Pisa – mehr als nur ein schiefer Turm

Pisa

260 Kilometer nördlich von Rom liegt die 90.000 Einwohner große Stadt Pisa. Aufgrund ihrer Lage am Mittelmeer war sie eine bedeutende Seefahrerrepublik und lockte Händler aus aller Welt an. Berühmt wurde sie durch ihren „Schiefen Turm von Pisa“, welcher sich zu einem der größten Touristenmagneten in Europa und insbesondere Italien entwickelte. Heutzutage ist Pisa mit ihren vielen Studenten, die beinahe die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, eine lebendige, moderne Stadt mit typisch italienischem Flair.

Die Wahrzeichen der Stadt

Die bedeutendsten Bauwerke Pisas befinden sich auf dem Domplatz Piazza dei Miracoli, auch Piazza del Duomo genannt. Hier liegen der Schiefe Turm von Pisa, die Kathedrale, die größte Taufkapelle der Welt sowie ein Friedhof nah beieinander. Diese vier Sehenswürdigkeiten wurden 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Schiefer Turm von Pisa

Pisa, Ponte di Mezzo
Ponte di Mezzo, Bild: Anton Watman / shutterstock

Der Bau für den frei stehenden Glockenturm begann im Jahr 1173. Zwölf Jahre später geschah es, dass der bis dahin unfertige Turm sich um vier Grad neigte. Grund dafür war ein lehmiger Boden, der dem Gewicht nicht standhalten konnte. Der noch fehlende Teil wurde daraufhin so gebaut, dass die Konstruktion nicht weiter absinken konnte. Sie erreichte eine Gesamthöhe von 55,8 Metern und der Schiefe Turm von Pisa wurde letztendlich 1372 eröffnet.

Duomo di Pisa

Die Kathedrale von Pisa, auch als Dom Santa Maria Assunta bekannt, wurde in der Mitte des 11. Jahrhunderts im romanischen Stil erbaut. 1118 wurde sie durch Papst Gelasius II. geweiht. Die für den Bau verwendeten Materialien waren oft Gegenstände, die bei früheren Schlachten erobert oder aus den besiegten Städten entwendet wurden. Neben dem Dom von Florenz gilt sie als eine der populärsten Kirchen der Toskana.

Das Baptisterium

Baptisterium
Das Baptisterium, Bild: Dima Moroz / shutterstock

Die weltweit größte, christliche Taufkirche erreicht eine Höhe von 54 Metern und steht nur unweit der Kathedrale von Pisa entfernt. Auf ihrer Kuppel befindet sich eine Bronzestatue von Johannes dem Täufer aus dem 15. Jahrhundert. Neben dem achteckigen Taufbecken beeindruckt vor allem die Akustik dieser Kirche. Aufgrund der besonderen Bauweise kommt es zu einzigartigen Klangerlebnissen und Echos im Inneren des Gebäudes.

Camposanto Monumentale

Die Friedhofsanlage Camposanto Monumentale gehört ebenfalls zu der Piazza dei Miracoli und wurde bereits im Mittelalter für Begräbnisse genutzt. Sehenswert sind hier insbesondere der Kreuzgang und die gotische Fassade aus Marmor, die den Friedhof umgibt.

Besondere Feierlichkeiten in Pisa

Luminara di San Ranieri

Jedes Jahr findet am 16. Juni das Fest des Schutzheiligen „San Ranieri“ in Pisa statt. Die ganze Stadt wird zu einem einmaligen Schauplatz, wenn zum Sonnenuntergang Hunderttausende Kerzen und Lichter entzündet werden. Schwimmende Lämpchen verzaubern den Fluss Arno, auf dem beleuchtete Boote fahren. Verschiedene Konzerte finden statt und es wird bis spät in die Nacht gefeiert. Den Höhepunkt erreichen die Feierlichkeiten um 23 Uhr, wenn das große Feuerwerk entfacht wird.

Regata di San Ranieri

Der eigentliche Feiertag zu Ehren von San Ranieri ereignet sich einen Tag später am 17. Juni. Vormittags ziehen Prozessionen durch Pisa. Sie enden in der Kathedrale, wo eine große Messe gefeiert wird. Am Nachmittag findet die alljährliche Regatta auf dem Arno statt, bei der die verschiedenen Stadtviertel in einem Bootsrennen gegeneinander antreten.

Gioco del Ponte

Narrow Cozy Straße Pisa
Narrow Cozy Straße, Bild: Catarina Belova / shutterstock

Am letzten Sonntag im Juni feiern die Einwohner Pisas das Gioco del Ponte, das „Battle on the bridge“. Bei diesem jahrhundertealten Wettkampf treten die Stadtviertel Tramontana und Mezzogiorno gegeneinander an. Ziel dieses mittelalterlichen Spiels ist es den jeweils anderen Teil der Brücke einzunehmen. Ein historischer Festzug führt die beinah 400, teilweise mit Helm und Rüstung gekleideten Teilnehmer zum Schauplatz. Auf der Brücke Ponte di Mezzo wird dann letztendlich versucht einen sieben Tonnen schweren Karren auf die gegnerische Seite zu schieben.

Toskanische Köstlichkeiten

In Pisa gibt es alle, für die Toskana typischen, Delikatessen. Lokale Produkte aus der Region, wie zum Beispiel Fleisch aus der Schweine- und Rinderzucht oder Fisch aus dem Mittelmeer, dominieren die Speisekarte. Gerne wird das Sciocco, ein ungesalzenes Brot, zu den Mahlzeiten gereicht. Als kulinarische Spezialitäten gelten Olivenöl, Trüffel, Wein und der berühmte Schafskäse Pecorino. Wie in ganz Italien üblich, wird auch in fast allen Restaurants in Pisa Antipasti und Nudeln angeboten.

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