Wer gerne mit dem Flugzeug auf Reisen geht, kennt die Situation: Während man bei dem einen Flughafen direkt in Urlaubsstimmung verfällt und sich entspannt auf seinen Flug freuen kann, steht man beim anderen Flughafen möglicherweise noch im Security-Check.
Während an so manchem italienischen Flughafen einen herausragend schmeckenden Cappuccino für 1,50 Euro genießen kann, zahlt man woanders (leider auch in Deutschland) für sein stilles Wasser gut und gerne den dreifachen Betrag. Auch ist es an manchen Flughäfen fast nicht möglich, etwas Anständiges zum Essen zu finden. Insbesondere wenn man mit Kleinkindern reist. Häufig entscheidet bereits der Flughafen darüber, ob Reisende entspannt oder mit reichlich Verspätung und schlechten Nerven in die Ferien starten. Kurze Wege, verständliche Beschilderungen und zügige Kontrollen werden dabei meist erst dann richtig geschätzt, wenn sie fehlen.
Alle Eindrücke fließen in die persönliche Wertung eines Flughafens mit ein. Das Ferienhaus-Portal Holidu hat nun die durchschnittlichen Google-Maps-Bewertungen der 85 verkehrsreichsten Flughäfen Europas ausgewertet und daraus das jährliche Ranking der besten und schlechtesten Flughäfen 2026 erstellt.
Die im Flughafen-Index verwendeten Bewertungen spiegeln persönliche Erfahrungen wider. Sie ersetzen keine Messung der tatsächlichen Pünktlichkeit oder Wartezeiten, geben aber einen interessanten Einblick in die Wahrnehmung vieler Reisender. Besonders aussagekräftig sind die Ergebnisse dort, wo sich über Jahre hinweg mehrere Tausend Rezensionen angesammelt haben.
Schauen wir uns die Ergebnisse doch einmal an:
Istanbul bleibt Europas beliebtester Flughafen

An der Spitze des Rankings steht zum dritten Mal in Folge der Flughafen Istanbul. Der erst 2018 eröffnete Airport (sicherlich entscheidend für das positive Abschneiden) ist das wichtigste Drehkreuz der Türkei und auf enorme Passagierzahlen ausgelegt. Trotz seiner Größe erhält er durchschnittlich 4,4 von fünf Sternen.
Reisende heben unter anderem die moderne Gestaltung, das umfangreiche gastronomische Angebot und die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten hervor. Mehr als 500 Geschäfte und Restaurants verteilen sich über das Flughafengelände. Hinzu kommen der Betrieb rund um die Uhr und eine direkte Metroverbindung in die Stadt.
Allerdings ist Istanbul kein Flughafen der kurzen Wege. Das Terminal ist gewaltig, und zwischen Ankunft, Passkontrolle und Anschlussgate können längere Strecken liegen. Wer hier umsteigt, sollte deshalb trotz der guten Organisation ausreichend Zeit einplanen. Gerade bei internationalen Verbindungen zeigt sich jedoch, dass ein großer Flughafen nicht zwangsläufig hektisch und chaotisch sein muss.
Porto beweist, dass Übersichtlichkeit viel wert ist
Platz zwei geht an Porto`s Flughafen Francisco de Sá Carneiro. Ebenso wie Istanbul erreicht er eine sehr gute durchschnittliche Bewertung von 4,4 Sternen. Im Gegensatz zu Istanbul ist Porto jedoch kein Flughafen, der auf große Massen ausgelegt ist. Der Flughafen überzeugt vielmehr mit kurzen Wegen und einer überschaubaren Struktur.
Für Urlauber, die in den Norden Portugals reisen, ist der Flughafen häufig der erste Kontakt mit der Region. Die direkte Metroanbindung ist praktisch: Das Zentrum von Porto lässt sich ohne Umstieg und ohne kostspieligen Flughafentransfer erreichen.
Gerade bei einem frühen Abflug oder einer längeren Flugreise kann ein kompakter Flughafen ein großer Vorteil sein. Reisende müssen keine kilometerlangen Terminalgänge bewältigen und finden sich meist schnell zurecht. Porto zeigt damit, dass Komfort nicht unbedingt durch möglichst viele Geschäfte oder besonders große Abfertigungshallen entsteht.
Helsinki steht für Ruhe und nordische Effizienz
Auch der Flughafen Helsinki wird mit durchschnittlich 4,4 Sternen bewertet und belegt Platz drei. Das zeigt, wie eng die Spitzengruppe beieinanderliegt.
Die finnische Hauptstadt ist zwar für viele Urlauber kein klassisches Sommerziel, spielt aber als Umsteigeflughafen eine wichtige Rolle. Der Airport wird vor allem für seine ruhige Atmosphäre, die Sauberkeit und die verständliche Wegeführung geschätzt.
