St. Vincent ist eine der ursprünglichsten Inseln der Karibik. Die Hauptinsel des Staates St. Vincent und die Grenadinen verbindet schwarze Sandstrände, einsame Buchten und tropischen Regenwald mit steilen Bergen, Wasserfällen und eindrucksvollen Vulkanlandschaften. Gleichzeitig ist die Insel ein beliebter Zwischenstopp auf Kreuzfahrten durch die südliche Karibik.
Mit einer Fläche von rund 344 Quadratkilometern ist St. Vincent die mit Abstand größte Insel des Landes. Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum ist Kingstown im Südwesten. St. Vincent gehört geografisch zu den Kleinen Antillen.
Bekannt ist die Insel auch bei Filmfans: Verschiedene Buchten und Küstenabschnitte dienten als Kulissen für die „Fluch der Karibik“-Filme. Vor allem Wallilabou Bay erinnert bis heute an die Dreharbeiten.
St. Vincent – ein Naturparadies vulkanischen Ursprungs
St. Vincent ist vulkanischen Ursprungs und entsprechend gebirgig. Tropische Wälder bedecken weite Teile des Inselinneren, während tiefe Täler, Flüsse, Wasserfälle und schroffe Küsten das Landschaftsbild prägen.
Über allem erhebt sich im Norden der aktive Vulkan La Soufrière. Mit rund 1.234 Metern ist er der höchste Berg der Insel. Seine jüngste große Eruptionsphase begann Ende 2020 und erreichte im April 2021 mit mehreren explosiven Ausbrüchen ihren Höhepunkt. Große Teile des Nordens wurden damals evakuiert und von Asche bedeckt.
Heute gehört die Vulkanlandschaft wieder zu den außergewöhnlichsten Naturerlebnissen St. Vincents. Wanderungen in diesem Gebiet sollten jedoch nur unter Beachtung der aktuellen Hinweise der örtlichen Behörden und möglichst mit erfahrenen Guides unternommen werden.
Auch die Küsten unterscheiden sich deutlich voneinander. An vielen Stellen findet man dunkle, vulkanische Strände. Die Westküste am Karibischen Meer ist tendenziell geschützter, während die Atlantikküste im Osten rauer und von stärkeren Wellen geprägt wird.
Beste Reisezeit für St. Vincent
Auf St. Vincent herrscht tropisches Meeresklima mit ganzjährig warmen Temperaturen und vergleichsweise geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Die Passatwinde sorgen besonders an der Küste häufig für eine angenehme Brise.
Als beliebteste Reisezeit gelten die trockeneren Monate von Dezember bis April. Dann ist das Wetter für Strandurlaub, Wanderungen und Ausflüge besonders günstig. Im gebirgigen Inselinneren können allerdings zu jeder Jahreszeit Regenschauer auftreten.
In der zweiten Jahreshälfte nehmen Niederschläge und Luftfeuchtigkeit zu. Zudem liegt St. Vincent im Einflussbereich tropischer Stürme und Hurrikane. Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell von Juni bis November. Reisen sind auch während dieser Monate möglich, Urlauber sollten die Wetterentwicklung jedoch aufmerksam verfolgen.
St. Vincent – ein Paradies für Taucher und Wassersportler
Das Meer rund um St. Vincent bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln und Segeln. Besonders Taucher schätzen die Insel wegen ihrer abwechslungsreichen Unterwasserwelt.
Steil abfallende Riffe, Korallen, Schwämme und zahlreiche kleinere Meeresbewohner machen die Gewässer interessant. St. Vincent wird in der Tauchszene deshalb gerne als „Critter Capital of the Caribbean“ bezeichnet. Statt ausschließlich großer Meerestiere stehen hier häufig kleinere und ungewöhnliche Arten im Mittelpunkt.
Zu sehen sind unter anderem Seepferdchen, Froschfische, Muränen, Krabben, Garnelen und zahlreiche tropische Fischarten. Neben Riffen gibt es auch Wracks und Unterwasserhöhlen zu erkunden.
Eine Besonderheit ist Bat Cave an der Buccament Bay. Der Zugang zur teilweise überfluteten Höhle erfolgt vom Meer aus. Solche Tauchgänge sollten aufgrund der besonderen Bedingungen ausschließlich mit ortskundigen professionellen Anbietern durchgeführt werden.
Kingstown – die Hauptstadt von St. Vincent

Kingstown ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von St. Vincent und Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge über die Insel. Besonders lebhaft geht es rund um den Hafen und die Marktstraßen zu.
