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Dienstag, Januar 20, 2026
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Tunesien – die Stille der Wüste und das alte Karthago

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Diese Kulisse würde auch einem Spielfilm zur Ehre gereichen. Eine Karawane mit Touristen bewegt sich am Rande der El-Hofra-Dünen unweit der tunesischen Oase Douz. Es ist das “Tor zur Sahara”, und wer die Peripherie der kleinen Wüstenstadt hinter sich lässt und sich an den schaukelnden Gang der Kamele gewöhnt hat, der wird sehr bald gefangen von Sand, Sonne und einer unglaublichen Stille. Die größte Trockenwüste der Erde erstreckt sich über gewaltige Dimensionen – von der marokkanischen Atlantikküste bis zum Roten Meer.

Und Tunesien ist eines der Länder, in denen das Dasein in der Wüste den Alltag der Menschen bestimmt, die dort leben. Eine Reise durch diese Region Nordafrikas schenkt dem Urlauber eine spannende Mixtura aus einer vielseitigen Landschaft mit zahllosen historischen Schätzen und einer erstaunlich modernen Kultur. Tunesien hat sehr viel mehr zu bieten als den Aufenthalt an den Badestränden des Mittelmeers. Das Land empfiehlt sich auch für Trekkingtouren zu schattigen Oasen, zu den Zeugnissen der römischen Epoche oder zu wundersamen Felsengärten. Sie alle sind touristische Highlights in Tunesien.

Tunesien, Medina of Sousse
Medina of Sousse, Bild: Romas_Photo / shutterstock

Die Hauptstadt Tunis war zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten Metropolen der islamischen Welt. Ihre Geschichte ist eng verknüpft mit Aufstieg und Fall der antiken Handelsrepublik Karthago, die schließlich nach der Niederlage Hannibals in der Schlacht von Zama die römische Hegemonie im Mittelmeerraum anerkennen musste. Dort, wie sich einst Karthagos Machtzentrum befand, befinden sich heute die Villen eines Vororts von Tunis. Geblieben sind nur die Ruinen der Geschichte, und die Menschen dieser Gegend sind davon überzeugt, dass jeder Stein, der dort zu finden ist, einem Buch gleicht und jede Säule Zeugnis ablegt von der Historie. Karthago war in seiner Blütezeit der nordafrikanische Nabel der Literatur und der Kunst.

Wer heute als Urlauber die Überreste Karthagos besichtigt, der staunt auf dem Weg zum alten Burgberg über die zahlreichen Edelkarossen vor den prächtigen weißen Häusern. Sie zeugen von einem beträchtlichen Wohlstand ihrer Besitzer und stehen im krassen Widerspruch zu den ärmlichen Vierteln von Tunis und des übrigen Landes. Vor rund dreißig Jahren begann die Hauptstadt mit der Restaurierung ihrer Medina, die heute zu den am besten erhaltenen historischen Bezirken Nordafrikas gehört. Im Gewühl der Menschen jenseits des Stadttores Bab-el-Bahr ist die imposante Moschee Djamaa Ez-Zitouna nicht zu übersehen. Im benachbarten Souk El Attarine haben sich seit jeher die Parfümhändler angesiedelt, die hier unter anderem Essenzen und Weihrauch anbieten. Die gesamte Altstadt von Tunis wurde bereits im Jahr 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Tunesien, Chebika
Ein Wasserfall in der Bergoase Chibika, Bild: Sergii Nagornyi / shutterstock

Rund 130 Kilometer sind es von Tunis bis zur Hafenstadt Sousse, die von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist. Sie wurde von den Phöniziern gegründet und im 7. Jahrhundert von den Arabern weitgehend zerstört. Sousse ist mit seinen modernen Hotels und den 40.000 Gästebetten ein touristisches Schwergewicht Tunesiens. Die UNESCO adelte auch dort die Altstadt mit dem Eintrag in die Liste des Weltkulturerbes.

Douz eignet sich als Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Sahara. Bewohnt wird die Umgebung der Stadt vom halbnomadischen Stamm der Mrazig, die auf dem Wochenmarkt von Douz ihre Erzeugnisse anbieten. Sie reichen vom traditionellen Schmuck der Berber über Hühner, Kamele bis hin zu den Slougis, einer Hunderasse, die ursprünglich aus Marokko stammt und heute als orientalische Windhunderasse überall in Nordafrika geschätzt wird. Wer als Urlauber das Glück hat, Ende Dezember in Douz zu weilen, der kommt in den Genuss des internationalen Sahara-Festivals. Es verzaubert vier Tage lang mit Tänzen, Musik, Hunderennen und dem traditionellen Kamelringen.

Trekkingtouren durch Tunesien sind die Begegnung mit Stille und Einsamkeit der Sahara. Und wer dann die Unendlichkeit der Wüstenregionen verlässt und eine der schattigen Oasen betritt, der wird nach Tagen unter der glühenden Sonne und dem Ertragen von Hitze und Staub unter den Palmendächern nahezu paralysiert. So mancher ist dann geneigt, jede dieser Palmen einzeln und freudig zu begrüßen.

Auch die Insel Djerba lädt Sonnenhungrige zum Entspannen ein.

Reiseinformationen Tunesien

Hauptstadt Tunis
Staatsform Republik
semipräsidentielles System
Währung Tunesischer Dinar (TND)
Fläche ca. 163.610 km²
Bevölkerung ca. 11.299.400 (Schätzung 2016)
Sprachen Arabisch
Stromnetz 230 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +216
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)

 

Tschechien – die Küche Böhmens und der Prager Charme

Abwarten und Bier trinken! Das kommt der Lebens-Philosophie der Menschen in Tschechien sehr nahe. Lange mussten sie sich in Geduld und Demut üben, ehe sich die zarten Knospen des “Prager Frühlings” zu einer Blüte der Freiheit entwickelten. Damals, im Frühjahr des Jahres 1968, sollte ein “Sozialismus mit menschlichem Antlitz” entstehen, doch mit dem sogenannten “Manifest der zweitausend Worte” versank die Hoffnung auf ein Ende des sowjetischen Einflusses. Die Truppen des Ostblocks zerstörten alle Träume. Längst ist diese Periode der Geschichte Vergangenheit – aus der Tschechoslowakei entstanden die Slowakei und Tschechien. Und dies im Gegensatz zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in Jugoslawien auf friedlichem Wege. Heute ist in Prag, dem historischen Herzen Tschechiens, die Ruhe eingekehrt. Abwarten und Bier trinken – letzteres kann man in den gemütlichen Kneipen der Hauptstadt mit Hochgenuss.

Tschechien, Trdelnik
Trdelník – Ein traditionelles, tschechiches Gebäck, Bild: LALS STOCK / shutterstock

Von der schönen und alten Stadt an der Moldau verabschieden sich viele Urlauber nach ihrem Aufenthalt mit dem Gefühl, diese Metropole gönne sich noch immer eine Atempause nach der Zeit der politischen Wirren und Unterdrückung. Eine gewisse Melancholie hat sich über Prag gelegt, und die vertraute Silhouette mit den spitzen Türmen und den in die Jahre gekommenen Brücken über dem breiten Strom sind keineswegs ein Widerspruch zur architektonischen Spielwiese des “Tanzenden Hauses”, das inzwischen zu den größten Attraktionen der Stadt zu zählen ist. Ihre Inspiration bekamen die Erbauer von dem legendären Tanzpaar Ginger Rogers und Fred Astaire. Die gläserne Ginger schmiegt sich an ihren Tanzpartner Fred und dessen “Hut” ist eine Rohrkonstruktion, die der griechischen Mythologie und dem Haupt der Medusa entliehen wurde.

