Die Pelagischen Inseln gehören zu den abgelegensten Reisezielen Italiens. Die kleine Inselgruppe liegt im Mittelmeer zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste und besteht aus Lampedusa, Linosa und Lampione. Türkisfarbenes Wasser, felsige Küsten, kleine Buchten und eine außergewöhnliche Unterwasserwelt prägen den Archipel.
Obwohl die Pelagischen Inseln politisch zu Sizilien und damit zu Italien gehören, ist vor allem auf Lampedusa die Nähe zu Afrika deutlich spürbar. Für Urlauber sind insbesondere Lampedusa und das wesentlich ruhigere Linosa interessant. Das winzige Lampione ist dagegen unbewohnt und vor allem wegen seiner Natur und Unterwasserwelt von Bedeutung.
Die Pelagischen Inseln im Überblick
| Insel | Charakter | Besonders interessant für |
|---|---|---|
| Lampedusa | größte und touristisch am besten erschlossene Insel | Strände, Baden, Bootstouren, Tauchen |
| Linosa | kleine Vulkaninsel mit ruhiger Atmosphäre | Natur, Wandern, Tauchen, Erholung |
| Lampione | unbewohnte Felseninsel | Natur- und Unterwasserwelt |
Lampedusa ist mit rund 20 Quadratkilometern die größte Insel des Archipels und zugleich der südlichste dauerhaft bewohnte Teil Italiens. Die Insel liegt geografisch näher an der tunesischen Küste als an Sizilien.
Linosa ist deutlich kleiner und vulkanischen Ursprungs. Dunkles Lavagestein, Krater und eine vergleichsweise ursprüngliche Landschaft unterscheiden die Insel deutlich von Lampedusa.
Lampione ist mit nur wenigen Hektar Fläche die kleinste der drei Pelagischen Inseln. Sie ist unbewohnt und besteht im Wesentlichen aus einem felsigen Eiland mit einem Leuchtturm.
Lampedusa – Strände und türkisfarbenes Meer

Lampedusa ist das touristische Zentrum der Pelagischen Inseln. Die Insel erstreckt sich über rund acht Kilometer und verbindet felsige Küstenabschnitte mit Buchten und hellen Sandstränden. Das klare Mittelmeer macht sie insbesondere für Badeurlauber, Schnorchler und Taucher interessant.
Zu den bekanntesten Stränden gehören Cala Croce und die Spiaggia dei Conigli. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Buchten, von denen einige besonders gut im Rahmen einer Bootstour zu erreichen sind.
Das Klima ist mediterran und aufgrund der südlichen Lage ausgesprochen mild. Die Sommer sind heiß und trocken, während die Winter für europäische Verhältnisse mild ausfallen. Zeitweise können warme Luftströmungen aus Nordafrika die Temperaturen zusätzlich steigen lassen.
Isola dei Conigli – der berühmteste Strand Lampedusas
Eines der bekanntesten Ziele der Pelagischen Inseln ist die Isola dei Conigli an der Südküste Lampedusas. Die kleine vorgelagerte Felseninsel liegt gegenüber der Spiaggia dei Conigli, deren heller Sand und türkisfarbenes Wasser zu den bekanntesten Fotomotiven Lampedusas gehören.
Der Küstenabschnitt ist jedoch weit mehr als ein schöner Badestrand. Er liegt in einem geschützten Naturgebiet und ist ein wichtiger Eiablageplatz der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta).
Zum Schutz der empfindlichen Natur gelten besondere Regeln. Je nach Saison können der Zugang und die Zahl der Besucher beschränkt werden. Urlauber sollten sich deshalb vor dem Besuch über die jeweils aktuellen Bestimmungen informieren.
Linosa – Vulkanlandschaft und Ruhe

Linosa unterscheidet sich landschaftlich deutlich von Lampedusa. Die rund fünf Quadratkilometer große Insel ist vulkanischen Ursprungs. Dunkles Lavagestein, Vulkankrater und kleine Buchten bestimmen das Landschaftsbild.
