Lanzarote ist die vielleicht ungewöhnlichste der Kanarischen Inseln. Schwarze Lavafelder, rostrote Vulkankegel und helle Dörfer prägen die Landschaft. Dazwischen liegen goldgelbe Strände, kleine Weinberge und Kunstwerke, die sich beinahe unbemerkt in die Natur einfügen. Wer auf Lanzarote Urlaub macht, erlebt deshalb weit mehr als Sonne und Meer: Die Insel erzählt von gewaltigen Vulkanausbrüchen, erfinderischen Winzern und dem Künstler César Manrique, der ihr Erscheinungsbild entscheidend geprägt hat.
Lanzarote liegt im Atlantik vor der nordwestafrikanischen Küste und gehört zu Spanien. Die Insel ist überschaubar genug, um viele ihrer Sehenswürdigkeiten während einer einwöchigen Reise kennenzulernen. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen den Feuerbergen im Südwesten, den grüneren Tälern des Nordens und den Badeorten an der Küste. Seit 1993 ist Lanzarote als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.
Was macht Lanzarote so besonders?
Die Vulkanlandschaft ist das unverwechselbare Merkmal der Insel. Besonders die Ausbrüche zwischen 1730 und 1736 veränderten große Teile Lanzarotes: Lava und Asche überdeckten Dörfer und fruchtbares Land. Heute schimmern die erstarrten Gesteinsflächen je nach Licht schwarz, braun oder rötlich. Einen starken Kontrast bilden die weiß gestrichenen Häuser und die oft grünen Fensterläden. Trotz der Trockenheit wachsen in geschützten Bereichen Palmen, Sukkulenten und andere an das Klima angepasste Pflanzen.
Wie eng Natur und Kultur auf Lanzarote miteinander verbunden sind, zeigt sich besonders an den Arbeiten César Manriques. Der auf der Insel geborene Künstler setzte sich dafür ein, die Landschaft zu bewahren und touristische Bauten behutsam einzufügen. Seine Aussichtspunkte, Gärten und Höhlenanlagen gehören heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wer die Insel kennenlernen möchte, sollte deshalb sowohl die vulkanischen Naturwunder als auch einige seiner Werke besuchen.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote

Zwischen der Inselhauptstadt Arrecife, den Vulkanen des Timanfaya-Nationalparks und den Küstenorten liegen zahlreiche Ausflugsziele. Die Entfernungen sind meist kurz, sodass sich mehrere Sehenswürdigkeiten gut zu Tagesausflügen verbinden lassen. Besonders empfehlenswert sind die Feuerberge, die Lavahöhlen im Norden, der Aussichtspunkt Mirador del Río und das Weinanbaugebiet La Geria.
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Timanfaya-Nationalpark: die Feuerberge

Der Timanfaya-Nationalpark ist eines der eindrucksvollsten Ziele auf Lanzarote. Hier erstrecken sich ausgedehnte Lavafelder und Kraterlandschaften, die während der historischen Ausbrüche entstanden. Besonders auffällig sind die verschiedenen Gesteinsfarben, die von tiefem Schwarz bis zu leuchtendem Rot reichen. Die Landschaft wirkt stellenweise so unwirklich, dass sie häufig mit der Oberfläche eines fremden Planeten verglichen wird.
Zum Schutz der empfindlichen Umgebung ist die Erkundung des Nationalparks eingeschränkt. Ein großer Teil der bekannten Vulkanroute wird mit Bussen befahren; eigenständige Spaziergänge abseits zugelassener Wege sind nicht erlaubt. An ausgewiesenen Stellen demonstrieren Mitarbeiter die noch vorhandene Erdwärme. Wer intensiver wandern möchte, kann sich über geführte Touren und die jeweils geltenden Reservierungsbedingungen informieren. Mehr dazu im ausführlichen Beitrag über den Timanfaya-Nationalpark.