Zu Füßen des “Dancing House” zuckelt noch immer die Straßenbahn. Wer Prag gemächlich erkunden möchte, der sollte sich für die “Tram” ein Ticket kaufen. Ihre Streckenlänge umfasst mehr als 140 Kilometer. Natürlich sollte man als Urlauber über den berühmten Wenzelsplatz bummeln, der heute von Restaurants, Hotels und Boutiquen gesäumt und im Grunde genommen eher ein Boulevard als ein Platz ist. Seinen Namen erhielt er vom tschechischen Nationalheiligen, dem Wenzel von Böhmen. Der Wenzelsplatz ist nicht nur für die Tschechen der Inbegriff historischer Ereignisse dieses Landes.

Das Schloss in Cesky Krumlov (dt.: Krumau), Bild: Veronika Galkina / shutterstock

Der Altstädter Ring mit der Teynkirche, dem Palais Kinsky, dem Haus zur Steinernen Glocke und dem Rathaus ist der traditionelle Treffpunkt der Einwohner von Prag, und hier befindet sich neben der barocken Hussitenkirche St. Niklas auch das Geburtshaus des Schriftstellers Franz Kafka. An Sehenswürdigkeiten mangelt es in Prag nun wirklich nicht, doch wer sich nach einer ausgiebigen Visite stärken möchte, der kommt in dieser Metropole ebenfalls auf seine Kosten. Zum Beispiel im Restaurant Deminka, wo man an Holztischen Platz nimmt und unter den mit Stuck verzierten Decken all’ das serviert bekommt, was die böhmische Küche ausmacht: Knoblauchsuppe, Gulasch und Knödel. In den Kneipen sollte man sich im übrigen nicht darüber wundern, wenn man ein Glas Bier bekommt, ohne es bestellt zu haben. Das ist so üblich – auch im Abendlokal mit dem merkwürdigen Namen “Zum ausgeschossenen Auge”, das von außen einem Hexenhäuschen ähnelt.

Und wer den hier und da leicht angestaubten Charme der Prager City verlässt, der bewegt sich sehr bald in einer idyllischen Natur mit Hügeln, die hier und da zu Bergen werden, mit grünen Tälern, dichten Wäldern und spitzen Felsen. Wer dort wandert, der kann sich eigentlich nicht verlaufen, denn Tschechien darf sich zurecht rühmen, über eines der besten Wandersysteme weltweit zu verfügen. Im Riesengebirge lockt die Quelle der Elbe, im Westen wandeln Urlauber auf den Spuren einstiger Edelmetallschürfer und in der wunderbaren Landschaft Südmährens reifen edle Weine.

Historische Städte, malerische Dörfer und gut erhaltene Burgen säumen die touristischen Wege Tschechiens. Sie alle sind es Wert, sich dort länger als nur zu einer Stippvisite aufzuhalten.

Reiseinformationen Tschechien

Hauptstadt Prag
Staatsform Parlamentarische Republik
Parlamentarische Demokratie
Währung Tschechische Krone (CZK)
Fläche ca. 78.866 km²
Bevölkerung ca. 10.578.820 (2016)
Sprachen Tschechich
Stromnetz 230 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +420
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)

 

Rumänien – Dracula ist nur eine Filmfigur

Die Zeiten haben sich auch in Rumänien geändert, obwohl sich Reisende daran erinnern können, dass sie noch vor wenigen Jahrzehnten beim Pfarrer des Dorfes anklopfen mussten, um sich ein Lager für die Nacht zu sichern. Mittlerweile hat Rumänien den Status eines touristischen Entwicklungslandes abgelegt, und selbst in den entferntesten Regionen von Maramures oder des Banat ist an den frisch gestrichenen Holzhäusern der Hinweis “Retea turistica” zu lesen. Die charmanten Pensionen des ländlichen Rumänien verfügen fast ausnahmslos über eine Dusche, und im Übernachtungspreis ist häufig ein deftiges Abendessen und natürlich auch der Familienanschluss enthalten. Einstmals hatte es der gefürchtete rumänische Despot Ceausescu bei Strafe untersagt, Gäste in privaten Häusern einzuquartieren. Der Lauf der Geschichte ließ den Diktator stürzen und entließ das Land zwischen dem Schwarzen Meer und der Pannonischen Tiefebene vom Mittelalter in die Jetztzeit.

Rumänien, Bukarest – Parlamentspalast
Der Parlamentspalast in Bukarest – Eines der flächenmäßig größten Gebäude der Welt

Etliche Völker prägten über Jahrhunderte das Gesicht dieser Region und auch deren Kulturen. Am Anfang waren es Römer und Griechen, die Rumänien den Stempel aufdrückten, später kamen Juden, Deutsche und Österreicher. Und so finden sich noch heute zahlreiche Spuren der Geschichte in Transsilvanien. Die Wiener Küche hat seit der Epoche der Habsburger Monarchie die gastronomischen Eigenarten beeinflusst, und im einst wehrhaften Siebenbürgen sind noch immer um die 150 Kirchenburgen zu besichtigen. Sie hatten einstmals die Aufgabe, sich vor den brandschatzenden Tataren und den Türken zu schützen.

Schlanke Türme und mit Schindeln gedeckte Dächer sind die Markenzeichen der eindrucksvollen Holzkirchen in Rumänien. Aus Holz sind sie aus einem guten Grund, denn es war den Dörfern verboten, orthodoxe Gotteshäuser aus Steinen zu errichten. Acht historisch besonders wertvolle Kirchen hat die UNESCO in Maramures zum Weltkulturerbe erklärt. Bei einer Rundreise durch Rumänien fasziniert insbesondere die malerische Landschaft mit ihren weiten Feldern. Auf ihnen sind es fast immer noch die Pferde, die – wie seit eh und je – die Arbeit übernehmen. Hier und da müssen Urlauber auf ihren im Westen gewohnten Komfort in den Hotels und Gästehäusern verzichten, wenn sie sich abseits der touristischen Pfade bewegen oder gar zu einem Trekking in den Karpaten aufgebrochen sind.

Rumänien, Wasserfall
Einer der vielen schönen Wasserfälle in Rumnänien, Bild: Vania Tonova / shutterstock

So mancher Reisende fahndet in Rumänien nach den Spuren des legendären “Dracula”. Zwar gab es einen Fürsten namens Vlad Dracul III., der als Vorbild für den blutsaugenden Dämonen diente und auf der ebenso farbenfrohen wie märchenhaften Schäßburg das Licht der Welt erblickte, doch “Dracula” ist doch eigentlich nur eine Filmfigur. Schäßburg ist mit seinen verwinkelten mittelalterlichen Gassen und den bunten Häusern der Altstadt ein echter Hingucker und ein transsilvanisches Vorzeigeobjekt. Vampire gibt es aber auch hier nicht – und kaum ein Einwohner hängt ein Knoblauch-Bündel an die Haustür, um die vermeintlichen Blutsauger abzuwehren.

Besagter Fürst Dracula soll allerdings ein gefürchteter Kämpfer gewesen sein, der der Überlieferung nach seine Gegner mit Pfählen erschlug, was ihm schon zu Lebzeiten den Beinamen “Vlad der Pfähler” eintrug. Im Jahr 1477 wurde er allerdings besiegt und sein abgeschnittener Kopf soll in Konstantinopel Sultan Mohammed II erfreut haben. Angeblich fanden die Gebeine des Fürsten im Kloster Snagov auf einer kleinen Insel bei Bukarest ihre letzte Ruhe.

Die Hauptstadt Bukarest ist stolz auf ihre Vergangenheit und präsentiert sie unter anderem mit einem eindrucksvollen Palast des Präsidenten, mit dem Platz der Patriarchen und mit einem Triumphbogen. Es ist eine Metropole mit Häusern im Zuckerbäckerstil und einer bemerkenswerten Kunst- und Kulturszene. Hermannstadt, das auf den Landkarten auch als Sibiu zu finden ist, wurde 2007 Kulturhauptstadt Europas, und Kronstadt ist so etwas wie das steinerne Gewissen des historischen Siebenbürgen. Vielen Besuchern dient das malerische Zentrum mit seinen barocken und gotischen Fassaden als Ausgangspunkt ihrer Unternehmungen in Rumänien. Und damit in einem Land mit sozialem Gefälle und vielen gastfreundlichen Menschen.

