Rügen – Sinfonie in Blau und Weiß

Rügen, Ostseebad Sellin

Die Insel Rügen ist das Land des Malers Casper David Friedrich, das Land der Schlösschen und einer anmutenden Bäderarchitektur – das weite Land am Meer.

Bedeutende Künstler ließen sich von der Schönheit dieser Insel inspirieren: Schroffe Felsenküsten, weitläufige Sandstrände mit weißen Dünenketten, lebendige Seebäder und eine grandiose Küstenlandschaft bilden ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

Im Bann der Natur – Küste, Kreidefelsen, Seebäder

Rügen ist die größte Insel Deutschlands und ihr Tor Stralsund. Die gewaltige Rügenbrücke führt auf die Insel, welche eine 1000-jährige Besiedlungsgeschichte vorweisen kann. Wie an keiner anderen Stelle in Norddeutschland häufen sich die frühgeschichtlichen Großsteingräber und die vielerorts sichtbaren Reste früher Kulturen. Auf ausgedehnten Spaziergängen, Radtouren oder Wanderungen stellt man fest: Rügen hat viele Gesichter. Die gegensätzlichsten Landschaften vereinen sich auf engstem Raum – nur das Wasser ist allgegenwärtig. Kein Punkt auf Rügen ist weiter als 8 Kilometer von der See entfernt. Dabei erscheint die zerklüftete Küste zuweilen endlos. Den landschaftlichen Höhepunkt bildet zweifellos die imposante Steilküste mit ihren weißen Kreideklippen. Die Kreideküste der Stubbenkammer mit dem Königsstuhl ist ein obligatorisches Postkartenmotiv. Der große Romantiker Caspar David Friedrich war von ihrem Anblick fasziniert und hat sie mehr als einmal gemalt.

Fest steht: Rügen ist nicht nur ein Ostseetraum für Seebären. Einzigartige Feuersteinfelder, zahlreiche Meeresbuchten, feinsandige Strände, Halbinseln´und Landzungen gerahmt von Heide, Dünen, Buchen- und Kiefernwäldern bilden ein zauberhaftes Landschaftsbild. Kilometerlang ziehen sich schattige Alleen über die Insel. Quirlige als auch stille Seebäder bereichern diesen Landschaftsraum, der mit seinen Schlössern, Seebrücken und historischen Besonderheiten entdeckt werden möchte. Im Naturschutzgebiet Schmale Heide findet man dergleichen: Feuersteinwälle bis 25 Meter breit und einem Meter hoch. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Steine nach großen Sturmfluten dort abgelagert wurden.

Zwischen den ersten Herbststürmen sieht man an der Küste gebückt laufende Menschen, die den Blick nicht vom Boden heben können – sie sind auf der Suche nach einem ganz anderen Stein. Fossile Harze, die älter als eine Million Jahre sind, schimmern an den Küsten und locken viele Bernsteinsuchende an. Das „Gold der Ostsee“ ist nach wie vor begehrt. Unweit der „Schmalen Heide“, erhebt sich auf dem dichtbewaldeten Tempelberg die unverwechselbare Silhouette des ehemaligen Jagdschlosses der Fürsten zu Putbus. Das Jagdschloss Granitz – im Stil norditalienischer Renaissancekastelle – war einst beliebtes Reiseziel europäischer Adliger. Vom Mittelturm des 1836 errichteten Bauwerks bietet sich ein großartiger Rundblick. Nach diesen wunderbaren Eindrücken lohnt eine Fahrt unter grünen Dächern zu den schönsten Orten der Insel. Der Weg führt über die Deutsche Alleenstraße, wo man zunächst die kleine Hauptstadt Bergen im Herzen der Insel erreicht.

Von schönen Städten und verträumten Fischerdörfern

In Bergen laufen alle Straßen zusammen, die Stadt ist der geografische Mittelpunkt der Insel. Ihren Namen trägt die Inselhauptstadt zu Recht: Man muss zunächst eine kleine Anhöhe überwinden, um in das Zentrum zu gelangen. Sehenswert sind die St. Marienkirche, das Benedixhaus oder das Pfarrwitwenhaus – ein Fachwerkhaus, dass Pfarrwitwen lebenslanges Wohnrecht bot. Eine herrliche Aussicht bietet sich von der Spitze des Ernst-Moritz-Arndt-Turms.

Schon bald locken die stolzen Seebäder Binz, Sellin, Göhren und Baabe. Die Strandbäder, welche mit einem leicht verwitterten Charme einhergehen, laden zum Verweilen ein. Weiße Bauten mit hölzernen Veranden, reicht verzierten Balkonen und schmucken Säulen schmeicheln dem Auge des Betrachters. Dazu beeindruckende Seebrücken, die weit hinaus auf das Meer ragen. Binz ist der eleganteste Ort der Insel – weiße Villen mit Fassaden wie vom Zuckerbäcker untermalen die prachtvolle Bäderarchitektur. Ein Bummel entlang der Seepromenaden lohnt immer. Schicke Boutiquen, Hotels und Restaurants säumen diesen Küstenreifen.

