Limone sul Garda klebt förmlich zwischen Felswand und See. Der Ort am Westufer des Gardasees ist für seine Zitronengärten, engen Altstadtgassen und die lange Uferpromenade bekannt. Wer früh am Morgen oder am Abend unterwegs ist, erlebt zwischen den dicht stehenden Häusern noch immer viel von der besonderen Lage, die Limone über Jahrhunderte geprägt hat.
Heute gehört Limone zu den meistbesuchten Orten am Gardasee. Das hat seinen Preis: In der Hauptsaison kann es tagsüber sehr voll werden. Trotzdem lohnt sich ein längerer Aufenthalt, denn hinter der bekannten Promenade warten historische Zitronengärten, Wanderwege, Strände und einige der schönsten Ausblicke am westlichen Seeufer.
Warum heißt Limone eigentlich Limone?

Die naheliegende Vermutung, der Ortsname gehe direkt auf die Zitrone zurück, ist sprachgeschichtlich nicht eindeutig belegt. Fest steht dagegen, dass Zitrusfrüchte den Ort seit Jahrhunderten prägen. Dank des milden Mikroklimas wurden am Gardasee Zitronen ungewöhnlich weit nördlich angebaut.
Die typischen Limonaien sind keine gewöhnlichen Plantagen. Hohe Steinpfeiler, Mauern und Holzkonstruktionen ermöglichten es früher, die empfindlichen Pflanzen im Winter zu schützen. Im Sommer wurden die Abdeckungen entfernt. Die ungewöhnlichen Gerüste gehören deshalb bis heute zum Landschaftsbild rund um Limone.
Die Limonaia del Castel
Die bekannteste historische Zitronenanlage des Ortes ist die Limonaia del Castel oberhalb der Altstadt. Sie wurde restauriert und vermittelt einen guten Eindruck davon, wie aufwendig der Zitrusanbau früher war.
Zwischen Zitronen-, Orangen- und anderen Zitrusbäumen führen Wege über mehrere Terrassen. Gleichzeitig bietet sich von hier ein schöner Blick über die Dächer und den Gardasee. Wer im Sommer unterwegs ist, sollte den Besuch möglichst auf den Vormittag oder späten Nachmittag legen.
Durch die Altstadt von Limone sul Garda
Die Altstadt ist klein und lässt sich ohne festen Plan erkunden. Enge Gassen, Treppen und Durchgänge führen zwischen alten Häusern zum See hinunter. Rund um die Promenade befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte.
Besonders sehenswert sind die Pfarrkirche San Benedetto und die kleinere Kirche San Rocco. Letztere liegt etwas erhöht und ist ein guter Zwischenstopp bei einem Spaziergang oberhalb des Zentrums.
Tagsüber treffen in Limone viele Ausflugsschiffe ein. Wer im Ort übernachtet, hat deshalb einen deutlichen Vorteil: Früh morgens und am Abend zeigt sich das Zentrum wesentlich ruhiger.
Die Uferpromenade
Direkt am Wasser verläuft eine lange Promenade mit Blumen, Palmen und zahlreichen Sitzmöglichkeiten. Von hier blickt man über den See nach Malcesine und zum Monte Baldo.
Abends ist die Promenade einer der beliebtesten Treffpunkte. Wer einen Tisch direkt am Wasser möchte, sollte in den Sommermonaten reservieren. Einige Straßen weiter findet man häufig ruhigere Restaurants.
Der spektakuläre Radweg von Limone

International bekannt wurde Limone auch durch seinen Rad- und Fußweg, der teilweise direkt an der steilen Felswand über dem Gardasee verläuft. Der schwebend wirkende Abschnitt nördlich des Ortes ist landschaftlich eindrucksvoll, aber kein vollständiger Rundweg um den Gardasee.
Viele Besucher nutzen ihn eher für einen Spaziergang oder eine kürzere Fahrradtour. Gerade an stark frequentierten Tagen sollten Radfahrer Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Wer sportlich fahren möchte, findet im Hinterland geeignetere Strecken.