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Mehr Informationen

Reiseinformationen Rumänien

Hauptstadt Bukarest
Staatsform Republik
Semipräsidentielles System
Währung Leu (RON)
Fläche ca. 238.391 km²
Bevölkerung ca. 19.870.000 (2016)
Sprachen Rumänisch
Stromnetz 220/230 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +40
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März bis Oktober)

 

Réunion – eine duftende Blume und Korallengärten

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Keine Frage: Das Paradies kann kaum schöner sein! Réunion ist nicht irgend eine Insel im Indischen Ozean – sie ist vermutlich die vielseitigste. Wer auf dem Gipfel des zweitausend Meter hohen Maido steht und hinab blickt zu den weißen Stränden und den aufregenden Korallengärten, der ist zweifellos ein beneidenswerter Mensch. Erfahrene Bergführer begleiten die Urlauber zu den Vulkanen und so mancher Kreole summt unterwegs die bezaubernde Hymne dieser Insel. Sie erzählt von der Bourbon-Vanille, die einst diesem Eiland den Namen gab. “P’tit fleur fanée” – das Produkt einer kleinen duftenden Blume machte Réunion im 19. Jahrhundert auf der ganzen Welt bekannt, denn Bourbon-Vanille gilt als eines der teuersten Gewürze überhaupt und ist noch immer ein wichtiges Exportgut.

Reunion, Saint Denis
Blick auf Saint Denis, Bild: julienjanusko / shutterstock

Diese Insel ist so etwas wie der französische Außenposten in den Fluten des Indischen Ozeans. Sie ist überschaubar und verfügt in etwa über eine Landfläche in der Größe Luxemburgs. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Réunion als Department des europäischen Mutterlandes ausgewiesen. Hier zahlt man seine Rechnungen in Euro, und es ist von Vorteil, zumindest ein paar Brocken der französischen Sprache zu beherrschen, wenn man sich dort in einem der schönen Hotels oder Resorts einquartiert. Auf den Seekarten ist Réunion zweitausend Kilometer entfernt vom afrikanischen Kontinent zu finden, und es waren die Entdecker der Seefahrer-Nation Portugal, die hier als erste im 16. Jahrhundert an Land gingen.

Felsige Küsten und kaum zu durchdringende Regenwälder finden sich im Süden der Insel. Bei Les Hauts und Saint-Joseph erstreckt sich ein Wandergebiet, das von immer mehr Urlaubern besucht wird, weil sich dort die blühenden Gärten bis in höhere Lagen erstrecken und wo die Insel ihr ursprüngliches Gesicht bewahrt hat. Die eindrucksvollsten Strände befinden sich auf der Westseite Réunions und laden zu langen Spaziergängen im feinen schwarzen oder weißen Sand ein. Die Lagunen öffnen sich dort zum offenen Meer, wo die Korallenbänke intakt sind und wo sich eine bunte Unterwasserwelt ausbreitet. In einer früheren Fabrik im Zentrum von Saint Leu wurde ein interessantes Landwirtschafts-Museum untergebracht, wo die Geschichte vom Kaffee- und Zuckerrohr-Anbau erzählt wird.

Ein traumhafter Strand reiht sich an den anderen, Bild: Balate Dorin / shutterstock

Als Urlauber sollte man auf keinen Fall den Friedhof der Seefahrer auslassen. Auf ihm ist unter anderem der berüchtigte Pirat La Buse zur letzten Ruhe gebettet worden. Der Freibeuter der Meere wurde 1730 auf Réunion dem Richter in Fußfesseln vorgeführt und zum Tode verurteilt. Aber auch der Dichter Leconte Delisle, der seine lyrischen Verse nach dem Vorbild der antiken griechischen Tragödie zu Papier brachte, ist auf dem Friedhof der Seefahrer begraben.

Viele Einwohner Réunions haben ihr Herz an den Surf-Sport verloren. Der Tanz auf und mit den Wellen ist ihre Leidenschaft, denn sie finden die besten Voraussetzungen für die Ausübung ihrer wagemutigen Sprünge vor der Küste Saint Leus. Eine besondere Spezialität und ein Teil der Weltmeisterschaft ist dort die “Linke Welle”. Im Kélonia-Zentrum werden Wasserschildkröten aufgepäppelt und später an den Stränden ausgesetzt.

Bei Boucan Canot ist der Wassersport in all’ seinen Facetten heimisch. Dort schützt ein sechshundert Meter langes Stahlnetz die Urlauber vor eventuellen Hai-Angriffen.

Fast genau inmitten der Insel liegt der Ort Cilaos mit ihren Thermalquellen. Er befindet sich in einem Talkessel und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Siedler beackerten dieses liebliche Tal zu Füßen des oft schneebedeckten Piton de Neiges bereits im 18. Jahrhundert. Wer in seinem Urlaub den besonderen Adrenalin-Kick wünscht, der kann sich in der “Eisenschlucht” beim Canyoning im Fleurs Jaunes versuchen. Rèunion ist ein ideales Fernreiseziel für Menschen, die sich für Trekking oder Wanderungen begeistern können aber auch an menschenleeren Stränden und Buchten abschalten möchten.

Fakten über Réunion

  1. Französisches Übersee-Departement: Réunion ist ein französisches Übersee-Departement und somit ein integraler Bestandteil von Frankreich und der Europäischen Union.
  2. Währung: Da es ein Teil von Frankreich ist, ist die offizielle Währung der Euro (€).
  3. Bevölkerung und Sprache: Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Französisch, und es gibt auch eine Vielzahl von Kreolsprachen. Die Insel hat eine vielfältige Bevölkerung mit afrikanischen, europäischen, malagasyischen und asiatischen Wurzeln.
  4. Landschaft und Topographie: Réunion ist vulkanischen Ursprungs und beherbergt zwei Vulkane: den Piton de la Fournaise, einen der aktivsten Vulkane der Welt, und den Piton des Neiges, den höchsten Punkt im Indischen Ozean.
  5. Wirtschaft: Die Wirtschaft von Réunion basiert hauptsächlich auf dem Dienstleistungssektor, aber Landwirtschaft, insbesondere der Anbau von Zuckerrohr, spielt auch eine wichtige Rolle.
  6. Tourismus: Réunion ist bekannt für seine atemberaubende Landschaft, Wanderwege, Strände und Wassersportmöglichkeiten und zieht viele Touristen an.
  7. Natur und Biodiversität: Die Insel ist Heimat für viele endemische Arten, d.h. Arten, die nirgendwo anders auf der Welt natürlich vorkommen. Es gibt auch drei Marine-Naturschutzgebiete rund um Réunion.
  8. Klima: Réunion hat ein tropisches Klima, mit einer warmen und feuchten Periode von November bis April und einer kühleren und trockeneren Periode von Mai bis Oktober.
  9. Kulinarische Vielfalt: Die Küche von Réunion ist eine Mischung aus französischen, indischen, afrikanischen und chinesischen Einflüssen, und sie ist bekannt für ihre Gewürze und Aromen.
  10. Piton de la Fournaise: Der Piton de la Fournaise ist einer der am häufigsten ausgebrochenen Vulkane der Welt und ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen und Wissenschaftler.
  11. Bildung: Réunion hat eine hohe Alphabetisierungsrate, und es gibt verschiedene Institutionen für höhere Bildung auf der Insel, einschließlich einer Universität, der Université de la Réunion.

