Turkmenistan – Reise in ein unentdecktes Land

Tor zur Hölle in Turkmenistand

Zwischen Tadschikistan im Osten und dem Kaspischen Meer im Westen, zwischen Usbekistan im Norden und Afghanistan und dem Iran im Süden gelegen, will Turkmenistan als Reiseziel erst noch entdeckt werden. Das zentralasiatische Land hat phantastische Landschaften und eine reichhaltige, alte Kultur zu bieten. Immerhin liegt es an der legändären antiken Seidenstraße. Ihr verdankt das Land zahlreiche archäologischen Ruinen.

Besonderheiten Turkmenistan

Aschgabat, Turkmenistan
Blick auf die Hauptstadt Aschgabat, Bild: gonetothemoon / shutterstock

Turkmenistan ist ein junger Staat mit einer alten Geschichte. Es ist eine ehemalige Sowjetrepublik und seit 1991 unabhängig. Durch seine Lage an der Seidenstraße kam das Land früh mit vielfältigen Einflüssen anderer Kulturen in Kontakt, die es bis heute prägen. Heute ist Turkmenistan eine Republik, die von ihrem Staatspräsidenten mit diktatorischer Machtfülle regiert wird. Das Land lebt im Wesentlichen vom Export seiner immensen Öl- und Gasvorkommen.

Die Turkmenen sind zu etwa 90 Prozent muslimischen Glaubens. Sie sind von ihrer Vergangenheit als Nomaden geprägt und entsprechend gastfreundlich. Reisende werden mit offenen Armen empfangen, willkommen geheißen und gar nach Hause eingeladen, wo sie die – nicht nur kulinarischen – Traditionen der Einheimischen kennenlernen können.

Landschaftlich begeistert Turkmenistan mit Geröll- und Sandwüsten, diese Wüsten machen über 95 Prozent des Landes aus. Es gibt aber auch überwältigende Gebirgsketten, tiefe Schluchten, uralte Wälder und natürlich die Küste des Kaspischen Meeres. Zahlreiche bedrohte Tierarten haben sich in den einzigartigen Landschaften des Landes niedergelassen. Das Land ist ein Paradies für Wanderer, Abenteurer und Naturliebhaber.

Es herrscht ein ausgesprochen kontinentales Klima mit sehr heißen Sommern und ebenso kalten Wintern. Im Sommer verzeichnet Turkmenistan mit Abstand die höchsten Temperaturen in ganz Zentralasien; wegen der sehr geringen Luftfeuchtigkeit sind sie aber gut auszuhalten. Die besten Reisezeiten sind von April bis Juni sowie die Zeit von September bis Mitte November.

Bekannte Städte in Turkmenistan

Unabhängigkeitsdenkmal Aschgabad
Der Park rund um das Unabhängigkeitsdenkmal in Aschgabat, Bild: Jakub Buza / shutterstock

Für die meisten Touristen beginnt eine Reise durch Turkmenistan sicher mit der Ankunft in der Landeshauptstadt Aschgabad, denn hier liegt einer der drei internationalen Flufhäfen des Landes. Aschgabad, der „Wohnsitz der Liebe“, hat etwa 800.000 Einwohner und ist ist mit Abstand die größte Stadt Turkmenistans. Die 1881 gegründete Stadt liegt in einer Oase in der Karakum-Wüste in der Nähe der iranischen Grenze. Es gibt eine Universität, Museen, Theater und einen Zoo.

Im Jahr 1948 wurde Aschgabad bei einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört, daher fehlt es nahezu völlig an alter Bausubstanz. Stattdessen wurde die Stadt im pompösen Stil der stalinistischen Architektur mit kolossalen Großbauten und breiten Prachtstraßen und mit mit vielen öffentlichen Parks wiedererrichtet. Auch nach dem Ende der Sowjetunion haben sich die neuen Regierenden Turkmenistans mit Statuen und Reiterstandbildern architektonisch verewigen lassen.