La Geria: Weinbau in der Vulkanasche

Dass auf Lanzarote trotz geringer Niederschläge Wein angebaut wird, verdankt die Insel einer ungewöhnlichen Methode. Im Weinanbaugebiet La Geria wachsen die Reben in Mulden aus dunkler Vulkanasche. Halbkreisförmige Mauern aus Lavastein schützen viele Pflanzen vor dem Wind. Die Anbauflächen bilden ein faszinierendes Muster und gehören zu den bekanntesten Fotomotiven Lanzarotes.
Entlang der Straßen liegen mehrere Bodegas, in denen Besucher regionale Weine kennenlernen können. Besonders verbreitet ist die Rebsorte Malvasía Volcánica. Ein Ausflug nach La Geria lässt sich gut mit dem Timanfaya-Nationalpark verbinden, da beide Landschaften im südwestlichen Inselinneren liegen.
Jameos del Agua und Cueva de los Verdes
Im Norden Lanzarotes befinden sich zwei außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten, die auf dasselbe vulkanische Höhlensystem zurückgehen. Die Cueva de los Verdes kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Besucher gehen durch beleuchtete Lavatunnel und erfahren, wie die unterirdischen Gänge entstanden sind. Feste Schuhe sind für den Rundgang empfehlenswert.
Ganz in der Nähe liegen die Jameos del Agua. César Manrique verwandelte Teile des eingestürzten Lavatunnels in ein Zusammenspiel aus Wasser, Architektur, Pflanzen und vulkanischem Gestein. Besonders bekannt ist der unterirdische See mit kleinen, hellen Krebsen. Die Anlage zeigt beispielhaft, wie Manrique natürliche Formen in seine Gestaltung einbezog.
Mirador del Río: Blick auf La Graciosa
Der Mirador del Río liegt hoch über der Nordwestküste und gehört zu den spektakulärsten Aussichtspunkten der Insel. Das von César Manrique gestaltete Gebäude fügt sich weitgehend in die Felslandschaft ein. Von den Panoramafenstern und Terrassen blickt man über die Meerenge El Río zur Nachbarinsel La Graciosa. Bei guter Sicht reicht der Blick über weitere kleine Inseln des Chinijo-Archipels.
Jardín de Cactus: Manriques Kaktusgarten

In einem ehemaligen Steinbruch bei Guatiza entstand nach den Plänen César Manriques der Jardín de Cactus. Auf Terrassen und Wegen wachsen zahlreiche Kakteen und andere trockenheitsliebende Pflanzen aus unterschiedlichen Weltregionen. Die Kombination aus schwarzem Lavagestein, grünen Pflanzen und geometrischen Formen macht den Garten zu einem besonders fotogenen Ausflugsziel. Er wurde 1990 eröffnet und zählt zu den letzten großen Projekten des 1992 verstorbenen Künstlers.
El Golfo und der grüne Kratersee

Bei El Golfo liegt mit dem Charco de los Clicos, auch El Lago Verde genannt, eines der ungewöhnlichsten Naturmotive der Insel. Die Lagune leuchtet grün und liegt in einem teilweise vom Meer abgetragenen Vulkankrater. Dunkler Sand, rötliche Felsen und die Brandung des Atlantiks bilden einen auffälligen Farbkontrast. Der See wird von einem Aussichtspunkt betrachtet; der direkte Zugang ist zum Schutz des Gebiets nicht vorgesehen.
Unweit davon lohnt sich ein Abstecher zu Los Hervideros. Dort haben Wellen Höhlen und Spalten in die Lavaküste geformt. Bei stärkerem Wellengang schießt das Wasser eindrucksvoll zwischen den Felsen empor. Besucher sollten ausschließlich die gesicherten Wege und Aussichtspunkte benutzen.