Die wichtigsten Feste auf Réunion

Auf Réunion werden verschiedene traditionelle und kulturelle Feste gefeiert. Hier sind einige der Festlichkeiten, die auf der Insel stattfinden:

  1. Fête de la Liberté: Dieses Fest wird am 20. Dezember gefeiert und markiert das Ende der Sklaverei auf Réunion. Es ist ein gesetzlicher Feiertag auf der Insel und wird mit Musik, Tanz und Paraden gefeiert.
  2. Fête de la Musique: Am 21. Juni wird in Réunion, wie auch in anderen Teilen der Welt, die Fête de la Musique oder der Weltmusiktag gefeiert. Während dieses Festes gibt es viele kostenlose Konzerte und Musikveranstaltungen.
  3. Le Dipavali: Das Dipavali, das Lichterfest, ist ein wichtiges hinduistisches Fest auf Réunion, das den Sieg des Lichts über die Dunkelheit feiert. Es wird mit Prozessionen, Tanzaufführungen und der Beleuchtung von Lampen gefeiert.
  4. Mardi Gras: Wie in vielen anderen Teilen der Welt wird auch auf Réunion der Karneval oder Mardi Gras gefeiert, mit Paraden, Masken, Kostümen und Musik.
  5. Fête du Miel Vert: Dieses Fest findet normalerweise im Januar statt und ist ein wichtiges landwirtschaftliches Fest, bei dem es um Honig und andere lokale Produkte geht.
  6. Fête du Choca: Dies ist ein kulinarisches Festival, das der Choca-Pflanze gewidmet ist. Während des Festes gibt es Verkostungen und die Möglichkeit, traditionelle Gerichte zu probieren.
  7. Tamilisches Neujahrsfest: Das tamilische Neujahrsfest wird jedes Jahr im April gefeiert und umfasst traditionelle Tänze, Musik und kulinarische Spezialitäten.
  8. Grand Raid: Auch bekannt als La Diagonale des Fous, ist dieses Ultra-Trail-Running-Event eines der härtesten der Welt und zieht jährlich Tausende von Teilnehmern und Zuschauern an.
  9. Chinesisches Neujahr: Das chinesische Neujahrsfest wird auch auf Réunion gefeiert, da es eine bedeutende chinesische Gemeinschaft gibt. Es wird mit Drachentanz, Löwentanz und Feuerwerken gefeiert.
  10. Nationalfeiertag: Am 14. Juli feiert Réunion, wie der Rest von Frankreich, den Nationalfeiertag mit Paraden, Feuerwerken und anderen Festlichkeiten.

 Panama – zwei Ozeane und ein Kanal

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“Panama”, sagte der kleine Bär, “Panama ist unser Traumland, denn da riecht es von oben bis unten nach Bananen…” Und dann machte er sich mit dem Tiger auf in das vermeintliche Traumland, das die beiden aber in dem Kinderbuch von Janosch nie erreichten. Vielmehr begriffen sie einige Zeit später, dass das Land ihrer Träume nicht im zentralen Amerika zu finden war, sondern vor ihrer eigenen Haustür. “Oh, wie schön ist Panama” steht auf dem Titel dieses sympathischen Bestsellers. Und Janosch lag in seiner Einschätzung zweifellos richtig, denn Panama ist tatsächlich schön. Sehr schön sogar, denn es besteht aus saftigen Weiden, weißen Stränden mit vielen Palmen, einem atemberaubenden Dschungel und sehenswerten Städten aus der kolonialen Epoche des Landes. Und dann ist da noch der Panama Kanal, der für die Welt-Schifffahrt noch immer von überragender Bedeutung ist, weil sie den Giganten der Meere auf ihrer Reise von San Francisco nach New York den Umweg über Südamerika erspart.

Panama, Panama Kanal
Der Panama-Kanal, Bild: Galina Savina / shutterstock

Die Fluten zweier Ozeane umspülen das Land – der Atlantik und der Pazifik. An manchen Stellen ist Panama derart schmal, dass schon früh die Idee eines Kanals geboren wurde. Immerhin wurde dadurch der Seeweg um sage und schreibe fast 15.000 Kilometer verkürzt. Vor allem die Nordamerikaner hatten aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen großes Interesse an der Verwirklichung dieses kühnen Plans. So waren die Vereinigten Staaten bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts Eigentümer der wichtigen Wasserstraße. Eigentlich hatte auch der französische Diplomaten-Sprössling Ferdinand de Lesseps den Panama Kanal bauen wollen, denn der hatte sich schon um den Suezkanal verdient gemacht. Doch im späten 19. Jahrhundert scheiterte sein Vorhaben, weil die Malaria tagtäglich sieben seiner Arbeiter dahin raffte und de Lesseps in die Pleite trieb. Die Konkursmasse erwarb der amerikanische Präsident Theodore Roosevelt, womit er die amerikanische Dominanz in Panama sicherte.

Panama, Panama City
Panama City, Bild: Gualberto Becerra / shutterstock

Am 15. August 1914 standen zweihundert Passagiere an der Reling, als der Postdampfer “Ancona” als erstes Schiff die 82 Kilometer des Kanals durchquerte. Dabei sind drei Schleusen zu passieren, womit die Differenz zum Gatunsee ausgeglichen wird. Der Panama Kanal wird noch immer als Wunder der Technik gehuldigt und die Touristen an Bord preisen die landschaftliche Schönheit zu beiden Ufern in der Nähe des Nationalparks Soberiania. Der tropische Regenwald ist die Heimat zahlreicher gefährdeter Tiere, und die Schreie der Kapuzineraffen und der farbenfrohen Papageien begleiten die Reisenden auf ihrer gemächlichen Passage.

Die UNESCO hat einige landschaftliche und historische Wunder Panamas auf die Liste ihres Welterbes gesetzt. So die spanischen Festungen San Lorenzo und Portobelo sowie die Altstadt von Panama City mit dem mächtigen Dom aus dem Jahr 1796 und jenen Ruinen, die das Werk der Zerstörung durch den walisischen Freibeuter Henry Morgan sind. Besagter Morgan war in seinen besten Zeiten der Oberkommandant über nicht weniger als 36 Schiffe.

Wo ist das Kreuz des Südens? Diese Frage stellen sich viele Urlauber in der Nähe des Äquators. Auf den zauberhaften Robinson Inseln vor Panama haben die Sterne einen besonders intensiven Glanz. Auf Isla Colon mit seinem Nationalpark Bocas del Toro gibt es sogar einen “Strand der Sterne”. Was aber eher auf die zahlreiche Seesterne zurück zu führen ist, die man hier in Strandnähe findet. Dies ist die angestammte Region der Indianer vom Volk der Kuna, und da sie nach einer Rebellion die Souveränität über die Region San Blas erhielten, muss jeder Tourist, der eine der nahezu menschenleeren Inseln betreten möchte, einen Antrag beim Dorfrat der Kuna stellen.

Auch die Indianer vom Stamm der Embera sind stolze Besitzer ihres Landstrichs. Sie begleiten Urlauber in ihren Kanus auf dem Chagres-Fluss, der sich träge durch den tiefen Urwald Panamas windet. Panama hat viele Gesichter, und wer gut zu Fuß ist und nicht unter Atemnot leidet, den zieht es sogar hinauf zum Bilderbuch-Vulkan Baru.

Reiseinformationen Panama

Hauptstadt Panama City
Staatsform Republik
Präsidentielle Demokratie
Währung Balboa (PAB)
US-Dollar (USD)
Fläche ca. 75.517 km²
Bevölkerung ca. 4.098.000 (2017)
Sprachen Spanisch
Stromnetz 110 Volt, 60 Hz (Panama City 120 Volt)
Telefonvorwahl +507
Zeitzone UTC-5

 

Nürnberg – „Augapfel der Fürsten und Herren“

Die Stadt der Meistersinger und des Hans Sachs, die Stadt Albrecht Dürers, der ersten deutschen Eisenbahn und des Taschenuhrerfinders Peter Henlein ist keine Stadt der Butzenscheibenromantik. Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg haben in dieser Beziehung alle Illusionen genommen. Jedoch – ein großes Lob an die Nürnberger Stadtväter: Sie widerstanden der Versuchung, auf den Trümmern der Altstadt eine Beton-City hochzuziehen. Behutsam ließen Architekten und Handwerker die historische Kernstadt wiedererstehen. Wie im Zauber restaurierten sie fantasievoll und geschickt. Chörlein und Erker wurden an das mittelalterliche Erbe angepasst. Die historische Altstadt bestimmt das Bild der fränkischen Metropole auf ganz wunderbare Weise. Nürnberg ist gemütlich, traditionsverbunden, gastlich, interessant, originell und dynamisch.