Zu den markanten Erhebungen gehören Monte Vulcano, Monte Rosso und Monte Nero. Der Monte Vulcano erreicht knapp 200 Meter Höhe und bildet den höchsten Punkt der Insel.
Linosa lässt sich gut zu Fuß erkunden. Aufgrund ihrer geringen Größe sind die Wege vergleichsweise kurz, gleichzeitig bietet die Vulkanlandschaft immer wieder schöne Ausblicke auf das Mittelmeer.
Auch die Vegetation ist interessant. Kapern, mediterrane Sträucher und weitere an das trockene Klima angepasste Pflanzen wachsen auf der Insel. Landwirtschaft wird nur in kleinem Umfang betrieben.
Strände und Tauchen auf Linosa
Statt langer heller Sandstrände dominieren auf Linosa dunkles Vulkangestein und kleine Buchten. Gerade dieser Kontrast macht den Reiz der Insel aus.
Das klare Wasser rund um Linosa bietet gute Bedingungen zum Schnorcheln und Tauchen. Unter Wasser treffen Taucher auf Felsformationen, Höhlen und eine artenreiche mediterrane Meereswelt.
Linosa eignet sich damit besonders für Reisende, die Natur und Ruhe suchen und auf die umfangreiche touristische Infrastruktur größerer Ferieninseln verzichten können.
Lampione – die unbewohnte Insel
Lampione ist die kleinste und abgeschiedenste der Pelagischen Inseln. Das felsige Eiland ist unbewohnt; auffälligstes Bauwerk ist der Leuchtturm.
Für einen klassischen Inselbesuch ist Lampione nicht mit Lampedusa oder Linosa vergleichbar. Die Insel und die umliegenden Gewässer sind vor allem aus ökologischer Sicht interessant.
Besonders bekannt ist die Unterwasserwelt. Die Gewässer rund um Lampione gelten als interessantes Tauchgebiet und bieten Lebensraum für zahlreiche Fischarten und andere Meerestiere.
Da Lampione Teil eines geschützten Meeresgebietes ist und keine touristische Infrastruktur besitzt, sollte ein Besuch beziehungsweise Tauchgang ausschließlich im Rahmen zulässiger und entsprechend organisierter Touren erfolgen.
Meeresschutzgebiet Isole Pelagie
Ein großer Teil der besonderen Natur der Inselgruppe wird durch das Meeresschutzgebiet rund um die Pelagischen Inseln bewahrt. Die Gewässer bieten Lebensraum für zahlreiche mediterrane Arten.
Mit etwas Glück lassen sich während Bootsausflügen Delfine beobachten. Auch Meeresschildkröten kommen in den Gewässern des Archipels vor.
Für Taucher und Schnorchler liegt gerade darin einer der größten Reize der Pelagischen Inseln. Felsige Küsten, Höhlen und klares Wasser sorgen für abwechslungsreiche Bedingungen.
Naturbeobachtungen sollten dabei stets mit ausreichendem Abstand zu den Tieren erfolgen.
Madonna del Mare – Sehenswürdigkeit unter Wasser
Eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit Lampedusas befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche: die Madonna del Mare.
Die Madonnenstatue steht auf dem Meeresgrund vor der Küste und kann von Tauchern besucht werden. Sie gehört zu den besonderen Tauchzielen rund um Lampedusa.
Video: Madonna del Mare auf Lampedusa
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Anreise auf die Pelagischen Inseln
Die wichtigste Verbindung zum italienischen Festland beziehungsweise nach Sizilien besteht über Lampedusa. Die Insel verfügt über einen eigenen Flughafen und wird von verschiedenen italienischen Flughäfen angeflogen. Das Angebot ist saisonabhängig und während der Sommermonate in der Regel größer.
Eine weitere Möglichkeit ist die Anreise über das Meer. Von Porto Empedocle an der Südküste Siziliens bestehen Schiffsverbindungen nach Linosa und Lampedusa.
Zwischen Lampedusa und Linosa verkehren ebenfalls Schiffe beziehungsweise Schnellfähren. Fahrpläne hängen von Saison und Wetterbedingungen ab und sollten vor der Reise aktuell geprüft werden.
