Athen – die Wiege der Demokratie

Athen, Akropolis

Die Geburtsstätte der Philosophie, des Theaters und der Kunst Europas – das ist das alte Athen! Vor 150 Jahre lebten die Athener zwischen den Ruinen der Akropolis, heute ziehen hier Touristenströme durch. Um die historische Kulisse tobt das Leben einer modernen Großstadt. Allerdings mit Atmosphäre – denn hier prägt das ganz eigene Lebensgefühl der Bewohner die Stadt am Rande Europas, wo nicht nur Schrift und Musik anders sind als auf dem übrigen Kontinent.

Vorhang auf: Athen – glänzendes Erbe einer großen Vergangenheit

Athen Parthenon
Der Parthenon-Tempel, Bild: anyaivanova / shutterstock

Eigenwillig waren die Athener schon immer. So führten sie bereits in vorchristlichen Jahrhunderten die Demokratie ein. Deren Herz schlägt in der Pnyx, der Stätte der Volksversammlung. Seit den Reformen des Kleisthenes um 510 v. Chr. durfte jeder freie männliche Bürger Athens über 30 Jahre teilnehmen. Heute sitzen hier allabendlich Urlauber und Schulklassen. Im Rahmen eines Lichtspektakels folgen sie gespannt den Erzählungen zur Baugeschichte der Akropolis.

Einst beklagte der Schriftsteller Edgar Allan Poe das “Verschwinden der Herrlichkeit Griechenlands“. Aber diese Herrlichkeit ist nach wie vor vorhanden: Tempel, Heiligtümer und Statuen stehen noch in allen Teilen des Landes. Nur die Götter und Göttinen sind tot. Zugegeben, die meisten Tempel sind nur noch Ruinen, die Köpfe und Gliedmaßen der Figuren fehlen. Dennoch hat ihre grundlegende Schönheit die vergangenen Jahrhunderte übedauert.

Das geschichtliche Erbe der Antike lebt weiter. In Athen finden sich die ältesten Meisterwerke der europäischen Architektur und Kunst.

Kronzeugin des Altertums – die Akropolis

Auf schroffem Felsen hoch über Athen erhebt sich die Akropolis, der religiöse Mittelpunkt der Stadt Athen. Der Tempelberg der Akropolis mit dem Parthenon-Tempel beherrscht das Stadtbild im Zentrum Athens, der Hauptstadt Griechenlands.

Zu Füßen der Akropolis befindet sich das Neue Akropolis-Museum. Viele antike Fundstücke werden über ein großzügig angelegtes Forum würdig präsentiert.

Tempel, Märkte und Theater in Athen – auf einen Blick:

  • Das Dionysos-Theater spielte im Athen des klassischen Altertums eine ganz wesentliche Rolle. Das Theater am Südhang der Akropolis gilt als seine Geburtsstätte.
  • Nördlich der Akropolis bildete die Agora das Zentrum des antiken Alltagslebens.
    An ihrem Rand steht leicht erhöht der besterhaltene Tempel Griechenlands. Ebenfalls standen hier wichtige Amtsgebäude sowie Altäre und Tempel für viele weitere Gottheiten.
  • Auf dem Kerameikos-Friedhof vermitteln Grabstellen einen Eindruck vom Umgang mit dem Tod in klassischer Zeit. Viele Originale sind im Archäologischen Museum ausgestellt.
  • Unter Kaiser Hadrian entstand der monumentale Tempel des Olympischen Zeus im Jahre 130 n. Chr. Noch heute zeugen gewaltige Säulen von der einstigen Pracht.
  • Der kleinste Tempel, jener der Siegesgöttin Nike, entstand wohl als letzter des Ensembles. Teile des Altars sind heute noch zu sehen.
  • Außen irdisch wehrhaft, innen ein goldglänzendes Spiegelbild des Himmels – die Klosterkirche von Dafni. Sie ist die prächtigste und kunsthistorisch wertvollste Kirche Athens. Etwa 10 Kilometer westlich des Stadtkerns steht sie in einem Kiefernwald.

Doch neben den Zeugnissen dieser großen Vergangenheit um das uralte Siedlungsgebiet der Akropolis herum gibt es auch das moderne Athen.