Im Herzen der Stadt Nürnberg

Wie stark man mit der Stadtgeschichte Nürnbergs verbunden ist, zeigen die beliebten Altstadt-Spaziergänge des Nürnberger „Vereins der Altstadtfreunde“. Gern darf die Stadt auch ohne Begleitung entdeckt werden. Ausgangspunkt könnte der Hauptmarkt sein. Hier ragt die Säule des ältesten Brunnens der Stadt wie eine gotische Kirchturmspitze hervor. Im Hintergrund erscheinen die Türme der St.-Sebaldus-Kirche. Der weitläufige Platz bietet Besuchern aus aller Welt genügend Raum für einen herrlichen Blick hinauf zum mächtigen „Nourenberg“.

Indes beeindruckt das Fachwerk ehrsamer Bürger und ein Türmchen ziert beschaulich das Pilatushaus. Gleich gegenüber steht das Haus des berühmtesten Nürnbergers: Albrecht Dürer. Auf dem etwa dreistündigen Rundweg genießen die Besucher ein zauberhaftes Flair. Ähnlich einer Zeitreise begegnen sie unzähligen Schauplätzen. Das Rathaus mit Lochgefängnissen lädt zu einer spannenden Besichtigung ein. Die Verliese aus dem 14. Jahrhundert befinden sich im Originalzustand und beherbergen Folterkammern und eine Schmiedewerkstatt. Zur fröhlichen Einkehr lockt die „Fränkische Weinstube“ im Handwerkerhof.

Der Hof liegt mitten in der City, umrahmt von den Türmen und Mauern der insgesamt fünf Kilometer langen Stadtbefestigung. Kleine, entzückende Fachwerkhäuser zieren diese Mini-Stadt. Hier kann man den Handwerkern über die Schulter schauen und schöne Produkte erwerben. Wer nach all diesen Eindrücken den Aufstieg zur Kaiserburg nicht scheut, wird mit einem wunderschönen Blick über die Stadt belohnt.

Allerlei Wissenswertes zum „Schatzkästlein des Reiches“

Das krönende Wahrzeichen der Altstadt ist die Kaiserburg, welche auf einem mächtigen Felsen aus Sandstein über der Stadt thront. 32 deutsche Kaiser und Könige haben von hier aus deutsche Geschichte geschrieben. Die Kaiserburg zählt zu den bedeutendsten Burganlagen Mitteleuropas. Besonders interessant sind die romantische Burgkapelle, der Ritter- und Kaisersaal als auch der Sinwellturm. Das historische Nürnberg zu entdecken, fällt leicht. Auf kurzen Wegen erreichen die Besucher unzählige Kunstschätze und Baudenkmäler. Die drei größten mittelalterlichen Kirchen liegen direkt zu Füßen der Kaiserburg. Inmitten des geschlossenen Fachwerkbestandes am Tiergärtner Tor befindet sich das Wohnhaus Albrecht Dürers. Er kaufte es 1509 und bewohnte es bis zu seinem Tode im Jahre 1528. Ein Museum dokumentiert sein Leben und Werk. Nach einem Historienbummel empfiehlt sich ein Besuch im Spielzeugmuseum.

Dort, wo Kinderträume wahr werden, haben heute namhafte Traditionsunternehmen ihren Firmensitz. Seit über 30 Jahren zieht das Spielzeugmuseum Jung und Alt in seinen Bann. Der „Nürnberger Tand“ hat Tradition. Nicht weniger berühmt ist der Nürnberger Christkindlmarkt. Wer wird Nürnberg schon verlassen, ohne von den geschichtsträchtigen Lebkuchen genascht oder die Nürnberger Bratwürste probiert zu haben?

Nicht zu vergessen, die Lyra der Frauenkirche. Das Glockenspiel der Nürnberger Frauenkirche am Markt ist etwas Besonderes: Punkt 12 Uhr mittags treten die 7 Kurfürsten aus der Giebelwand und huldigen dem Kaiser. So bestimmte es einst Karl IV. in seiner Reichsverfassung.

Tipp: Das Burgviertel von Nürnberg ist auch in der Nacht quicklebendig und lädt mit einer Vielzahl von Kneipen, kulinarischen Treffs und Kleinkunstbühnen zu abwechslungsreichen Momenten ein.

Nürnberg, Weihnachtsmarkt, Frauenkirche
Der Nürnberger Weihnachtsmarkt. Im Hintergrund ist die Frauenkirche zu sehen, Bild: Mapics / shutterstock

Nürnberg, die Stadt der Museen und bedeutender Persönlichkeiten

Wie in nur wenigen anderen deutschen Großstädten konzentrieren sich an der Pegnitz eine Vielzahl von Museen von zum Teil außergewöhnlicher Bedeutung. Das Germanische Nationalmuseum begeistert mit 1,2 Millionen kulturhistorischen Objekten. Die Kunsthalle Nürnberg präsentiert eindrucksvolle Gegenwartskunst und das Stadtmuseum Fembohaus lädt zu 950 Jahren Stadtgeschichte ein.

Nicht zu vergessen, die zahlreichen Persönlichkeiten, welche in Nürnberg Geschichte schrieben. Neben Albrecht Dürer: Martin Behaim (1459-1507) – Erbauer des ersten Globus, Adam Kraft (1455-1508) – Bildhauer, Hans Sachs (1494-1576) – Dichter und Meistersinger sowie Peter Henlein (1480-15429) – Erfinder der Taschenuhr. Nürnberg ist eben ein wahres „Schatzkästlein“.

Bangkok – aufregende Metropole zwischen Tradition und Moderne

Bangkok – Thailands pulsierende Metropole ist eine Mega-City zwischen Tradition und Moderne. Hier gibt es Händler, die alle möglichen Waren auf der Straße verkaufen, Tuk Tuks und Elefanten sowie viel Gold. Ein einzigartiger Mix in einer atemberaubenden Metropole. Daher ist es auch kein Zufall, dass Filme wie The Beach, James Bond oder Hangover hier spielen.

Alle Sehenswürdigkeiten sind leicht zu erreichen

Bangkok Skyline von oben
Bangkok von oben, Bild: Travel mania / shutterstock

Bangkok ist die Hauptstadt Thailands mit rund 10 Millionen Einwohnern. So genau weiß das niemand. Denn selbst die Behörden wissen nicht genau, wie viele Menschen in der Mega-City leben. Die Stadt ist Abenteuer pur. Dazu ein aufregendes Nachtleben und die tollen Strände sind auch nicht weit. Bangkok macht es Touristen angenehm leicht die City zu entdecken. So gibt es den internationalen Flughafen Suvurnabhumi Airport sowie den Airport Don Mueang für Inlandsflüge. Der Suvurabhumi Airport ist mit einer Bahnverbindung – dem Bangkok Airport Link (SARL) – mit der Stadt verbunden. Auch ist der öffentlicher Nahverkehr sehr gut und modern. Es gibt einen Skytrain (BTS) und eine Metro (MRT). Touristen erreichen hiermit alle wichtigen Sehenswürdigkeiten einfach und bequem. Die Tickets können an Automaten in englischer Sprache gekauft werden. Bangkok ist eine moderne und weltoffene Stadt und die Thais sind sehr höfliche Menschen.

