
Malcesine gehört zu den Orten am Gardasee, an denen See und Berge besonders dicht zusammenrücken. Über den Dächern der Altstadt erhebt sich die Scaligerburg, direkt hinter dem Ort steigt der Monte Baldo auf mehr als 2.000 Meter an. Wer morgens am See frühstückt, kann wenige Stunden später weit oberhalb des Gardasees wandern.
Der Ort liegt am östlichen Ufer des Gardasees in der Provinz Verona. Im Gegensatz zum flacheren Süden ist die Landschaft hier deutlich alpiner. Das macht Malcesine besonders für Reisende interessant, die Badeurlaub und Bewegung miteinander verbinden möchten.
Die Altstadt von Malcesine
Malcesine besitzt einen kompakten historischen Ortskern mit engen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen. Zwischen Häusern und Geschäften öffnen sich immer wieder Blicke auf den See. Wer nicht einem festen Rundgang folgt, sondern einfach durch die Gassen läuft, entdeckt meist die schönsten Ecken.
Am kleinen Hafen legen Ausflugs- und Linienschiffe an. Cafés und Restaurants stehen dicht am Wasser, und gerade morgens lässt sich hier das Kommen und Gehen gut beobachten.
Ein weiterer historischer Bau ist der Palazzo dei Capitani. Der venezianisch geprägte Palast erinnert an die Zeit, als Malcesine unter der Herrschaft der Republik Venedig stand.
Die Scaligerburg
Das Wahrzeichen von Malcesine ist das Castello Scaligero. Die Burg steht auf einem Felsen unmittelbar über dem See und prägt die Silhouette des Ortes.
Von den Mauern und dem Turm eröffnet sich ein weiter Blick über den Gardasee und die gegenüberliegenden Berge. In der Burg befinden sich Ausstellungen zur Natur- und Regionalgeschichte. Auch Johann Wolfgang von Goethe spielt in der Geschichte des Ortes eine Rolle: Auf seiner Italienreise fertigte er 1786 eine Zeichnung der Burg an und geriet dadurch kurzfristig unter Spionageverdacht.
In der Hauptsaison lohnt es sich, die Burg möglichst früh zu besuchen. Später werden die schmalen Wege und Aussichtspunkte deutlich voller.
Mit der Seilbahn auf den Monte Baldo
Für viele Besucher ist die Fahrt auf den Monte Baldo der Höhepunkt eines Aufenthalts in Malcesine. Die Seilbahn verbindet den Ort mit dem Bergmassiv und überwindet dabei einen erheblichen Höhenunterschied.
Schon während der Fahrt verändert sich die Landschaft. Unten wachsen Olivenbäume und mediterrane Pflanzen, weiter oben bestimmen Bergwiesen und alpine Vegetation das Bild. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über den Gardasee.
Die Seilbahn ist wetterabhängig und kann insbesondere bei starkem Wind ihren Betrieb einschränken. Auch Wartungszeiten ändern sich saisonal. Wer die Fahrt unbedingt machen möchte, sollte deshalb nicht bis zum letzten Urlaubstag warten.
In der Hauptsaison entstehen außerdem längere Wartezeiten. Ein früher Start zahlt sich aus – nicht zuletzt, weil das Licht am Vormittag häufig besonders schön ist.
Wandern auf dem Monte Baldo
Oben angekommen muss man keine anspruchsvolle Bergtour unternehmen. Es gibt auch kürzere Wege und Aussichtspunkte. Wer mehr Erfahrung und Kondition mitbringt, findet dagegen zahlreiche längere Wanderungen.
Das Wetter auf dem Berg kann sich deutlich von den Bedingungen unten am See unterscheiden. Selbst an warmen Sommertagen gehören deshalb eine zusätzliche Schicht Kleidung, feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz in den Rucksack.
Der Monte Baldo ist botanisch besonders interessant. Durch die unterschiedlichen Höhenstufen wächst hier eine große Vielfalt an Pflanzen. Wer im Frühjahr oder Frühsommer unterwegs ist, erlebt die Bergwiesen häufig in voller Blüte.
Malcesine vom Wasser aus

Vom Hafen starten Schiffe zu verschiedenen Orten am Gardasee. Besonders beliebt ist die kurze Verbindung nach Limone sul Garda am gegenüberliegenden Westufer.
Die Überfahrt lohnt sich schon wegen der Perspektive auf Malcesine. Vom Wasser sieht man besonders gut, wie dicht sich die Häuser zwischen See und Berghang zusammendrängen und wie die Burg über dem Ort steht.
Wer mehrere Orte besuchen möchte, kann das Auto deshalb problemlos einen Tag stehen lassen. In der Hochsaison ist das häufig sogar die angenehmere Variante.
Ausflug nach Limone sul Garda

Limone liegt fast direkt gegenüber von Malcesine. Der Ort ist bekannt für seine steile Lage am Westufer, alte Zitronengärten und eine Uferpromenade zwischen Bergen und See.
Mit dem Schiff lässt sich Limone unkompliziert als Halbtages- oder Tagesausflug einplanen. Gerade im Sommer erspart man sich dadurch eine längere Autofahrt rund um den nördlichen Gardasee.