Im Herzen der Stadt – Leben im modernen Athen

Athen, Erechtheion
Erechtheion-Tempel, Bild: Svineyard / shutterstock

Das Chaos gehört zum Charme der griechischen Hauptstadt. Verkehrsstaus gibt es nicht nur, wenn die gelben Trolleybusse aus den Oberleitungen springen. Oder ein Fahrer in einer viel zu engen Gasse ein viel zu langes Gespräch mit einem zufällig vorbei kommenden Passanten führt. Die Staus gehören zum Alltag, wie die Fußgänger, die lieber bei Rot als bei Grün die Straße passieren. Und die winzigen Parkplätze, auf denen die Autos dicht an dicht stehen. Verlassen kann man seinen Platz eigentlich nur dann, wenn alle Parkenden zur gleichen Zeit zurückkehren. Aber auch im Chaos wird Ordnung erkennbar:

Beliebt ist ein Besuch im attraktiven Altstadtviertel Plaka. Umgeben von klassizistischen Villen des 19. Jahrhunderts, herrscht hier eine ganz eigene Atmosphäre. In den engen, oft durch Treppen verbundenen Gassen reihen sich Restaurants, urige Kneipen und Bars neben unzählige Souvenirläden.
Gleich neben dem Altstadtviertel liegt das ehemalige Händler- und Handwerkerquartier Psirri. In den vielen Lokalen und Straßencafés geht es sehr lebhaft zu.

Am Syntagma-Platz schlägt das Herz der Stadt. Sehenswert ist das von 1836 bis 1840 erbaute Parlamentsgebäude. Das klassizistische Bauwerk entstand als Königspalast für Otto I., der 1832 nach einer Reihe diplomatischer Verwicklungen zum König Griechenlands gewählt wurde. Vor dem Gebäude vollziehen Soldaten in historischer Tracht den stündlichen Wachwechsel.

Ganz in der Nähe sind auch die fast 120 Jahre alten Markthallen zu finden, wo an hunderten von Ständen mit Geflügel, Fleisch und Fisch gehandelt wird.

Eine ägäische Ouvertüre – Ausflug zu den Inseln im Saronischen Golf

Athen, Piräus
Piräus, Bild: NAPA / shutterstock

Auf drei Seiten ist Athen von den über 1000 Meter hohen Bergstöcken des Hymettos, des Parnes und des Pentelikon umgeben. In südwestlicher Richtung schweifen die Blicke weit hinaus auf den Saronischen Golf. Jachten, Fähren, Tragflügelboote und auch Kreuzfahrtschiffe durchkreuzen ihn. Deutlich zeichnet sich die Insel Ägina vor der Silhouette des Peloponnes ab. In der Antike war das Eiland einer der wirtschaftlichen Hauptkonkurrenten Athens. Heute ist die Insel ein beliebtes Ausflugsziel der Athener. Vom Hafen in Piräus dauert die Überfahrt mit dem Tragflächenboot nur 50 Minuten – schon ist man in einer anderen Welt.

Nicht weniger begeistert ein Ausflug auf die Insel Poros mit dem gleichnamigen Städtchen. Am Ausgang des Golfs schmiegt sich die Insel ganz dicht an die Küste des Peloponnes. Die Überfahrt dauert etwa 80 Minuten. Optische Langeweile kommt nicht auf. Schon bald grüßen die Oliven-, Zitronen- und Orangenhaine vom Ufer des Festlands. Im Hintergrund ragt der Gipfel Ortholithi über 1100 Meter hoch auf. Dann verengt sich der Sund zu einem 250 Meter breiten Kanal. Die Hafenfront von Poros säumen Restaurants, Cafés und urgemütliche Tavernen.

Schon bald erscheint die Küste der Insel Hydra. Am Kai warten Katzen und Esel auf Ankommende. Die autofreie Insel besticht mit alten Kapitänshäusern, die sich wie Ränge eines Amphitheaters weit die steilen Hänge hinaufziehen.

Auf der Rückfahrt streift man den Tempel des heidnischen Meeresgottes Poseidon. Es gehört zu den stimmungsvollsten Erlebnissen, die Sonne durch seine schlanken Säulen hindurch zwischen Land und Meer untergehen zu sehen.

Vouliagmeni
Vouliagmeni in der Nähe von Athen, Bild: Sven Hansche / shutterstock

Gut zu wissen: Das antike Athen war eine Stadt der Fußgänger. Auch heute kann man die archäologischen Stätten bequem während eines eintägigen Stadtrundgangs kennenlernen. Für den Besuch im Archäologischen Museum sollte man einen halben Tag mehr einplanen.

Auch diese Reise geht einmal zu Ende. Den wohl schönsten Abschied gewährt der Blick vom Berg Likavittos aus. Mit 277 Meter ist der Likavittos die höchste Erhebung und zugleich der Hausberg Athens. Von seinem felsigen Gipfel bietet sich eine atemberaubende Aussicht über Athen und den Saronischen Golf. Die Spitze des Bergs ziert eine malerische, weiß getünchte Kapelle mit vielen Türmchen. Dieser Eindruck wirkt nachhaltig. Wer mag, verweilt noch eine Zeit im Bergrestaurant.

Tipp: Durch einen Tunnel im Fels verkehrt eine Standseilbahn nach oben.

0/5 (0 Reviews)
Voriger ArtikelNächster Artikel

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top