Beste Reisezeit in Bangkok ist von Dezember bis Februar

Thailands Hauptstadt Bangkok ist eine der faszinierendsten Metropolen der Welt und ein sehr beliebtes Reiseziel. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen aus der ganzen Welt in die City. Bangkok ist geprägt von einem tropischen Klima. Das sorgt für heiße Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die beste Reisezeit sind die Monate Dezember bis Februar. Denn zu dieser Zeit gibt es kaum Regen und die Temperaturen sind noch nicht ganz so heiß. In der Nacht liegen diese um angenehme 20 Grad. Im Mai beginnt die Regenzeit. Diese endet dann wieder im November. Jedoch regnet es nicht den ganzen Tag. Vielmehr kommt es in dieser Zeit zu kurzen Regenschauer, häufig nachmittags und abends. In der Regenzeit ist es aufgrund der sehr hohen Luftfeuchtigkeit sehr schwül. Durchschnittlich liegen die Temperaturen in Bangkok ganzjährig tagsüber bei über 30 Grad und nachts bei rund 20 Grad.

Jede Menge exotische Sehenswürdigkeiten

Bangkok Essensstand
Ein typischer Essensstand in Bangkok, Bild: David Kucera / shutterstock

Bangkok ist reich an vielen exotischen Sehenswürdigkeiten. Ob alte Tempel, Paläste, faszinierende Wasserwege, erholsame Parks oder interessante Märkte und ein aufregendes Nachtleben – Bangkok bietet für jeden genau das Richtige. Eine Fahrt durch die Khlongs ist etwas ganz Besonderes. Auf sogenannten Langbooten geht es durch die Wasser-Kanäle der Stadt. Hier ist das ursprüngliche Bangkok. Die Tour führt vorbei an kleinen Hütten am Ufer und im Hintergrund sind die riesigen Hochhäuser des modernen Bangkoks zu sehen. Sehr empfehlenswert ist auch ein Ausflug zu den berühmten Schwimmenden Märkten in Damnoen.

Ein Besuch des Königspalastes gehört einfach zum Pflichtprogramm eines Bangkok-Besuches. Der König in Thailand wird sehr verehrt, und so kommt jeder Thai mindestens einmal in seinem Leben hierher. Die Palast-Anlage ist ein wahrer Augenschmaus. Überall exotische Figuren und verzierte Tempel. Im Innenbereich lassen sich die sehr beeindruckenden goldenen Chedis, Statuen und die Kapelle des Smaragd-Buddha bestaunen. Nicht weit vom Königspalast entfernt befindet sich der Tempel Wat Pho mit dem berühmten liegenden Buddha. Die riesige Statue ist stolze 45 Meter lang. Daneben gibt es einen wunderschönen Garten und tolle Chedis und Prangs zu entdecken. Wer dann nach so viel Pracht und Glanz eine Auszeit benötigt, ist im Lumphini Park genau richtig. Die grüne Oase Bangkoks ist Entspannung pur: Hier lässt sich wunderbar spazieren gehen oder eine Tretbootfahrt auf dem See genießen.

Bangkok von oben, Backpacker Paradies, Märkte und wildes Nachtleben

Bangkok hat eine atemberaubende Skyline. Daher lohnt es sich, diese von einer der zahlreichen Skybars zu erleben. Ein unvergessener Anblick! Nicht weniger interessant ist die Khao San Road. Das Mekka der Backpacker zieht Menschen aus der ganzen Welt an.

Daran dürfte auch der Film The Beach mit Leonardo Dicaprio seinen Anteil haben. Hier gibt es unzählige günstige Unterkünfte, Bars, Clubs, Garküchen, Verkaufsstände und auch gebratene Skorpione oder verschiedene andere Insekten. Ein ganz besonderes Erlebnis ist ein Besuch des Chatuchak Marktes. Dieser ist einer der größten Wochenendmärkte der Welt mit mehr als 10.000 Ständen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Bangkok ist auch berühmt für ein einzigartiges Nachtleben. Dieses ist äußerst vielfältig und lässt keine Wünsche offen. Überall gibt es unzählige Bars, Clubs und Pubs. So wie beispielsweise die Sukhumvit Road. Hier tobt abends das Leben. Und auf keinen Fall darf bei einem Bangkok-Besuch Streetfood nicht fehlen. Überall in der City gibt es zahlreiche Stände und Garküchen, die einfach alles anbieten – lecker. Zudem ist die Stadt Ausgangspunkt für einen Besuch auf einer der zahlreichen traumhaften Inseln Thailands.

Musik in der Luft und Nostalgie in Stein – Salzburger Impressionen

Mächtige Kirchen, prächtige Palais, malerische Gassen, Kuppeln, Brunnen und Arkaden – Salzburg ist ein Gesamtkunstwerk in Österreich. Alexander von Humboldt schrieb um 1800 auf seiner Weltreise: „Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde.“ Die Stadt, welche gerade mal 148.000 Einwohner zählt, empfiehlt sich als Welthauptstadt der Musik. Dem nicht genug: Salzburg wirkt ausgesprochen theatralisch und wird die „Bühne der Welt“ genannt. Hier vereinen sich Schönheit, Spiel und Kunst. Die Atmosphäre gleicht einem wunderschönen Theaterstück. Das weiße Gold des Mittelalters hat Salzburg reich gemacht. Heute ziehen unzählige Schätze die Besucher magisch an.

Salzburg – Ein Stadtrundgang, der bezaubert

Salzburg, Salzburger Dom
Der Salzburger Dom, Bild: saiko3p / shutterstock

Die Stadt liegt schön zu beiden Seiten der Salzach. Malerisch thront die Hohensalzburg über der Stadt. Das Salzburger Flair verzaubert von Anfang an.
Zwischen dem Mönchsberg, dem linken Salzachufer und dem Festungsberg präsentiert sich die Altstadt mit mittelalterlich engen Gassen, Arkadenhöfen und hohen, schmalen Häusern.

Der bürgerliche Teil der Stadt wirkt eher romantisch, während der kirchlich-fürstliche Teil zwischen dem Neutor und dem Neugebäude mit prächtigen Bauten an weiten Plätzen begeistert. Den Mittelpunkt der Altstadt bildet der weite Residenzplatz, das einstige Zentrum erzbischöflicher Macht. Geschmückt wird dieser von einem der schönsten und größten Barockbrunnen diesseits der Alpen. Die Residenz, erstmals um 1120 erwähnt, beherbergt 180 Räume und Säle, darunter 15 Prunkräume. Eine Besichtigung lohnt. Anschließend warten bereits die Kutscher und laden zu einer behaglichen Stadtrundfahrt ein. Schon bald erreicht man den Domplatz. Der Dom zu Salzburg beeindruckt mit seiner mächtigen, 79 Meter hohen Kuppel und seiner prächtigen Fassade. Unweit des Doms befindet sich einer der ältesten Friedhöfe der Welt. Weiter geht es zum Mönchsberg mit zusätzlichen Ausstellungsräumen des Museums der Moderne. Vorbei an stattlichen Kirchen, erreicht man den Festspielbezirk, den Bürgerspitalplatz, viele Museen, die Getreidegasse mit ihren mittelalterlichen Hochhäusern und nicht zuletzt die Stätten Mozarts.

Mozart, Barock und mehr

Die Getreidegasse hat etwas Verzauberndes, auch wenn sie vornehmlich im Sommer von Menschenmassen erfüllt ist. Nachts, wenn die Kulissen ausgeleuchtet sind, ist sie einer der meistfotografierten Straßen der Welt. Das älteste Gemäuer der Gasse trägt die Nummer 21 und stammt aus dem Jahr 1258. In der Getreidegasse 9 erblickte das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1756 das Licht der Welt. Fassade, Portal und Hof sehen noch aus wie zu seiner Zeit. 1773 siedelten die Mozarts auf das andere Salzachufer und bezogen das Wohnhaus am Marktplatz 8. Der nach Süden leicht ansteigende Marktplatz wurde Ende des 13. Jahrhunderts angelegt und ist heute ein wunderbarer Platz zum Verweilen.

Der Friedhof St. Sebastian ist Salzburgs Campo Santo. Am pittoresken Friedhof liegen historische Salzburger Persönlichkeiten unter der Erde – Mozarts Vater Leopold und Mozarts Frau Constanze sowie Genoveva von Weber. Der Klosterbezirk St. Peter führt seine Besucher in das Reich der Mönche. Im Schatten einer steilen Felswand befinden sich die Familiengräber angesehener Salzburger Clans und in den Felsen gehauene Katakomben.

