Donnerstag, Juni 4, 2020
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Ortasee – Zwischen unberührter Natur und italienischen Orten

Der Ortasee, auf italienisch Lago d’Orta, liegt mitten in der Region Piemont in Norditalien. Er ist mit 18 Quadratkilometern der kleinste der oberitalienischen Seen, die Gegend hier ist dünn besiedelt. Womöglich wegen seiner geringen Größe und durch seinen ihn in den Schatten stellenden Nachbarn Lago Maggiore ist der Ortasee bisher von internationalen Touristen relativ unentdeckt – zu Unrecht! Die malerische Gegend an den Ausläufern der Westalpen mit den kleinen italienischen Dörfern am kristallklaren Lago d’Orto mit seinem zerklüfteten Ufer ist eine gelungene Mischung aus dem Besten aus Italien und den Alpenländern. Durch seine geringe Bekanntheit kann hier noch das ursprüngliche Italien und die unberührte Natur genossen werden, wo die Touristenhorden noch nicht angekommen sind. Nach einem Gelato und einem Chappuccino in einem Straßencafé lädt der kühle See zum Schwimmen oder Rudern ein, am Ende des Tages kann die raue und doch sanfte Gegend in der Abendsonne genossen werden.

Ortasee – Die geografische Lage

Der Ortasee ist ein tiefblauer Gletschersee. Auf drei Seiten ist der See von Bergen umgeben, im Norden geht er ins Ossolatal über. Das wunderschöne Farbe des Sees und die umliegenden Berge machen ein einmaliges Panorama aus. Hoch über dem See erhebt sich im Osten der Monte Mottarone. Da dieser mit 1491 Metern die höchste Erhebung in der Gegend ist, hat man von hier aus einen perfekten Rundumblick.

Sehenswürdigkeiten der Gegend

Das Zentrum der touristischen Aufmerksamkeit ist die Isola San Giulio, welche mitten im See liegt. Auf ihr thront eine Basilika, welche der Legende nach im Jahr 400 vom Heiligen Julius gegründet wurde. Die Basilika hat eine kunstvoll gestaltete Kanzel, an der Kuppel sind prächtige Fresken zu sehen. In der Krypta soll der Heilige Julius in einem gläsernen Sarg ruhen.

Sacro Monte d'Orta, Ortasee
Sacro Monte d’Orta, Bild: AleMasche72 / shutterstock

Der Ortasee hat trotz seiner geringen Bekanntheit ein UNESCO Weltkurlurerbe zu bieten: den Sacro Monte d’Orta. Der heilige Berg von Orta beherbergt eine Wallfahrtsstätte, die zu den neun Kapellen der Sacri Monti gehört, welche im Piemont und in der Lombardei verteilt sind und gemeinsam das Weltkulturerbe bilden.

Der charmante Hauptort Orta San Giulio ist bei Touristen der beliebteste am Ortasee. Dies liegt vor allem an seiner Lage auf einer Landzunge, die in den See ragt. Aber auch die malerische Altstadt mit ihren kleinen Gassen und schönen Gebäuden hat ihren Anteil an den Besuchern. Zudem gibt es hier zwei Kirchen aus verschiedenen Jahrhunderten zu bestaunen. Vom Hauptplatz Piazza Mario Motta legen die Boote zur Isola San Giulio ab.

Im Urlaubsort Omegna, welcher direkt am Ufer des Sees liegt, lässt sich das italienische Flair, welches durch die kleinen Restaurants und Geschäfte und die schönen Villen erzeugt wird, bei einem Gelato besonders gut genießen.

San Giulio, Ortasee
Insel San Giulio, Bild: Cristian Puscasu / shutterstock

Ein anderer beliebter Urlaubsort ist San Maurizio d’Opaglio, welcher etwas weiter am Hang liegt. Weil die Wirtschaft im 20. Jahrhundert vor allem auf der Herstellung von Badezimmerarmaturen fußte, wurde San Maurizio d’Opaglio in dieser Zeit die „Hauptstadt des Wasserhahns“ genannt, seit 1995 gibt es dort auch ein Museum des Wasserhahns. Ein gängiger Witz in der Gegend ist: „Zu diesem See gehören Wasser, Hähne und Wasserhähne“.

Der Torre di Buccione ist ein Turm, der zu den Überresten einer Burg aus dem 12. Jahrhundert gehört. Er kann per Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto erreicht werden. Zwar kann der Turm selbst nicht bestiegen werden, aber vom Fuße des Turms bietet sich ein einzigartiger Panoramablick über den ganzen See.

Durchatmen in der Natur

Wer den Ortasee besucht, ist eigentlich mitten in der Natur, denn die Gegend ist dünn besiedelt und die Gegend relativ naturbelassen. Wem das nicht reicht, der kann einen Abstecher in die umliegende Natur machen. Mehrere Naturschutzgebiete und Nationalparks schließen an den Ortasee an. Nur eine halbe Stunde Fahrt entfernt bietet zum Beispiel der Nationalpark Monte Fenera eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Auch der 50 Minuten entfernte Park Val Grande ist einen Abstecher wert, denn im größten Wildnis-Schutzgebiet der Alpen gibt es nahezu unberührte Natur zu bestaunen. Wer ein geübter Wanderer ist und den Pizzo Proman erklimmt, dem bietet sich ein einzigartiger Blick über den Lago Maggiore.

Auch die Aussicht vom höchsten Berg in der Umgebung um den Ortasee, dem Monte Mottarone, ist sehr zu empfehlen. Der Gipfel kann entweder zu Fuß erklommen oder bequem mit einer Seilbahn erreicht werden.

Ortasee – Ein Reiseziel für Sportler

Der Ortasee ist vor allem bei Kajakfahrern und Ruderern beliebt. Der Wassersport blickt hier auf eine lange Tradition zurück, 1893 fanden am Ortasee die ersten Ruder-Weltmeisterschaften überhaupt statt.
Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, der kann in der Gegend um den Ortasee zu Wanderungen aufbrechen, die einen wunderschönen Blick über den Lago d’Orta oder den Lago Maggiore bieten. Auch der Blick auf die Dufourspitze im Monte Rosa-Massiv, den zweithöchsten Berg der Alpen, welcher zu den Seven Second Summits gehört, kann auf einigen Wanderungen genossen werden.

Auch auf zwei Rädern kann man die Gegend vom Ortasee als Ausgangspunkt wunderbar erkunden.

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