Das australische Luxus-Expeditionsschiff SCENIC ECLIPSE II mit Heimathafen Nassau lief am 03. August 2026 gegen 19.00 Uhr erstmals den Hamburger Hafen an und machte am Cruise Center Hafencity fest. Am Folgetag legte der Oceanliner kurz nach 16.00 Uhr wieder ab und steuerte standesgemäß unter Fontänengeleit eines Feuerwehrlöschbootes elbabwärts gen Nordsee. Der Stopp in Hamburg war Teil einer 13-tägigen Reise, die in London begann und nun weiter nach Danzig und Stockholm führte.
Kreuzfahrtschiffe sieht Hamburg täglich viele, aber keines davon hat zwei eigene Hubschrauber und ein U-Boot für Expeditionsausflüge an Bord. Die ECLIPSE II bietet in ausschließlich 114 Suiten (mit Butler-Service) bis zu 227 Passagieren Platz und hat fast ebenso viele Besatzungsmitglieder. Dank ihrer Polar-Klasse6-Zertifizierung (gebaut bei MKM Yachts in Rijeka, Kroatien) ist die Mega-Kreuzfahrt-Yacht auch für Touren in extrempolare Gewässer geeignet und gelangt dahin, wo abgesehen von Eisbrechern, kaum ein anderes Schiff hingelangt. Sie ist damit – im Gegensatz zu 95% aller anderen Cruiseliner – immer mittendrin und nicht nur dabei. Das alles hat freilich seinen Preis, denn in diesem All-Inclusive-Topsegment kosten Reisen je nach Route und Dauer derzeit zwischen 8.000.- und 45.000.- Euro pro Person.
All-Inclusive als 6-Sterne-Standard Konzept
Im umkämpften Markt der absoluten Luxusliner, die deutsche Häfen bisher gar nicht oder nur selten anlaufen, ist die Luft dünn. Während die meisten Reedereien fast nur auf Masse setzen, sind in den letzten Jahren auch kleine, luxuriöse Kreuzfahrtschiffe hinzugekommen (wie z.B. die beiden Ritz-Carlton-Yachten “Evrima” und “Ilma”), die insbesondere für Expeditionsreisen gebaut wurden. Eines davon ist besagte SCENIC ECLIPSE II mit 168 Meter Länge, 22 Metern Breite, einer Geschwindigkeit um die 17 Knoten und 17.545 Bruttoregistertonnen (BRT). Sie steuert wie ihr Schwesternschiff bevorzugt entlegene Gebiete rund um den Erdball an und bietet ihren Gästen auf diesen Entdeckungsreisen auch entsprechendes Equipment an. Das gerne als Yachtliner bezeichnete Schiff genügt laut Management höchsten Ansprüchen aller Kulturkreise ohne “snobby” zu sein oder die Gäste in Frack und Abendkleid zu zwingen.
Schon die äußere Form der SCENIC ECLIPSE II ist auffällig. Überdies verfügt das Schiff ausschließlich über Suiten in drei Größen (35, 45 und über 200 Quadratmeter) mit jeweils eigener Veranda. Dabei wirkt sie von außen mit ihrer schlanken Schiffsform extrem elegant und kompakt.
SCENIC Cruise Historie und Flotte
Nach Gründung von Scenic Luxury Cruises & Tours 1986 durch den australischen Geschäftsmann Glen Moroney, wurden zunächst nur Busreisen in Australien angeboten. 2008 kamen die ersten Flusskreuzfahrten in Europa hinzu; heute können die Gäste unter 20 Luxus-Flußschiffen in Europa und Asien wählen. Zur SCENIC Group gehört seit 2013 auch Emerald Cruises, mit Sitz in der Schweiz, das mit der “Emerald Azzura” auch ein Hochsee-Kreuzfahrtschiff betreibt.
Welcome on Bord
Wer das Privileg einer Besichtigungseinladung hat, sollte sich diese nicht entgehen lassen. Zunächst geht es um die Mittagszeit – nein, nicht auf Schiffsrundgang – sondern zum Yacht Club Lunch auf Deck 7 am Heck.