Fern der Melancholie locken Schloss Hellbrunn, das Lustschloss im Süden Salzburgs als auch das Schloss Mirabell als Ort für die Liebe. Der Mirabellengarten beeindruckt mit Terrassen, Springbrunnen und Marmorstatuen. Hingegen genießt man auf Schloss Hellbrunn eine entzückende Parkanlage, die auf dem Höhepunkt der kirchlichen Macht im Jahre 1613-1619 entstand.

Aktiv in Salzburg

Genuss pur verspricht ein Ausflug ins Gasteinertal oder eine Bergwanderung zum Kapuzinerberg. Beim Aufstieg spielt das Meditative eine Rolle: Man blickt zurück auf das Weichbild der Stadt und betrachtet die herrliche Gebirgskulisse. Salzburg ist umzingelt von Bergen, aber nicht bedrängt. Auf dem Rückweg lohnt noch ein Blick auf die Villa des Dichters Stefan Zweig. Hier weilten einst Thomas Mann, Maurice Ravel und George Wells. Die Begegnung mit altösterreichischer Kaffeehaus-Tradition ist ein Muss in Salzburg. Im „Café Tomaselli“ las einst Mozart die einzige Zeitung, die es damals gab und trank dazu eine heiße Schokolade.

Am anderen Ufer der Salzach begeistert das „Café Bazar“ an einem heimeligen Ort mit hübscher Flussterrasse. Unweit lädt die Wiener Familie Gürtler in ihr berühmtes Kaffeehaus Sacher ein. Den duftenden Verführungen kann kaum jemand widerstehen. Dort, wo Flugzeugfans das Herz höherschlägt, befindet sich das Flugzeugmuseum mit hoch im Kurs stehenden Kostbarkeiten der Luftfahrt. Dabei übt die Landebahn am Runway 16 eine magnetische Anziehungskraft aus und sorgt im Winter für Begeisterung. Der Hangar-7 ist zugleich ein Ort der Kunst mit ständig wechselnden Veranstaltungen. Ein Ausflug zur Eisriesenwelt von Werfen lohnt ebenfalls. In der größten Eishöhle unseres Planeten gilt: Warm anziehen, auch im Hochsommer.

Tipp: Im Restaurant „Carpe Diem“ genießen die Gäste Fingerfood vom Feinsten.
Weizen Gold mit Pfiff gibt es hingegen in den Salzburger Brauereien auf der Rupertgasse.
Salzburg ist herrlich und immer eine Reise wert. Das anmutige Stadtwunder zeigt sich charmant und verträumt. Die „Jedermann-Stadt“ ist ein Ort für wahre Genießer und Flaneure.

Krakau – Stadt der Legenden

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Krakau im südlichen Polen ist nach der Hauptstadt Warschau die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie ist eine der historisch bedeutendsten Städte Europas und erstrahlt noch heute in der Pracht der Renaissance, Gotik und des Jugendstils, aber auch anderen Epochen der Baukunst seit dem Hochmittelalter.

In Krakau befindet sich außerdem der größte Platz Europas. Dieser wurde bereits im Mittelalter gegründet und bedeckt 40.000 Quadratmeter.

Wie man sich vorstellen kann, hat Krakau auch kulturell einiges zu bieten und wurde im Jahr 2000 sogar zur Kulturhauptstadt Europas erwählt. Zudem wurzeln in dieser Stadt auch zahlreiche Mythen und Legenden. Die bekannteste davon ist sicherlich die Sage um den Wawel-Drachen, dessen Heim sich unter dem gleichnamigen Hügel der Stadt befunden haben soll. Manche Quellen berichten, dass er bereits vor der Gründung der Stadt dort gehaust haben soll. Vor der Höhle befindet sich heute eine Skulptur des Drachen, die sogar Feuer spucken kann.

Sehenswürdigkeiten in und um Krakau

Die Marienkirche

Marienkirche Krakau
Die Marienkirche, Bild: TTstudio / shutterstock

Die Kirche mit den zwei ungleichen Türmen, wacht über den Hauptplatz in der Altstadt Krakaus. Ende des 13. Jahrhunderts wurde sie auf den Grundmauern einer romanischen Kirche errichtet. Sie ist der Gotik zuzuordnen und ein klassisches Beispiel für die polnische Architektur dieser Periode.

Während an der Außenseite vor Allem das Portal ins Auge fällt, ist die Basilika innen farbenreich geschmückt.

Seit dem 14. Jahrhundert wird zu jeder vollen Stunde händisch eine Stundenglocke geläutet und das Hejnał, ein polnisches Triumphsignal, geblasen. Dieses bricht allerdings mittendrin ab, um daran zu erinnern, dass der Türmer bei dem Mongolenangriff von 1241 an dieser Stelle von einem Pfeil getroffen wurde. Auch das möglicherweise nur eine Legende.

Ebenfalls um die Türme rankt sich eine Legende, die deren Ungleichheit erklären soll: Demnach wurden sie von zwei Brüdern erbaut, die sich gegenseitig übertreffen wollten. Aus Angst der Turm des anderen Bruders könnte den bautechnisch schon abgeschlossenen Turm überragen, tötete der eine Mann seinen Bruder.

Der Wawel-Hügel

Schloss Wawel, Krakau
Schloss Wawel, Bild: RomanSlavik.com / shutterstock

Einst Heimat eines Drachen, so heißt es, steht auf dem Hügel heute das prächtige Wawel-Schloss.

Auf Resten einer frühmittelalterlichen Burganlage gebaut, war es früher die Residenz der polnischen Könige und fungiert gegenwärtig als Nationalmuseum.

Ein Besuch des Wawel-Hügels ist wie ein Gang durch die Jahrhunderte: Romantik, Gotik, Renaissance und Barock treffen sich dort.

Das Schloss selber wurde im 14. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet. Auch verschiedene Gebäude, Verteidigungsanlagen und Türme gehören zu dem Areal. Nach weiteren architektonischen Veränderungen, wurde der Palast allerdings Ende des 16. Jahrhunderts großteils von einem Feuer zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Unterhalb der Anlage befinden sich zahlreiche Höhlen in dem verkarsteten Hügel, die bereits von den Frühmenschen genutzt wurden und heute ein interessantes Besichtigungsziel bieten.

Auschwitz Birkenau

Außerhalb von Krakau steht die Anlage des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, wie ein riesiges Mahnmal für all die Schrecken des 2. Weltkriegs. Ein Besuch dieses Komplexes ist nicht nur für Geschichtsinteressierte empfehlenswert.

Das Museum, wie auch die Anlage selber verspricht einen tiefen Einblick in die Grauen dieser vergangenen Zeit und oftmals sprechen die verlassenen Orte für sich. Wachtürme, Stacheldraht und Wohnbaracken schaffen eine unheimliche Grundatmosphäre. Schon seit 1947 dient Auschwitz als Museum und ist seit Ende der 70er Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Krakauer Tuchhallen

Krakauer Tuchhallen
Krakauer Tuchhallen bei Nacht, Bild: mmuenzl / shutterstock

Sie gelten als wichtiges Beispiel für die Architektur der Renaissance in Mitteleuropa. Die Tuchhallen, welche im 14. Jahrhundert unter König Kasimir dem Großen errichtet wurden, zeigen sich heute im Stil des 16. Jahrhunderts, nachdem sie einem Feuer zum Opfer fielen und neu aufgebaut werden mussten. Doch auch in den 1870er-Jahren wurden die Hallen umgebaut und sind dadurch auch von neugotischen Elementen geprägt.

