Puerto Rico ist die östlichste und kleinste Hauptinsel der Großen Antillen, zu denen auch Kuba, Jamaika und Hispaniola gehören. Die Karibikinsel ist ein Außengebiet der Vereinigten Staaten und verbindet spanisch-karibische Kultur mit deutlichen US-amerikanischen Einflüssen. Rund 3,2 Millionen Menschen leben auf Puerto Rico.
Für Reisende aus Europa steht Puerto Rico häufig weniger im Mittelpunkt als andere Karibikinseln. Dabei bietet die Insel eine ungewöhnlich große Vielfalt: historische Kolonialarchitektur in San Juan, tropischen Regenwald, Berge, Höhlen, kilometerlange Strände und kleinere vorgelagerte Inseln. San Juan ist zudem ein bedeutender Kreuzfahrthafen und für viele Besucher der erste Kontakt mit Puerto Rico.
Old San Juan – die historische Altstadt

Die Hauptstadt San Juan gehört zu den ältesten von Europäern gegründeten Städten Amerikas. Besonders sehenswert ist Old San Juan mit seinen kopfsteingepflasterten Straßen, farbenfrohen Fassaden, kleinen Plätzen und mächtigen Festungsanlagen. Die spanische Vergangenheit ist hier bis heute deutlich sichtbar.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Festungen Castillo San Felipe del Morro und Castillo San Cristóbal. Gemeinsam mit weiteren historischen Bauwerken gehören sie zum UNESCO-Welterbe. Von den Festungsmauern bieten sich weite Ausblicke über den Atlantik und die Bucht von San Juan.
Ebenfalls sehenswert sind die Kathedrale San Juan Bautista und La Fortaleza, der Amtssitz des Gouverneurs. Die Calle de la Fortaleza zählt zu den bekanntesten Straßen der Altstadt und ist von Geschäften, Restaurants und historischen Gebäuden gesäumt.
Old San Juan lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Wer mit einem Kreuzfahrtschiff ankommt, erreicht viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten direkt vom Hafen aus.
Puerto Rico auf einer Rundreise erleben
Wer mehr als San Juan sehen möchte, sollte mehrere Tage für die Insel einplanen. Puerto Rico misst von Ost nach West rund 180 Kilometer und bietet auf vergleichsweise kleiner Fläche sehr unterschiedliche Landschaften.
Ein Mietwagen ist außerhalb des Großraums San Juan meist die praktischste Möglichkeit, die Insel zu erkunden. So lassen sich Regenwald, Bergregionen, kleinere Städte und abgelegenere Strände miteinander verbinden. Besonders interessant sind neben San Juan die Südküste rund um Ponce, der Westen mit Rincón und Aguadilla sowie der Südwesten um Cabo Rojo.
Ponce – die Perle des Südens

Ponce liegt an der Südküste und wird auch „La Perla del Sur“, die Perle des Südens, genannt. Die Stadt ist für ihre Architektur, Museen und historischen Gebäude bekannt. Mittelpunkt ist die Plaza Las Delicias mit der Kathedrale Nuestra Señora de Guadalupe und dem auffälligen rot-schwarzen Parque de Bombas, der früher als Feuerwehrstation diente.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehört das Castillo Serrallés oberhalb der Stadt. Das ehemalige Anwesen der Familie Serrallés gibt Einblicke in die Geschichte des Zuckerrohranbaus und der Rumproduktion auf Puerto Rico. Auch das Museo de Arte de Ponce besitzt eine bedeutende Kunstsammlung.
Die Architektur von Ponce unterscheidet sich deutlich von derjenigen San Juans. Besonders charakteristisch ist der sogenannte Ponce Creole, in dem karibische und europäische Einflüsse miteinander verschmelzen.
El Yunque National Forest

Eine der bedeutendsten Naturlandschaften Puerto Ricos ist der El Yunque National Forest im Nordosten der Insel. Das Schutzgebiet umfasst knapp 117 Quadratkilometer und ist der einzige tropische Regenwald innerhalb des Nationalforstsystems der Vereinigten Staaten.
Wanderwege führen durch dichte tropische Vegetation zu Aussichtspunkten, Flüssen und Wasserfällen. Aufgrund der Höhenunterschiede verändert sich die Pflanzenwelt auf dem Weg in die höheren Lagen deutlich.
Ein berühmter Bewohner Puerto Ricos ist der Coquí. Der kleine Frosch verdankt seinen Namen seinem charakteristischen Ruf und gilt als eines der Symbole der Insel. Besonders am Abend ist sein „Ko-kii“ vielerorts zu hören.
Auch der äußerst seltene Puerto-Rico-Amazonenpapagei gehört zur heimischen Tierwelt. Eine ganz andere Geschichte haben die großen Grünen Leguane, die Reisenden auf der Insel ebenfalls begegnen können: Sie sind keine einheimische Art, sondern wurden eingeschleppt und gelten inzwischen als invasiv.
Die schönsten Strände von Puerto Rico

