Namibia, Etosha Nationalpark
Elefanten im Etosha-Nationalpark, Bild: Efimova Anna / shutterstock

Namibia – die Heimat der San und viele wilde Tiere

Keine Frage: Namibia ist ein besonders starkes Stück des afrikanischen Südens. Mit den unendlichen Weiten der ältesten Wüste der Welt, mit Bergen aus Sand, die sich in den Monster-Dünen von Sossusvlei bis in einer Höhe von dreihundert Metern strecken, mit der lebensbedrohlichen Region der Skelettküste, mit malerischen Städten, der wildreichen Etosha-Pfanne und mit vielen kleinen und großen Wundern am Wegesrand. Namibia ist im Trend, weil sich im internationalen Tourismus herumgesprochen hat, dass die einstige deutsche Kolonie ein weitgehend sicheres Reiseland ist, sofern man sich den Gegebenheiten der Gravelpisten anpasst. Sie erfordern Zeit, denn die Reifen der Geländewagen werden dort arg strapaziert und in den Kurven sollte man auf diesem unsicheren Geläuf Vorsicht walten lassen. Doch wenn man dies beherzigt, begibt man sich auf eine erlebnisreiche Reise durch ein Land aus Licht, Leere und Farben.

Namibia, Windboek, Christuskirche
Die Christuskirche in Windboek, Bild: Vadim Nefedoff/shutterstock

Wenn die Sonne ihre letzten Strahlen über die faszinierende Namib geschickt hat, erzählt man sich unter den Kameldornbäumen jene Geschichten, die unter den Buschleuten von Generation zu Generation weiter getragen werden. Es sind die Geschichten von Sonne und Sand, vom Durst in wasserlosen Zeiten und von der Jagd auf Antilopen. Es leben noch hunderttausend Ureinwohner vom Volk der San in Namibia und im benachbarten Botswana. Es sind Halbnomaden, die seit jeher ihre Häuser aus Ästen und Gras bauen und diese problemlos verlassen können, wenn es Gründe für einen Ortswechsel gibt. Es sind Sammler und Jäger und ihre Träume haben sie schon vor Jahrhunderten zumeist in Form von Tieren den Felsen Namibias anvertraut. So wie in Twyfelfontein im südlichen Damaraland.

Das Selbstwertgefühl der San erhielt in einigen Regionen Namibias einen ordentlichen Schub, seitdem sie ermuntert wurden, ihre Rituale und Lebensgewohnheiten den Urlaubern in sogenannten „Lebenden Museen“ zu vermitteln. Die Living Culture Foundation Namibia entstand dank einer deutschen Initiative und ermöglicht den Dörfern der San ein akzeptables Auskommen. Am Abend kehren sie zu ihren Häusern zurück, und wenn ein warmer Wind durch die Bäume fährt, dann sind sie davon überzeugt, dass getreu alter Überlieferungen der Himmel die Sonne „geschlachtet“ hat.

Die Skelettküste in Namibia, Bild: Radek Borovka / shutterstock

Sand und Stille – das sind die Merkmale der namibischen Wüsten. Der rotgelben Kalahari und der Namib, die dem Land den Namen gab. Grün ist Namibia eigentlich nur in der Sambesi-Region im Norden, wo die gefährlichen Hippos die Flüsse und Tümpel bevölkern. Im Süden haben die Elemente den Fish River Canyon geschaffen, den zweitgrößten der Welt. Wildromantisch ist die Skelettküste, die so heißt, weil dort etliche gestrandete Seefahrer ihr Leben ließen. Das Highlight des abwechslungsreichen Namib-Naukluft-Nationalparks sind die Dünen von Sossusvlei. In keiner anderen Region der Welt türmen sie sich in solchen Dimensionen auf. Wer dort gut zu Fuß ist, der sollte sich zum Deadvlei begeben, wo knorrige Baumreste davon zeugen, dass hier einmal der Fluss Tsauchab versandete.

In Namibia gibt es nur drei Städte, die diesen Namen verdienen: Die Metropole Windhoek, Lüderitz und Swakopmund. Und fast überall finden sich die Spuren der deutschen Kolonialzeit vor mehr als hundert Jahren. Walfis Bay an der rauen und kalten Atlantikküste verfügt über den einzigen Seehafen Namibias. Südwestafrika war einst eine Gold- und Diamantengrube, doch als die Schätze gehoben wurden, verließen die meisten Europäer das Land. Wo damals die Glücksritter wohnten, weht heute in Kolmanskuppe ein heißer Wind durch Häuser ohne Fensterscheiben.

Als erstes Land der Welt bekannte sich Namibia zum Naturschutz und verankerte dies in der Verfassung, was dazu beitrug, dass im Etosha Nationalpark noch heute viele Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden anzutreffen sind. Die Region um den ausgetrockneten und zu Salz erstarrten Binnensee zählt zu den interessantesten Wildreservaten Afrikas. Etosha und der benachbarte Waterberg sind Schätze der Natur und der Beweis für die These, dass die Bewahrung der Wildnis und Tourismus keine Gegensätze sein müssen.

Aktuelles / Reiseberichte

Berlin, Museuminsel

Berlin ist Hauptstadt der Bundesrepublik und mit rund 3,6 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und größte Stadt Deutschlands. Wie wenige Metropolen …

Luxemburg, Abtei Neumünster

Großherzogtum mit vielen Aufgaben und Besonderheiten Mit einer Fläche von lediglich 2.586 km² ist Luxemburg diesbezüglich ein kleiner Staat. Dennoch …

Tauchen Winter

Der Winter ist die Reisezeit für Taucher. Doch welche Reiseziele lohnen sich wirklich? Wo liegen die schönsten Tauchreviere der Welt? …

Reiseinformationen Namibia

Hauptstadt Windhoek
Staatsform Republik
Semipräsidiale Demokratie
Währung Namibia-Dollar (NAD)
Fläche ca. 824.116 km²
Bevölkerung ca. 2.324.400 (2016)
Sprachen Englisch (auch Deutsch sehr verbreitet)
Stromnetz 220 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +264
Zeitzone UTC+2

Trockenes, heißes Klima