Auf den Märkten werden tropische Früchte, Gemüse, Gewürze und Fisch angeboten. Zwischen den Geschäften und Marktständen finden sich historische Gebäude und Kirchen, die an die koloniale Vergangenheit der Stadt erinnern.
Oberhalb von Kingstown liegt Fort Charlotte. Die britische Festungsanlage entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts und bietet einen weiten Blick über die Hauptstadt, die Küste und das Karibische Meer.
Wer mit einem Kreuzfahrtschiff nach St. Vincent kommt, erlebt Kingstown an Hafentagen entsprechend geschäftig. Ruhiger zeigt sich die Stadt, wenn kein größeres Schiff vor Anker liegt.
Botanischer Garten von St. Vincent
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Kingstown gehört der Botanische Garten. Er wurde 1765 gegründet und gilt als ältester botanischer Garten der westlichen Hemisphäre.
Auf dem Gelände wachsen zahlreiche tropische Bäume, Nutz- und Zierpflanzen. Historisch interessant ist ein Brotfruchtbaum, der auf Pflanzen zurückgeht, die Kapitän William Bligh Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Pazifik nach St. Vincent brachte.
Eine weitere Besonderheit ist der St.-Vincent-Papagei (Amazona guildingii). Die farbenprächtige und gefährdete Papageienart kommt ausschließlich auf St. Vincent vor und ist der Nationalvogel des Landes.
Die schönsten Ziele an der Westküste von St. Vincent
Die Westküste gehört zu den landschaftlich interessantesten Regionen der Insel. Hier wechseln sich kleine Fischerdörfer, schwarze Strände, bewaldete Berghänge und geschützte Buchten ab.
Im Layou Petroglyph Park sind Felszeichnungen zu sehen, die von der indigenen Geschichte St. Vincents zeugen. Die Petroglyphen gehören zu den bedeutenden archäologischen Zeugnissen der Insel.
Auch der Vermont Nature Trail führt mitten hinein in die Natur St. Vincents. Der Wanderweg verläuft durch tropischen Regenwald und ist insbesondere für Vogelbeobachter interessant. Mit etwas Glück lässt sich hier auch der seltene St.-Vincent-Papagei beobachten.

Wallilabou Bay – auf den Spuren von „Fluch der Karibik“
Zu den bekanntesten Orten St. Vincents gehört Wallilabou Bay. Die geschützte Bucht an der Westküste wurde als Drehort für „Fluch der Karibik“ genutzt.
Für die Dreharbeiten verwandelte sich die Bucht in das fiktive Port Royal. Noch heute erinnern Überreste von Kulissen und Requisiten an die Filmproduktion. Für Fans der Filmreihe ist Wallilabou Bay deshalb eines der interessantesten Ausflugsziele auf St. Vincent.
Unabhängig von ihrer Filmgeschichte lohnt sich die Bucht aufgrund ihrer landschaftlichen Lage. Steile grüne Berghänge reichen fast bis an das Wasser und vermitteln einen guten Eindruck von der üppigen Vegetation der Insel.
Dark View Falls und La Soufrière
Weiter nördlich liegen die Dark View Falls. Zwei Wasserfälle stürzen hier inmitten dichter tropischer Vegetation über Felswände hinab. Schon der Weg dorthin über eine Bambusbrücke macht den Besuch zu einem kleinen Abenteuer.
Ganz im Norden dominiert La Soufrière die Landschaft. Der aktive Vulkan erreicht rund 1.234 Meter Höhe und ist damit der höchste Punkt von St. Vincent.
Der La Soufrière Cross Country Trail gehört zu den bekanntesten Wanderwegen der Insel. Die anspruchsvolle Tour führt durch unterschiedliche Vegetationszonen in Richtung des Vulkans. Aufgrund vulkanischer Aktivität und wechselnder Wetterbedingungen sollten sich Besucher vor einer Wanderung unbedingt über die aktuelle Situation und mögliche Zugangsbeschränkungen informieren.
Sehenswürdigkeiten an der Ostküste von St. Vincent
Auch die Ostseite der Insel bietet zahlreiche interessante Ziele. Anders als die geschütztere Westküste wird sie vom Atlantik geprägt und wirkt vielerorts rauer und ursprünglicher.
Im Landesinneren liegt das fruchtbare Marriaqua Valley. Oberhalb des Tals befinden sich die Montreal Gardens. Das feuchte, vulkanische Bergklima bietet ideale Bedingungen für tropische Pflanzen, Blumen und Nutzpflanzen.