Strände in und um Malcesine
Auch Baden gehört zu einem Urlaub in Malcesine. Die Strände bestehen überwiegend aus Kies und Steinen. Das Wasser wird wegen der Tiefe und der Lage im nördlicheren Teil des Sees oft als etwas frischer empfunden als im Süden.
Beliebt sind unter anderem Strandabschnitte nördlich und südlich des Zentrums. Wer länger am Wasser bleiben möchte, sollte Badeschuhe und eine Unterlage mitnehmen.
Die Kombination aus Bergkulisse und See macht gerade diese Strände besonders. An klaren Tagen wirkt das Wasser je nach Lichteinfall fast türkis, während dahinter die steilen Hänge aufragen.
Segeln, Windsurfen und Paragliding
Der nördliche Gardasee ist für seine regelmäßigen Winde bekannt. Dadurch sind Segeln, Windsurfen und Kitesurfen in der Region besonders verbreitet.
Malcesine ist außerdem ein bekannter Ausgangspunkt für Paragliding. Gestartet wird hoch am Monte Baldo, gelandet in der Nähe des Sees. Wer so einen Flug plant, sollte einen etablierten Anbieter wählen und bedenken, dass Starts vollständig von den Wetter- und Windbedingungen abhängen.
Mit dem Fahrrad unterwegs
Direkt am See ist Radfahren wegen des Verkehrs nicht auf jedem Abschnitt entspannt. Im Hinterland und am Monte Baldo gibt es dagegen zahlreiche Routen für Mountainbike und E-Bike.
Wer keine Erfahrung mit steilen Abfahrten hat, sollte sich bei Verleihern nach geeigneten Strecken erkundigen. Die Kombination aus Höhe, wechselndem Untergrund und schnellen Wetterwechseln sollte nicht unterschätzt werden.
Ausflug nach Riva del Garda
Am Nordende des Sees liegt Riva del Garda. Der Ort besitzt eine größere Altstadt, eine breite Uferzone und ist besonders bei Aktivurlaubern beliebt.
Je nach Saison lässt sich Riva per Schiff, Bus oder Auto erreichen. Wer mehrere Orte am nördlichen Gardasee kennenlernen möchte, kann Malcesine und Riva sehr gut miteinander kombinieren.
Weiter nach Bardolino und Peschiera
Richtung Süden verändert sich der Gardasee deutlich. Die Ufer werden breiter und die Landschaft weniger steil. Bardolino ist für Wein und seine lange Promenade bekannt, während Peschiera del Garda mit seiner Festungsstadt und den Kanälen einen völlig anderen Charakter besitzt.
Wer Malcesine als Standort für eine Woche nutzt, kann deshalb sehr unterschiedliche Seiten des Gardasees erleben.
Essen in Malcesine
In der Altstadt gibt es zahlreiche Restaurants, von einfachen Pizzerien bis zu anspruchsvoller Küche. Typisch für die Region sind Gerichte mit Fisch aus dem Gardasee, Polenta, Pasta sowie Olivenöl aus den Orten am Ostufer.
Bei Restaurants direkt am Hafen bezahlt man teilweise für die Lage mit. Wer einige Straßen weitergeht, findet häufig ruhigere Lokale. Reservierungen sind im Juli und August am Abend sinnvoll.
Wann ist die beste Reisezeit?
Für Badeurlaub sind Juni bis September die klassischen Monate. Juli und August sind allerdings auch die vollsten Wochen, besonders an der Seilbahn und im historischen Zentrum.
Für Wanderungen und Aktivitäten am Monte Baldo sind Mai, Juni und September häufig angenehmer. Im Frühjahr blühen viele Pflanzen, im Herbst ist die Fernsicht an klaren Tagen oft hervorragend.
Im Winter ist Malcesine wesentlich ruhiger. Manche touristischen Betriebe schließen saisonal, gleichzeitig kann der Monte Baldo bei entsprechender Schneelage für Wintersport genutzt werden.
Malcesine ohne Auto
Im Zentrum braucht man kein Auto. Hafen, Burg, Seilbahn und Restaurants liegen nah beieinander. Auch verschiedene Nachbarorte sind per Bus oder Schiff erreichbar.
Wer mit dem Auto anreist, sollte das Fahrzeug deshalb während des Aufenthalts ruhig häufiger stehen lassen. Die Gardesana kann in der Hauptsaison langsam werden, und Parkplätze sind in zentraler Lage gefragt.
Für wen eignet sich Malcesine?
Malcesine ist besonders interessant für Reisende, die den Gardasee nicht nur als Badeziel sehen. Der schnelle Wechsel zwischen Seeufer und Hochgebirge ist die große Stärke des Ortes. Vormittags eine Wanderung auf dem Monte Baldo und am späten Nachmittag ein Bad im See sind hier ohne großen Aufwand möglich.
Wer dagegen möglichst flache Radwege, große Campinganlagen und Freizeitparks sucht, findet im Süden des Sees bessere Bedingungen. Malcesine lebt von der engeren, bergigeren Landschaft – und genau das unterscheidet den Ort von Sirmione, Peschiera oder den Ferienorten am südlichen Ufer.