Rücgen
Bild: beckart / shutterstock

Im nördlichsten Zentrum der Insel liegt Sassnitz, der älteste Badeort an der Ostküste. Viele Prominente logierten hier im 19. Jahrhundert, darunter Johannes Brahms, Theodor Fontane und auch die kaiserliche Familie. Seit 1897 verkehren die Fähren von Sassnitz auf der Königslinie ins schwedische Trelleborg.
Die Vielfalt der Städte wird abgerundet durch Putbus. Die einstige slawische Siedlung und spätere Fürstenresidenz gilt heute als die Kulturhauptstadt der Insel. Architektonisch wertvolle Altbauten erinnern an den Glanz des 19. Jahrhunderts.

Hingegen bezaubert das ehemalige Fischerdorf Lohme mit einer traumhaften Lage direkt an der Rügener Nordküste. Das malerische Lohme gewährt auf einer hohen, bewaldeten Steilküste ein einzigartiges Panorama der Sonnenauf- und -untergänge mit herrlichem Blick auf die Bucht der Tromper Wiek und auf die Landzunge von Kap Arkona.

Am Südostende einer sichelförmigen Landbrücke der Halbinsel Wittow liegt das idyllische Städtchen Glowe. Das ehemalige Fischerdorf wurde 1314 erstmals urkundlich erwähnt und besticht mit einem fast neun Kilometer langen Badestrand.

Die älteste Stadt der Insel ist Garz. Wobei das Städtchen mit etwa 2300 Einwohnern eher wie ein Dorf wirkt. Hier erinnert ein mächtiger Burgwall daran, dass Rügen einst von slawischen Fürsten regiert wurde.

Tipp: Der „Rasende Roland“ ist die älteste Schmalspurbahn Deutschlands. Der historische Traditionszug verbindet die Ostseebäder und führt interessierte Besucher zu den schönsten Plätzen der Insel.

Idyllisch und fernab von jedem Rummel- die zauberhafte Inselwelt von Rügen

Inseln, Halbinseln und Buchten geben der vielleicht schönsten deutschen Ostseeinsel ihre charakteristische Form.

Der kleine Jasmunder Bodden trennt die Halbinsel Jasmund vom Inselkern. Wie eine Festung ragt die Halbinsel Jasmund in die Ostsee hinein. Ihre markanten Kreidefelsen sind zum Wahrzeichen des Nationalparks der Insel Rügen geworden. Der Königsstuhl ist der berühmteste Aussichtspunkt der 8 Kilometer langen Kreideküste mit einer natürlichen Plattform in 117 Meter Höhe. Die bekanntesten Kreidefelsen sind „Große Stubbenkammer“ und „Kleine Stubbenkammer“.

Rügen, Göhren
Der Strand von Göhren, Bild: LaMiaFotografia / shutterstock

Viele interessante Baudenkmäler befinden sich an Deutschlands Nordkap. Am Kap Arkona stehen heute zwei Leuchttürme, von dem der 19 Meter hohe, quadratische Schinkelturm nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde. Sehenswert sind der Marineführungsbunker und das Künstlerhaus. Unweit befinden sich die Reste des doppelten Ringwalls der Jaromarsburg aus dem 6. Jahrhundert.
Wer Rügen besucht, muss seinen Fuß auf die Insel Hiddensee setzen. Westlich der Insel Rügen vorgelagert, bezaubert die romantische Insel mit dem Erbe der letzten Eiszeit. Wer Ursprünglichkeit sucht, ist auf der autofreien Insel genau richtig.

Zwischen Rügen und Hiddensee liegt die Insel Ummanz. Auch hier geht es beschaulich zu. Eine 250 Meter lange Brücke führt von der Halbinsel Lieschow auf die knapp 20 Quadratkilometer große Insel. Die artenreiche Pflanzen- und Kleintierwelt macht diese Region zu einem idealen Rastplatz für Zugvögel. Im Frühling und Herbst wird es auf Ummanz besonders lebhaft, wenn die Kraniche auf ihrem Weg nach Norden einen Zwischenstopp einlegen. Während Naturfreunde die Kranichinsel besonders schätzen, genießen Wassersportler bei Suhrendorf ein Surferparadies. Die weite Boddenlandschaft im Nordwesten von Rügen bietet beste Erholung im Einklang mit der Natur.

Rügen beherbergt unzählige Schätze und ist ein Paradies für Kulturinteressierte, Wassersportler und Erholungssuchende – die Insel ist in der Tat eine zauberhafte Sinfonie in Blau und Weiß.

Mehr Infos zu Rügen gibts bei Wikipedia.

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