Einen Besuch wert sind das Historische Museum, das Museum für Bildende Kunst und das Landeskundemuseum. Das Teppichmuseum zeugt von der alten Tradition des turkmenischen Kunsthandwerks, insbesondere eben der Teppichweberei, die in der gesamten zentralasiatischen Region bedeutend ist. Noch aus der Zeit der sowjetischen Herrschaft stammt eine Leninstatue, die von einem Sockel aus Teppichmustern aus die Stadt überblickt. Der Botanische Garten ist die wichtigste der vielen Parkanlagen und verfügt über eine Sammlung sowohl einheimischer als auch exotischer Pflanzen. Andere wichtige Parks sind etwa die Grünanlage rund um den Unabhängigkeitsturm und der Park zum Gedenken an das zehnjährige Jubiläum der Unabhängigkeit.

Eine weitere sehenswerte Stadt ist Turkmenabad, mit etwas mehr als einer Viertelmillion Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen unter anderem der Dunya-Basar mit breitem Warenangebot aus Turkmenistan und angrenzenden Ländern, das Allamberdar-Mausoleum aus dem 11. Jahrhundert, die Ruinen der Siedlung Amul aus dem 10. Jahrhundert und die Überreste der Karawanserei Dayakhatyn.

Sehenswürdigkeiten in Turkmenistan

Ganz Turkmenistan ist mit seinen großartigen Landschaften eine einzige Sehenswürdigkeit, und ein Tagesausflug per Kamel in die Wüste oder zum Umbar-Dere-Wasserfall empfiehlt sich unbedingt. Hier aber doch ein paar ausgewählte Ziele:

Kyrk Gyz

Kyrk Gyz, die „Höhle der 40 Mädchen“, befindet sich etwa 400 Kilometer von Aschgabad entfernt. Der Legende nach haben sich hier besagte 40 Mädchen vor einer Räuberbande versteckt, sie wurden dort von einer geheimnisvollen alten Frau versogt und fanden nach Gebeten zu den Göttern einen Ausgang aus der Höhle, den die Räub nicht kannten. Die Stalaktiten in der Höhle entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Stoffstreifen. Die Tradition sagt, dass, wer einen solchen Streifen hochwirft, einen Wunsch erfüllt bekommt, wernn er an der Höhlendecke hängen bleibt.

In der Nähe der Höhle lassen sich Dinosaurier-Fußspuren bestaunen, die die letzten 65 Millionen Jahre unbeschadet überstanden haben.

Weltkulturerbe Merw

Merw an der Seidenstraße war neben Bagdad, Kairo und Damaskus eine der wichtigsten Städte der islamischen Welt. Seinen größten Wohlstand erreichte Merw im 11. und 12. Jahrhundert, als die Stadt die Hauptstadt des Seldschukischen Reiches war. Ihr Imperium reichte vom Fluss Amuderya bis ans Mittelmeer. Merw zog Wissenschaftler und Händler aus aller Welt an. Die Stadt konnte sich jedoch den Überfällen der anstürmenden Mongolen im Jahr 1221 nicht widersetzen und wurde mit allen Monumenten und Bibliotheken völlig zerstört.

Kunyaurgench

Berühmte Wissenschaftler wie etwa Ali Biruni und Avicenna haben in dieser Stadt gelebt und geforscht. Hier hat der Kampt gegen Dschingis Khan und seine Armee stattgefunden. Aus dieser Zeit gibt es einige architektonische Denkmäler und Gebäude. Der Ort ist für Muslime nach wie vor heilig.

Derveze

Der 70 Meter durchmessende und etwa 40 Meter tiefe Gaskrater von Derveze liegt mitten in der Karakum-Wüste und enstand 1971, als bei Probebohrungen ein großer, gasgefüllter Hohlraum angebohrt wurde. Die Gesteinsdecke brach ein und das Gas begann, auszutreten. Die Ingenieure beschlossen, das Gas abzubrennen, aber anders als erwartet, ist das Feuer seitdem nicht mehr erloschen. Ein besonders nachts beeindruckendes Schauspiel, das die Einheimischen nicht von Ungefähr das „Tor zur Hölle“ nennen.

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