Wer seinen Aufenthalt auf den Pelagischen Inseln mit einer Rundreise verbinden möchte, findet weitere Informationen in unserem Beitrag über Sizilien.
Beste Reisezeit für die Pelagischen Inseln
Für einen Badeurlaub sind vor allem die Monate vom späten Frühjahr bis in den frühen Herbst interessant. Im Juli und August ist es besonders warm und gleichzeitig am vollsten.
Wer die Inseln erkunden, wandern oder längere Spaziergänge unternehmen möchte, findet im Frühjahr und Herbst angenehmere Temperaturen. Auch das Meer kann zu dieser Zeit noch beziehungsweise bereits zum Baden geeignet sein.
Die Winter sind mild, allerdings ist das touristische Angebot außerhalb der Hauptsaison eingeschränkter. Zudem können Wind und Wellengang den Schiffsverkehr beeinflussen.
Essen auf Lampedusa und Linosa
Die Küche der Pelagischen Inseln verbindet sizilianische Traditionen mit den Produkten des Meeres und Einflüssen des südlichen Mittelmeerraums.
Fisch und Meeresfrüchte spielen entsprechend eine wichtige Rolle. Häufig werden sie mit Pasta, Gemüse, Olivenöl, Kräutern oder Couscous kombiniert. Gerade Fisch-Couscous erinnert an die jahrhundertelangen kulinarischen Verbindungen zwischen Sizilien und Nordafrika.
Auf Linosa werden traditionell unter anderem Kapern und Hülsenfrüchte angebaut. Einfache Gerichte mit regionalen Zutaten passen gut zum ursprünglichen Charakter der kleinen Insel.
Lampedusa oder Linosa – welche Insel ist die richtige?
Wer zum ersten Mal auf die Pelagischen Inseln reist und einen klassischen Urlaub mit Stränden, Restaurants, Unterkünften und Ausflugsmöglichkeiten verbringen möchte, ist auf Lampedusa am besten aufgehoben.
Linosa ist wesentlich kleiner und ruhiger. Die Insel empfiehlt sich vor allem für Naturfreunde, Wanderer, Taucher und Reisende, die bewusst Abstand von größeren Ferienorten suchen.
Lampione ist dagegen kein klassisches Urlaubsziel. Das unbewohnte Eiland ist vor allem wegen seines geschützten Naturraums und der Unterwasserwelt interessant.
FAQ: Pelagische Inseln
Wo liegen die Pelagischen Inseln?
Die Pelagischen Inseln liegen im Mittelmeer südlich von Sizilien und nahe der nordafrikanischen Küste. Politisch gehören sie zur italienischen Region Sizilien.
Welche Inseln gehören zu den Pelagischen Inseln?
Zum Archipel gehören die drei Inseln Lampedusa, Linosa und Lampione. Lampedusa ist die größte und touristisch am besten erschlossene Insel, während Lampione unbewohnt ist.
Welche ist die schönste der Pelagischen Inseln?
Für einen Badeurlaub bietet Lampedusa die größte Auswahl und einige besonders schöne Strände. Linosa ist dagegen die bessere Wahl für Reisende, die Vulkanlandschaften, Ruhe und Natur suchen.
Kann man auf Lampione Urlaub machen?
Nein. Lampione ist unbewohnt und besitzt keine touristische Infrastruktur oder Unterkünfte. Die Insel und ihre Umgebung sind vor allem für Natur- und Tauchaktivitäten interessant.
Wie kommt man auf die Pelagischen Inseln?
Lampedusa besitzt einen Flughafen. Außerdem bestehen Schiffsverbindungen von Porto Empedocle auf Sizilien nach Lampedusa und Linosa sowie Verbindungen zwischen den beiden bewohnten Inseln.
Wann ist die beste Reisezeit für Lampedusa und Linosa?
Für Strand- und Badeurlaub sind vor allem die warmen Monate vom späten Frühjahr bis in den frühen Herbst geeignet. Für Wanderungen und Besichtigungen bieten sich insbesondere Frühjahr und Herbst an.