An den verschiedenen Buffetstationen kommt es nie zum Stau, da die warmen und kalten Speisen jeglicher Couleur in verschiedenen Varianten und mehrfachen Stationen angeboten werden. Als kleine Referenz an das aktuelle Gastland gab es u.a. eine Art Würstelpfanne und am Brotstand Brezeln. Der hiesige, großgewachsene Restaurantchef kommt übrigens aus Peru, das meiste Service Personal aus Indonesien. Und als ich mir abschließend eines der ca. 30 verschiedenen Desserts empfehlen lasse bzw. frage, was ihr Lieblingskuchen sei, deutet die freundliche Asiatin hinter der glänzenden Theke spontan auf eine schokoladige Sachertorte (köstlich). Das nenne ich gelebtes Multikulti. Wer möchte kann natürlich auch im Freien essen.
Nach knapp einer Stunde in fröhlicher Runde an Zweier-, Vierer- und Achtertischen startet der Rundgang über alle Decks bis rauf zur Kommandobrücke. Achim Weber, SCENIC Head of Sales Continental Europe, läßt es sich nicht nehmen, die kleine Gruppe selbst für mehr als zwei Stunden zu begleiten.
Eines der Highlights gleich zu Beginn: eine der ikonischen Eigner-Suiten mit über 200 Quadratmetern. Sie erstreckt sich über mehrere Räume und allein ihr “Nasszellenbereich”, also Badezimmer plus privater Spa inkl. Hamam, geheizte Massagestühle und Whirlpool sind größer, als so manche 1-2 Zimmer-Wohnung.
Wie überall an Bord dominieren elegante Glas- und Spiegelflächen, klare Linien, aber auch liebevolle, maritime Details. Die Farbgebung ist dabei stets dezent in Grau, Weiß, Blau und zarten Türkistönen gehalten. “Bunt brauchen wir nicht, buntes Leben bringen schon unsere Gäste”, so Weber. Auf den flauschigen anthrazitfarbenen Hochflorteppichböden entlang der Gänge und in den Suiten scheint man beim Gehen fast zu schweben.
Weiter geht’s am “Lumiére” vorbei, einer Art Highclass Bistro mit Gourmetküchenniveau. Im Weinregal an der Wand lagern wohl temperiert u.a. Flaschen französischer Nobelmarken, die bis zu 5.000.- Euro kosten können. Während ansonsten alle alkoholischen/ nicht-alkoholischen Getränke inkludiert sind, müssen einige dieser “Schätzchen verständlicherweise extra bezahlt werden. Das 35-Plätze-Restaurant hat nur zum Dinner geöffnet, weshalb eine (kostenlose) Reservierung sinnvoll ist. Zum Aperitif lädt die stilvoll und exklusiv integrierte Champagnerbar ein, auf Wunsch inklusive Austern und Kaviar. Die Bar ist den Gästen vorbehalten, die eine Reservierung für das Restaurant haben. Die benachbarte Azure-Cafe-Bar hingegen lädt allzeit zum lässigen Verweilen draußen und drinnen ein.
Nun rauf zum Sky Deck auf Ebene 10, vorbei an ein paar gemütlichen Outdoor-Cabanas und der Sky Bar zum kleinen (Whirl)Pool mit Rasenkante drum rum. Reservieren muß man an Bord – abgesehen von ein paar Tischen in Spezialrestaurants am Abend – grundsätzlich nicht. Es ist genügend Platz für alle da, selbst bei einem vom Management genannten Auslastungsgrad von bis zu 95 Prozent.
Weiter zu einer “Standard” Balkon-Kabine von 35 Quadratmetern inkl. Marmorbad. Die Grundausstattung mit sehr breiten Doppelbetten ist stets ähnlich, variiert nur in Größe und Schnitt; Innenkabinen gibt es keine.
Auf dem Weg zum Heli-Pad, der sich am Heck über Deck 8 und 9 erstreckt, noch schnell ein Fotostop an einem der Außen-Whirlpools. Das Wasser ist herrlich warm, am liebsten möchte man hineinspringen. Die beiden Piloten sind aus Australien und Neuseeland und können sich keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. In Europa kämen die Helis vom Typ Airbus H130-T2 nicht so häufig zum Einsatz (Helikopter- und U-Bootausflüge sind nicht im All-inclusive-Preis enthalten), in vielen anderen Regionen schon, insbesondere der Arktis/ Antarktis, Wüstenregionen und sonstigem unwegsamen Gelände. Wir reden eine Weile entspannt über meine Flug- und “Downunder”-Erfahrungen; die “Kiwis” und “Aussis” sind einfach ein lockeres Völkchen. Die Kosten pro Hubschrauberexemplar können schnell mal gut 3 Mio US$ betragen.