Historisch interessant ist der Black Point Tunnel an der Ostküste. Der etwa 100 Meter lange Tunnel wurde Anfang des 19. Jahrhunderts während der britischen Kolonialzeit unter Einsatz versklavter Arbeitskräfte errichtet. Er diente dazu, den Transport von Zuckerrohr von den Plantagen zur Küste zu erleichtern.
Auch dieser Teil der Insel wurde für Szenen der „Fluch der Karibik“-Filmreihe genutzt.
Owia Salt Pond – Baden zwischen vulkanischen Felsen
Im Nordosten von St. Vincent liegt der Owia Salt Pond. Das natürliche Meerwasserbecken wird von dunklen vulkanischen Felsen umgeben, die einen Teil der kräftigen Atlantikwellen abhalten.
Dadurch entsteht ein geschützter Badebereich unmittelbar am Meer. Die Fahrt nach Owia führt entlang der landschaftlich eindrucksvollen Atlantikküste und zeigt eine weniger touristisch erschlossene Seite der Insel.
Die Region im Norden St. Vincents ist außerdem eng mit der Kultur der Garifuna und Kalinago verbunden und spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Insel.
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Von St. Vincent zu den Grenadinen
Wer genügend Zeit mitbringt, sollte seinen Aufenthalt auf St. Vincent mit einem Besuch weiterer Inseln der Grenadinen verbinden.
Besonders einfach lässt sich Bequia erreichen. Fähren verkehren zwischen Kingstown und Port Elizabeth, sodass sich die Insel auch für einen Tagesausflug anbietet. Bequia ist für seine entspannte Atmosphäre, kleine Restaurants und Geschäfte sowie schöne Strände bekannt. Zu den beliebtesten gehört Princess Margaret Beach unweit von Port Elizabeth.
Weiter südlich liegen Mustique, Canouan, Mayreau und Union Island. Besonders reizvoll sind außerdem die Tobago Cays mit ihren kleinen unbewohnten Inseln, Korallenriffen und türkisfarbenem Wasser.
Die Grenadinen zeigen damit eine ganz andere Seite des Landes als die bergige Hauptinsel St. Vincent. Gerade die Kombination aus Vulkanlandschaften, Regenwald und schwarzen Stränden auf St. Vincent sowie den kleinen tropischen Inseln der Grenadinen macht eine Reise durch den Inselstaat besonders abwechslungsreich.
Häufige Fragen zu St. Vincent
Wo liegt St. Vincent?
St. Vincent liegt in der östlichen Karibik und gehört zu den Kleinen Antillen. Die Insel befindet sich südlich von St. Lucia und nördlich von Grenada. Sie ist die Hauptinsel des Staates St. Vincent und die Grenadinen.
Wann ist die beste Reisezeit für St. Vincent?
Als besonders angenehm gelten die trockeneren Monate von Dezember bis April. Ganzjährig herrschen tropisch warme Temperaturen. Von Juni bis November liegt St. Vincent innerhalb der atlantischen Hurrikansaison.
Ist La Soufrière auf St. Vincent noch aktiv?
Ja. La Soufrière ist ein aktiver Vulkan und mit rund 1.234 Metern der höchste Berg St. Vincents. Zuletzt kam es 2021 zu größeren explosiven Ausbrüchen. Vor Wanderungen sollten Besucher deshalb aktuelle Informationen der örtlichen Behörden beachten.
Wurde „Fluch der Karibik“ auf St. Vincent gedreht?
Ja. Mehrere Szenen der Filmreihe wurden auf St. Vincent gedreht. Der bekannteste Drehort ist Wallilabou Bay an der Westküste, wo für die Produktion Teile des fiktiven Port Royal aufgebaut wurden.
Was sollte man auf St. Vincent gesehen haben?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Vulkan La Soufrière, die Dark View Falls, Wallilabou Bay, der Botanische Garten bei Kingstown, Fort Charlotte, der Vermont Nature Trail und der Owia Salt Pond. Auch ein Ausflug auf die benachbarte Insel Bequia lohnt sich.
Wie kommt man von St. Vincent nach Bequia?
Zwischen Kingstown auf St. Vincent und Port Elizabeth auf Bequia verkehren regelmäßig Fähren. Dadurch lässt sich Bequia vergleichsweise einfach mit einem Aufenthalt auf der Hauptinsel verbinden.