Puerto Rico besitzt eine große Auswahl an Stränden. An der Nordwestküste liegt Crash Boat Beach bei Aguadilla, der für sein klares Wasser und seine farbenfrohen ehemaligen Hafenanlagen bekannt ist. Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen gehören hier zu den beliebten Aktivitäten.
Rincón an der Westküste ist dagegen vor allem bei Surfern bekannt. Die besten Bedingungen zum Wellenreiten herrschen häufig zwischen Herbst und Frühjahr. Gleichzeitig zählt die Region zu den schönsten Orten der Insel, um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Besonders reizvoll sind auch die vorgelagerten Inseln Vieques und Culebra. Culebra ist unter anderem für Flamenco Beach bekannt, während Vieques mit langen Stränden und der Mosquito Bay ein außergewöhnliches Naturphänomen bietet.
Biolumineszente Buchten auf Puerto Rico
Eine Besonderheit Puerto Ricos sind seine biolumineszenten Buchten. Winzige Organismen im Wasser erzeugen bei Bewegung ein bläuliches Leuchten, das vor allem in dunklen Nächten sichtbar wird.
Besonders bekannt ist Mosquito Bay auf Vieques. Weitere Möglichkeiten, Biolumineszenz zu erleben, gibt es in der Laguna Grande bei Fajardo und in La Parguera im Südwesten. Geführte Kajaktouren gehören zu den beliebtesten Möglichkeiten, dieses Naturphänomen zu beobachten.
Cabo Rojo und der Südwesten
Eine völlig andere Landschaft erwartet Reisende im Südwesten Puerto Ricos. Rund um Cabo Rojo wechseln sich trockene Vegetation, Salzflächen, Klippen und Strände ab.
Zu den bekanntesten Zielen gehört der Leuchtturm Los Morrillos, der auf eindrucksvollen Kalksteinklippen über dem Meer steht. In der Umgebung befinden sich mehrere Buchten und Strände, die sich gut mit einem Ausflug durch den Südwesten verbinden lassen.
Die beste Reisezeit für Puerto Rico

In der Karibik herrscht tropisches Klima, sodass Puerto Rico grundsätzlich ganzjährig bereist werden kann. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über warm, wobei es regionale Unterschiede zwischen dem feuchteren Norden und dem trockeneren Süden gibt.
Als besonders beliebte Reisezeit gelten die Monate Dezember bis April. In dieser Zeit ist es meist etwas trockener und die Luftfeuchtigkeit geringer. Gleichzeitig fällt dieser Zeitraum in die touristische Hochsaison.
Die offizielle atlantische Hurrikansaison dauert von Juni bis November. Das bedeutet nicht, dass Reisen in diesen Monaten grundsätzlich vermieden werden müssen. Wer während dieser Zeit nach Puerto Rico reist, sollte jedoch die Wetterentwicklung beobachten und bei der Reiseplanung flexible Stornierungsbedingungen beziehungsweise einen geeigneten Versicherungsschutz berücksichtigen.
Kulinarische Spezialitäten auf Puerto Rico
Die puertoricanische Küche verbindet spanische, afrikanische, indigene und karibische Einflüsse. Eines der bekanntesten Gerichte ist Mofongo. Dafür werden frittierte Kochbananen zerdrückt und unter anderem mit Knoblauch und weiteren Zutaten kombiniert. Je nach Variante wird Mofongo mit Fleisch, Meeresfrüchten oder Gemüse serviert.
Beliebt sind außerdem Arroz con Gandules, Reis mit Straucherbsen, sowie Empanadillas beziehungsweise Pastelillos mit unterschiedlichen Füllungen. Kochbananen, Yuca, Reis, Bohnen, Schweinefleisch und Meeresfrüchte spielen in vielen traditionellen Gerichten eine wichtige Rolle.
Puerto Rico besitzt außerdem eine lange Tradition der Rumherstellung. Auch Kaffee wird auf der Insel angebaut, insbesondere in den höher gelegenen Regionen im Landesinneren.
Puerto Rico zwischen Karibik, Kultur und Natur
Puerto Rico bietet weit mehr als einen klassischen Strandurlaub. Die historischen Straßen von Old San Juan, der Regenwald von El Yunque, die Kulturstadt Ponce, die Surfstrände im Westen und die kleineren Inseln Vieques und Culebra lassen sich zu einer abwechslungsreichen Rundreise verbinden.
Gerade die Mischung aus karibischer Landschaft, spanisch geprägter Geschichte und US-amerikanischen Einflüssen unterscheidet Puerto Rico von vielen anderen Reisezielen der Region. Wer genügend Zeit einplant und nicht nur in San Juan bleibt, lernt eine überraschend vielseitige Karibikinsel kennen.
Häufige Fragen zu Puerto Rico
Gehört Puerto Rico zu den USA?
Puerto Rico ist ein Außengebiet der Vereinigten Staaten. Die Menschen auf Puerto Rico besitzen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Insel ist jedoch kein US-Bundesstaat.
Welche Sprache wird auf Puerto Rico gesprochen?
Spanisch und Englisch sind die offiziellen Sprachen. Im Alltag dominiert Spanisch. In touristischen Gebieten kommen Reisende in der Regel auch mit Englisch gut zurecht.
Welche Währung gilt auf Puerto Rico?
Auf Puerto Rico wird mit dem US-Dollar bezahlt.
Wann ist die beste Reisezeit für Puerto Rico?
Besonders beliebt sind die trockeneren Monate von Dezember bis April. Puerto Rico kann grundsätzlich ganzjährig bereist werden, allerdings dauert die atlantische Hurrikansaison von Juni bis November.
Braucht man auf Puerto Rico einen Mietwagen?
Für Old San Juan und Teile des Großraums San Juan ist ein Mietwagen nicht unbedingt erforderlich. Wer jedoch eine Rundreise plant und El Yunque, Ponce, Rincón, Cabo Rojo oder andere Regionen besuchen möchte, ist mit einem Mietwagen deutlich flexibler.
Wie lange sollte man für Puerto Rico einplanen?
Für San Juan und einzelne Ausflüge reichen vier bis fünf Tage. Wer verschiedene Regionen der Insel sowie Vieques oder Culebra kennenlernen möchte, sollte eher sieben bis zehn Tage einplanen.