Anschließend geht es auf die Kommandobrücke. Auch hier können sich Passagiere jederzeit einfinden, Fragen stellen oder auf dem breiten Sofa auf der Backbordseite Platz nehmen und der Crew beim Navigieren zuschauen. Auch hier Multikulti pur. Einige Techniker und Nautiker sind aus Nord- und Osteuropa, andere aus Frankreich und Italien. Aktuell ist Torry Sakkarissen (der das Schiff auch bei der Taufe steuerte) aus Tromsø als Kapitän an Bord. Getauft wurde die SCENIC ECLIPSE II übrigens am 3. Juni 2023 von der ehemaligen NASA-Astronautin und Geologin Dr. Kathryn Sullivan in Malaga. Will man wissen, wer in welcher Funktion an Bord ist, kann man dies auf diversen im Schiff verteilten Bildschirmen jederzeit in Erfahrung bringen. Auch wenn das Schiff steht, ist die Brücke immer mit 2-3 Offizieren besetzt, die Vorbereitungen für das Auslaufen treffen, den Kurs überarbeiten, Wetterdaten prüfen etc.
Unmittelbar von der Brücke auf Deck 7 und Deck 6 aus kann man die schlanke Silhouette des Schiffes bis zur Bugspitze perfekt wahrnehmen. Die große offene Freifläche, wo sich auch der Glockenmast befindet, sollte hervorragend geeignet sein, um Naturschauspiele wie Wale und Polarlichter zu genießen. Es kann aber auch mal sein, daß meterhohe Wellen über den Bug hereinbrechen und die Naturgewalten ihre Macht zeigen.
Auf Deck 7 werfen wir einen kurzen Blick in die Fitnessräume mit den üblichen Kraftgeräten, Fahrrädern, Laufbändern und Sprossenwänden; auf der gegenüberliegenden Seite in das Yoga und Pilates Studio und schließlich die Sauna mit Tauchbecken und Erlebnisduschen. Auf Deck 6 befinden sich der 550 Quadratmeter große, nach Geschlechtern getrennte, “Senses Spa” für Kosmetik- und Massageanwendungen sowie ein Haar- und Nagelstudio.
Weiter durch die geräumige Observation Lounge auf Deck 5 (hier fühlt man sich eher in einer weitläufigen Hotelhalle), wo an der Bar u.a. eine enorme Auswahl an Gins und über 100 Whiskeysorten im Inklusive-Angebot sind – was das anglophile Publikum eben so schätzt. Die schönen Blumengestecke an den verschiedensten Stellen sind nicht nur echte Hingucker, sie sind auch echtes Grün.
Die Kokos Sushi und Sake Bar (Fusion-Küche und klassischer Teppanyaki-Grill mit Zubereitung vor den Augen der Gäste) findet sich ebenso auf Deck 4 wie der Chef’s Table; eine Einladung zum 12-Gänge-Degustations-Menue mit Chefkoch-Begleitung erfolgt ausschließlich durch den Kapitän. Auf Deck 4 ist auch das Theater, wo Live-Konzerte, Kino-Sessions oder Vorträge stattfinden; Shows stehen hier nicht auf dem Programm. Die breiten schwarzen Ledersessel mit Getränkehaltern sind ultra-bequem und haben sogar ausfahrbare Fußstützen.
Ganz unten auf Deck 3: das Medical-Center sowie das U-Boot und die multifunktionale Marina/ Badeplattform (mit Surfboards, Kajaks, Wasserski, etc.) mit direktem Wasserzugang sowie das Discovery Center mit den 12 Zodiacs, also den robusten Schlauchbooten für Tender-Anlandungen und Ausflüge. Diese Active-Spots können im Hafen leider nicht besichtigt werden, da sie während der Liegezeiten an Kaimauern unter Deck bleiben. Das U-Boot “Neptune” hat Raum für sechs Gäste und kann bis zu 300 Meter tief tauchen. Bei maximal acht Tauchgängen pro Tag könnte es bei hohem Gästeinteresse ggf. eng werden. Ein Tauchgang von 20 Minuten kostet um die 280.- U$ pro Person. Da in den Polarregionen aus Sicherheitsgründen meist nur 100 Gäste gleichzeitig an Land sein dürfen, sind die Zodiacplätze hingegen wohl ausreichend. Für Outdoortouren gibt es an Bord bei Bedarf u.a. Leihgummistiefel und einen Expeditionsanorak. Je nach Route und geplanten Aktionen sind zwischen 10 und 20 Expeditionsleiter an Bord und es gibt genügend sonstiges Leihequipment wie Taucherflossen, Schnorchel oder Rackets für Schneeschuhwanderungen.