Der Norden: Haría, Famara und La Graciosa
Der Norden Lanzarotes ist vielerorts grüner und gebirgiger als der Süden. Besonders schön ist Haría, das wegen seiner vielen Palmen als „Tal der tausend Palmen“ bekannt ist. Zwischen den hellen Häusern, Gärten und Palmen wirkt der Ort fast wie eine Oase. Hier verbrachte César Manrique seine letzten Lebensjahre; sein ehemaliges Wohnhaus kann heute als Museum besucht werden. Einen ganz anderen Eindruck vermittelt die Steilküste des Risco de Famara, deren Felsen hoch über dem Atlantik aufragen.
Wer Zeit mitbringt, sollte auch einen Ausflug nach La Graciosa einplanen. Fähren fahren von Órzola zum kleinen Ort Caleta de Sebo. Die Insel ist bekannt für sandige Wege, weite Strände und eine ruhige Atmosphäre. Da die Überfahrt bei Wind und Wellengang unruhig sein kann, lohnt es sich, vorab den Wetterbericht und die Fährverbindungen zu prüfen.
Arrecife, Teguise und die beliebtesten Ferienorte
Die Inselhauptstadt Arrecife ist weniger auf klassische Urlaubsidylle ausgerichtet als die großen Badeorte, bietet aber einen Einblick in den Alltag Lanzarotes. Sehenswert sind der Stadtstrand Playa del Reducto, die Lagune Charco de San Ginés und das Castillo de San Gabriel, das über einen Damm und eine Brücke erreichbar ist. In der Nähe der Hauptstadt liegt außerdem das Castillo de San José, in dem sich das Internationale Museum für zeitgenössische Kunst befindet.
Im Inselinneren begeistert die historische Stadt Teguise mit ihren Gassen, alten Gebäuden und Plätzen. Besonders lebhaft ist es während des bekannten Sonntagsmarktes. Nicht zu verwechseln ist der Ort mit Costa Teguise an der Ostküste, einem beliebten Feriengebiet mit Stränden und guten Bedingungen für Wassersport. Südlich von Arrecife liegt Puerto del Carmen, das mit langen Sandstränden, Restaurants und einem großen Unterkunftsangebot zu den wichtigsten Urlaubsorten zählt. Im Süden hat sich Playa Blanca zu einem weiteren bedeutenden Ferienzentrum entwickelt, von dem aus die Papagayo-Strände gut erreichbar sind.
Die schönsten Strände auf Lanzarote
Lanzarote bietet sowohl lange Sandstrände mit touristischer Infrastruktur als auch kleinere Buchten in naturbelassener Umgebung. Besonders bekannt sind die Papagayo-Strände bei Playa Blanca. Die hellen Buchten liegen zwischen niedrigen Felsen und wirken bei ruhigem Wetter fast karibisch. Wer einen gut erschlossenen Strand sucht, ist dagegen an der Playa Grande in Puerto del Carmen oder der Playa de las Cucharas in Costa Teguise richtig.
Ein besonderes Ziel ist die Playa de Famara an der Nordwestküste. Der weitläufige Strand liegt unter einer imposanten Steilküste und ist vor allem bei Surfern beliebt. Aufgrund von Strömungen und häufig kräftiger Brandung ist er allerdings nicht überall zum unbeschwerten Baden geeignet. Generell sollten Urlauber auf Lanzarote die örtlichen Warnflaggen beachten: Wind und Atlantikwellen können die Bedingungen rasch verändern.
Wann ist die beste Reisezeit für Lanzarote?
Dank des milden Klimas ist Lanzarote ganzjährig ein beliebtes Reiseziel. Im Sommer ist es meist warm und trocken, während die Wintermonate häufig angenehm mild ausfallen. Für Strandurlaub und Wassersport sind vor allem die wärmeren Monate interessant; wer viel wandern oder Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, schätzt oft das Frühjahr und den Herbst. Auch im Winter lassen sich zahlreiche Ausflüge unternehmen, allerdings können Wind, Wolken und gelegentliche Regenschauer das Wetter bestimmen.