Während an manchen Flughäfen bereits die Suche nach dem richtigen Terminal für Unruhe sorgt, wirkt Helsinki trotz internationaler Verbindungen vergleichsweise entspannt. Die Architektur ist hell und funktional, die Bereiche sind klar voneinander getrennt und die Wege zwischen den Gates bleiben überschaubar.
Damit bietet Helsinki genau das, was sich viele Reisende von einem Umstieg wünschen: möglichst wenig Aufregung. Typisch Finnland!
Athen und Zürich vervollständigen die Top 5
Der Flughafen Athen landet auf dem vierten Platz. Er ist für viele Reisende das Eingangstor zu Griechenland oder Ausgangspunkt für einen Weiterflug auf eine der zahlreichen Inseln – wenn man einen günstigen Flug mit Zwischenstopp gebucht hat. Trotz des vergleichsweise hohen Verkehrsaufkommens erhält der Airport eine durchschnittliche Bewertung von 4,3 Sternen.
Besonders positiv wird beim Athener Flughafen hervorgehoben, dass sich im Terminal Ruhezonen, gastronomische Angebote mit griechischen Spezialitäten und wechselnde Ausstellungen befinden. Kultur am Flughafen? Athen beweist, dass dies möglich ist. Wer eine längere Wartezeit überbrücken muss, findet dadurch mehr Abwechslung als an vielen anderen Flughäfen.
Den letzten Platz unter den Top-5 sichert sich der Schweizer Flughafen in Zürich. Der Schweizer Flughafen profitiert von seiner engen Anbindung an das Bahnnetz. Vom Flughafenbahnhof fahren regelmäßig Züge zum Hauptbahnhof und in weitere Regionen der Schweiz. Reisende schätzen außerdem die Sauberkeit, die gut organisierten Abläufe, das umfangreiche Angebot mit über 80 Geschäften im Airside Center sowie die 250 Meter lange Zuschauerterrasse mit 360-Grad-Blick. Aber: Zürich ist nicht günstig. Dies zeigt sich umso mehr am Airport.
Plätze 6–10 im Überblick
- Flughafen Alicante (ALC), Spanien | 4,3 Sterne
- Flughafen Malta (MLA), Malta | 4,3 Sterne
- Flughafen Thessaloniki „Makedonia“ (SKG), Griechenland | 4,3 Sterne
- Flughafen Riga (RIX), Lettland | 4,3 Sterne
- Flughafen Fuerteventura (FUE), Spanien | 4,3 Sterne
Deutsche Flughäfen verpassen die Top 30

Weniger erfreulich fällt das Ergebnis leider für die deutschen Flughäfen aus. Keiner der acht berücksichtigten Airports schafft es unter die besten 30 Europas. Am besten schneidet München auf Rang 31 ab. Der Flughafen erhält durchschnittlich vier Sterne, verliert gegenüber dem Vorjahr allerdings zwei Plätze.
Stuttgart folgt auf Rang 35 und gehört zu den wenigen deutschen Gewinnern. Der Flughafen verbessert sich um sechs Positionen. Frankfurt erreicht als größtes deutsches Luftverkehrsdrehkreuz Platz 46. Gerade dort fallen die Erfahrungen naturgemäß sehr unterschiedlich aus: Für die einen ist Frankfurt ein gut angebundener internationaler Flughafen, für andere bedeuten die langen Wege und Terminalwechsel zusätzlichen Stress.
Hamburg und Hannover landen im unteren Mittelfeld, wobei sich auch Hannover gegenüber dem letzten Jahr um fünf Plätze gesteigert hat. Düsseldorf, Köln/Bonn und Berlin folgen auf den hinteren Plätzen. Der Flughafen Berlin Brandenburg erreicht mit 3,2 Sternen lediglich Rang 79. Zwar verbessert sich der BER gegenüber dem Vorjahr um eine Position, bei den meisten Reisenden hinterlässt der Airport aber weiterhin keinen überzeugenden Eindruck.
Ein Teil der schwächeren Bewertungen dürfte mit den hohen Erwartungen zusammenhängen. Reisende beurteilen nicht nur die Architektur oder Sauberkeit, sondern den gesamten Ablauf – von der Anreise über die Sicherheitskontrolle bis zur Gepäckausgabe. Verspätungen, Personalmangel oder lange Warteschlangen werden dabei häufig dem Flughafen zugerechnet, selbst wenn mehrere Unternehmen und Behörden an den Prozessen beteiligt sind.