Zwar war der Maschinenraum unterhalb der Wasserlinie nicht explizit zu besichtigen, jedoch wurden viele technische Informationen übermittelt.
Zum Beispiel nutzt die ECLIPSE II keine Anker mehr im klassischen Sinne. Sie hält ihre Position – wie andere moderne Kreuzfahrtschiffe auch – über ein sog. „dynamic positioning system“. Damit kann das Schiff seine Position – je nach Strömung und Windsituation – Hilfe von GPS-Daten bis auf einen Meter genau halten. Auf diese Weise wird der Meeresboden nicht durch Anker und Ketten strapaziert. Zur optimalen Funktion des GPS-Systems müssen (zur Sicherheit) aber einige Generatoren und mindestens eine der Hauptmaschinen in Betrieb sein, um mit dem Propeller sowie Bug- und Heckstrahlruder manövrieren zu können. Für die Maschinen nutzt die SCENIC ECLIPSE II ausschließlich Marine Diesel in Kombination mit einem abgasreinigenden Filtersystem. So kann sie mühelos alle sog. NOx-Grenzwerte (max. erlaubte Ausstoßmenge an Stickoxiden) einhalten oder wie Achim Weber es ausdrücken würde: Auch die Gewinnung von Elektrostrom ist nicht abgasfrei und in Häfen am Ende der Welt wie Ushuaia wartet auf kein Schiff eine Steckdose.
Die SCENIC ECLIPSE II verfügt des weiteren über Stabilisatoren, die auch dann noch funktionieren, wenn das Schiff steht. Dafür sorgen sog. übergroße „Zero-Speed-Stabilizer“. Darüber hinaus besitzt das Schiff ein sog. Kongsberg Notfall-Abschaltsystem und eine nachhaltige Wasseraufbereitungs- und Energieversorgungsanlage. Ebenso steht die Bordtechnik für Emissions- und Vibrationsarmut und für ein fortschrittliches Heizungs- und Air-Condition-System mit 100% Frischluftzufuhr. Auf den ersten Blick mögen derartige Infos vielleicht nicht unbedingt relevant oder zu ausführlich erscheinen, sie sind aber spätestens bei kritischen Wetterverhältnissen oder sonstigen maritimen Ereignissen von unschätzbaren Vorteil.
Fazit
Insgesamt gibt es acht Restaurants für jeglichen Geschmack, die der Gast täglich frei wählen kann. Im Küchenbereich des Restaurants Epicure finden hin und wieder auch Koch-Workshops statt. Alle Restaurants, Getränke und weitere Leistungen an Bord sind im Reisepreis enthalten. Dazu zählen Landausflüge, Trinkgelder, E-Bikes, Schnorchelausrüstung, 24-Stunden-Insuite-Dining, Flughafentransfers, ein Waschsalon, Internet, die Saunas und Shuttlebusse in den Häfen. Nicht im Reisepreis inkludiert sind lediglich das U-Boot, die Helikopter sowie extrem hochpreisige Spirituosen. So braucht es auch keine Getränkekarten und Bordkonten.
Das Hauptrestaurant “Elements” orientiert sich an der italienischen Küche, aber auch Steaks und Meeresfrüchten werden hier à-la-carte serviert. Das Restaurant bietet gut 100 Gästen zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen ohne Reservierung Platz. Die Elements Bar hält eine große Auswahl erlesener Weine sowie eine klassische Getränkeauswahl auf all-inclusive Basis bereit.
Wie auch immer, wer es absolut diskret mag und zum Essen lieber in der Kabine entspannen möchte, kann – bei stets nach Wunsch aufgefüllter Minibar – auch das sog. In-Suite-Dining in Anspruch nehmen. Das wäre ganz mein Ding, denn manchmal braucht man einfach seine Ruhe. Das Speiseangebot ist minimal reduziert, wird aber rund um die Uhr geboten. Alle Suiten verfügen ohnehin über einen Kaffee- und Teevollautomaten.
Alles nur eine Platzfrage?
