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Scaligerburg in Sirmione
Blick auf die Scaligerburg in Sirmione, Bild: Ekaterina Polischuk / shutterstock

Sirmione am Gardasee: Römische Tradition gepaart mit Dolce Vita

Das bezaubernde Städtchen Sirmione am Gardasee ist so spektakulär wie romantisch gelegen. Das rund 8.400 Einwohner zählende Sirmione am Gardasee befindet auf einer langgestreckten Landzunge, die tief in den Gardasee hineinragt. Schon um dieses atemberaubende Ambiente, eine uritalienische Stadt mit verwinkelten Gässchen und einzigartigen Gebäuden, eingebettet zwischen dem sanften Blau des Gardasees zu erleben, lohnt sich die Anreise. Doch Sirmione am Gardasee hat noch mehr zu bieten. Hier lässt es sich herrlich in Heilwasser kuren. Und am Gardasee kann man so richtig ausspannen, alte Gemäuer und Museen erkunden oder in einem der vielen Restaurants das Dolce Vita erleben.

Zu Besuch in der Scaligerburg

In Sirmione am Gardasee gibt es allerhand zu entdecken. Optisch fällt hier jedem zunächst die Scaligerburg ins Auge. Dabei handelt es sich um eine Wasserburg, die bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Einstmals diente sie vor allem der Verteidigung der Stadt, strahlte, auf Grund ihrer imposanten Bauweise, aber auch eine gewisse Machtposition aus, die potentielle Angreifer von vorneherein fernhalten konnte. Die von einem Wassergraben umgebene und mit einer Zugbrücke und drei Türmen ausgestattete Wehranlage ist bestens erhalten geblieben. Zudem verfügt die Scaligerburg über einen eigenen kleinen Hafen. Wer möchte kann das kleine Museum der Wehranlage besuchen.

Die Grotten des Catull

Grotten des Catull in Sirmione
Grotten des Catull in Sirmione, Bild: Mike Bogner / shutterstock

In den Grotten des Catull tauchen Besucher in das alte Rom des ersten Jahrhunderts nach Christus ein. Mit einer Höhle haben die Grotten des Catull, auch wenn man das dem Namen nach vermuten möchte, wenig zu tun. Vielmehr besichtigt man hier die Überreste einer römischen Villa, die wahrscheinlich als Sanatorium mit integriertem Thermalbad diente. Und die Villa war riesig. Auf drei Etagen wurden 20.000 Quadratmeter Fläche genutzt. Es gab hier unter anderem Badeanlagen, Gästezimmer und Veranden mit Panoramaterrassen, die den Bewohnern schon damals einen spektakulären Blick über den türkis schimmernden Gardasee boten. Man vermutet, dass die Grotten des Catull im vierten oder fünften Jahrhundert nach Christus eingestürzt sind und dann aufgegeben wurden. In den Grotten des Catull befindet sich ein kleines Museum, in dem interessante archäologische Fundstücke ausgestellt werden. Die Besichtigung des Areals lässt sich übrigens prima mit einem Seebad kombinieren, denn nur wenige Schritte von der römischen Villa entfernt befindet sich eine ruhig gelegen Badestelle, die nur zu Fuß erreicht werden kann.

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Sirmione am Gardasee als Kurort

Sirmione am Gardasee gilt nicht nur umgangssprachlich als Kurort, die Stadt ist das auch ganz offiziell. In der Stadt gibt es üppige Vorkommen an Thermalwasser das einen hohen Gehalt an Jod, Brom und Schwefel aufweist. Bereits die Römer kurten hier, wie die Existenz der Grotten des Catull beweist. Dem hiesigen Thermalwasser werden positive Wirkungen auf Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen nachgesagt. Auch Hautleiden sollen sich damit hervorragend kurieren lassen. Das Thermalwasser stammt aus der Quelle des Monte Baldo. In der Stadt gibt es mehrere Therapiezentren und Spas, die das Heilwasser nutzen. Besonders viele Besucher finden sich jeweils in der Terme di Catullo ein, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen wurde.

Sirmione am Gardasee und die Dolce Vita

Sirmione, Gardasee
In Sirmione das Dolce Vita genießen, Bild: xbrchx / shutterstock

Kaum eine Stadt am Gardasee eignet sich besser als Sirmione, um das echte italienische Gefühl der Dolce Vita in sich aufzusaugen. Wer das vorhat, sollte mit einem Spaziergang durch die autofreie Altstadt des Ortes beginnen. Als Ausgangspunkt eignet sich der Corso Vittorio Emanuele, von dem aus man über die Piazza Carducci wandelnd den Ortskern mit seinen romantischen Häusern entdeckt. Die Gassen in der Altstadt sind eng und ein wenig verwinkelt. Hier und auch am Seeufer findet sich nach einem ausladenden Spaziergang die Möglichkeit in einer urigen italienischen Bar oder einem traditionellen Restaurant die Seele so richtig baumeln zu lassen. Mit Blick auf den See schmecken frischer Fisch, Pasta, Pizza, Tiramisu, Eis, Wein und Espresso schließlich besonders gut.

Die Kirchen und Kapellen von Sirmione bestaunen

Der kleine Ort verfügt über zahlreiche sehenswerte Kapellen und Kirchenbauten. Sehr idyllisch auf einem Hügel abseits des Zentrums liegt die Kirche San Pietro in Mavino, die vor allem mit ihren kunstvoll aufgebrachten Fresken beeindruckt. Wer zu den Grotten des Catull unterwegs ist sollte hier Station machen, doch Vorsicht, denn die Kirche liegt versteckt zwischen Oliven- und Zypressenbäumen, so dass schon mancher Tourist sie nicht finden konnte. Das recht flach gehaltene romanische Gotteshaus wurde bereits im achten Jahrhundert errichtet, die Fresken stammen mehrheitlich aus dem 14. und 16. Jahrhundert.

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Sehr sehenswert ist auch die kleine Kapelle Sant’Anna della Rocca. Sie befindet sich seit dem 14. Jahrhundert gegenüber der Scaligerburg. Seither wurde die Kapelle mehrfach umgebaut und jede Veränderung hinterließ Spuren. So verfügt das Gebäude über ein interessantes Kreuzgewölbe und hübsche Fresken, aber auch über Glasmalereien aus dem 20. Jahrhundert.

Wer einen kleinen Spaziergang nicht scheut lässt auch die Besichtigung der Pfarrkirche Santa Maria Maggiore nicht aus. Santa Maria Maggiore liegt auf einem Hügel ein wenig abseits des Zentrums. Das Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bekannt ist Santa Maria Maggiore vor allem für ihren wuchtig wirkenden Marmoraltar, der das unbestrittene Zentrum des Gotteshauses bildet – auch optisch. Wer die aus dem 18. Jahrhundert stammende Orgel der Kirche hören möchte, sollte sich zu den Gottesdienstzeiten einfinden. Außerdem gibt es hervorragend gefertigte Holzschnitzarbeiten und Fresken zu besichtigen.