Heraklion auf Kreta bleibt das Schlusslicht Europas
Den letzten Platz im europäischen Flughafen-Ranking belegt zum dritten Mal in Folge Heraklion auf Kreta. Der Flughafen Nikos Kazantzakis kommt bei mehr als 28.000 Rezensionen lediglich auf eine durchschnittliche Bewertung von 2,6 Sternen. Damit ist er der einzige untersuchte Airport mit weniger als drei Sternen.
Für viele Kreta-Urlauber ist das Ergebnis vermutlich wenig überraschend. Der Flughafen liegt unmittelbar am Stadtrand von Heraklion und ist seit Jahren stark ausgelastet. Besonders an den großen An- und Abreisetagen der Sommersaison treffen zahlreiche Ferienflieger innerhalb kurzer Zeit ein. Enge Bereiche, lange Schlangen und begrenzte Sitzmöglichkeiten können den Aufenthalt dann anstrengend machen. Und auch das kulinarische Angebot liegt deutlich unter vergleichbaren Airports beliebter Reiseziele.
Dabei steht die Erfahrung am Flughafen in einem auffälligen Gegensatz zur Insel. Kreta gehört mit seinen Stränden, Gebirgslandschaften, Ausgrabungsstätten und Hafenstädten zu den vielseitigsten Inseln im Mittelmeer. Der bisherige Flughafen ist für die heutigen Passagierzahlen jedoch nur bedingt ausgelegt. Das haben natürlich auch die Verantwortlichen auf Kreta erkannt…
Ein neuer Flughafen für Kreta entsteht in Kastelli
Eine dauerhafte Verbesserung soll der neue internationale Flughafen bei Kastelli bringen, der derzeit im Inselinneren südöstlich von Heraklion gebaut wird. Er soll den bestehenden Flughafen Nikos Kazantzakis nach seiner Fertigstellung ersetzen. Neben dem eigentlichen Terminal entstehen neue Straßenverbindungen, über die der Airport an den Norden und Süden Kretas angebunden werden soll.
Für Reisende könnte der Neubau modernere Abfertigungsbereiche, mehr Platz und besser aufeinander abgestimmte Abläufe bedeuten. Allerdings wird sich erst nach der Eröffnung (geplant für November 2028) zeigen, wie komfortabel die Anreise aus den unterschiedlichen Ferienregionen tatsächlich sein wird. Da sich ein Großteil der Hotels an der Nordküste befindet, verändert sich nicht nur der Flughafen, sondern auch der Transferweg zur Unterkunft.
Der Bau macht deutlich, vor welchem Problem viele beliebte Ferienregionen stehen. Flughäfen, die ursprünglich für deutlich weniger Passagiere geplant wurden, müssen heute in wenigen Sommermonaten einen erheblichen Teil ihres jährlichen Verkehrs bewältigen. Eine Modernisierung im laufenden Betrieb ist dabei oft nur begrenzt möglich.
Charleroi, Nantes und Pisa verlangen Reisenden Geduld ab
Knapp vor Heraklion landet der Flughafen Brüssel-Charleroi. Der Airport wird vor allem von günstigen Fluggesellschaften genutzt, liegt jedoch deutlich außerhalb der belgischen Hauptstadt. Zur eigentlichen Flugzeit kommt deshalb ein längerer Transfer hinzu. In den Bewertungen werden außerdem volle Wartebereiche und ein begrenztes gastronomisches Angebot kritisiert.
Auf dem drittletzten Platz steht der Airport im westfranzösischen Nantes. Der Flughafen ist für Reisen an die Atlantikküste und in die Loire-Region wichtig, wird von Reisenden aber nur durchschnittlich mit 3,2 Sternen bewertet. Kritik gibt es unter anderem an der Organisation, den Platzverhältnissen und der Sauberkeit. Wer flexibel ist, sollte für eine Reise an die französische Atlantikküste also auch eine Anreise mit dem Auto in Betracht ziehen und dabei vielleicht einen Zwischenstopp in Paris einplanen.
Auch Pisa erreicht lediglich 3,2 Sterne. Für Urlauber ist die Lage des Airports zunächst ausgesprochen praktisch: Das Stadtzentrum liegt nur wenige Kilometer entfernt, und auch Florenz sowie weitere Ziele in der Toskana sind gut erreichbar. Im Terminal selbst sorgen begrenzte Sitzmöglichkeiten, enge Bereiche und längere Wartezeiten allerdings regelmäßig für Unzufriedenheit.
Bordeaux vervollständigt die fünf am schlechtesten bewerteten Flughäfen. Damit befinden sich gleich zwei französische Flughäfen am Tabellenende. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass Veränderungen durchaus wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Bewertung ist innerhalb von vier Jahren von 2,7 auf 3,2 Sterne gestiegen. Damit bleibt Bordeaux zwar auf einem hinteren Rang, bewegt sich aus Sicht vieler Reisender aber in die richtige Richtung.