Sicher nicht nur und ich achte mindestens ebenso auf das Passagier-Crew-Verhältnis und dennoch wird Luxus an Bord oft mit der PSR-Kennziffer (= Passenger Space Ratio), also dem Platzangebotes pro Passagier definiert. D.h. die Schiffsgröße (BRT) wird durch die Anzahl der Passagiere dividiert. So kommt z.B. die “Silver Endeavour” (Silversea Cruises) auf einen Wert von 97,5, die EUROPA 2 (Hapag-Lloyd) auf 77,5 pro Passagier und die SCENIC ECLIPSE II auf 76,6 bzw. 87,3 bei Polarfahrten. Die Schiffe sind in absoluten Zahlen m.E. jedoch schwer vergleichbar. Die drei Expeditionsschiffe von Hapag Lloyd Expedition Cruises rangieren mit Werten von 68,0 deutlich unterhalb der SCENIC ECLIPSE, verfolgen m.W. aber auch ein etwas anderes Konzept. Mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe PC6 ziehen indes die drei HANSEATIC-Schiffe (“Nature”, “Inspiration” und “Spirit” sowie die Silver Endeavour mit der SCENIC ECLIPSE in denselben Fahrtgebieten gleich.
Direkte Mitkonkurrenten der SCENIC ECLIPSE II sind – je nach Zielgruppe – wohl weder die “Europa 2”, noch die “Silver Nova” (luxuriös, aber mit dreimal so viel Passagieren), sondern eher die beiden eingangs genannten Ritz-Carlton Yachten und die “Silver Endeavour”. Auf die ein oder andere Art dürften alle Schiffe in diesem Topsegment ihre Fürsprecher und Fans haben, denn über Geschmack läßt sich bekanntlich ja nicht streiten.
Um heraus zu finden, wie sich der 6-Sterne-Standard einer SCENIC ECLIPSE II ausnimmt, müßte man freilich mal während einer Seereise ergründen. Da ich schon in der Antarktis war, wären Grönland oder Spitzbergen nicht schlecht. Zubringerflüge zu/ ab den Start-/ Zielhäfen in aller Welt, können über die Reederei oder lizensierte Reisebüros gebucht werden. Sie sind im Preis nicht inbegriffen.
Wie heißt es so schön: Nobody is perfect und die Stimmungs- und Bewertungslage einer Seereise hängt oft auch von externen Umständen ab. Mit einem Schmunzeln würde ich nach dem Besuch an Bord der ECLIPSE II 98 Sonnen und zwei kleine schmollende Smileys vergeben, denn Blumenkohl und Brokkoli waren wirklich mehr als al dente und das Außenpool könnte schon etwas größer sein. Und ja, die Bordsprache ist ausschließlich Englisch, aber so funktioniert ein gepflegtes Multikulti unter Passagieren und Crew nun mal am besten.
In puncto Preis gilt: je mehr Action und Ausflüge man wahrnehmen kann und möchte, umso mehr lohnt sich dieses All-Inklusiv-Angebot der Extraklasse. Denn wer bei den üblichen Kreuzfahrtanbietern genauer hinsieht, bemerkt schnell eine gewisse Mischkalkulation. Einerseits liegt der Grundpreis niedriger, die Preise für Kulturausflüge, Tierbeobachtungen und Sportangebote sind meist aber überdurchschnittlich hoch. Gerade in polaren Gebieten wie Grönland und Skandinavien kostet z.B. eine Wahlsafari mit vielen anderen Gästen (ohne Picknick an Bord) pro Person schnell mal um die 200.- Euro; RIB-Touren im Schlauchboot liegen oft noch deutlich darüber. Ähnlich verhält es sich bei den oft zwangsverordneten Getränkepaketen und jegliche andere Serviceleistungen (Sauna, Internet, Spezialitäten oder a-la-carte Restaurants), die i.d.R. alle extra zu Buche schlagen. Und schließlich entspricht die kleinste Suite der ECLIPSE II meist der größten Kabine auf anderen Schiffen – sofern überhaupt vorhanden. Vom 24-Stunden-Service etc. ganz schweigen. => ERGO: Wer es sich leisten kann und will, dürfte auf der SCENIC ECLIPSE II sicher bestens aufgehoben sein und eine Audienz auf der “Dunklen Lady” zu schätzen wissen.
Anmerkung: Fotos PFritz; Artikel enthält neben viel Information aufgrund der Namensnennungen von Schiffen und Reedereien auch einen Werbeanteil


