Wie ihr Name bereits sagt, dienten sie dem Handel von Gewebe aus England und Flandern.
Wer die Tuchhallen besichtigen möchte, kann dies ohne Weiteres tun, denn der Eintritt ist frei. Seinen Zweck als Marktplatz hat das Gebäude noch immer inne, wenn auch heute statt edlem Tuch, Souvenirs angeboten werden. Der obere Stock beherbergt unterdessen die Gemäldegalerie der Polnischen Nationalkunst.

Rynek Underground

Unter den Tuchhallen und dem Marktplatz befindet sich das Rynek Underground Museum.
Es befindet sich in vier Metern Tiefe unter dem Marktplatz, inmitten von den mittelalterlichen Ruinen des 10. Jahrhunderts.

Adresse: Rynek Główny 1, 31-042 Kraków, Polen Öffnungszeiten: Montag: 10:00–20:00 Dienstag: 10:00–20:00 Mittwoch: 10:00–20:00 Donnerstag: 10:00–20:00 Freitag: 10:00–20:00 Samstag: 10:00–20:00 Sonntag: 10:00–20:00 Telefon: +48 12 426 50 60
Düster und umgeben von altem Fundament wird hier die Geschichte der Stadt zum Leben erweckt. Interaktive Bildschirme in mehreren Sprachen stehen zur Verfügung und kurze Filme und Animationen helfen bei der Veranschaulichung.

Es ist übrigens zu empfehlen, die Tickets im Voraus zu buchen, da die Besucherzahl limitiert und der Andrang recht hoch ist.

Oberammergau – Passionsspiele und Herrgottschnitzer

Weißblau ist der Himmel, schneebedeckt präsentieren sich die Gipfel, bunt bemalt sind die Hausfassaden in den schmucken Dörfern. Keine Frage: Es gibt viele Gründe für einen Urlaub in Bayern, denn in diesem südlichsten aller Bundesländer gibt es neben leiblichen auch etliche seelische Genüsse. In den zahlreichen Klöstern und Abteien als Rückzugsorte der Besinnung oder in Oberammergau, wo einst die Kelten ein Flusstal besiedelten, wo sich Römer heimisch fühlten und der legendäre Kaiser Ludwig die Einwohner mit einigen Privilegien ausstattete. Seit dem 19. Jahrhundert ist Oberammergau, die Werkstatt der Lüftlmaler, nicht mehr ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte. Hier sind die berühmten Herrgottschnitzer zu Hause und hier bemühen sich Laien und Profis alle zehn Jahre, das Leiden des Christus in einem Passionsspiel nachzuzeichnen.

Ein Gelöbnis nach dem “Schwarzen Tod”

Kofel, Oberammergau
Der Kofel ist der Hausberg von Oberammergau, Bild: © Ammergauer Alpen GmbH

Das Jahr 1633 hielt mit tiefschwarzen Lettern Einzug in die Geschichtsbücher von Oberammergau, denn die Pest ließ die Einwohnerzahl schrumpfen. Der “Schwarze Tod” zerstörte auch am Fuße der Ammergauer Alpen alles. Die sozialen Bindungen der Menschen und letztlich auch alle moralischen Werte. Für so manchen war das Leben kurz, und nicht wenige glaubten, dass die Pest nichts anderes sei, als der Zorn des Herrgotts, der auf die Erde gekommen sei. Auch in Oberammergau begannen die Gläubigen, sich selbst zu geißeln, die Heiligen zu verehren und zu Wallfahrten aufzubrechen. Achtzig Einwohner des bayrischen Ortes kamen 1633 historischen Dokumenten zufolge durch die Pest ums Leben, und wen die Seuche verschonte, gelobte feierlich, fortan ein Passionsspiel aufzuführen.

Die Pest kam am Tag des Kirchweihfestes

Es waren nicht wenige Menschen in Oberammergau, die ein Zeichen des Herrn darin erblickten, dass ausgerechnet zum Kirchweihfest des Jahres 1632 die Pest in ihrem beschaulichen Ort Einzug hielt. In der Nachbarschaft des Klosters Ettal, das einst von Kaiser Ludwig dem Bayern ebenfalls nach einem Gelöbnis gegründet wurde, entwickelten die Einwohner von Oberammergau schon in den ersten Jahren ihres Passionsspiels eine hektische Betriebsamkeit. Sie verstanden die Nachstellung der Leidensgeschichte des Christus als Akt ihrer ganz persönlichen religiösen Erbauung. Für die Ursprungstexte des Passionsspiels sorgten vermutlich der Augsburger Meistersinger Sebastian Wild und ein unbekannter Mönch des Klosters Ettal.

Ein Schauspielhaus für 5.200 Besucher

Alle zehn Jahre verwandelt sich nunmehr das bayrische Dorf zu einem Bienenhaus, denn zu Zeiten des Passionsspiels kommen Gäste aus aller Welt. Und auch die Einwohner Oberammergaus verwandeln sich in dieser Zeit. Aus Holzschnitzern werden dann römische Legionäre, aus Bauern Laienschauspieler. Für jeden dritten Einwohner dieses Ortes ist es eine Selbstverständlichkeit, an der Passion mitzuwirken. Die meisten begnügen sich allerdings mit der Rolle eines Statisten, und wer erwählt ist, in die Hauptrolle des Jesus von Nazareth zu schlüpfen, haucht während der Saison um die hundertmal: “Es ist vollbracht…” Das Schauspielhaus, das in seiner heutigen Form im Jahr 1930 entstand, fasst etwa 5.200 Besucher. Im Laufe der Zeit wurden die Technik der Freilichtbühne modernisiert, die Fassade verschönert und der Brandschutz verbessert.

Zu den Holzschnitzern im “Pilatushaus”

Pilatushaus Oberammergau
Das Pilatushaus in Oberammergau, Bild: © Ammergauer Alpen GmbH, Stephan de Paly

Die Visite des Schauspielhauses und damit der traditionellen Stätte der Passion gehört bei Ausflügen in Oberammergau zu allen Zeiten zum Pflichtprogramm der Besucher. Aber auch den Holzschnitzern kann man im sogenannten “Pilatushaus” zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober über die Schultern schauen. Die Sehenswürdigkeiten von Oberammergau können die Gäste im übrigen zu Fuß erwandern, denn der Ort ist überschaubar. Ein Schmuckstück ist zweifellos die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Sie ist ein bedeutendes Beispiel für den Barock süddeutscher Prägung und entstand bis Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Innern des Gotteshauses fallen die reichen Stuckarbeiten sowie die Fresken an den Decken und Wänden ins Auge. Der Hochaltar zeigt die Mutter Gottes als himmlische Helferin. Die Orgel der Kirche wurde im Jahr 1893 installiert.

Die längste Ganz-Jahres-Rodelbahn der Welt in Oberammergau

Ammer
Die Ammer, Bild: Alexander Schmitz / shutterstock

Bei einem Bummel durch Oberammergau fällt auf, dass die Fassaden fast aller Häuser über Schmuckelemente und Darstellungen verfügen. Grundlagen dieser Technik lieferte ein Einheimischer – der Oberammergauer Maler Franz Seraph Zwink im 18. Jahrhundert. Der Künstler prägte mit seinem Stil das Bild des Schauspielortes. Am Kolbensattel entstand im Jahr 2013 eine Ganz-Jahres-Rodelbahn. Wer sich auf einen schienengesteuerten Schlitten setzt, rast mit einer Geschwindigkeit von maximal vierzig Kilometer pro Stunde ins Tal. Dies ist mit einer Distanz von 2,5 Kilometern und einem Höhenunterschied von vierhundert Metern die längste wetterfeste Rodelbahn der Welt.

An der schönen Dorfstraße hat sich das Oberammergauer Museum etabliert. Zu den Schmuckstücken des Museums zählen die historische Kirchenkrippe sowie etliche Exponate der heimischen Schnitzkunst. Im Dachgeschoss finden von Zeit zu Zeit Sonderausstellungen statt. Im Rahmen einer Führung durch das sogenannte “Eisenhower-Museum” erfährt der Besucher Interessantes aus dem Leben des 34. Präsidenten der Vereinigten Staaten.