Strände in Limone
Auch zum Baden gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Strände bestehen überwiegend aus Kies und Steinen, weshalb Badeschuhe angenehm sein können. Das Wasser wird am Westufer relativ schnell tief.
Beliebte Strandbereiche liegen südlich und nördlich des Zentrums. Wer mit Kindern reist, sollte sich den jeweiligen Einstieg ins Wasser ansehen. Für einen klassischen Sandstrandurlaub ist Limone weniger geeignet – für die Kombination aus Baden, Bergen und Ausflügen dagegen umso mehr.
Mit dem Schiff nach Malcesine
Eine der unkompliziertesten Unternehmungen ist die Überfahrt nach Malcesine. Der Ort liegt nahezu gegenüber am Ostufer und ist für seine Scaligerburg sowie die Seilbahn auf den Monte Baldo bekannt.
Die Fahrt mit dem Schiff spart nicht nur Zeit, sondern zeigt beide Orte aus einer anderen Perspektive. In der Hauptsaison ist sie außerdem entspannter als eine längere Autofahrt um den nördlichen Gardasee.
Wandern oberhalb von Limone
Direkt hinter dem Ort steigen die Berge steil an. Dadurch beginnen mehrere Wanderwege praktisch am Ortsrand. Schon auf kürzeren Strecken gewinnt man schnell an Höhe und blickt weit über den Gardasee.
Im Hochsommer kann es in den unteren Lagen sehr heiß werden. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe gehören deshalb zur Grundausstattung. Wer längere Bergtouren plant, sollte zusätzlich Wetter und Höhenprofil beachten.
Ausflug nach Riva del Garda
Nördlich von Limone liegt Riva del Garda. Die Stadt am Nordende des Sees wirkt deutlich größer und ist besonders bei Aktivurlaubern beliebt.
Riva lässt sich je nach Saison mit Schiff, Bus oder Auto erreichen. Die Kombination lohnt sich, weil sich die beiden Orte trotz der kurzen Entfernung stark unterscheiden.
Essen in Limone
Die Küche rund um Limone verbindet Produkte des Sees mit Einflüssen der Lombardei. Auf vielen Speisekarten stehen Fischgerichte, Pasta und Polenta. Wichtig ist außerdem Olivenöl vom Gardasee.
Natürlich spielen auch Zitronen eine Rolle: Limoncello, Desserts und verschiedene regionale Produkte greifen das bekannteste Symbol des Ortes auf. Nicht alles, was in den Souvenirläden gelb leuchtet, stammt allerdings tatsächlich aus Limone. Wer regionale Produkte kaufen möchte, sollte nach Herkunft und Hersteller fragen.
Die beste Reisezeit für Limone sul Garda
Juli und August sind die wärmsten und gleichzeitig vollsten Monate. Wer hauptsächlich baden möchte, findet dann gute Bedingungen, muss aber mit vielen Tagesgästen rechnen.
Mai, Juni, September und Anfang Oktober eignen sich besonders gut für Spaziergänge, Wanderungen und Ausflüge. Die Temperaturen sind häufig angenehmer, während viele touristische Angebote noch geöffnet sind.
Limone ohne Auto
Im Ort selbst ist ein Auto kaum notwendig. Die Altstadt lässt sich zu Fuß erkunden, Schiffe verbinden Limone mit anderen Orten am Gardasee und regionale Busse ergänzen das Angebot.
Wer mit dem Auto anreist, sollte die engen Straßen und den starken Verkehr am Westufer nicht unterschätzen. Für mehrere Urlaubstage kann es sehr angenehm sein, das Fahrzeug einfach stehen zu lassen.
Wie lange sollte man bleiben?
Für einen ersten Eindruck reicht ein Tagesausflug. Wer jedoch die Zitronengärten, den Radweg, die Altstadt und eine Wanderung miteinander verbinden möchte, sollte mindestens zwei bis drei Nächte einplanen.
Gerade am Abend zeigt sich, weshalb ein Aufenthalt mehr bietet als ein kurzer Zwischenstopp. Wenn die Ausflugsschiffe abgelegt haben und es am Ufer ruhiger wird, gehört Limone wieder stärker seinen Übernachtungsgästen.