Die Wassertemperaturen des Atlantiks bleiben auch im Sommer vergleichsweise moderat. Zudem können die Bedingungen zwischen der windgeschützten Südküste und dem exponierten Norden deutlich variieren. Eine pauschale Sonnengarantie gibt es deshalb nicht.
Praktische Tipps für den Lanzarote-Urlaub
Der Flughafen Lanzarote liegt nahe Arrecife. Direktflüge aus Deutschland dauern je nach Abflugort ungefähr vier bis fünf Stunden. Wer die Insel unabhängig erkunden möchte, ist mit einem Mietwagen gut beraten: Viele Sehenswürdigkeiten liegen außerhalb der Ferienorte und lassen sich so flexibel miteinander kombinieren. Daneben gibt es Linienbusse, die vor allem größere Orte verbinden.
Auf Lanzarote wird mit Euro bezahlt. Kartenzahlung ist in Hotels, Restaurants und Geschäften weit verbreitet, etwas Bargeld ist für kleinere Einkäufe dennoch praktisch. Da Lanzarote zu Spanien gehört, gelten für Reisende aus Deutschland grundsätzlich die üblichen EU-Reiseregeln; die persönlichen Einreisevoraussetzungen sollten vor der Abfahrt trotzdem geprüft werden. Die allgemeine europäische Notrufnummer lautet 112.
Für beliebte Attraktionen wie Timanfaya, Jameos del Agua oder die Cueva de los Verdes empfiehlt es sich, die aktuellen Besuchsbedingungen vorab zu prüfen. Teilweise werden Kombitickets für mehrere Sehenswürdigkeiten angeboten. Besonders in Ferienzeiten können Wartezeiten entstehen.
Häufige Fragen zu Lanzarote
Was sollte man auf Lanzarote unbedingt gesehen haben?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Timanfaya-Nationalpark, das Weinanbaugebiet La Geria, die Jameos del Agua, die Cueva de los Verdes, der Mirador del Río und der grüne Kratersee bei El Golfo. Auch die Papagayo-Strände und die historischen Orte Haría und Teguise lohnen einen Besuch.
Wie viele Tage sollte man für Lanzarote einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind fünf bis sieben Tage eine gute Orientierung. Wer zusätzlich Strandtage, Wanderungen und einen Ausflug nach La Graciosa einplant, kann problemlos zehn bis vierzehn Tage auf der Insel verbringen.
Ist Lanzarote auch im Winter eine Reise wert?
Ja. Die Temperaturen sind im Vergleich zu Mitteleuropa meist mild, und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich im Winter gut besichtigen. Für einen reinen Badeurlaub ist zu berücksichtigen, dass Luft und Wasser kühler sein können und es gelegentlich windig wird.
Wer war César Manrique?
César Manrique war ein auf Lanzarote geborener Künstler, der Kunst, Architektur und Naturlandschaft auf besondere Weise miteinander verband. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Jameos del Agua, der Mirador del Río und der Jardín de Cactus. Sein Einfluss ist bis heute an vielen Orten der Insel sichtbar.
Kann man den Timanfaya-Nationalpark auf eigene Faust durchwandern?
Nein, große Teile des Nationalparks sind aus Naturschutzgründen nicht frei zugänglich. Besucher können die ausgewiesenen Angebote nutzen und sich über geführte Wanderungen informieren. Für die bekannte Vulkanroute werden Busse eingesetzt.
Welche Gegend eignet sich am besten zum Übernachten?
Puerto del Carmen ist wegen seiner Strände und Infrastruktur beliebt, Costa Teguise besonders bei Wassersportlern und Familien. Playa Blanca im Süden bietet schöne Badebuchten und eine vergleichsweise geschützte Lage. Wer die Insel vor allem erkunden möchte, kann auch eine ruhigere Unterkunft im Inselinneren wählen.
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