrikas

Malawi, Berg Mulanje
Teeanbei am Plateau des Berges Mulanje, Bild: mhenrion / shutterstock

Malawi ist als Reiseland in unseren Breiten bislang noch eher unbekannt. Doch die 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig gewordene ostafrikanische Republik, die an die Länder Sambia, Mosambik und Tansania angrenzt, hat viel wundervolle Natur und eine faszinierende Tierwelt zu bieten. Wer den knapp elfstündigen Flug nicht scheut, wird reicht entlohnt. Ein großes Plus: Malawi liegt in der gleichen Zeitzone wie Deutschland. Reisende haben also keinen Jetlag zu befürchten.

Faszinierende Flora und Fauna in den Nationalparks und Wildlife Reservaten

Die meisten Touristen kommen wegen der Nationalparks und Wildlife Reservate nach Malawi. Denn hier lassen sich viele der in Afrika heimischen Wildtiere, wie Antilopen, Krokodile, Löwen, Geier oder Elefanten bestaunen. Zahlreiche auf Afrika spezialisierte Reiseanbieter haben Rundreisen durch die bekanntesten Nationalparks und Wildlife Reservate des Landes im Programm. Wer individuell durch das Land reisen möchte, kommt um einen Mietwagen, oder besser noch einen ortskundigen Chauffeur, nicht herum, da die Ziele über das gesamte Land verteilt liegen, und die Entfernungen weit sind. Die Flora der Nationalparks kann höchst unterschiedlich ausfallen, da die differenzierten klimatischen Verhältnisse für unterschiedlichen Pflanzenbewuchs sorgen. Das sind die schönsten Nationalparks und Wildlife Reservate Malawis:

Der Nyika Nationalpark

Natur Malawi
Malawi bietet eine traumhafte Natur, Bild: Karl Beeney / shutterstock

Touristisch noch weitgehend unerschlossen, und deshalb umso lohnenswerter, ist der Nyika Nationalpark im Nordwesten Malawis an der Grenze zu Sambia. Das Gebiet liegt auf einer Höhe zwischen 2100 und 2500 Metern über dem Meeresspiegel, und somit in der afromontanen Zonen. Damit wird eine humide Zone bezeichnet, die – bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit – für immergrünen Pflanzen- und Baumbewuchs sorgt. Die Temperaturen im Nykia Nationalpark, sind auf Grund seiner Höhenlage, im Vergleich zum Rest des Landes, niedrig. Wärmer als 26 Grad wird es selten. Im Winter ist sogar mit Nachtfrösten zu rechnen. Der Park wird von weiten Grasflächen durchzogen, die sich mit kleinen Wäldern abwechseln. Durch den Park zwitschern zahlreiche verschiedene Vogelarten. Dazu lassen sich mehrere Antilopenarten, Zebras, Warzenschweine, Hyänen und Leoparden sehen. Das noch spärliche Wegenetz lässt sich bei Trockenheit einfach von Selbstfahrern nutzen. Es sind aber auch erste geführte Reit- und Wandertouren durch den Park möglich. Auch mit dem Mountainbike kommen Besucher hier auf Grund der niedrigen Temperaturen sehr gut vorwärts.

Der Liwonde Nationalpark

Im Süden des Landes beheimatet ist der Liwonde Nationalpark, der deutlich niedriger liegt: zwischen 470 und 960 Metern über dem Meeresspiegel. Im Park gibt es sowohl Trockensavannen als auch Überschwemmungsgebiete. Die Wälder umfassen zum Beispiel die Gelbrinden-Akazie oder Affenbrotbäume, Palmen und Euphorbia-Bäume, die nur in den Tropen und Subtropen zu finden sind. Während der Regenzeit zeigen sich farbenfrohe Wildblumen wie etwa Lilien und Orchideen. Auch die Tierwelt ist einzigartig. Im Liwonde Nationalpark leben Krokodile und Flusspferde sowie unterschiedliche Antilopenarten. Auch Elefanten, die auf dem Staatsgebiet Malawis inzwischen selten geworden sind, sind hier noch heimisch. Dazu kommen Kaffernbüffel, Zebras, Nashörner und unterschiedliche Geierarten. Manchmal können sogar Löwen beobachtet werden. Mit Guides lassen sich Buschwanderungen und Pirschfahrten unternehmen, die sehr nah an die wilden Tiere heranführen können.

Eine Bootssafari in Malawi auf dem Fluss Shire

Mulanje Massiv
Mulanje Massiv, Bild: Radek Borovka / shutterstock

Der Shire ist der Ausfluss des Malawi-Sees, des, mit einer Gesamtlänge von 560 Kilometern, neuntgrößten Sees der Erde. Der Shire verlässt den Malawi-See an dessen südlichem Ende und durchfliest von dort den Liwonde Nationalpark. Dort kann, statt mit dem Geländewagen, auch eine Safari per Boot unternommen werden. Die Besucher können zwischen größeren Ausflugsbooten und kleinen Motorbooten mit einer Besatzung von maximal sechs Personen wählen. Besonders aus dem Motorboot heraus erfährt man die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas aus einem ganz besonderen Blickwinkel. Viele Touristen beschreiben die Motorbootsafari als die intensivste Safarierfahrung überhaupt. Denn mit den kleinen und wendigen Booten kommt man besonders nahe an die Tiere heran und begegnet ihnen außerdem auf Augenhöhe.

Das Majete Wildlife Reserve

Im unteren Shire-Tal gelegen, ist das Majete Wildlife Reserve, das bereits 1955 gegründet wurde. In den 1980er Jahren fiel die damals sehr reiche Elefantenpopulation Wilderei zum Opfer, und das Reservat musste vorübergehend geschlossen werden. Seit 2003 kümmert sich die African Parks Foundation um den Wiederaufbau der Elefantenpopulation. Auf 700 Quadratkilometern finden sich inzwischen wieder rund 150 Elefanten, darunter viele Jungtiere. Nachdem die Wiederansiedelung der Elefanten so gut gelang, arbeitet die Leitung des Reservats inzwischen an der Wiederbesiedelung mit Schimpansen, Löwen und Leoparden. Auch die Infrastruktur wurde stark verbessert: Im Majete Safari Camp lässt es sich nun komfortabel übernachten. Abends speist man unter klarem Sternenhimmel und genießt frisch gefangenen Fisch aus dem Shire.

Das Handelszentrum Blantyre

Fluss Shire, Malawi
Elefanten am Fluss Shire, Bild: Maximum Exposure PR / shutterstock

Blantyre ist zwar nicht die Hauptstadt Malawis, gilt aber als zugleich älteste und modernste Stadt des Landes. 1895 wurde Blantyre als erste Stadt in Zentralafrika überhaupt gegründet. Die Stadt wächst rasend schnell. Derzeit zählt sie über 800.000 Einwohner, doch bereits in dreißig Jahren wird eine Bevölkerung von 4,3 Millionen Menschen erwartet. Die Stadt liegt auf 1.039 Metern über dem Meeresspiegel im Shire-Hochland und verfügt über den zweitgrößten Flughafen Malawis. Von Blantyre aus kann man mit Expressbussen in alle Städte des Landes reisen, weshalb sie sich prima als Start- und Endpunkt einer Malawireise eignet. Zu besichtigen gibt es hier ein Museum zur Geschichte Malawis. Sehenswert ist das Mandela Haus, das bereits 1882 errichtet wurde. Täglich finden in Blantyre verschiedene Tabakauktionen statt, auf denen sich das Handelstreiben der einheimischen Geschäftsmänner gut beobachten lässt.

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